TU-BERLIN Erläuterungen zur Vorlesung TWK an der TU-Berlin
Inst. f. Ökologie
LV-TWK-Kehl
  PD Dr. H. Kehl ZM46
  Vegetationsökologie Tropischer & Subtropischer Klimate
back Hinweis zur Klimadebatte: S.: A2-14
 
 

Bitte beachten Sie die folgenden Hinweise aus gegebenem Anlass:

Ausdrücklich wird für eine effiziente Nutzung von vor allem fossilen Energieträgern und Rohstoffen im Allgemeinen sowie die dringend notwendige Ausschöpfung der Einsparpotentiale auf einer seriösen wissenschaftlichen Basis plädiert.

Die hier vorgestellten Texte im Rahmen der Klimadebatte stellen keinen Datenpool im eigentlichen Sinne dar. Gleichwohl handelt es sich um einen Infopool. Die Seiten unterliegen einer grossen Dynamik, da sie ständig ergänzt oder modifiziert werden, und sie müssen selbstredend unvollständig sein. Die Texte appellieren explizit an eine zurückhaltende Vorsicht und Verantwortung bei der Darstellung von Forschungsergebnissen und sollen ausschliesslich dazu anregen, angeblich unumstössliche Tatsachen zu hinterfragen sowie Widersprüchlichkeiten aufzuzeigen. Dies betrifft BEIDE Seiten der Diskussion.

Wenn es einen Konsens gibt, dann den: Das nichtlineare stochastische Klimasystem ist zu komplex und in weiten Teilen nur fragmentarisch verstanden, weshalb es eindeutige "Wahrheiten" nicht geben kann. Vgl. Sie in diesem Kontext die Bemerkungen von Nico Stehr (Dept. of Sociology - Univ. of Alberta) und Hans von Storch (GKSS - Geesthacht, Met. Institut - Uni. Hamburg) "Klima und Kultur" und von Stefan Rahmstorf (PIK Potsdam) "Die Welt fährt Achterbahn", aber auch die umfangreichen Ausführungen von Alfons Baier (Angewandte Geologie - Uni Erlangen) zu einigen Aspekten der "Klimakatastrophe" und den "Imponderabilien" bzgl. Entwicklung von Klimamodellen und Computersimulationen sowie Martin Voss (Hrsg., 2010) Der Klimawandel - Sozialwissenschaftliche Perspektiven. VS Verlag für Sozialwissenschaften | GWV / Fachverlage GmbH, Wiesbaden, 1. Aufl. 2010.

Mit der Verlinkung auf Dokumente etc. wird keinesfalls die jeweils dort geäusserte Position übernommen oder abgelehnt. Die in der Öffentlichkeit häufig nicht bekannten Dokumente und Positionen sollen jedoch zur selbständigen Meinungsbildung beitragen. Bemerkungen bzw. Zitate in Diskussionsforen wie: "Die Universität Berlin sagt ..." etc., sind grober Unfug. Vgl. Sie dazu "Allgemeine Hinweise" und "Copyright & Disclaimer" zur Nutzung der Website.

Wie aus vielen Bemerkungen innerhalb des Internet-Projektes leicht zu erkennen ist, wird weder auf den Seiten der Vorlesungen noch auf den Seiten zur Klimadebatte dem ungezügelten Wirtschafts- oder Neoliberalismus das Wort geredet; damit auch nicht dem grenzenlosen Wachstum und Konsum. Das Gegenteil ist richtig!

Ausdrücklich werden jedoch Bemerkungen und Publikationen von Vertretern des IPCC intensiver hinterfragt, da die "Summary for Policy Makers" weit reichende Folgen für Politik und Gesellschaft haben kann. Falschaussagen oder Halbwahrheiten können hier besonders problematische, vor allem auch kostenintensive, Folgen haben. Lt. Tageszeitung "Die Welt" vom 27. März '07 werden von der Unternehmensberatung McKinsey die Kosten zur Erreichung der Klimaschutzziele, d.h. Senkung der CO2-Emissionen um 20%, in der EU-25 bis 2020 auf angeblich 800 bis 1.100 Milliarden Euro geschätzt.

Bei weltweit ca. 22.942 Millionen Tonnen CO2-Emissionen (der Anteil Deutschlands beträgt ca. 3%, Stand 2003, eurostat, Energy Information Administration (EIA) und "Statistik kurzgefasst - Umwelt und Energie 9/2006 - Jürgen Förster, EU-2006", gemittelter Wert, Angaben variieren um bis zu 10%
*1 - weitere Angaben auf der Seite "Kohlenstoffkreislauf") wäre das aktuell dann der Preis für die Reduktion anthropogener Kohlendioxid-Emissionen weltweit um ca. 3,5% (was eine nicht mehr messbare Verringerung des Treibhauseffektes in K wäre) und bei unverminderter Zunahme dieser Emissionen (z.B. um wenigstens 3% im Jahr, die Volkswirtschaften von China, Indien, Afrika, S-Amerika, O-Europa etc. werden schneller und weiter ungehindert nach westlichem Vorbild wachsen, auch die USA rechnen mit einer weiteren Zunahme ihrer CO2-Emissionen um 19% bis zum Jahr 2020 lt. Klima-Bericht der US-Regierung) - wird dieser reduzierte Anteil durch die EU-25 um das Jahr 2020 wenig über 2% betragen.

Selbst wenn unterstellt wird, dass die Annahmen des IPCC bzgl. Klimawirksamkeit des anthropogenen Anteils der CO2-Emissionen zutreffend sind (was jedoch stark umstritten ist), hätte die erhoffte anteilige Reduktion um 2% so gut wie keinen Einfluss auf das Weltklima, wohl aber einen drastischen Einfluss auf die europäische Wirtschaft (cf. Kommentar von Konrad Kleinknecht: "Kopenhagen - quo vadis?", im SdW, März 2010, S. 22-24).

Betrachtet man die hohen Wachstumsraten in einigen EU-Ländern (wo sich die CO2-Emissionen in den letzten 15 Jahren um ca. 50% erhöht haben) und geht davon aus, dass bis 2020 die Türkei EU-Mitglied sein wird (wo sich die CO2-Emissionen wegen des rasanten Wirtschaftswachstums in den letzten 15 Jahren um ca. 65% erhöhten), ist die Erreichung dieser ambitionierten Ziele schlicht eine Illusion.

Bestätigt wird diese Vermutung auch durch neuerliche Untersuchungen, wonach "Messungen zufolge (...) sich der jährliche Zuwachs des CO2-Ausstoßes gegenüber den neunziger Jahren verdreifacht (hat). Die Schuld tragen nicht nur die boomenden Schwellenländer."

Und der "Energiehunger" wird rasant weiter steigen. In einer SPIEGEL ONLINE - Meldung vom 13. November 2007 heisst es:

  • " ... Alle Welt redet vom Klimawandel, der CO2-Vermeidung und dem Energiesparen. Eine gestern in Rom vorgestellte Studie des Weltenergierates WEC zeigt, wie schwer der Kampf gegen die Erderwärmung noch werden dürfte. Denn der Energiebedarf der Menschheit steigt und steigt - und könnte sich bis 2050 verdoppeln. Der WEC-Prognose zufolge wird sich die globale Nachfrage nach Strom, Öl, Gas und Kohle um 70 bis 100 Prozent erhöhen."

*1: Die Erfassung und Quantifizierung von Kohlendioxid-Emissionen ist weltweit sehr uneinheitlich. Nicht alle Länder folgen der vom IPCC empfohlenen Methodik. Häufig kommen nationale Systeme zum Einsatz (vgl. "Statistik kurzgefasst - Umwelt und Energie 9/2006 - Jürgen Förster, EU-2006").

 
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© Harald Kehl - TU-Berlin - Institut für Ökologie



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