Vegetationsökologie Tropischer & Subtropischer Klimate / LV-TWK (B.8)
 
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TU-Berlin > Fakultät VI > Institut für Ökologie > Fachgebiet Ökosystemkunde - Pflanzenökologie
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Trockene Mittelbreiten - die Prärien Nordamerikas ...

Die Prärien N-Amerikas
Kurzgras - Mixed - Langgras-Prärie
Artenlisten
Bodenverbreitung und Bodentypen
Drei wichtige Bodentypen und Profile
  Phaeozem
  Chernozem
  Kastanozem
Badlands and Dust Bowls
Aktuelle und historische Nutzung   (einige hilfreiche Links)
  "US- und "EU-Agrarpolitik" Abb.: Ausdehnung der Einheiten nach Schultz (2000, S. 274),
  "Wasserverbrauch und Subventionierung der Landwirtschaft" stark verändert, nicht massstabsgerecht
  "Regenerative Energien - Der Biokraftstoff vom Feld"
 
 
Zusätzlich wird hier die VL von Dr. Uwe Starfinger angeboten. Sie liegt als PPT - Präsentation (1,4 MB) vor!
 
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Die Prärien N-Amerikas
   
 

Im Vergleich zu den weite Flächen einnehmenden Trockenen Mittelbreiten Eurasiens, sind die in N-Amerika Prärien genannten Landschaften des Zonobioms VII (nach Heinrich Walter) wesentlich kleiner. Extrem kontinentale Gebiete wie in Zentralasien fehlen vollständig.

Die Prärien (Great Plains) erstrecken sich von Osten nach Westen über eine Entfernung von etwa 1.000 (1.200) km und von Norden nach Süden von 55° bis 30° N über eine Entfernung von etwa 2.700km.

Einen sehr guten Überblick zur Geschichte und Ausdehnung, zur Biodiversität sowie den verschiedenen ökologischen Einheiten bieten

 

 

Lassen sich bei den klimatisch bzw. thermo-hygrisch bestimmten Zonen von Walter und Schultz noch in weiten Teilen Übereinstimmungen feststellen, so weichen die amerikanischen Flächenzuweisungen (soweit zugänglich) vor allem in ihren Randbereichen voneinander ab. Eine flächengleiche und einheitliche Zuordnung der verschiedenen Prairietypen existiert nicht.

Dies hat im Wesentlichen damit zu tun, dass US-Darstellungen die aktuelle und die europäischen die potentielle Situation beschreiben.

Als Beispiele sollen hier die kartografischen Darstellungen des INDR (Indiana Department of Natural Resources - siehe auch Karte unten! [date of access: 30.09.04]) und des NABSI (The North American Bird Conservation Initiative - ausgewiesene Regionen entsprechen Landschaftseinheiten [last date of access: 19.01.12]) genannt werden. Eine Übereinstimmung kann lediglich in der Abfolge der Vegetationstypen von West nach Ost gefunden werden.

   
  Abb. oben: Topografie der westlichen USA als Satellitenbild mit dem 'Great Basin', den angrenzenden Plateaus und den östlich angrenzenden 'Great Plains' .
   
  Zonobiom VII Nordamerikas mit Übergangsgebieten nach Walter, 1968:
 
  • VIII - VII = Übergangsgebiet kalt-gemässigt (boreal) bis typisch gemässigt (nemoral), nördliches Makro-Mosaik aus Prärie und reinen Espenbeständen (Populus tremuloides)
  • VII - VI = Waldsteppe als Übergangszone (nemoral mit kurzer Frostperiode)
  • VII - V = Übergang zum warm-temperierten Zonobiom
  • VII = Arid-gemässigtes Klima mit kalten kontinentalen Wintern
  • VII a = Subzonobiom der ariden Halbwüsten

Abweichend zu den Verhältnissen in Eurasien grenzen alle Präriezonen im Norden an das ZB VIII der Nadelwälder, stösst die Langgras-Prärie im Osten (potentiell) in breiter Front an das ZB VI der Laubwälder und im Süden an den Golf von Mexiko bzw. an das ZB II der Savannen (tropisches hunido-arides Sommerregengebiet), im SW tw an das ZB III der Sonorawüste (subtropisches arides Wüstenklima)

   
  Abb. oben: Verbreitung des Zonobioms VII und Übergangszonen (Grenzen stark vereinfacht)
   
  Trockene Mittelbreiten Nordamerikas nach Schultz (2000, S. 298):
   
 

Abb. links: Ursprüngliche Verbreitung winterkalter Steppen in Nordamerika und Lage der IBP (International Biological Programm) - Untersuchungsorte.

Nach der Karte von Schultz (2000), stark modifiziert und Badlands hinzu gefügt.

   
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Wesentliches Merkmal der Prärien Nordamerikas ist die, von den Rocky Mountains mit ihrer Nord-Süd-Erstreckung gesteuerte, Niederschlagsverteilung. Die jährliche Niederschlagshöhe variiert von Jahr zu Jahr sehr stark und ist für charakteristische Trockenperioden verantwortlich.

(vgl. Abb. rechts, aus Walter & Breckle 1991, S. 348)

Wie bereits erwähnt, liegen die Prärien auf der Ostseite der Gebirgskette (Leelage) der Rocky Mtns, was zur Folge hat, dass die sich ostseitig anschliessenden Landschaften niederschlagsbenachteiligt sind. Entsprechend zeigt sich ein ausgeprägter Niederschlagsgradient von West nach Ost, bei welchem die Niederschläge von West (Ostabhang der Rocky Mountains) nach Ost kontinuierlich ansteigen (vg. Abb. unten!).

Weiterhin ist zu berücksichtigen, dass das Gebiet der Prärien in ihrer West-Ost-Erstreckung einer schiefen Ebene gleicht, bei welcher das Gelände am Fusse des Gebirgszuges etwa 1.000 bis 2.000m ü.NN liegt und allmählich (über eine Entfernung von etwa 1.000km) nach Osten auf eine Höhe von 200 bis 300m ü.NN abfällt.

Die durchschnittlichen Jahres-Temperaturen im Bereich der Prärien weisen von West nach Ost in Abhängigkeit von der Höhe ü.NN und von Süd nach Nord ein starkes Gefälle auf. Im Süden reichen die Prärien dicht an die Winterfeuchten Subtropen bzw. Sommerfeuchten Tropen heran.

 
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Abb. oben: "Schematischer Schnitt durch das nach Westen von 300m NN ansteigende Präriegebiet (Great Plains) mit Angaben über die Änderung des Klimas (oben), der Vegetation (Mitte) und der Böden (unten)" (nach Walter 1968, S. 636, aus Walter & Breckle, 1991, S. 347) und Schultz (2000, S. 303).

   
  Detaillierte Angaben zu den oben genannten drei Böden - in der gleichen Reihenfolge - siehe hier:
   
   
 

Die agrare Nutzung der Kurzgras- und Langgrassteppengebiete in der Ukraine und in N-Amerika nach Jätzold (1984), aus Schultz (2000, S. 303).

"Die gegenwärtigen Verbreitungsschwerpunkte des grossbetrieblichen Getreidebaus lassen sich wie folgt umreissen:

  • Nordamerika: Der mittlere Westen vom nördlichen Texas über die Staaten Kansas, (Ost-)Colorado, Nebraska, Nord- und Süd-Dakota und Montana bis weit nach Kanada (Alberta, Saskatchewan) hinein; ausserdem das Columbia Plateau in den Staaten Washington, Oregon und Idaho.

  • Frühere UdSSR: Die temperaten Steppengebiete östlich der Wolga und insbesondere im südwestlichen Sibirien; westlich der Wolga ist der Weizen zwar ebenfalls eine wichtige Verkaufsfrucht, doch erfolgt sein Anbau dort meist auf gemischten Betrieben [...].
  • In diesen Verbreitungsschwerpunkten (inkl. weitaus kleinere Gebiete in Argentinien und Australien) werden über 50% des Weltweizens produziert ..." (Schultz 2002, S. 303/304)
 
   
Problemkreis "US-Agrarpolitik" und "EU-Agrarpolitik": Die Subventionierung von Agrarprodukten, Armut für die Dritte Welt"
   
   
 
  • Bedacht werden muss, dass der Anbau sowie der Export von Weizen, vor allem aus der Europäischen Union (vgl. unten unter Thema "US-Agrarpolitik" - betr. aber auch die EU-Agrarpolitik) - aber auch aus den USA, stark subventioniert wird und damit zu einer existenzbedrohenden Belastung der agrarischen Produktion in Schwellenländern sowie der weniger entwickelten Länder (sogenannten Entwicklungsländern) geworden ist.

  • Dies betrifft übrigens nicht nur den Weizen, sondern auch Mais, Baumwolle und z.B. Zuckerrohr.

    Weizen und Mais werden mittlerweile in einigen Ländern Afrikas als Importgut billiger verkauft als der heimisch angebaute ...


    • Dazu heisst es in einem SPIEGEL - Artikel (19/2007, S. 122) "Not für die Welt - Die Agrarsubventionen reicher Länder zerstören die Existenz afrikanischer Bauern" und unter "Totale Schieflage", dass die Produktions- und Exportsubventionen für landwirtschaftliche Güter aller Industrienationen im Jahre 2004 insgesamt 349 Mrd. $ betrugen, dagegen die Landwirtschaftshilfe der Industrieländer an afrikanische Staaten nur 1 Mrd. $ betrug (Quelle: OECD).

      Dazu der Bauernpräsident Samba Guèye des Senegal in dem gleichen Artikel (S.131): "Wenn die reichen Länder jede Entwicklungschance in unseren Ländern zerstören, dann müssen wir uns eben in ihren entwickeln (...) Wir haben Erdnüsse exportiert, das wurde uns kaputtgemacht. Wir exportierten Fisch, der wurde uns weggefangen. Nun exportieren wir eben Menschen."


  • Wegen der aktuellen Subventionen für den Zuckerrohranbau in den USA, zahlen die Verbraucher nahezu eine Milliarde Dollar mehr als das Produkt auf dem Weltmarkt kosten würde (Pimm & Jenkins 2005).

    • Dazu eine wichtige Bemerkung des Generalsekretärs der UNCTAD - United Nations Conference on Trade and Development - [date of access: 30.09.04]

      "Eigentlich sollte ein solcher Ansatz [die Subventionierung der Landwirtschaft] unsinnig erscheinen in einer Zeit, da die wohlhabenden Volkswirtschaften beinahe eine Milliarde US-Dollar pro Tag (sechsmal mehr, als sie an Auslandshilfe leisten) ausgeben, um - wie sie sagen - ihre Kleinerzeuger zu unterstützen."

      Aus dem Vortrag von Rubens Ricupero, Generalsekretär der UNCTAD Genf, am 30. Juni 2003.

    • Vgl. Sie dazu:
      Grenzen der Globalisierung - Ökonomie, Ökologie und Politik in der Weltgesellschaft
      , von Elmar Altvater und Birgit Mahnkopf (2002)

    • und:
      Perverse Subsidies: How Misused Tax Dollars Harm the Environment and the Economy
      y, von Norman Myers und Jennifer Kent (2001), Island Press, USA.

      Zum Inhalt
      empfohlen für Studenten etc., die sich für den Zusammenhang von Politikgestaltung und Umweltfragen, besonders in den Tropen, interessieren:
      • Untersuchung der Rolle von Subventionen für "policymaking" (Politikgestaltung)
      • Quantifizierung direkter Kosten widersinniger Subventionierung
      • Untersuchung der hauptsächlichen Subventionen für die Bereiche Landwirtschaft, Energiewirtschaft, Transportwesen, Wasserwirtschaft, Fischerei und Forstwirtschaft
      • Darstellung der Auswirkungen dieser Subventionen auf die Umwelt
      • Lösungsvorschläge für die Politik zur Vermeidung widersinniger Subventionen

 

 
   
Problemkreis "Wasserverbrauch und Subventionierung in der Landwirtschaft - das virtuelle Wasser"
   
   
 
  • Bzgl. Wasserverbrauch und Subventionierung in der Landwirtschaft ist folgende Information von hoher Bedeutung:

    "um 1 t Weizen anzubauen, braucht man 1.000 t Wasser. ... Seit Ende der 80er Jahre haben die Länder im Nahen Osten und in Nordafrika jährlich 40 Mio. t Getreide und Mehl importiert. Es fliesst also mehr «virtuelles» Wasser in die Region, als ganz Ägypten für die Bewässerung von Feldern aus dem Nil holt. ...

    «Virtuelles» Wasser ist nicht nur in Unmengen vorhanden, es kostet auch erstaunlich wenig. Die Weizenpreise sind in den letzten 100 Jahren stetig gefallen. Auf dem von den USA und der EU beherrschten Markt für landwirtschaftliche Produkte wird Weizen gegenwärtig für etwa die Hälfte der Produktionskosten gehandelt.
    "

    Nach Prof. J. A. Allan, Wasserexperte am Institut für Orientalische und Afrikanische Studien der Londoner Universität, Schweizerische UNESCO-Kommission.
    [date of access: 07.03.07]

    Diese Vorgänge sollten vor dem Hintergrund gesehen werden, dass
 
   
Problemkreis "sogenannte regenerative Energien - Der Biokraftstoff vom Feld"
   
   
 
   
 

Weitere Hinweise zur Bedeutung von Agrarsubventionen in den Industrieländern und der Biopiraterie für LDCs (Low Developed Countries) finden Sie hier:

  • attac
  • Justus Liebig Universität Giessen, Internationale Ernährungspolitik, Thema "US-Agrarpolitik" ( - Datei, 406KB)

  • Ein Artikel in DIE ZEIT von Christian Tenbrock und Wolfgang Uchatius zum Thema: Gibst du mir, nehm ich dir - Der Krieg behindert eine gerechte Globalisierung: Im Welthandel sucht der Norden nur noch seinen Vorteil.

  • Der Film "Septemberweizen" (1980) von Peter Krieg wurde nach Erscheinen als linkes Propaganda-Machwerk diffamiert und später mit dem Adolf-Grimme-Preis als bester Dokumentarfilm ausgezeichnet. Mittlerweile zeigt sich immer mehr, wie zutreffend die Aussagen dieser Dokumentation waren. Hinweise und Zusammenfassungen finden Sie Hier und Hier.
    • "Der in sieben Kapitel unterteilte "Septemberweizen" forscht am Beispiel eines Nahrungsmittels nach den Ursachen des Hungers - in den reichen Ländern der ersten wie in den armen Ländern der Dritten Welt - in einer Zeit des Überflusses und fragt, durch welche Praktiken Weizen zu einer Ware und Waffe werden kann." ID Kolchose
  • Dazu: Causes of Poverty - Structural Adjustment—a Major Cause of Poverty
    • "Many developing nations are in debt and poverty partly due to the policies of international institutions such as the International Monetary Fund (IMF) and the World Bank. - Their programs have been heavily criticized for many years for resulting in poverty. In addition, for developing or third world countries, there has been an increased dependency on the richer nations. This is despite the IMF and World Bank’s claim that they will reduce poverty."

  • Wem gehört der Reis?
    Zur Biopiraterie.
    Untersuchung gefördert von der Stadt Münster mit Mitteln des Ministeriums für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes NRW.


    [aktualisiert am 17.04.08]
 
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Kurzgras-, Mixed- und Langgras-Prärie
   
  Wie oben bereits angedeutet, wird die Prärie in die Kurzgras-Prairie (Short Grass Prairie, der Link behandelt die Ökologie mit Schwerpunkt Vögel) als die trockenste Ausbildung der Steppenlandschaft im Osten und die Langgras-Prärie (Tall Grass Prairie) im Westen (vgl. Tallgrass 'savannas!' of Texas - oderTallgras-Prairie in Illinois und hier Übergang von der Langgras-Prärie zur offenen Langgras-Baumsavannen-Landschaft bzw. Feuchtsavanne) eingeteilt. Dazwischen liegt die sogenannte "Gemischte Prärie" bzw. Mixed Grass Prairie. Wegen der hohen Variabilität der Niederschlagshöhe und der Niederschlagsverteilung (vgl. Bemerkungen oben!), sind die Grenzen zwischen den Prärietypen niemals scharf und starr, sondern zeigen jährlich ein starkes Hin- und Herwandern innerhalb der Mischzone zwischen trockener und feuchter Prärie.

Copyright für die Abb. bei IDNR         

[Alle Links aktualisiert am 30.09.04]
   
  "Prairies- these are the grasslands in North America.

Because Rainfall decreases toward the west, the prairies are different. In the east, which gets as much as 40 inches of rain per year, tall grass prairie once grew. True prairie areas have tall grass dotted with colorful wildflowers. Grasses are shorter as you move west toward the central prairies and the dry Great Plains. In most of the prairies, trees and shrubs grow along riverbanks and streams. Grass fires are fairly common in the summer. Prairies once covered the Midwest, but little natural vegetation is left. It was plowed for agricultural purposes.
"

Source: http://www.cbhs.org/jharris/WG_CH2_Sect2.doc
Abb. rechts: Weizenfelder in Saskatchewan, Kanada (Quelle http://www.educeth.ch)
   
 

Die thermo-hygrischen Bedingungen der Prärien spiegeln sich in der Zusammensetzung der Lebensformen und speziell in der Ausbildung der Wurzelsysteme zur Sicherung der Wasserversorgung. Intensive Untersuchungen dazu wurden in der nordamerikanischen Prärie sehr früh von John Ernest Weaver (weitere Publikationen) durchgeführt.

[Alle Links aktualisiert am 30.09.04]

   
   
  Tab.: Wurzeltiefe und Halmhöhe bei Weizen in der nordamerikanischen Prärie bei abnehmenden Niederschlägen (nach Weaver, aus Walter 1968, Tab. 105, S. 643)
   
 
Vegetationszone Niederschlagshöhe Wurzeltiefe Ø Halmhöhe Ø
Langgrasprärie 660-815mm 160cm 100cm
Gemischte Prärie 535-610mm 130cm 95cm
Kurzgrasprärie 405-485mm 75cm 65cm
   
  J.E. WEAVER "fand, dass von 43 Charakterarten der Prärie 14% nur in den oberen 60cm wurzeln; bei 21% erreicht das Wurzelsystem 150cm, während die restlichen 65% noch tiefer (250 - 350cm) gehen [...]; sie dringen sogar bis 600cm in die Tiefe vor." (Walter 1968, S.642)
   
 
   
S = Sieversia ciliata
  = Geum triflorum
   
W = Wyethia amplexicaule
  = Wyethia scabra
   
Ll = Lupinus leucophyllus
   
Lo = Lupinus ornatus
  = Lupinus obtusilobus
   
P = Poa sandbergii
   
Lm = Leptodenia multifida
  = Lomatium dissectum
A = Agropyron spicatum
  [Alle Links aktualisiert am 19.01.12]
   
  Abb.: Wurzelsysteme der Präriepflanzen (nach J.E. Weaver aus Walter 1968, Abb. 465, S. 642)
 
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Artenlisten:
   
 

[Alle Links aktualisiert am 19.01.12]

 
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Bodenverbreitung und Bodentypen:
   
 

Auf die Böden N-Amerikas, speziell der Prärien, kann hier nur generell eingegangen werden. Ist ist geplant, zu einem späteren Zeitpunkt auch hier detaillierte Informationen zur Verfügung zu stellen. Vorläufig werden die Hauptbodentypen vorgestellt und auf umfangreiches Material im Internet hingewiesen.

   
  Wiederholung der wichtigsten Bodentypen (nach versch. Systematiken) - Die deutschen und FAO-Bezeichnungen für Prärieböden wurden in der kombinierten Abb. aus Schultz und Walter eingetragen.
   
  Vgl. auch Umfangreiche Infos zur Bodengeografie und Bodenkunde sowie Systematik der Böden
   
 
Deutsche Systematik FAO-System Soil Taxonomy (USA) Klima/Vegetation
Buroseme (russ. - subboreal)
(brauner Halbwüstenboden)

Sierozeme (russ. - subtrop. Halbwüstengebiete)
Grauerden
Xerosols
oder
(Haplic) Calcisols
Mollic Aridisols
oder
Xeralf

Wüstenböden
mit arid-moderat, kalter Winter
, heisser Sommer, kontinental,
Wüste bis Steppe, gemischte Prärie



"Deutliche Bodenzonierung in Phaeozem, Chernozem und Kastanozem als Leittypen, die in der Sowietunion von Nord nach Süd, in Nord- und Südamerika von Ost nach West zu beobachten ist und mit der eine ausgeprägte Vegetationszonierung einhergeht."

(aus Scheffer & Schachtschabel 1992, S. 457)

Podsole (russ.), Bleich- oder Aschenböden Podzols s.l. Spodosols s.l.

Karte der Spodosols
in den USA
Schwarzerde bzw. Tschernosem, ein humusreicher Bodentyp mit einem A-C-Profil, der sich aus Löss entwickelt hat

typischer Boden der Langgrassteppe
Chernozems

vgl. Sie unten!

Mollisols
(frigid Borolls and Ustolls)

Karte der Mollisols
in den USA

Beispiel-Profil

Kastanozeme
kastanienfarbener
Steppenboden
(im Mull-A-Hirizont brauner als Tschernozeme)

typischer Boden der Kurzgrassteppe
Kastanozems

vgl. Sie unten!
Ustolls
(Mollisols)
bis
Ustalfs
(Karte der Alfisols)
Degrad. (verbraunte, lessivierte) Tschernoseme

Nach Schultz (2000, S. 280) typischer Boden des Waldes und der Waldsteppe
Phaeozems

vgl. Sie unten!

calcari-stagnic Phaeozem
Udolls
(Mollisols)

Nach Walter & Breckle (1991) sowie Scheffer & Schachtschabel (1992) jedoch  Typischer Prärieboden (!) der USA und der argentinischen Pampa (!)

Nach Wörterbuch der Bodenkunde, G. Hintermaier-Erhard & W. Zech, Enke Verlag, p. 269,
typischer Boden der Waldsteppe

Kastanien - Braunerde Cambisols s.l. Inceptisol s.l.
(arid environment)
Cambic Inseptisol
 Prärie
Parabraunerde
Luvisols
oder
Acrisols
Alfisols s.l.
oder
Ultisols
 Prärie
[Alle Links aktualisiert am 30.09.04]
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Drei wichtige Bodentypen und -profile:
   
 

Kastanozem
Kurzgrassteppe

N = 350 - 250 mm/a
T = 5 - 9 °C

Chernozem
Langgrassteppe

N = 600 - 300 mm/a
T = 6 - 10 °C

Phaeozem
Waldsteppe

N = 650 - 500 mm/a
T = 5 - 7 °C

  Abbildungen oben: Die zonalen Böden der kühlen und kühl-trockenen Klimate

( www. source: http://www.geo.unizh.ch/bodenkunde/kapitel/steppen.html, akt. am 21.03.04, copyright der Abbildungen bei Uni Zürich - hier sehr ausführliche Beschreibung der o.g. Böden zur Herkunft ihrer Namen, zur Genese, Verbreitung mit Karten und Nutzungsmöglichkeiten!)
 
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Phaeozem: (in der Regel degradierte - verbraunte, lessivierte - Chernozeme)

  • "Typisch ist ein humusreicher Horizont, der kalkfrei ist (im Gegensatz zu den Chernozems), jedoch eine Basensättigung von über 50 % (oft bis 100 %) aufweist. Die pH-Werte betragen 5-7.5. Phaeozems weisen eine sehr hohe biologische Aktivität auf. Dies führt zu einem homogenen, dunklen Horizont mit intensiver Durchwurzelung. Der humusreiche Horizont ist meist etwas weniger mächtig als bei einem Chernozem.

    Verbreitung in semiariden Klimaten. Phaeozems sind typische Vertreter der Waldsteppe und finden sich teilweise unter den Prärieböden Nordamerikas, der Pampa Argentiniens und in der südlichen GUS, jedoch auch in den Hochländern der Tropen. In Europa finden sich kleine Gebiete in der ungarischen Donauregion. In der Schweiz existieren Phaeozeme im Unterengadin bei Susch.
    Grundsätzlich finden sich Phaeozems angrenzend an Tschernosems in den etwas feuchteren Bereichen.

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Chernozem: (in der Regel Böden mit mächtigem schwarzen Mullhorizont)

  • Chernozems zeichnen sich durch einen mächtigen und humusreichen (bis 16 %) Ah-Horizont aus. Unter dem Ah-Horizont steigt der pH-Wert bis zur Karbonatgrenze hin an, so dass es im oberen Teil des C-Horizontes zu konkretionären Kalkausscheidungen in Form von Schlieren und Flecken aber auch Lösskindeln kommt. Im Gegensatz zu den Kastanozems existiert kein Horizont mit sekundären Gipsausscheidungen.

    Verbreitung: Chernozems finden sich grossflächig in Steppengebieten, wo der Niederschlag nicht für eine vollständige Profildurchwaschung ausreicht. In Zentralasien und Nordamerika grenzen sie oft an Gebiete mit Phaeozems an, sind jedoch in Südamerika nicht verbreitet.

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Kastanozem: (in der Regel Böden mit mächtigem braunen Mullhorizont - "kastanienfarben")

  • Aufgrund der geringeren Produktion der Kurzgrassteppe in den warm-trockenen Klimazone und der weniger intensiven Durchwurzelung weisen Kastanozems im Vergleich mit Chernozems und Phaeozems einen etwas weniger mächtigen Ah-Horizont mit geringeren Humusgehalten (2 - 4 %) auf. Die Bodenfarbe ist dadurch eher grau-braun als schwärzlich wie bei den Chernozems. Durch die etwas milderen Winter ist die Bioturbation weniger intensiv und reicht nicht in die extreme Bodentiefe wie bei den Chernosems. Krotovinen sind dadurch seltener zu finden.

    Grundsätzlich grenzen Kastanosems an die trockenen Bereiche der Chernozems an. Sie bedecken grosse Flächen der eurasischen Kurzgrassteppe bis in die Zentralmongolei, der nordamerikanische Prärie sowie der südamerikanischen Pampa.Bei weiter steigenden Temperaturen setzt der Übergang zu den Halbwüstenböden ein."
  Beschreibung der drei Böden aus:
www. source: http://www.geo.unizh.ch/bodenkunde/kapitel/steppen.html (akt. am 21.03.04)
   
   
Infos zur Taxonomie und Verbreitung von Böden in den Trockenen Mittelbreiten:
   
 
  Hier finden Sie umfangreiche Infos zur Bodengeografie und Bodenkunde sowie Systematik der Böden
 
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Badlands und Dust Bowls:
   
 

Weite Bereiche der nördlichen Mischgrassteppe der Prärie gehören zu den Badlands (vgl. Abb. Steppenökosysteme in N-Amerika). Eine ausführliche Beschreibung zur Geschichte und Bedeutung dieser Landschaft. [date of access: 19.01.12]

Die Badlands (nomen est omen) sind extrem gestörte, besonders erodierte Landschaften, oft als Folge überhöhter Nutzung. Schädigung und Zerstörung der bodenschützenden Vegetation durch Ackerbau oder übermässigen Viehtritt. Dies hat hier zu verheerenden Overland Flows mit einerseits tiefen Zerschneidungen der Landschaft und flächenhaften Bodenabtragungen geführt. Kilometerlange Erosionsschluchten in morphologisch weichen Lockersedimenten (in Steppengebieten Zentralasiens mehrere hundert Meter tief in den Lössgebieten!) machen die Gebiete für die Landwirtschaft und teilweise sogar als Weideflächen unbrauchbar.

Besonders betroffen sind bzw. waren die Great Plains zwischen dem Fuss der Rocky Mountains und dem Missouri und die Staaten Nord- und Süd-Dakota, Nebraska, Kansas, Oklahoma und Texas (nach Mensching 1990, S. 67).

"Die Zerstörung der Vegetationsdecke bei einem durch Starkregen gekennzeichneten semiariden Klima und die nicht angepassten Nutzungsmethoden sowohl in der Tierhaltung als auch beim Weizenanbau, z.T. mit Dry-Farming-Feldern, bringen solche Badland-Formen verstärkt hervor" (Mensching, ibid). Der von Mensching verwendete Begriff "Desertifikation" wird von Schultz (2000, S. 413/414) und von Müller-Hohenstein (1993, zit. von Schultz) für derartige Landdegradationen abgelehnt, da es sich hier nicht um einen Prozess handelt, bei dem tatsächlich eine Wüste entsteht. Tatsächlich regenerieren solche Landschaften sehr schnell (wie dies übrigens vom Verfasser dieser Seiten auch in den Savannenlandschaften Madagaskars beobachtet wurde), wenn in den betroffenen Gebieten die übermässige Nutzung eingestellt wird.

Zu den ökologischen Folgen der Weidewirtschaft und grossflächigen Tierhaltung schreibt D. Pimentel (1997) von der Cornell University:

  • Livestock is directly or indirectly responsible for much of the soil erosion in many countries.
  • On U.S. lands where grain feed is produced, soil loss averages 13 tons per hectare/a.
  • Due to the vegetation cover pasture lands are eroding at a lower space, at an average of 6 tons/a.
  • But erosion may exceed 100 tons on severely overgrazed pastures, and 54% of U.S. pasture land is being overgrazed

Zu den weitreichenden ökonomischen und gesellschaftlichen Folgen dieser verfehlten Weide- und Landwirtschaft (inkl. Industrialisierung der Landwirtschaft) nach extremen Dürrejahren und Missernten zu Beginn der 1930er Jahre finden Sie in John Steinbecks gesellschaftskritischen Roman "Früchte des Zorns" (1939) viele Hinweise.

Ursache der ausgeprägten Dürrejahre waren übrigens Klima-Anomalien im Südpazifik, heute bekannt als das El Niño - Phänomen, welches sich auf weite Bereiche des mittleren Westens der USA auswirkte, die Landschaften austrocknen und zur "Staubschüssel", eben "dust bowl", werden liess.

Abb. rechts: Badlands [URL: http://www.auswandern.us/badlands.html ; date of access: 25.03.04]

Neben Erosionen durch heftige Regelfälle, treten wegen der Vegetationsdegradation auch Auswehungen des Oberbodens auf, so dass es oft zu grossflächigen Sandstürmen (Dust Bowls vgl. Abb. links!) mit verheerenden Auswirkungen kommen kann.

Z.B. sind die 1930er Jahre (1931-1936) als "dust bowl years" in die Geschichte eingegangen. Während des Sandsturms vom 11. Mai 1934 wehten 11 Mio. Tonnen Staub über Chicago hinweg. Insgesamt sollen 3,6 Mio. ha Ackerland zerstört worden sein. Etwa "650.000 Farmer mit 400.000km² Landbesitz [wurden] als ruiniert gemeldet." (nach Schmieder 1963, aus Mensching 1990, S. 69).

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die schweren Degradationen die Folge von Missmanagement im Trockengebiet sowohl im Regenfeldbau als auch im Bewässerungsfeldbau waren. "Als Folge dieser Degradation schätzt man einen Abtrag von "4,8 tons per acre in Nebraska" sowie von 14,0 tons per acre durch Winderosion" (aus Mensching 1990, S. 69).


Abb. links: Dust Bowl (Dust storm approaching Stratford, Texas Dust bowl surveying in Texas Image ID: theb1366, Historic C&GS Collection, Location: Stratford, Texas, Photo date: April 18, 1935, Credit: NOAA George E. Marsh Album) [date of access: 25.03.04]


Gegenmassnahmen waren:

  • Soil Conservation Act 1935
  • Bildung des Soil Conservation Service 1935
  • Gründung des Civil Conservation Corps
  • Entwicklung des Conservation Reserve Program

sowie

  • No Tillage
  • Contour Ploughing
  • Wind Breaks
  • Strip Cropping
 
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