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Die
Savannen Afrikas
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Was
charakterisiert Savannen? |
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Savannen
werden generell charakterisiert durch:
Zu
den wichtigsten Determinanten, welche in Savannen-Ökosystemen das Verhältnis von baumbestandenen
und baumfreien Flächen bestimmen, gehören:
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anthropogene Faktoren (Feuerholzgewinnung, Beweidung,
Feldbau),
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Bodenwasserverfügbarkeit (nach Menge sowie
räumlicher und zeitlicher - Verteilung),
-
die Nährstoffverfügbarkeit im Boden,
-
Feuer und Herbivorie.
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Wird die Abgrenzung dieser Vegetationszone
alleine nach hygrischen Kriterien vorgenommen und alle Räume polwärts ausgeschlossen, in denen
ganzjährig ein Wassermangel herrscht (also auch während der sommerlichen Regenzeit), dann muss
nach Schultz (2000, S. 424) diese Grenze bei Jahresniederschlägen von < 500 mm
liegen.
Die
sogenannten (natürlichen) "Dornsavannen"
[date
of access: 11.11.05] sind dieser Definition folgend nicht Teil der
"Sommerfeuchten Tropen", sondern Teil der "Tropischen Trockengebiete".
Da aber auch die Existenz der Dornsavannen (etwa 300 bis 500mm Niederschlag / Jahr) mit ihrem (spärlichen)
Grasunterwuchs von den sommerlichen Niederschlägen abhängt, können sie - z.B. Walter & Breckle
folgend - in die Zone der von tropischen Sommerregen abhängigen Savannen gestellt werden.
Abb. rechts:
Didierea
madagascariensis, eine monotypische Art der südlichen Dornstrauch-Savannen-Vegetation Madagaskars
(mit Euphorbia leucodendron rechts, bei Toliara).
Weitere Beispiele für Dornstrauchsavannen
(S-Madagaskar, Toliara/Tulear, Niederschlag 420mm/a, jährliche Durchschnittstemp. 24,2 °C:
Dornstrauchsavanne
(1) Dornstrauchsavanne
(2)
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Wesentliches
Merkmal von Savannen ist das häufige Vorkommen von Termiten,
in der offenen Savannen-Landschaft erkennbar an den charakteristischen Termitenhügeln, deren Höhe und
Breite mehrere Meter betragen kann. Neben den Termitenhügeln werden Erd- und sogenannte Kartonnester unterschieden
(siehe Abb. von Termiten).
Kartonnester wurden vom Verfasser dieser Seiten nur in den Halb- und Immergrünen Tropenwäldern gefunden.
Termiten haben einen entscheidenden Einfluss auf die Pedogenese
von Savannenböden durch Bioturbation.
Dabei werden organische, aber auch andere Boden(fein)bestandteile in grossem Umfang verlagert. Die Bedeutung der
Bioturbation für die Evolution wurde übrigens bereits von Charles
Darwin erkannt. Mehr
...
Aktuell sind weit über 2.500 Termitenarten bekannt.
Im allgemeinen Bewusstsein reduziert sich ihre Bedeutung auf die zerstörerischen Fähigkeiten, da sie
als Zelluloseverwerter Gebäude aus Holz bzw. deren Balken und Bretter von innen her vollständig "aushöhlen"
können, dagegen ist ihre ökologisch elementar wichtige Funktion für Bodenbildungsprozesse in der
Öffentlichkeit weitgehend unbekannt.
Mehr ...
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Verschiedene
Definitionen und Materialien |
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Eine
(sehr brauchbare) ökologische Definition der Savannen Afrikas wurde von Maria A. Beebe, Ph.D.,
Center for Analysis of Environmental Change/Atmospheric Sciences (Oregon State University) in dem Artikel "Southern
Africa Savanna Systems" auf der Basis von Brian Huntley (1982) vorgenommen, der sich speziell mit den
südlichen Savannen Afrikas beschäftigte:
Abb.
rechts:
Park-Savanne in Burkina Faso mit
Mossi-Dorf, H.Kehl, 2003
Sie schreibt: "The term
"savanna" will be used to include all ecosystems in which C4 grasses 1
(siehe unten nach dem Zitat!) potentially dominate the herbaceous stratum and where woody plants, usually
fire-tolerant, vary in density from widely scattered individuals to a closed woodland broken now and
again by drainage-line grasslands.
Rainfall occurs in the warmer, summer months with a dry
period of between two to eight months duration during which fire is a typical phenomenon at intervals varying
from one to fifty years.
Southern
Africa savannas thus defined range from tall moist woodlands receiving up to 1800 mm rainfall
per year in northern Angola, to sparse grasslands with scattered thornbushes on the margins of the Namib
Desert where rainfall might be as low as 50 mm during drought years.
Included within this concept are the miombo and mopane
grasslands, the tall grass "derived savannas" bordering the Guineo-Congolian rainforests, the shrublands
of the Kalahari and the Khomas Hochland, the grassy dambos and chanas of central Africa and the succulent
thickets of the valley bushveld of the southern Cape. Such a diversity of physiognomy, flora and environmental
conditions has tended to mask otherwise clear relationships between constituent ecosystems - relationships which
indicate the existence of distinctive "arid" and "moist" savanna
biomes in southern Africa.
These two biomes [nach
Schultz 2000, die eigentliche Savanne - Anm. des Verf.] differ significantly in terms of their floras
and faunas, climatic and soil conditions, physiognomy and dynamics - differences which are easily recognized in
parts of central Africa but which merge increasingly towards the south and south-east, ultimately forming a small
scale vegetation mosaic separated by subtle soil and climatic changes." Abb. links:
Typische Bewohner der Kurzgras-Savanne Afrikas. www.source 'Las
Vegas Natural History Museum' [date
of access: 11.11.05]
1: Pflanzen mit
hoher Leistungsfähigkeit der Nettophotosynthese bei gleichzeitig hoher photosynthetisch aktiver Strahlung.
Biochemisch definierte Gruppe von Pflanzen, z.B. etliche Grasarten der Tropen und Subtropen, bei denen das erste
CO2-Produkt Oxalacetat und demnach eine Verbindung mit 4 C-Atomen ist. Im Unterschied zum
Calvin-Zyklus (Pentosephosphatzyklus) ist beim Dikarbonsäurereaktionsweg
Phosphoenolpyruvat (=PEP, sogen. HATCH-SLACK-Zyklus = C4-Zyklus)
der pimäre CO2-Akzeptor. Hier weitere Infos zur Regulation der Photosyntheseaktivität
[date
of access: 11.11.05] (C3, C4 und CAM).
Den typischen Blattaufbau (Querschnitt) von C3
und C4 - Pflanzen finden Sie hier: 
[URL: http://www.uni-duesseldorf.de/WWW/MathNat/Biologie/Didaktik/Fotosynthese/dateien/blquer01.html;
date of access: 08.10.04]
Weitere
Informationen in WWW:
(und
ausführliche Informationen zur Produktivität, Landwirtschaft, Bevölkerung etc. von Savannen)
findet sich auf einer Website, die speziell Savannenökosysteme zum Thema
hat; Bildergalerie
zur Savanne, aus TERRA-ALEXANDER-DATENBANK (Klettverlag), von Afrika bis Australien; Info-Blatt
zur Savanne, aus TERRA-ALEXANDER-DATENBANK (Klettverlag); Anbaukalender
in der Feuchtsavanne, aus TERRA-ALEXANDER-DATENBANK (Klettverlag); Wikipedia
Hinweis
die freie Enzyklopädie, zum Thema Savanne.
[date of access: 25.05.05]
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Subzonale
Differenzierung der Sommerfeuchten Tropen nach Schultz (2000, S.425) |
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Subzonale Differenzierung der Sommerfeuchten
Tropen
Anmerkung:
Die obere hygrische Begrenzung der Feuchtsavannen kann nur eine Orientierung sein. Tatsächlich
ist auch hier mit einem breiteren Niederschlagskorridor zu rechnen. So gehört z.B. Bombay
[date
of access: 11.11.05] bzw. heute Mumbai (11m ü.NN) auf der Westseite des indischen Subkontinents
mit einem jährlichen Niederschlag von 2.090 mm, einer durchschnittlichen Jahrestemp. von 27.5 ° C (und
einer stark ausgeprägten winterlichen Dürrezeit) nicht mehr zur Zone der Immerfeuchten
Tropischen Regenwälder, sondern liegt bereits in der Zone der (sehr!) Sommerfeuchten Tropen.
Die hier klimatisch begründete Teilung der Sommerfeuchten
Tropen findet erwartungsgemäss eine Entsprechung in Bodenentwicklung sowie Fruchtbarkeit
der Böden (siehe vor allem folgende Seite!).
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Die
vegetationszonale Abfolge vom Äquator (tropisch immergrün) bis zur Wüste |
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Abb.
rechts:
Blühender Zweig von Acacia spec., Burkina Faso (W-Afrika), bei Ouaga, Savannenwald im Dez. 2003
Die vegetationszonale Abfolge
vom Äquator süd- bzw. nordwärts lässt sich - stark vereinfacht und unter Berücksichtigung
der verschiedenen Auffassungen - folgendermassen darstellen (keine klaren Grenzen, sondern immer fliessende Übergänge),
häufig mosaikartig ineinandergreifend, oder linienhaft auf Feuchte begünstigten Standorten, z.B. Flüsse
oder Catchments
-
(tropisch immergrüner Regenwald - Äquatorbereich)
Es folgen polwärts:
-
Halbimmergrüner Wald (fakultativ laubabwerfend,
d.h. niederschlagsabhängig)
-
Sommer-regengrüner Wald (Miombo-Trockenwald, Bereich
Langgrassavanne)
-
Savannenwald
(Bäume
mit schirmartiger Krone nehmen zu, keine geschlossenen Bestände, Parklandschaften, auch Obstgarten-Savanne
genannt)
-
Baum-Savanne (nur noch einzelne Bäume, Bereich
Kurzgrassavanne, hier häufig kontrahierte Vegetation - ähnliche Ursachen wie in den ariden Subtropen
- an Flussläufen entlang, Galeriewälder bildend
(siehe Abb. rechts!),
-
(Dorn-) Strauch-Savanne bzw. Sukkulenten-Dornbusch
-
Gras-Savanne,
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Übergang
vom Trockenwald zum Grasland |
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Schematische
Darstellung des Überganges von Grasland (a - b) zur Strauch-Savanne (c) und zum
offenen Trockenwald (d) bei zunehmenden Niederschlägen äquatorwärts auf tiefgründigem
Boden in Südwestafrika
Abb. rechts:
aus
Walter 1973, S. 78, Abb. 29.
a) Niederschlag ca.
100mm, Horstgräser vertrocknen nach der Regenzeit, wenn die Bodenwassermenge aufgebraucht ist. Nur das
Wurzelsystem mit den Sprossvegetationskegeln bleibt erhalten. Holzpflanzen können sich nicht etablieren.
b) Niederschlag ca. 200mm, Situation wie bei a). Die Horstgräser
werden jedoch grösser. c) Niederschlag ca. 300mm. Bei dieser
Niederschlagsmenge bleibt auch während der trockenen Jahreszeit (N-Winter) noch genügend Bodenwasser
übrig, um die Gräser teilweise grün zu halten und die Etablierung einer schütteren Strauchvegetation
zu ermöglichen [(Dorn- ) Strauchsavanne]. d) Niederschlag ca.
400mm. Entwicklung einer Baum-Savanne. Gräser noch dominierend. Typ: Kurzgras-Savanne. e)
Niederschlag ab ca. 600 - 1000mm. Entwicklung einer Park-Savanne mit hohen Gräsern (Langgras-Savanne).
Übergang von der Trocken- zur Feucht-Savanne. Mosaikartig finden sich hier bereits geschlossene Miombo-Wälder.
Vgl. auch "Baumbestand
in den Sommerfeuchten Tropen". Nach Schultz
(2000) gehören die Formationen a) bis d) in die Sahelzone und nicht mehr in den Savannenkomplex der Sommerfeuchten
Tropen. Der Bereich der Sommerfeuchten Tropen (Kurzgras- und Langgras-Savanne) schliesst mit zunehmender Feuchtigkeit
nach Schultz jedoch auch Wälder ein.
Nach
M.Payer (vgl. dort Savannenzone
[date
of access: 11.11.05]) sind "Savannen ... Grasländer der tropischen Zonen, in denen unter
den gegenwärtigen Bedingungen kein [geschlossener, Anm. Autor] Wald aufkommen kann ... Hat
sich einmal Savanne eingebürgert, bleibt sie fast immer für lange Zeit erhalten, gleichgültig,
ob sie sich primär oder sekundär durchgesetzt hat ... Die häufigste Savannenform der Tropen
ist eine Gehölz-Savanne, die man wegen der scheinbar abgezirkelten Abstände der Bäume als
Obstgarten-Savanne bezeichnet" bzw. als Park-Savanne.
Vgl. Abb. rechts
mit Beispielen von Park- und Obstgarten-Savannen SO-Afrikas (Madagaskar) und W-Afrikas (Burkina
Faso)
Auf Madagaskar können
diese Landschaften charakterisiert werden durch den Übergang von einer Palmen-Park-Savanne zu einem
Savannen-Wald an der flachen Westabdachung süd- und nordwestlich von Tana. Z. Bsp. mit Hyphaene
coriacea (Doum- bzw. Ilala-Palme)
Generell ist jedoch richtig, dass eine weitere Zunahme der
Niederschläge zu einem mehr oder weniger dichten Kronenschluss und einer Abnahme des Grasunterwuchses führt
(vgl. z.B. Miombo-Trockenwald in Afrika).
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Einige
Gräser der Langgras- und Kurzgras-Savanne |
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Einige afrikanische Gräser der Langgras-
und Kurzgrassavanne (vgl. Sie auch African
Grasses von Glenn W. Burton):
-
Pennisetum purpureum Schumach. (sehr hohes Gras,
bis 4,5m -auch bis 6m -, genannt Elefantengras
auch Napier- oder Ugandagras), FAO-Futterwerte
etc.
-
Hyparrhenia hirta (L.) Stapf. (hohes
Gras bis 2m) Abbildung
-
Themeda triandra Forssk. , Loudetia
simplex (Nees) CE Hubbard (mittelhohe Gräser, Themeda t. in Australien Känguru-Gras und
Loudetia s. in Afrika besem
grass genannt)
-
Sporobolus marginatus Hochst. ex A. Rich. (Beschreibung),
Acroceras macrum Stapf (Abbildung
und Beschreibung),
genannt Nil-Gras (kurze Gräser)
[date
of access: 11.11.05]
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Kurzer
Hinweis zu den Böden der Trocken- und Feuchtsavannen
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(mehr
dazu auf der folg. Seite!) |
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Die Böden der Trockensavannen
(Kurzgrassavannen) weisen meist höhere Austauschkapazitäten und Basensättigungen
auf und sind humusreicher, die Einflüsse von Ausgangsgestein und Relief setzen sich deutlich durch. Es besteht
eine Tendenz zum permanenten (Regen-)Feldbau.
Die Böden der Feuchtsavannen
(Langgrassavannen) sind in der Regel sehr tiefgründig (ähnlich den Böden der Immerfeuchten
Tropen), das anstehende Gestein ist meistens stärker verwittert und das organische Material unterliegt einer
höheren Zersetzungsrate. Die Böden sind wegen stärkerer Auslaugung ärmer an Nährstoffen
und Humus (trotz grösserer PPN). Beim Feldbau besteht eine Tendenz zum Wanderfeldbau
(shifting cultivation) oder ihrer Weiterentwicklung, der Wald-Feld-Wechselwirtschaft (rotational bush
fallow).
Zu den Vor- und Nachteilen von "shifting
cultivation" und "rotational bush fallow" finden Sie weitere Hinweise im Abschnitt "Landwirtschaft".
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Hyperlinks
zum Thema:
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-
Desertification: why most "solutions" fail
-
managingwholes.com/desertification.htm
-
Convention to Combat Desertification (full text) -
UNCCD
-
Biodiversity Monitoring Transect Analysis in Africa
-
BIOTA AFRICA
-
Scientific support for sustainable use and conservation
of biodiversity in Africa.
-
A continental observation network in Africa, contributing
to GEOSS (Global Earth Observation System of Systems).
-
A network for observing land degradation and for developing
measures to combat desertification in Africa.
-
A network for capacity development and rural development
in Africa.
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