TU-BERLIN Erläuterungen zur Vorlesung TWK an der TU-Berlin
Inst. f. Ökologie
LV-TWK-Kehl
PD Dr. H. Kehl
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Innertropische Konvergenzzone (ITCZ) und Hadley-Zelle
 
Abb. A4-08a:

Die Lage der ITCZ (Inter-Tropical Convergence Zone) im Juli und Januar wird hier stark vereinfacht dargestellt. Sie ist in ihrer Breite uneinheitlich, kann unterbrochen sein und ihre Lage kann von Jahr zu Jahr innerhalb eines breiten Korridors pendeln.

Dazu der National Weather Service (NOAA) der USA: "The Inter-Tropical Convergence Zone (ITCZ) appears as a band of clouds consisting of showers, with occasional thunderstorms, that encircles the globe near the equator. The solid band of clouds may extend for many hundreds of miles and is sometimes broken into smaller line segments. The ITCZ follows the sun in that the position varies seasonally. It moves north in the northern summer and south in the northern winter. The ITCZ (pronounced "itch") is what is responsible for the wet and dry seasons in the tropics.

It exists because of the convergence of the trade winds. In the northern hemisphere the trade winds move in a southwesterly direction, while in the southern hemisphere they move northwesterly. The point at which the trade winds converge forces the air up into the atmosphere, forming the ITCZ." [date of access: 23.11.2014]

Die ITC kann im Januar auf dem afrikanischen Kontinent über grosse Strecken sogar senkrecht verlaufen. Und in SO-Asien verläuft sie im Juli sogar weit nördlich des Wendekreises am südlichen Rand des Himalaya.

Der Abstand der ITC beträgt zwischen Juli und Januar auf den Westseiten des afrikanischen und südamerikanischen Kontinents nur etwa 1.000 km und verläuft dort fast immer nördlich (!) des Äquators. Dagegen beträgt der Abstand der ITC während der beiden Jahreszeiten auf der Ostseite Afrikas zu beiden Seiten des Äquators mehrere tausend Kilometer.

Hinzu kommt: Die ITC ist von April bis Oktober relativ einheitlich, davor/danach jedoch gespalten. Die eine Innertropische Konvergenzzone verläuft in der Nähe des Äquators und die andere im Bereich der grössten Erhitzung.

 
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Abb. A4-08b:

Idealisiertes Schema mit Tiefdruckrinne (T) als Innertropischer Konvergenzzone (ITC bzw. ITCZ) sowie etwa ab Wendekreis randtropisch-subtropische Hochdruckgebiete (H) und dazwischen die tropische Hadley-Zelle. Die Sonne scheint über der ITC eher senkrecht. Zenitalregen sind besonders häufig. Die Luftmassenbewegungen über Afrika erschliessen sich eindrucksvoll auf der von der NASA (The Spherical Shape of the Earth: Climatic Zones) zur Verfügung gestellten Grafik [access 10.05.04] sowie auf dem Satellitenbild der östlichen Sahara.

Wolkenbildungen kommen im Kernbereich der Hadley-Zelle nun fast nicht mehr vor, so dass es während des Tages zu extremen Sonneneinstrahlungen und während der Nacht über Land zu hohen Strahlungs- bzw. Wärmeverlusten kommt, die sich über den Meeren weniger stark auswirken als kontinental (z.B. Sahara). Nachtfröste sind hier keine Seltenheit.

Die extrem trockene Luft fliesst (in der Hauptsache) nun oberflächennah - und durch die Corioliskraft abgelenkt - zum Äquator zurück (NO- bzw. SO-Passat - engl. NE- and SE Trade Winds) Vgl. Sie noch einmal das Satellitenbild der östlichen Sahara.

Die Luftmassen beschreiben damit einen Kreis, die sogenannte Hadley-Zirkulationszelle. Polwärts grenzt die Hadley-Zelle an die Ferrel-Zirkulationszelle (engl. Mid-Latitude Cell) der Mittleren Breiten, die mit ihren Nordwest-Winden winterliche zyklonale Niederschläge über die generell winterfeuchten Subtropen hinaus in die Randbereiche der subtropischen Wüsten tragen. Dagegen werden vom Äquator nach den Polen hin abnehmend mit der Verlagerung der ITC jeweils sommerliche Niederschläge in die Savannengebiete getragen ( Feuchtsavanne, > Trockensavanne, > Dornstrauchsavanne). .

Es kann durchaus vorkommen, dass die nordafrikanischen Länder Ägypten, Libyen und Algerien über die subtropischen winterlichen Niederschläge hinaus, auch sehr geringfügig und sporadisch monsunale sommerliche Niederschläge in ihren südlichen Landesteilen - welche im Bereich des nördlichen Wendekreises liegen - erhalten.

 

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© Harald Kehl
TU-Berlin - Institut für Ökologie

 
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