Vegetationsökologie Tropischer & Subtropischer Klimate / LV-TWK (B.8)
 
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Winterfeuchte Subtropen - Nutzung und Folgen

Nutzungsbedingte Vegetationsdynamik mediterrane Landschaften
  Degradation - von der Macchie zur Trift
  Degradation und Regeneration
  Bewässerung (nur kurzer Hinweis)
Bodenverbreitung
Unterschutzstellung
Tourismus
Immerfeuchte Subtropen (nur kurzer Hinweis)
  Hygrothermische Wachstumsbedingungen
 
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Nutzungsbedingte Vegetationsdynamik
   
 

Zu den bereits im frühen Holozän einsetzenden anthropogenen, d.h. nutzungsbedingten, Vegetationsveränderungen mediterraner Landschaften gehörten im wesentlichen die Gewinnung von Ackerland im Zuge der "Neolithischen Revolution" (Übergang von der Jäger- und Sammlergesellschaft in die sesshafte Gesellschaft mit Ackerbau und Viehzucht). Zu den bevorzugten Nutzflächen gehörten die fruchtbaren, küstennahen, alluvialen (Schwemmland-) Ebenen, Flusstäler und mittelmontanen Hochflächen.

beweidete MacchieVon entscheidender Bedeutung für die Veränderung des Vegetationsbildes und der Vegetationsformationen waren (und sind) auch die Waldweide und die Schneitelung zur Gewinnung von Viehfutter.

Beide Wirtschaftsformen führten zur Degradierung mediterraner Immergrüner Wälder PDF-Datei, 29K, Abb. mit syntaxonomischer Bewertung) mit der Entstehung von Niederwäldern und Strauchformationen (collin Macchien) sowie der Entstehung von Garigue bzw. Phrygana, oder auch weidebedingten Therophytenfluren (oft Felstriften) in küstennahen Bereichen.

Abb. links: Beispiel für eine stark beweidete Macchie mit Herausbildung von mosaikartiger Verteilung von Strauchkomplexen und triftartigen Freiflächen. Vgl. dazu im Detail H. Kehl (1995)

Die floristische Zusammensetzung der mediterranen Vegetation wird seit geraumer Zeit auch durch die Einführung gebietsfremder Arten stark verändert. Ist bis heute nicht entschieden, ob die Olive als der Charakterbaum des Mittelmeergebietes nicht bereits in grauer Vorzeit eingeführt wurde (z.B. aus Zentralasien stammt), so besteht bzgl. der Zitrus-Arten und vieler anderer darüber kein Zweifel.

Von grosser ökonomischer und ökologischer Bedeutung ist die grossflächige Etablierung von gebietsfremden Eukalytus-Arten, Kasuarinen z.B. Casuarina equisetifolia (beide aus Australien), Kiefern-Arten (z.B. kalifornische Pinus radiata in Chile oder Kalifornien) oder auch Robinia pseudoacacia L.

Neben schlechter Streuzersetzung vor allem der Eukalytusblätter (mit Detritus-Akkumulation) und Bodenaustrocknungen durch negative Wasserbilanzen sowie Bodendegradation durch bodeninterne Versauerung und Stickstoffverarmung bei dem Einsatz der Scheinakazie, werden durch monokulturartige Bestände zur Holzgewinnung die einheimischen Floren stark unterdrückt, was gleichzeitig für das gesamte, standorttypische, ökosystemare Gefüge einschneidende Folgen hat.

 
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Degradationsdynamik - Von der Macchie zur Trift:
   
 

Vgl. Sie dazu im Detail die Dissertation von H. Kehl (1985) Zur mediterranen Flora und Vegetation der SW-Türkei und Problematik der Vegetationsentwicklung am Beispiel einer küstennahen Siedlung bei Antalya.- Dissertation am FB Landschaftsentwicklung der TU-Berlin, D83. (146 pp) bzw. die engl. Kurzfassung von 1995: "Vegetation Dynamics of Macchie and their Derivatives under the Influence of a small Settlement near Antalya (SW-Turkey) - hier im Internet zur Verfügung gestellt.

   
 
Degradation MACCHIE GARRIGUE bzw.
PHRYGANA,
CHAPARRAL (Kalifornien)
MATORRAL (Chile)
TRIFT
----------------------------------> zunehmend ----------------------------------->
Ursache zunehmender anthropo(zoo)gener Einfluss, z.B. Brandrodung, Holzentnahme, Beweidung
Vorkommen Subtropisches Winterregengebiet, z.b. mediterraner bis submediterraner Klimabereich in den Mittelmeerländern, entsprechende Gebiete auch in Kalifornien, Zentral-Chile, S-Afrika (Kapland) und S-Australien.
Kennzeichen überwiegend immergrün immergrün bis saisonal grün saisonal grün
Hauptsächliche Lebensformen Phanerophyten und Chamaephyten Nano-Phanerophyten, Chamaephyten, Hemi-Kryptophyten (Theropyten und Geophyten in den mosaikartigen Lichtungen) Hemi-Kryptophyten, Therophyten, Geophyten
(auch Chamaephyten)
Leitarten
(charakteristisch für den gesamten mediterranen Bereich, d.h. am Mittelmeer!)

häufig Kiefernarten als Baumschicht
z.B. Pinus brutia und Pinus halepensis (ostmediterran), Pinus pinea und P.pinaster (westmediterran),
und:
Pistacia terebinthus,
Pistacia lentiscus,
Quercus coccifera (Kermeseiche),
Quercus ilex (Steineiche),
Olea europaea (hier interessante Infos zur Olive),
Arbutus andrachne (Erdbeerbaum - ostmediterran),
Arbutus unedo (westmediterran),
Phillyrea ssp. (Steinlinde),
Cistus - Arten (Zistrosen)
Erica arborea, (Baum-Heide, westmediterran, Kanarische Inseln)
Erica manipuliflora (Strauch-Heide, ostmediterran, duftend)

Myrtus communis,
etc.

Sarcopoterium spinosum,
Calycotome villosa,
Micromeria myrtifolia,
Fumania thymifolia,
Teucrium polium,
Teucrium divaricatum,
Thymus revolutus,
Thymus vulgaris.

Rhamnus oleoides,
Daphne gnidium
etc.

Evax eriosphaera und / oder Evax pygmaea,
Asteriscus aquaticus,
Plantago cretica,
Pl. lagopus,
Erophila verna,
Asphodelus microcarpus,
Urginea maritima ,

und seltener:
Rhamnus oleoides,
Daphne gnidium
etc.

Weidezeiger Asphodelus microcarpus (Affodil), Urginea maritima (Meerzwiebel), Daphne gnidium u.a.
[alle Hyperlinks überprüft am 14.05.04]
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Degradation und Regeneration mediterraner Vegetation:
   
 

Abb. rechts: Vegetationsdynamik von der Macchie bis zur Trift:
Structural and floristic changes of Macchie and their derivatives as a result of grazing pressure, clearing, trampling stress etc. (39 KB) on Macchie vegetation of SW-Turkey, aus Kehl 1995, S. 125


Abb. rechts unten
: Degradations- und Regenerationsstadien mediterraner Vegetation bei Bas Languedoc / S-Frankreich (carbonatisches Gestein), aus Schultz 2000, S. 325 (18K) und
 gleiches Gebiet PDF-Datei 19K - aus Walter & Breckle (1991, S. 39)


Abb. unten: Zu den wichtigen - und robusten - Weidetieren an der gesamten Mittelmeer-Umrandung gehören (neben Schafen) vor allem Ziegen. Abgesehen von der Tatsache, dass Ziegen nahezu alle organischen Reste im Bereich von Siedlungen vertilgen, können sie auch immense Schäden anrichten, wenn sie - unbeaufsichtigt - in Pflanzungen eindringen. Auch ist ihnen kein Felsabsatz zu entlegen und - wie es scheint - selbst gut verzweigte Bäume stellen kein Hindernis dar (Aufn. links unten von Steffi Wilhelm, Berlin).

   
 
Beweidung und Degradation
   
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Durch Überbeanspruchung vor allem der mittelmontanen Laubmischwald-Zone und ihrer Böden (mit der Folge starker Erosion) kommt es besonders hier zu einer Mediterranisierung der Vegetation, d.h. viele sklero- und lauriphylle Arten der collinen Stufen wandern in die mittelmontane Stufe ein, vor allem auf deren sonnenexponierte Südhänge (cf. Kehl 1998).

Diese sehr häufig kleinräumigen (und ehemals artenreichen) Baum- und Strauch-Formationen der küstennahen alluvialen Ebenen bzw. Schwemmlandfächer (aber auch collinen Stufen) werden zunehmend zugunsten von grossflächig angelegten Plantagen verdrängt. Z.B.

Oliven (Olea europaea)
Beerenobst (Weintrauben, Erdbeeren etc.)
Kernobst und Steinobst (Äpfel, Birnen etc. und Kirschen, Pfirsiche, Aprikosen etc.)
Schalenobst (Mandeln, Pistazien etc.)
Agrumen (Orangen, Zitronen etc.)
Feigen (Ficus carica)

In der mittelmontanen (aber auch bereits collinen) Mischwaldzone lassen Aufforstungen (Kiefer, aber auch standortfremde Eukalypthus zur Bau- und Brennholzgewinnung) oder auch Anpflanzungen (z.B. Quercus suber = Korkeiche in Portugal und Spanien, jedoch nicht in Griechenland) grosse Monokulturen zur Holzgewinnung (oder Korkgewinnung) entstehen.

Eingeleitet wurde diese Entwicklung bereits mit dem Übergang von der Subsistenz- zur Marktwirtschaft, also jenem Prozess, bei welchem nicht mehr nur für den eigenen Bedarf, sondern für (überregionale) Märkte produziert wurde.

Aktuell findet global eine Industrialisierung der Land- (und Forst-) wirtschaft statt, welche als Folge der Einbindung (häufig auf der Grundlage von Fremdinvestitionen) lokaler Produktion in internationale Märkte zu sehen ist.

Hinzu kommen z.B. auf europäischer Ebene mengengesteuerte Subventionen der Landwirtschaft, die zu einer starken Ausweitung von monokulturartigen Produktionsflächen - in der Regel in den Küstenebenen - führen.Erosion im Amanos




Abb.
links: Die infrastrukturelle Erschliessung von mittelmontanen und montanen Landschaften für die Forstwirtschaft, aber auch für den Tourismus, führt in steilem Gelände oft zur starken Degradation der Vegetation und des Bodens.

Beispiele aus der SO-Türkei, Westabdachung des Amanos-Gebirges (vgl. Forschungsprojekt LöKAT mit
Quercus cerris (Zerreiche),
Carpinus orientalis (Orienthainbuche) und
Fraxinus ornus (Mannaesche) in einem potentiell möglichen
Fagus sylvatica ssp. orientalis - (Buchen-Mischwald).

In der mittelmontane Stufe mit einem degradierten Mischwald (oft dominierend) mit
Quercus coccifera als Folge z.B. von Beweidung, und in der
mittel- bis hochmontane Stufe mit einem
degradierten Buchenwald
. Hier wird mehr Holz entnommen als nachwachsen kann.

   
 
Hinweise zum Problemfeld Ökonomie - Ökologie: details
 
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Bewässerung (nur kurzer Hinweis):
   
 

Zu den wichtigsten Bewässerungsmethoden in den winterfeuchten Subtropen (aber auch sommerfeuchten Tropen) gehören:

Regenfeldbau:

  • nur während der regenreichen Monate möglich

Künstliche Bewässerung:

  • Flutung von Feldern.
    • In Mediterrangebieten wird häufig noch die Furchen- oder Flächen-Überflutung durchgeführt. Das Wasser wird dann oft in offenen Betontrögen über lange Strecken herangeführt (Prinzip Aquädukt).
      • Nachteil: Sehr hohe Verdunstungsverluste.

  • Mit beweglichen (Springler- ) Anlagen.

  • Mit ortsfesten Anlagen (fest verlegte Leitungen),
    • mit 60 - 70 % Wassereffizenz,
    • anwendbar bei ebenem bis mittel ansteigendem Land, Boden darf nicht zu lehmig sein.

  • Mikrobewässerung: nur ein kleiner (Mikro-) Teil des Bodens wird bewässert
    • Tropfbewässerung (Tröpfchenbewässerung):
      • Wasser wird den einzelnen Pflanzen in einem kleinen Umkreis tröpfchenweise zugeteilt. Die Wasserzuleitungsanlage kann auch im Boden 20 bis 50 cm tief vergraben sein, so dass nur die Wurzelzone bewässert wird und der Wasserverlust durch indirekte Verdunstung minimiert wird.
    • Mit 80 - 90 % Wassereffizenz.
    • Anwendbar bei steilem bis flach ansteigendem Land, jede Bodenstruktur, einschliesslich steinige und kiesige Böden.

 
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Bodenverbreitung
   
 

"Die engmaschige oro-hydrographische Differenzierung hat, im Zusammenwirken mit petrographischen Unterschieden (z.B. Carbonatgestein, Silikatgestein), den vom Menschen ausgelösten Erosionsvorgängen (Bodenabtrag, Verkarstung, Hochwasserschäden) und paläoklimatischen Änderungen (Reliktböden) eine kleinräumige Kammerung aus einer Vielzahl von (häufig azonalen) Bodentypen entstehen lassen ... auf Flächen mittlerer Hangneigung mit einer über längere Zeit ungestörten Bodenentwicklung .. zeigt sich, dass ein bestimmter Bodentyp immer wieder vorkommt, mithin als zonale Bildung zu gelten hat.

verti-chromic LuvisolEs ist dies der Chromic Luvisol. Hierbei handelt es sich um einen meist leuchtend rot bis braunrot gefärbten, lessivierten Boden, der sich in der Regel auf Carbonatgestein entwickelt hat... Ähnlich auffällig rote und braune Farben zeigen die in vielen Gebieten, wenn auch insgesamt viel seltener vorkommenden Chromic Cambisole.

Im europäischen Mittelmeergebiet werden sowohl die Chromic Luvisole als auch die Chromic Cambisole als Terra rossa bzw. Terra fusca bezeichnet." (aus Schultz 2000, S. 320/321)

Es handelt sich um fossile Böden (sogen. Paläosole), deren Entstehung bis ins Tertiär mit warmem Sommerklima (vergleichbar mit dem heutigen Savannenklima) zurückreicht. Es handelt sich um reliktische Bodenbildungen.

Die Rubifizierung (Rotfärbung) beider Bodentypen beruht auf der Bildung von fein verteiltem Hämatit, welche unter den aktuellen, d.h. mediterranen Klimabedingungen nicht erfolgen soll. Die Böden sind in der Regel (oft als Folge von Erosion) sehr flachgründig und erosionsgefährdet.

Abb. rechts: Verti-Chromic Luvisol (SO-Türkei, mittelmontan), Forschungsprojekt LöKAT

Neuerdings mehren sich Hinweise darauf, dass die im Mittelmeergebiet nachgewiesenen Bodenverlagerungen bereits in der subborealen bis frühatlantischen Zeit stattgefunden haben (cf. Hempel 1983), was bedeuten würde, dass dem Menschen eine weit weniger bedeutende Rolle bei den nachgewiesenen Bodenerosionen zukommt.

Lichte Hartlaubwälder, welche die Abtragung begünstigen, entstanden danach als Folge eines Klimawechsels in Richtung auf eine Aridisierung ab etwa 5.500 B.P., die für diese Zeit auch für N-Afrika und den Vorderen Orient nachgewiesen werden konnte.

 
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Erhaltung (und Unterschutzstellung) charakteristischer medit. Landschaften
   
  Die Erhaltung (und Unterschutzstellung) charakteristischer mediterraner Landschaften mit ihrer Kleinräumigkeit setzt selbstredend Bewirtschaftungsbedingungen voraus, welche erst zu ihnen geführt haben. Totale Unterschutzstellungen von Landschaftsteilen, die fälschlicherweise als "naturnah" bezeichnet werden, letztlich aber nur Produkte bestimmter Bewirtschaftungsformen sind, entwickeln sich (in der Regel) sukzessive zu artenarmen Waldgesellschaften. Entsprechende Erfahrungen wurden besonders in Israel gemacht, wo kleinräumige und unter Beweidung stehende Phrygana-Macchie-Komplexe nach völliger Unterschutzstellung ihren typischen Charakter verloren. Mit anderen Worten: Die Erhaltung bestimmter - als attraktiv gesehener - Landschaftsteile setzt auch eine traditionelle Bewirtschaftung voraus!
   
Hier finden Sie einige grundsätzliche Bemerkungen zu "Konventionellem Naturverständnis und pragmatischem Umweltschutz ....." (Vortrag von Dr. H. Kehl an der Evang. Akademie Iserlohn am 29. Febr. 2000)

Beispiel zeigenPublikation hier nachlesen:Link
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Tourismus
   
  Der zunehmende Tourismus vor allem in den mediterranen Küstenregionen führt häufig zu einer Verknappung der Ressourcen Wasser und Energie. Häufig geht dies zu Lasten der einheimischen Bevölkerung. Daher sind in Bezug auf den Gebrauch des Wassers - neben der Sparsamkeit - Techniken aus wasserreichen Regionen zu modifizieren. Wasserrecycling und die Anlage von Zisternen (wie im Altertum üblich) können zu einer Milderung dieser Probleme führen, aber auch eine Beschränkung der Anlage von neuen - ausschliesslich dem Tourismus dienenden - Siedlungen. Für die Gewinnung von elektrischer, aber auch von Wärmeenergie, sind die Installation von Solar- und Fotovoltaikanlagen sicher bessere Lösungen als die Heranführung von elektrischer Energie über grosse Entfernungen.
 
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Immerfeuchte Subtropen   (kurzer Hinweis)
   
 

Die  I m m e r f e u c h t e n  Subtropen konzentrieren sich i.d.R. auf den Ostseiten der Kontinente. Mit 4,1 % der Gesamtfläche der Erde sind sie etwa doppelt so gross wie der Anteil der Winterfeuchten Subtropen. Sie liegen dort etwas äquatornäher etwa zwischen 25. und 35. Breitengrad. Äquatorwärts grenzen die Immerfeuchten Subtropen oft an die Immerfeuchten oder Sommerfeuchten Tropen, polwärts an die Feuchten Mittelbreiten.

Als Schwellenwert gegenüber den Immerfeuchten und den Sommerfeuchten Tropen gilt die absolute Frostgrenze oder die 18 Grad - Isotherme des kältesten Monats, jeweils im Tiefland. Die Grenze zu den Feuchten Mittelbreiten verläuft etwa dort, wo die sommerliche Erwärmung in nunmehr 4 (seltener 5) Monaten Mitteltemperaturen von wenigstens + 18 Grad C erreicht und die Mitteltemperatur des kältesten Monats + 5 Grad C in einigen (kontinentalen) Gebieten + 2 Grad C unterschreitet.

"Im Gegensatz zu den Immerfeuchten Tropen besitzen die Immerfeuchten Subtropen eine thermisch bedingte Periodizität des Pflanzenwachstums, jedoch ist diese schwächer ausgeprägt als in den meisten Gebieten der feuchten Mittelbreiten." (aus Schultz 2000, S.349).

Verschiedentlich wird - fälschlicherweise - auch von den   S o m m e r f e u c h t e n   Subtropen gesprochen. Diese gibt es nicht. Ursache für die falsche Zuordnung könnte sein, dass - wie bereits erwähnt - es sich immer um breite Übergangszonen zwischen den Ökozonen bzw. ZonoBiomen handelt und auf Kartenwerken aus Gründen der Vereinfachung (z.B. WCMC) die Immerfeuchten Subtropen und Tropen vereint werden, obwohl dies nicht korrekt ist.

Wenn als Beispiel der Gran Chaco in S-Amerika genannt wird, dann handelt es sich dort unzweifelhaft um einen typischen Sommerfeuchten Savannen-Trockenwald mit hohen Anteilen der tropischen Dornstrauchsavanne im Übergang zu den tropisch/subtropischen Trockengebieten. Wie aus den obigen Ausführungen zur Definition der Öko- bzw. Vegetationszonen leicht hervorgeht, handelt es sich dabei bereits um die Sommerfeuchten Tropen (sogenannte Feucht- bis Trockensavannen).

 
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Hygrothermische Wachstumsbedingungen der Immerfeuchten Subtropen:
   
 
Veget.-Periode
(Monate mit
p[mm]>2tmon[°C]
und tmon≥5°C)a
Monate a mit
tmon≥10°C tmon≥18°C
Jahres-
niederschlag

in mm
Bemerkungen
12
8 - 12 4 - 7
(- 12)
1000 - 1500

In einigen Teilräumen liegen die niedrigsten Temperaturmittel für 1-2 Monate
bei nur etwa 4 °C.

   
  tmon = Monatsmitteltemperatur, p = mittlerer Monatsniederschlag, Zahlenwerte in Klammern stehen für regionale Sonderfälle, die sich zumeist aus kontinentalen oder maritimen oder maritimen Einflüssen oder unterschiedlichen Breitenlagen (Nord-Süd-Differenzierungen) herleiten. (Tabelle und Text aus Schultz 2000, S. 45, Tab. 2.3) 
   
   
 
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