TU-BERLIN Ergänzungen zur Vorlesung TWK an der TU-Berlin
Inst. f. Ökologie

Vegetationsökologie Tropischer & Subtropischer Klimate
von PD Dr. H. Kehl
LV-TWK-Kehl
  ZM12
   
Die Klimawandel-Debatte:
Teil 3 -  Zur Bedeutung der Sonnenaktivität S. A2-26
Suchfunktion
Teil 1: Bemerkungen zur Klimadebatte und neuen globalen "Verantwortung"
Teil 2: Erkenntnisse zu und Interpretationen der aktuellen Klimaentwicklung
Teil 3: Bedeutung der Sonnenaktivität (speziell Sonnenfleckendynamik) - gering oder hoch?
  Die Sonne ...
  Sonnenflecken allgemein
  Sonnenfleckenzyklen speziell
  Stand der Forschung
  Weitere Angaben
  Hyperlinks zum Thema
  Grafiken zu den Sonnenfleckenzyklen (eigene Seite)
Literatursammlung zur Bedeutung der Sonnenaktivität auf das Klima (eigene Seite)
   
 
Bedeutung der Sonnenaktivität für die globale Klimaentwicklung: Hinweis bitte beachten!
 
  Die Sonne ...
   
 

.....ist der alleinige Energielieferant für die Erde. Damit ist die variierende Sonneneinstrahlung der Sonne (Bestrahlungsstärke) für den Energiehaushalt der Erde und damit für die Dynamik von Wetter und Klima auf der Erde "verantwortlich". Vgl. Sie dazu "Die Sonne und das Klima" (UBA). Und unbestritten ist ferner, dass Kalt- und Warmzeiten auf der Erde kosmische Ursachen haben.

Relativ kurze Perioden von Klimaschwankungen in der holozänen Geschichte korrelieren nachgewiesenermassen mit der dynamischen Sonnenfleckenaktivität.

   
  Ganz generell:
Ein stabiles und gleichbleibendes Klima hat es während der
'augenblicklichen' Zwischeneiszeit nie gegeben. Relativ schnelle Klimawechsel gab es nicht nur in den letzten 1.000 bzw. 2.000 Jahren (vgl. Rekonstruktionen von Storch et al. und Moberg et al.), sondern auch in den letzten 10.000 Jahren (vgl. Kirkby 2007 und Rasmussen et al. 2007 sowie Temp.-Verlauf).
   
   
   
 

Über die wirkliche
und zweifellos multikausale Bedeutung des Einflusses der Sonnenaktivität auf die Atmosphäre der Erde (mit einer Vielzahl von Rückkoppelungseffekten) gehen die Meinungen jedoch weit auseinander. Wiederholt wird häufig die Vermutung von den Verfechtern der CO2-Hypothese, wenn schon in der Geschichte eine deutliche Korrelation nicht nur sehr wahrscheinlich, sondern sogar sicher ist, und auch die Sonnenaktivität nach dem aktuellen Stand des Wissens höher ist als in den letzten 8.000 Jahren,

  • so lassen sich aber zurzeit die besonders stark steigenden Temperaturen seit den 1980er Jahren nicht nur mit erhöhter Sonnenaktivität erklären - oder bestenfalls bis zu 30%
    (vgl.
    Solanki et al. 2003, weitere umfangreiche Infos unten).

    • Anmerkung zur Temperaturentwicklung: Seit einigen Jahren werden weitere Temperaturzunahmen jedoch nicht mehr beobachtet, von einigen Forschungseinrichtungen wird sogar ein auffälliger Temperaturrückgang (und hier) ermittelt. Von anerkannten Klimawissenschaftlern wird aktuell prognostiziert, die globalen Temperaturen könnten in den nächsten 10-15 Jahren stagnieren und im Nordatlantikraum sei wohl eine leichte Abkühlung wahrscheinlich.

  • Immer wieder wird jedoch betont, dass bisher noch keine zuverlässigen physikalischen Modelle existieren, um die indirekte Wirkung erhöhter Sonnenaktivität (z.B. geringere Wolkenbildung) auf das Klima der Erde befriedigend abbilden zu können.
 
   
 

Bevor auf das Phänomen
der Sonnenflecken -Aktivität für das globale Klima
eingegangen wird, muss - zum wiederholten Male - darauf hingewiesen werden, dass die Klimadynamik von vielen - teilweise heute noch nicht gut verstandenen - Faktorenkomplexen abhängig ist. Vgl. Sie dazu den immer noch aktuellen und zusammenfassenden, eher populärwissenschaftlichen Beitrag, von Sven Titz im SdW vom April 2007.

  • Ganz sicher gehören zu diesen vielfältigen Faktorenkomplexen die hoch komplizierten Systeme der Atmosphäre, der Hydrosphäre (Ozean und Wasserkreislauf), der Kryosphäre (Eis- und Schneeflächen), der Biosphäre (Pflanzen und Tiere), der Pedosphäre (Boden) und der Lithosphäre (Gestein).

  • Und bezüglich aktueller Temperaturentwicklung in unterschiedlichen Höhen der Atmosphäre (vgl. z.B. Labitzke et al. 2006) sind, neben dem direkten Einfluss der Sonne und dem Kohlendioxidgehalt, auch ganz wesentlich die Wirksamkeit zeitlich variierender Aerosolgehalte (anthropogen und nicht-anthropogen) in der Atmosphäre zu erfassen (vgl. z.B. GISS 2007, Govindan 2002).
 
   
  Sonnenflecken:

Die Anzahl der Sonnenflecken wird gesteuert durch solaren Magnetismus

  • mehr Sonnenflecken bedeuten mehr Protuberanzen und mehr Strahlung und damit Erwärmung auf der Erde,
  • geringerer solarer Magnetismus bedeutet weniger Sonnenflecken und führt zur Abkühlung auf der Erde.

Detaillierte Informationen zur Bedeutung unseres Zentralgestirns erhalten Sie unter "Solar and Heliospheric Observatory" (SOHO), "It's a project of international cooperation between ESA (European Space Agency) and NASA (North American Space Agency)". Siehe auch NASA, Solar Physics - The Sunspot-Cycle, oder "NeunPlaneten: Die Sonne". Ausgiebige Informationen zur Physik der Sonne stellt das Kiepenheuer-Institut für Sonnenphysik - KIS von der Uni-Freiburg zur Verfügung.
[date of access: 21.02.05]

sun spots NASAAbb. rechts: An Erupting Solar Prominence from SOHO - Credit: SOHO-EIT Consortium, ESA, NASA

"Our Sun is still very active. In the year 2000, our Sun went though Solar Maximum, the time in its 11-year cycle where the most sunspots and explosive activities occur. Sunspots, the Solar Cycle, and solar prominences are all caused by the Sun's changing magnetic field. Pictured above is a solar prominence that erupted in 2002 July, throwing electrons and ions out into the Solar System. The above image was taken in the ultraviolet light emitted by a specific type of ionized helium, a common element on the Sun. Particularly hot areas appear in white, while relatively cool areas appear in red. Our Sun should gradually quiet down until Solar Minimum occurs, and the Sun is most quiet. No one can precisely predict when Solar Minimum will occur, although some signs indicate that it has started already!"

   
  Sonnenfleckenzyklen (Grafiken auf eigener Seite!):
   
 

Die kürzesten bisher bekannten Perioden von Klimaschwankungen korrelieren offensichtlich eng mit der Sonnenfleckenaktivität, d.h. den Schwankungen der sogenannten "Solarkonstanten" (einer Grösse also, die noch nie konstant war!). Dabei handelt es sich um den

  • Schwabe-Zyklus von durchschnittlich 11 (9-14) Jahren, vgl. Abbildung
  • Hale-Zyklus von etwa 22 Jahren (auch magnetischer Zyklus genannt),
  • Schove-Zyklen von ca. 42 bzw. ca. 50 Jahren,
  • Gleissberg-Zyklus von 80-90 (bis 120) Jahren (zwischen Minimum und Maximum liegen etwa 40-45 Jahre), der den Schwabe-Zyklus moduliert und über ein beträchtliches Akkumulationspotential verfügt (vgl. Abbildung ) und dem
  • Seuss-Zyklus (auch De Fries Zyklus genannt), auch Zyklus 208a genannt, von 180-210 (208) Jahren.
  • 1.500-Jahreszyklus (auch Dansgaard–Oeschger event genannt), vgl. Braun et al. (2005) Possible solar origin of the 1.470-year glacial climate cycle demonstrated in a coupled model.- Nature 438: 208 - 211, und Rahmstorf, S. (2003) Timing of abrupt climate change: A precise clock.- Geophysical Research Letters, Vol. 30, No. 10, 1510.

Die verschiedenen Sonnenfleckenzyklen können sich überlagern und zeichnen sich selbst durch starke Schwankungen in ihrer Intensität aus.


Nature 431: 1084 - 1087, 28. October 2004 "Unusual activity of the Sun during recent decades compared to the previous 11.000 years"
by Solanki et al..

Abb. rechts:
"Aus C14-Daten rekonstruierte Sonnenfleckenzahlen (10-Jahres-Mittelwerte) für die vergangenen 11.400 Jahre (blaue Kurve) und die direkt beobachteten Sonnenfleckenzahlen seit 1610 (rote Kurve). Die verlässlichen C14-Daten enden 1900, so dass der starke Anstieg der Sonnenaktivität im 20. Jahrhundert dort nicht in Erscheinung tritt. Die Rekonstruktion zeugt deutlich, dass ein vergleichbarer Zeitraum hoher Sonnenaktivität mehr als 8.000 Jahre zurückliegt."

Grafik: Max-Planck-Gesellschaft - Presseinformation vom 27. Oktober 2004 - PDF-File   4 S [date of access: 30.03.07] MPI für Sonnensystemforschung. Weiterer Text in der Presseinformation des MPI unten.

Abb. rechts:
Aus C14-Daten rekonstruierte Sonnenfleckenzahlen für die vergangenen 1.125 Jahre und die direkt beobachteten Sonnenfleckenzahlen seit 1610 (rote Kurve).

Grafik aus NATURE der Publikation Solanki et al..

Berner & Streif (2000, S. 22) schreiben zur Überlagerung von Sonnenfleckenzyklen:  "Der jüngste Sonnenfleckenzyklus erreichte Mitte des Jahres 2000 seinen Höhepunkt. Gleichzeitig nimmt gegenwärtig die Sonnenenergie im Rahmen des Gleissberg-Zyklus zu - das nächste Maximum wird etwa im Jahr 2020 erwartet. Zudem erlangt auch der 208-jährige Solarzyklus [Seuss-Zyklus] innerhalb der nächsten Jahrzehnte sein Maximum. Dieser nahezu synchrone Anstieg in den unterschiedlichen Zyklen spricht dafür, dass sich der derzeit beobachtete Erwärmungstrend des Erdklimas unabhängig von anthropogenen Einflüssen in näherer Zukunft fortsetzen wird."

Abb. rechts: Sonnenfleckenzyklen der letzten 400 Jahre. Die Zahl der Sonnenflecken-Gruppen schwankt in einem regelmässigen Zyklus von etwa 11 (8-15) Jahren, welche in Gruppen auftreten (Gleissberg-Zyklen mit ca. 80-90 Jahren).

Vergleichen Sie zu diesen Aussagen bitte auch die relativ neuen - und ergänzenden - Erkenntnisse der MPG (Max-Plank-Gesellschaft) - sowie der NASA (Ergebnisse präsentiert von Hathaway und Wilson Mitte Dez. 2006 auf dem Treffen der American Geophysical Union in San Francisco) sowie die neuesten Publikationen dazu Publikationen zur Dynamik der Sonnenfleckenaktivität von der NASA, Marshall Solar Physics

 
   
 

Neben einer starken Zunahme der Sonnenfleckenzahlen innerhalb des im Mittel 11-jährigen Gruppen-Zyklus, ist auch eine starke Veränderung der Länge der Sonnenfleckenzyklen zu beobachten. Seit Ende des 19. Jahrhunderts tauchen diese Zyklen in immer kürzeren Abständen auf.

Abb. rechts: Die Länge der Sonnenfleckenzyklen zeigt eine auffallende Ähnlichkeit mit der Temperaturänderung zwischen 1860 und 1990.
Aus:
Friis-Christensen, E. & K. Lassen (1991) Abbildung stark verändert und ergänzt.
Anmerkungen zu Korrekturen der Kurve (die letzten 30 Jahre) auf Extraseite.

   
  Das Geheimnis der Wolken. Eine ARTE-Sendung in 5 Teilen auf YouTube.
     
  "Das für den Klimawandel in erster Linie die von Menschen verursachten CO2-Emissionen verantwortlich sein sollen, zieht eine Gruppe von Wissenschaftlern um den dänischen Physiker Henrik Svensmark in Zweifel. Für sie sind Zusammenhänge magnetischer Sonnenaktivität, kosmischer Strahlung und Wolkenbildung für die Erdtemperaturen von erheblicher Bedeutung. ..."
[last date of access: 18.11.12]
   
  Bzgl. Sonnenfleckenaktivität ist allerdings zu berücksichtigen, dass nach Meinung einiger Wissenschaftler Intensität und Eindeutigkeit der "Kopplung von Sonnenaktivitäts-Zyklen und Warm- / Kaltzeiten auf der Erde noch keineswegs sicher" bestimmt werden können, obwohl dies gemeinhin angenommen wird (...). Z.B. deckt sich "das markante Maunder-Minimum (...) zwar gut mit der "Kleinen Eiszeit", aber womöglich ist dies nur ein zufälliges Zusammentreffen", so der Sonnenphysiker Wolfgang Rammacher (Uni-Freiburg, KIS / Kiepenheuer-Institut für Sonnenphysik) in einer freundlichen und informativen Mail.
   
 

   
  Stand der Forschung - Publikationen, Presseinformationen und widersprüchl. Meldungen
   
  Weitere, umfangreiche Literatur zum Thema "Sonnenaktivität"
   
 
  2012, May - Regional atmospheric circulation shifts induced by a grand solar minimum by Martin-Puertas, C. et al. (2012), in Nature Geoscience, Year published: (2012) DOI: doi:10.1038/ngeo1460.
   
 
 

2010, Sept. - "Long-term Evolution of Sunspot Magnetic Fields", by Matthew Penn, William Livingston, in arXiv:1009.0784v1 [astro-ph.SR] - [date of access: 28.09.10]

Besprechung in SPON unter "Experten prophezeien lange Sonnenschwäche", am 20.09.2010 von Holger Dambek. - [date of access: 28.09.10]

Diese Aussage ist sicherlich interessant vor dem Hintergrund der Prognose des MPI aus dem Jahre 2004, wonach die hohe Sonnenaktivität noch einige Jahrzehnte andauern wird, sowie den aktuellen Sunspot Cycle Predictions des Marshall Space Flight Centers, Solar Physics, der NASA, vom 3. Sept. 2010, denen zufolge evtl. eine starke Abnahme der Sonnenfleckenzahlen zu erwarten ist, mit "important consequences for the Earth's upper atmosphere". - [date of access: 28.09.10]

 
 
  2010, Sept. - "Unsere Sonne ist erwacht", ein Beitrag von Thomas Bührke vom 15.09.2010, in der FR-Online. - [date of access: 28.09.10]
   
   
  2004 - 2006 - Center for Sun-Climate Research, Copenhagen
 
 
Publications, Conference Contributions, Other Talks, Outreach Activities
   
   
  2009, Dec. - American Geophysical Union (AGU).
 
 

AGU Fall Meeting, 14 - 18 Dec. 2009, San Francisco, USA

 

Featured Lecture Videos

 

Lecture U34A: "Consequences of an unusually long and deep solar minimum I"
including:

 

Solanki, S.K., N.A. Krivova & L.E. Vieira: Solar magnetic field and irradiance: How unusual is the current minimum?
McCracken, F.B. McDonald, J. Beer, J. Abreu & F. Steinhilber: The effects of low solar activity upon the cosmic radiation and the interplanetary magnetic field over the past 10,000 years, and implications for the future.

[date of access: 22.02.2010]

   
2004, Aug. - Die Max-Planck-Gesellschaft in München ...

Presseinformation der Max-Planck-Gesellschaft vom 2. August 2004 - [date of access: 09.12.04]
... fand in Zusammenarbeit mit einer finnischen Wissenschaftlergruppe, die den Verlauf der Sonnen-Helligkeit in den vergangenen 150 Jahren untersuchte, heraus, dass Sonnenaktivitäten, wie etwa Sonnenflecken, Strahlungsstürme oder Gasausbrüche seit Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Jahr 1970 etwa im gleichen Mass zugenommen haben wie die Durchschnittstemperatur auf der Erde. Für die starke Erwärmung der letzten 30 Jahre seien die Korrelationen jedoch eher gering.

 

Presseinfo. der Max-Planck-Gesellschaft vom 27. Oktober 2004 - [date of access: 19.02.05]
"Sonne seit über 8.000 Jahren nicht mehr so aktiv wie heute", Internationales Forscherteam rekonstruiert historischen Verlauf der Sonnenaktivität und prognostiziert deren Rückgang in wenigen Jahrzehnten. [...] Wie die Wissenschaftler aus Deutschland, Finnland und der Schweiz in der neuen Ausgabe der Zeitschrift 'Nature' berichten, muss man über 8.000 Jahre in der Erdgeschichte zurück gehen, bis man einen Zeitraum findet, in dem die Sonne im Mittel ebenso aktiv war wie in den vergangenen 60 Jahren [...].

Aus dem Studium früherer Perioden mit hoher Sonnenaktivität sagen die Forscher voraus, dass die gegenwärtig hohe Aktivität der Sonne wahrscheinlich nur noch wenige Jahrzehnte andauern wird. (...) Da auch die Helligkeit der Sonne leicht mit der Sonnenaktivität schwankt, ergibt sich aus der neuen Rekonstruktion auch, dass die Sonne heute etwas heller scheint als in den 8.000 Jahren davor. Ob dieser Effekt einen wesentlichen Beitrag zur globalen Erwärmung des Erdklimas im vergangenen Jahrhundert geleistet haben könnte, ist eine offene Frage. Die Forscher [...] weisen jedoch darauf hin, dass die Sonnenaktivität seit etwa 1980 auf ungefähr konstantem Niveau verharrt - abgesehen von Schwankungen mit dem 11-jährigen Aktivitätszyklus der Sonne (Schwabe-Zyklus, der seinen Höhepunkt etwa 2002 hatte) - während die Temperatur auf der Erde in diesem Zeitraum einen starken Anstieg erfahren hat.

Allerdings zeigt der ähnliche Verlauf von Erdtemperatur und Sonnenaktivität während der letzten Jahrhunderte (mit Ausnahme der letzten 20 Jahre), dass der Zusammenhang zwischen Sonnenaktivität und Erdklima weiterer Forschung bedarf."

Hier die engl. Version der Presseinfo. vom 28.Okt. 2004, unter dem Titel "The Sun is More Active Now than Over the Last 8000 Years" -

"The activity of the Sun over the last 11,400 years, i.e., back to the end of the last ice age on Earth, has now for the first time been reconstructed quantitatively by an international group of researchers led by Sami K. Solanki from the Max Planck Institute for Solar System Research (Katlenburg-Lindau, Germany). The scientists have analyzed the radioactive isotopes in trees that lived thousands of years ago. As the scientists from Germany, Finland, and Switzerland report in the current issue of the science journal "Nature" from October 28, one needs to go back over 8,000 years in order to find a time when the Sun was, on average, as active as in the last 60 years. Based on a statistical study of earlier periods of increased solar activity, the researchers predict that the current level of high solar activity will probably continue only for a few more decades."

Vgl. Abbildung

 

Presseinfo. der Max-Planck-Gesellschaft vom 14. September 2006 - [date of access: 30.03.07]

"Sonne ist nicht schuld am Klimawandel - Zwar nimmt die Aktivität der Sonne seit dem 17. Jahrhundert zu, doch den Klimawandel löst sie höchstwahrscheinlich nicht aus"

"Ob der Mensch den Klimawandel verursacht ist umstritten - auch die zunehmende Sonnenaktivität könnte für die steigenden Temperaturen auf der Erde verantwortlich sein. Wie Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Astrophysik in Garching jetzt gemeinsam mit amerikanischen und schweizerischen Forschern berechnet haben, ist diese Aktivität dafür jedoch noch zu schwach. Sie fassten vorhandene Messdaten und neue theoretische Erkenntnisse zusammen und berechneten damit Klimamodelle. Die seit dem 17. Jahrhundert beobachtete Erderwärmung hätte demnach eine bis zu fünffach stärkere Sonnenaktivität erfordert. "Die Einflüsse des Menschen müssen im letzten Jahrhundert also weitaus größer gewesen sein als die der Sonnenaktivität", interpretiert der Max-Planck-Wissenschaftler Henk Spruit die Ergebnisse. Die Forscher schließen allerdings nicht aus, dass ultraviolette Strahlung der Sonne zum Klimawandel beiträgt - dazu existieren bislang noch keine zuverlässigen physikalischen Modelle. (Nature, 14. September 2006)"


Es lohnt sich, die Bemerkungen oben mehrere Male zu lesen, um ihre wirkliche Bedeutung zu erfassen.

   
   
2005, Sept. - Die Max-Planck-Gesellschaft in Hamburg ...
 

MPI für Meteorologie, (in Online - Innovationsreport) 29. September 2005

"Klimaänderung so rasant wie noch nie - Hamburger Klimaforscher präsentieren neueste Modellergebnisse für das kommende Jahrhundert" [date of access: 04.10.05]

   
 
   
2003, Juli/Okt. - Ruhr-Universität Bochum ...
 
 

Presseinform der Ruhr-Universität Bochum vom 01.07.2003 - [date of access: 01.03.07]

"Himmlischer Treibhauseffekt - Kosmische Strahlung bestimmt unser Klima"
- GSA Today: Wasserkreislauf ist Klimatreiber Nr. 1.
"Die Sonne selbst durchlebt verschiedene Zyklen, z. B. entwickeln sich periodisch mehr oder weniger Sonnenflecken, die mit erhöhter Aktivität der Sonne einhergehen. Diese Unterschiede allein sind aber zu schwach, um die irdischen Klimaschwankungen zu erklären. Sie werden jedoch dadurch verstärkt, dass bei größerer Sonnenaktivität auch das Magnetfeld der Sonne wächst und kosmische Strahlung von der Erde weg lenkt. Es treffen also weniger kosmische Partikel auf die Atmosphäre, es entwickeln sich weniger Wolken und es wird wärmer."

Besprechung der Forschungsergebnisse von
Shaviv, N.J. & J. Veizer (2003)
Celestial Driver of Phanerozoic Climate? - 0.4MB, 40S. GSA Today, Vol. 13, No. 7). (GSA) Geological Society of America. -

vgl. auch:
Veizer, Jan (2005)
Celestial Climate Driver: A Perspective from Four Billion Years of the Carbon Cycle.- Geoscience Canada, Vol. 32, No. 1, 13-28 (March 2005).

 
 

Presseinform der Ruhr-Universität Bochumvom 31.10.2003 - [date of access: 01.03.07]

"Schlagabtausch über die Ursachen des Treibhauseffekts" - Veizer und Shaviv wehren sich gegen Unterstellungen (von Rahmstorf et al.) - und fordern: Zurück zur sachlichen Diskussion in der Klimaforschung.

 
   
  2001, Mai - Universität Heidelberg ...
 
 

Presseinfo. der Universität Heidelbergvom 17.05.2001 - [date of access: 20.10.07]

Forscher aus Heidelberg und Bern werfen Zweifel an Szenarien zur Klimaänderung auf. -

  • "Ulrich Neff und Augusto Mangini von der Heidelberger Akademie der Wissenschaften legen heute in "Nature" gemeinsam mit Forschern aus Bern und Leipzig eine neue Studie vor: "Strong coherence between solar variability and the monsoon in Oman between 9 and 6 kyr ago". Forscher aus Heidelberg und Bern werfen Zweifel an populären Szenarien zur Klimaänderung auf. Im renommierten Wissenschaftsjournal "Nature" veröffentlichen Ulrich Neff und Augusto Mangini von der Heidelberger Akademie der Wissenschaften heute gemeinsam mit Kollegen eine neue Studie, die einen starken Zusammenhang zwischen der Änderung der Sonnenintensität und dem Monsun in Oman zwischen 9600 und 6100 Jahren vor Heute nachweist."

    "Wenn aber ein großer Teil der Variation des 14C auf Änderung der Sonnenintensität zurückzuführen ist – und daran gibt es wenig Zweifel – kann man auf Grund der Ergebnisse an den Stalagmiten vermuten, dass selbst diese geringen Änderungen der Sonnenintensität einen beträchtlichen Einfluss auf das Klima haben können.

Diese Vermutung wird von Klimaforschern als provokant eingestuft.

Diese bereits mehrfach geäußerte Vermutung wird von den Klimaforschern bisher nicht recht akzeptiert und wird zurzeit zum Teil sehr emotional diskutiert. Die Kontroverse ist insofern brisant, als das IPCC (Intergovernmental Panel for Climate Change) die seit nunmehr 100 Jahren beobachtete zweifelsfreie Erwärmung des Erdklimas vorwiegend auf die Zunahme der Treibhausgase zurückführt und alle anderen Ursachen als gering und wenig verstanden einschätzt." etc.

   
  2001 - 2008 - Freie Universität Berlin ...
 
 

Ankündigung eines Fortbildungs-Kolloquiums vom 18.04.2001 [date of access: 02.05.08]

'Sonnenflecken und Klima: Gibt es doch einen Zusammenhang?' von Prof. Dr. Karin Labitzke

  • "Die Frage einer globalen Klimaänderung gehört zu den am heftigsten diskutierten Themen unserer Tage. Welchen Anteil hat der Mensch an der beobachteten Erwärmung, welchen Anteil haben natürliche Prozesse?

    Auch wenn die Sonnenstrahlung sehr konstant ist und zur Zeit nur um 1 Promille zwischen Maximum und Minimum im 11-jährigen Sonnenfleckenzyklus schwankt, stellt diese Variabilität doch einen wichtigen Faktor dar, und in der Vergangenheit, als es stärkere Schwankungen gab, verursachte sie globale Temeraturänderungen von ca. 0,5°.

    Wird das Klima unserer Erde extremer, werden die Schwankungen größer? Unter den vielen bekannten Faktoren, die das Klima beeinflussen, spielt der von Menschen in jüngster Zeit verursachte Anstieg der Treibhausgase, wie Methan und Kohlendioxid, eine wichtige Rolle.

    Die einzelnen Komponenten dieser Einflüsse sollen aufgezeigt werden, und es wird ein Mechanismus beschrieben, durch den auch die heute beobachtete geringe Änderung in der Sonnenstrahlung zu deutlichen klimawirksamen Signalen in der Atmosphäre führen kann."

  • Vgl. Sie auch:
    Katja Matthes (2003)
    Der Einfluss des 11-jährigen Sonnenfleckenzyklus und der QBO auf die Atmosphäre - eine Modellstudie -
    The Influence of the 11-Year Solar Cycle and the QBO on the Atmosphere - a model study
    .- Dissertation an der FU-Berlin, Gutachter Labitzke und Cubasch.

    " ... Die Ergebnisse zeigen, dass das direkte Sonnensignal aus der oberen Stratosphäre über dynamische Wechselwirkungsmechanismen verstärkt und bis in die Troposphäre hinein übertragen wird. Neben einer Erwärmung der mittleren Atmosphäre im Sonnenfleckenmaximum ergeben sich auch Änderungen von Zirkulationsmustern in der Troposphäre. Das Modell ist nicht nur in der Lage das Sonnensignal, sondern auch die beobachtete Wechselwirkung mit den tropischen Windschwingungen in den hohen Breiten zu reproduzieren: Wie in der Realität treten im Modell große Stratosphärenerwärmungen in der Westphase der QBO unter Sonnenfleckenmaximum-Bedingungen auf. ..."
    (Einige Abschnitte als - Dateien - die gesamte Dissertation kann als Zip-File heruntergeladen werden)


  • "Über den dominierenden solaren Einfluß auf den Klimawandel seit 1701 - 300-jährige Klimadiagnose kontra Treibhausdebatte" von Horst Malberg, Univ.-Prof. (a.D.) für Meteorologie und Klimatologie.

    "Der UN-Klimabericht 2007 (IPCC, 2007) über einen anthropogen verursachten Klimawandel hat in Wissenschaft, Politik, Medien und Öffentlichkeit intensive Reaktionen ausgelöst. In der zum Teil emotional bis ideologisch geführten Diskussion vermischen sich dabei aus meteorologischer Sicht nicht selten Dichtung und Wahrheit. Reine Szenarienrechnungen werden in unzulässiger Weise wie Prognosen interpretiert und dramatisiert. Völlig unhaltbar wird es in der Klimadebatte, wenn singuläre Wetter- und Witterungsereignisse, also kurzfristige und regionale Launen der Natur, als Indiz oder Beweis für die Auswirkungen einer anthropogen verursachten globalen Erwärmung dargestellt werden. ..."
Umfangreiche Darstellung, unbedingt lesenswert.
   
 
 
 
  2006 - 2007 - NASA - GISS ...
 
 

In einer Meldung vom 21.12.2006 schreibt science@nasa - [date of access: 16.04.07]

"Scientists Predict Big Solar Cycle" - Solar cycle 24, due to peak in 2010 or 2011 "looks like its going to be one of the most intense cycles since record-keeping began almost 400 years ago," says solar physicist David Hathaway of the Marshall Space Flight Center. He and colleague Robert Wilson presented this conclusion last week at the American Geophysical Union meeting in San Francisco. (...)"

Abb. rechts: "Hathaway and Wilson's prediction for the amplitude of Solar Cycle 24." Umfangreiche Darstellung ppt

"According to their analysis, the next Solar Maximum should peak around 2010 with a sunspot number of 160 plus or minus 25. This would make it one of the strongest solar cycles of the past fifty years—which is to say, one of the strongest in recorded history. (...)

Astronomers have been counting sunspots since the days of Galileo, watching solar activity rise and fall every 11 years. Curiously, four of the five biggest cycles on record have come in the past 50 years. "Cycle 24 should fit right into that pattern," says Hathaway."

 
 

In einer Meldungvom 15.03.2007 - [date of access: 16.04.07]

"Global 'Sunscreen' Has Likely Thinned", report NASA Scientists - "A new NASA study has found that an important counter-balance to the warming of our planet by greenhouse gases — sunlight blocked by dust, pollution and other aerosol particles — appears to have lost ground. (...)

The thinning of Earth's "sunscreen" of aerosols since the early 1990s could have given an extra push to the rise in global surface temperatures. The finding, published in the March 16 issue of Science, may lead to an improved understanding of recent climate change. In a related study published last week, scientists found that the opposing forces of global warming and the cooling from aerosol-induced "global dimming" can occur at the same time."

 
 

Der Anstieg von Gleissberg- und Seuss-Zyklus, d.h. erhöhte Sonnenflecken-Aktivität, deuten auf Erwärmung der nächsten Jahrzehnte hin. Dies wird auch von Forschern aus Deutschland, Finnland und der Schweiz angenommen, vgl. oben die PresseInfo der MPG vom 28. Okt. 2004.

"Sunspot Cycle Predictions": (Updated 2007/09/12) "Early records of sunspots indicate that the Sun went through a period of inactivity in the late 17th century. Very few sunspots were seen on the Sun from about 1645 to 1715 (38 kb JPEG image). Although the observations were not as extensive as in later years, the Sun was in fact well observed during this time and this lack of sunspots is well documented. This period of solar inactivity also corresponds to a climatic period called the "Little Ice Age" when rivers that are normally ice-free froze and snow fields remained year-round at lower altitudes. There is evidence that the Sun has had similar periods of inactivity in the more distant past. The connection between solar activity and terrestrial climate is an area of on-going research. (...)

Although sunspots themselves produce only minor effects on solar emissions, the magnetic activity that accompanies the sunspots can produce dramatic changes in the ultraviolet and soft x-ray emission levels. These changes over the solar cycle have important consequences for the Earth's upper atmosphere."
[date of access: 08.04.07]

   
 

Den Stand der Dinge erfahren Sie im NASA, Goddard Institute for Space Studies: GISS surface temperature trends analysis and Global Temperature Trends.
[http://www.giss.nasa.gov/data/update/gistemp/2004/ ; date of access: 13.03.05]

 
 

Nach Erkenntnissen des Sonnenphysikers David Hathaway (NASA, Marshall Space Flight Center) zeigen aktuelle Berechnungen, dass der nächste Sonnenzyklus (der Zyklus 24) einer der intensivsten Zyklen seit Beginn der Aufzeichnungen vor 400 Jahren sein wird (siehe oben!). Sollten diese Berechnungen zutreffen, wird dieser Höhepunkt 2010 bis 2011 voraussichtlich erreicht, was wohl auch zu einer weiteren Zunahme der globalen Temperaturen führen könnte.
Vergleiche auch: Scientists Predict Big Solar Cycle

Abb. rechts: "In red, David Hathaway's predictions for the next two solar cycles and, in pink, Mausumi Dikpati's prediction for cycle 24"

Diese Prognosen sind jedoch umstritten (vgl. Abb. rechts!). Vor dem Hintergrund, dass der Zyklus 23 niedrigere Sonnenfleckenzahlen als 22 und 21 aufwies und die Temperaturen nicht in dem prognostizierten Umfang gestiegen sind, sondern seit einigen Jahren eher auf relativ hohem Niveau stagnieren und von Mausumi Dikpati für den Zyklus 24 gleiche Sonnenfleckenzahlen berechnet wurden, wie im Zyklus 23 nachgewiesen wurden, sind weitere Temp.-Steigerungen sogar unwahrscheinlich. Sollten die Prognosen für den Zyklus 25 zutreffen, kann mit einer Trendumkehr gerechnet werden (bei steigenden CO2-Gehalten, was mittlerweile auch von den Verfechtern der CO2-Hypothese vermutet wird!). Auch an dieser Stelle muss jedoch betont werden, dass starke Abhängigkeiten zwischen den globalen Temperaturveränderungen und den sich verändernden Sonnenaktivitäten zweifelsfrei bestehen, doch zur Komplexität dieses Beziehungsgeflechtes noch viel Unsicherheit existiert.

"The slowdown we see now means that Solar Cycle 25, peaking around the year 2022, could be one of the weakest in centuries," says Hathaway.

Insgesamt ist ein ständiger und starker Anstieg der Solarkonstanten in den letzten 100 Jahren beobachtet worden, dies bei gleichzeitiger und stetiger Zunahme der Sonnenfleckenaktivität im etwa 11jährigen Zyklus.
[http://oraclesyndicate.twoday.net/stories/3098734/; date of access: 05.01.07]

Verstärkt wird dieser Trend durch Überlagerungseffekte, z.B. dem aktuell beginnenden El Niño im Pazifik. Der Klimatologe Schönwiese (Uni Frankfurt) hält die Aussagen der NASA-Wissenschaftler jedoch für "einigermassen spekulativ, aber nicht ausgeschlossen" und nimmt weiterhin an, "dass die steigenden Temperaturen der vergangenen 100 Jahre zu 60 Prozent vom Menschen verursacht worden sind." Der Rest gehe auf natürliche Schwankungen zurück. (in einem Interview mit FR-Online vom 5.Jan. 2007. Diese Meinung vetritt auch Henk Spruit vom Max-Planck-Institut für Astrophysik, der eine signifikante Korrelation von globaler Erwärmung und Sonnenfleckenaktivität ausschliesst.
[http://www.fr-online.de/in_und_ausland/panorama/panorama/?em_cnt=1043795; date of access: 05.01.07]

[http://science.orf.at/science/news/145692; date of access: 05.01.07]

Vgl. Sie dazu:
Hathaway, Wilson, and Reichmann J. (1999)
A synthesis of solar cycle prediction techniques.- 2.9MB, 12S. - Geophys. Res. 104, 22,375.

   
  Aktuelle Publikationen zur Dynamik der Sonnenfleckenaktivität von der NASA, Marshall Solar Physics
   
 
 
 
  KlimaPortal ...
 
 

Forum for Climate and Global Change - Stellungnahme zum Beitrag "Mehr Sonne für mehr Klarsicht" von E. Gärtner in der Chemischen Rundschau (Heft Nr.5, 11. März 2003) von

Sami Solanki, Atsumu Ohmura, Jürg Beer, Claus Fröhlich, Mojib Latif, Stefan Rahmstorf, Christian-D. Schönwiese, Urs Neu (2003) Die Sonne spielt für das Klima zur Zeit nur eine untergeordnete Rolle - (letzte Bearbeitung durch Klima-Portal: 19.07.2006) [date of access: 04.05.07]

  • Der erste Absatz lautet:
    "Seit Jahren wird von verschiedener Seite hartnäckig immer wieder postuliert, die gegenwärtige globale Erwärmung sei primär durch die Sonne verursacht. Dabei werden jedoch entsprechende Hinweise sehr selektiv herausgesucht und Untersuchungen, die dies widerlegen, unbeachtet gelassen."

  • Zum Ende der Ausführungen heisst es z.B.:
    "Es ist nicht auszuschließen, dass künftig noch indirekte Wirkmechanismen der Sonne identifiziert werden können. Es scheint aber eher unwahrscheinlich, dass indirekte Wirkungen viel stärker sind als die direkte Wirkung der Strahlungsintensität. Letztere wird nämlich heute schon in Modellen berücksichtigt und erklärt die beobachtete Reaktion des Klimasystems bereits recht gut - etwa das Ausmaß der Abkühlung in den solaren Minima. Auch wenn ein starker physikalischer Rückkopplungsmechanismus für die Wirkung der Sonnenaktivität gefunden würde, könnte die Erwärmung insbesondere der letzten zwei Jahrzehnte trotzdem nicht mit dem Einfluss der Sonne erklärt werden. Die Sonnenaktivität hat sich nämlich in dieser Zeit je nach Art der Auswertung der verschiedenen Messungen gar nicht verändert [11] oder zeigt einen nur geringen Anstieg [12].

    Auch wenn man die extreme Annahme trifft, dass die Klimaschwankungen vor 1970 zu 100% durch die Sonne verursacht worden sind, so könnte der Sonneneinfluss aufgrund der bisher vorgeschlagenen Mechanismen höchstens etwa 30% der Erwärmung in den letzten drei Jahrzehnten erklären
    [13]. Dieser Temperaturanstieg kann auch in Klimamodellen nur mit Berücksichtigung der Zunahme der Treibhausgase simuliert werden."

  • Anmerkung dazu:
    Wenn im 1. Absatz die selektive Diskussion von Publikationen beklagt wird, dann trifft dieser Vorwurf in gleichem Masse auch die Verfasser dieses Erklärungsversuches selbst. Und zusätzlich werden die Arbeits-Methoden und Ansätze nicht konformer Wissenschaftler subtil diskreditiert, auch offensichtlich ein Unterschied gemacht zwischen Publikationen "peer reviewed" (skeptisch) und "peer reviewed" (konform). Darauf wurde im Text hinlänglich hingewiesen und Beispiele genannt.

    a) Zusätzlich verwundert, dass einer der Verfasser (Solanki mit anderen) noch 2004 in Nature publizierte: "Unusual activity of the Sun during recent decades compared to the previous 11.000 years", wo vorsorglich darauf hingewiesen wird, dass eine erhöhte Aktivität seit 1980 nicht festzustellen sei (was der beigefügten Grafik widerspricht), dies unabhängig von den Schwabezyklen, die jedoch seit Mitte des letzten Jahrhunderts ganz besonders intensiv ausfallen (vgl. Sie die darauf folgenden Grafiken mit der Angabe der höchsten Sonnenfleckenzahl um 2000 sowie zur Vorhersage der Intensität des Schwabe-Zyklus, aber auch
    NewScientist.com - Sun more active than for a millennium) und

    b) in Erwägung gezogen wird (als extreme Annahme), dass bis 1970 Klimaschwankungen zu 100% durch die Sonne verursacht wurden und die Sonne in den letzten 30 Jahren zu maximal 30% an der Erwärmung beteiligt ist, wo es doch in dem Gleichen Artikel heisst, die Sonnenaktivität habe sich ("je nach Art der Auswertung" - d.h. Interpretation so, wie es einem gerade gefällt!) gar nicht verändert.

    c) Nach Solanki et al. kann davon ausgegangen werden, dass die Phase extrem hoher Sonnenfleckenzahlen noch mehrere Jahrzehnte anhalten wird (und das ist sogar günstig vor dem Hintergrund, dass die Bedeutung der Sonnenaktivität für die gegenwärtige globale Erwärmung von Verfechtern der CO2-Hypothese marginalisiert wird, aber nach mehreren Jahrzehnten auch niemand für falsche Aussagen zur Verantwortung gezogen werden kann, und das erinnert wieder an das Resumé von Christian Pfister (1999) bzgl. Einführung des Katalysators).

    d) Vor dem Hintergrund der vielen Widersprüchlichkeiten in diesem Beitrag durchaus bedeutender Klimawissenschaftler aus dem deutschsprachigen Raum, die deutlicher nicht zeigen können, wieviel Unsicherheiten bei der Erklärung der augenblicklichen Erwärmung existieren, werden die sogenannten "Wissenschafler-Antworten" auf der UBA-Website noch absurder.

    Vgl. dazu auch
    Weitere Literatur und Hyperlinks zum Thema
 
   
  Weitere Angaben ...
 
 

George C. Reid: The sun-climate question: Is there a real connection? Aeronomy Laboratory, NOAA/ERL, Boulder, Colorado. U.S. National Report to IUGG, 1991-1994, Rev. Geophys. Vol. 33 Suppl., © 1995 American Geophysical Union (Ein Überblick!)

 
 

Sun more active than for a millennium:
"The Sun is more active now than it has been for a millennium. The realisation, which comes from a reconstruction of sunspots stretching back 1150 years, comes just as the Sun has thrown a tantrum." (Physical Review Letters, 2003/2004)

Abb. rechts: Sunspots are more frequent than at any time for more than 1000 years.

NewScientist.com
- [date of access: 18.01.07]

 
 

Max-Plank-Institut für Sonnensystemforschung / MPG: THE SUN AND THE EARTH'S CLIMATE, Does the Sun affect climate? Von Natalie Krivova (PhD). (arbeitet und publiziert mit Prof. S.K. Solanki)

   
 
 

"Global Warming" and Solar Flux: Warming / Ein Beitrag der University of Nebraska-Lincoln, Natural Resources. - Intellicast - Global "cooling" about to kick in?

"It is common knowledge that there have been warming global surface temperatures recently, at least during the last thirty years. Many people have attributed this warming to steadily increasing carbon dioxide levels, but speculation and controversy still remains as to the exact cause of this global warming. Following is a NASA GISS (Goddard Institute for Space Studies) graph showing US annual mean temperature anomalies since 1900, adjusted for urban factors. Note the pronounced warming in the 1920s and 1930s and also since about 1970. Note also the cooling from 1900 to about 1915 and starting in the 1940s. (...)

Abb. rechts: US Annual Temperature Anomalies - NASA GISS - Global Warming and Solar Flux

The periods of warming shown above also coincide nicely with the stronger eleven year solar cycles shown below. The cooler periods during the last one hundred years or so correspond with the weaker solar cycles of the last one hundred years. Thus it seems that the sun is a factor in the global temperatures and the stronger cycles of late may be a significant factor in recent global warming."

 

Klimaveränderung - Treibhauseffekt oder Sonnenaktivität. -

Einen guten Überblick zum Stand der Forschung vor 5 Jahren bzgl. Sonnenaktivität und Klima der Erde bieten Schmitt, D. & M. Schüssler (2002) in: Astronomie + Raumfahrt im Unterricht, 39, 5, 31-35 (Manuskript) - 4.3 MB, 8S [date of access: 01.03.07]

"Der 11-jährige Aktivitätszyklus der Sonne taucht da und dort, mal mehr und mal weniger deutlich in den verschiedenen Klimadaten auf, global gesehen scheinen jedoch andere Einflüsse von grösserer Bedeutung. Über längere Zeiträume hinweg jedoch deuten die Daten auf einen merklichen Einfluss der veränderlichen Sonne auf das Klimageschehen hin, auch wenn dessen genaues Ausmass und die Wirkungsmechanismen selbst noch unklar sind. Die Frage, wer denn nun der Verursacher der globalen Erwärmung der letzten hundert Jahre ist, Sonne oder Kohlendioxid, ist vermutlich falsch gestellt: beide "Verdächtige" scheinen die Hand im Spiel zu haben. Wir können allerdings ziemlich sicher sein, dass bei weiter zunehmenden Emissionen von Kohlendioxid der Treibhauseffekt die Überhand gewinnt und es gibt gute Hinweise dafür, dass dies seit etwa 1970 bereits geschehen ist. Aber wir dürfen die Wirkung der Sonnenaktivität nicht aus dem Auge verlieren; auch wenn wir die Sonne nicht beeinflussen können, müssen wir doch die Ursachen ihrer Veränderlichkeit und ihren Einfluss auf das Klima besser verstehen lernen, um zu wissen, was wir in Zukunft möglicherweise von ihr zu erwarten haben." (S.6/7)

Vgl. Sie dazu auch Cubasch (2002). Auch hier wird ein Zusammenspiel von gestiegenen Kohlendioxidgehalten und erhöhter Sonnenaktivität postuliert, welche zusammen die steigenden globalen Temperaturen der letzten 30 Jahre erklären.

Wird neben den gestiegenen Kohlendioxidgehalten und dem (kaum verstandenen) Wirkungskomplex Atmosphäre - Sonnenaktivität (z.B. auch geringere Wolkenbildung) auch noch der Umstand berücksichtigt, dass eine temperaturerhöhende Abnahme von Aerosolen beobachtet werden kann, wird deutlich, wieviele "Verdächtige" ihre Hände im Spiel haben könnten.

Zusammengegefasst wird hier die Vermutung geäussert, dass die aktuelle globale Erwärmung wohl auf eine Kombination von CO2 -Effekt und Sonnenaktivität zurückzuführen ist, wobei über die jeweiligen Anteile keine Klarheit herrscht. Hinzu kommen auch noch die zeitlich und regional variierende Bedeutung der Aerosole und die evtl. unterschätzte Methanabgabe von Pflanzen.

 
 

"Cosmic Rays and Earth Climate" von Henrik Svensmark (2000), in: Space Science Reviews 93: 155-166. 2.9MB, 12S. [date of access: 05.01.07]

 
 

Laboratory for Atmospheric and Space Physics, University of Colorado at Boulder: - LASP over longer periods of time

Abb. rechts:
"Measuring solar variability SIM (Spectral Irradiance Monitor) and Sorce (Solar Radiaton & Climate Experiment)" - LASP (Laboratory for Atmospheric and Space Physics), Colorado University

Anmerkung: Wie Ende des 20. und zu Beginn des 21. Jahrhunderts ein sogenanntes "Modernes Minimum" herausgelesen werden kann, ist nicht so leicht nachzuvollziehen. Zyklus 23 (siehe oben!) zeigt bestenfalls eine Abschwächung auf hohem Niveau. Vgl. Solanki et al. (2004), MPG 2004 und auch die folgende Abb. des LASP mit der TSI (Reconstructed Total Solar Irradiance). Im übrigen müsste dann wesentlich eher von einem "Minimum" um 1900 (Krakatao-Ausbruch) gesprochen werden. Um ein Minimum im eigentlichen Sinne, d.h. ein Minimum solarer Aktivität, handelte es sich aber mitnichten.

 
 

Laboratory for Atmospheric and Space Physics, University of Colorado at Boulder: LASP over longer periods of time

Abb. rechts:
Measuring Earth's surface temperature and solar radiation


 
 

Zur solaren Aktivität im Holozän vergleichen Sie bitte die umfangreiche Arbeit von Maura V. Vonmoos (2005) "Rekonstruktion der solaren Aktivität im Holozän mittels Beryllium-10 im GRIP Eisbohrkern".- Dissertation an der ETH Zürich. - PDF-File  [1.992KB, 145 S, date of access: 03.05.07]

   
 
 

"A Millenium Scale Sunspot Reconstruction: Evidence For an Unusually Active Sun Since the 1940’s" by Ilya G. Usoskin, Sami K. Solanki, Manfred Schuessler, Kalevi Mursula, Katja Alanko.- Phys.Rev.Lett. 91 (2003) 21110

  • "The extension of the sunspot number series backward in time is of considerable interest for dynamo theory, solar, stellar, and climate research. We have used records of the Be-10 concentration in polar ice to reconstruct the average sunspot activity level for the period between the year 850 to the pr esent. Our method uses physical models for processes connecting the Be-10 concentration with the sunspot number. The reconstruction shows reliably that the period of high solar activity during the last 60 years is unique throughout the past 1150 years. This nearly triples the time interval for which such a statement could be made previously."
    Source: http://arxiv.org/abs/astro-ph/0310823v1 [date of access: 27.04.07] Längere Zusammenfassung (deutsch) in: innovationsreport.de [date of access: 18.01.07]

    d.h. die Sonne ist seit 1940 so aktiv wie seit 1.150 Jahren nicht mehr (Studie des Max-Planck-Instituts für Aeronomie zur Sonnenfleckenaktivität)

    Diese Erkenntnisse sind vor dem Hintergrund der ein Jahr später (!!) gemachten Behauptung von Stefan Rahmstorf (PIK Potsdam) von besonderem Interesse, der in einem ausführlichen und durchaus sehr wichtigen Kommentar zu den Thesen der "Klimaskeptiker" [date of access: 02.02.07] sagte: "... seit 60 Jahren hat die Sonnenaktivität nicht zugenommen, wie Prof. Sami Solanki, Direktor des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung und einer der führenden Experten auf diesem Gebiet, bestätigt" - was definitiv eine falsche Behauptung ist (siehe oben!) - und in einem Interview zwei Jahre später (!!) mit Astrid Dähn unter dem Titel "Unglückliche Verquickung von Politik und Wissenschaft" in Technology Review (03/2005) [date of access: 22.01.07], sagte ".. die Sonnenaktivität hat seit 1940 gar nicht zugenommen. Und auch der Anstieg vor 1940 war relativ klein verglichen mit dem, was die Treibhausgase, die der Mensch produziert hat, inzwischen an Störung des Strahlungshaushalts verursachen."

Diese überaus dreisten Falschaussagen und an (gewollte?) Irreführung grenzenden Behauptungen Prof. Dr. Stefan Rahmstorfs werden auch aktuell ständig von ihm vor grossem Publikum wiederholt, z.B. aktuell am 27.06.2007 in einer Phoenix-TV-Diskussionsrunde.

Aber vielleicht haben ja Usoskin et al. (2003) "A Millenium Scale Sunspot Reconstruction: Evidence For an Unusually Active Sun Since the 1940’s".- Phys. Rev. Lett. 91 (2003) 211101, oder Solanki et al. (2004) "Unusual activity of the Sun during recent decades compared to the previous 11.000 years".- Nature 431: 1084-1087, 28. October, oder "The Solar Physics Group at NASA's Marshall Space Flight Center", ihre zahlreichen Forschungsergebnisse mittlerweile widerrufen und niemand hat es bemerkt?

Zur Erinnerung hier die programmatischen Vorgaben von Prof. Dr. Stephen Schneider: "So we have to offer up scary scenarios, make simplified, dramatic statements, and make little mention of any doubts we might have [...] Each of us has to decide what the right balance is between being effective and being honest” und den § 6 aus "Unseriöse Informations- und Desinformationstaktiken". Eine höchst zweifelhafte Methode dieser "Öffentlichkeitsarbeit" scheint mittlerweile zu sein, vor der Hysterie zu warnen, sie aber gleichwohl intensivst zu schüren.


Übrigens: ".. Wissenschaft lebt vom offenen und mit sachlichen Argumenten ausgetragenen Streit .." und an anderer Stelle des gleichen Artikels: "Es ist unverantwortlich, in der Öffentlichkeit durch Weglassen von Fakten bewusst einen falschen Eindruck zu erwecken. Es ist ebenso unverantwortlich, voller Überzeugung Theorien zu vertreten, die nichteinmal durch wissenschaftliche Fachpublikationen gedeckt sind .." sagte Rahmstorf am 5.9.2002 in DIE ZEIT (Flotte Kurven, dünne Daten - Im Medienstreit um den Klimawandel bleibt die Wissenschaft auf der Strecke) sehr zu recht.

    Anmerkung: Von sachlicher Auseinandersetzung ist in dem besagten Artikel wenig zu spüren, dagegen - leider - viel von persönlicher Diffamierung (z.B. Skeptiker sind international unbekannte Autoren, Publikationen ohne wissenschaftliche Begutachtung, Finanzierung der Kritiker durch die Braunkohleindustrie etc.) und unsinnigen Behauptungen (z.B. Elbeflut ist bereits Folge von "Global Warming" etc.). Man ist versucht anzumahnen: Wer im Glashaus (!) sitzt, sollte nicht allzu unbedacht mit Steinen werfen ... Aber vielleicht ist es ja so - der Logik und Argumentation z.B. von Rahmstorf oder tw. auch früheren Aussagen von Cubasch folgend -, dass Wissenschaftler vom MPI für Aeronomie keinen blassen Schimmer von Paläoklimatologie und Paläoklimatologen keine Ahnung von solarer Astrophysik oder Aeronomie haben?

    Das mag noch amüsieren, vor allem, wenn man bedenkt, dass z.B. M.Mann vor seiner Publikation der unseeligen Hockeystick-Kurve absolut unbekannt war und seine Arbeit offensichtlich überhaupt nicht ernsthaft überprüft wurde.

    Aber wie sagte doch Cubasch:
    "Die Arbeit von Mann war schliesslich in „Nature“ erschienen, einem renommierten Fachjournal mit Gutachtern. In solchen Fällen müssen sich die IPCC-Mitarbeiter auf den Begutachtungsprozess verlassen. Jede Publikation im IPCC-Bericht noch einmal nachzurechnen, würde viel zu lange dauern."
    Das ist sicher richtig, aber:

    Ist es nicht auch so, dass uns manche "wissenschaftliche" Ergebnisse zu einem bestimmten Zeitpunkt sehr gelegen kommen?

    Problematisch wird es jedoch, wenn kritische Wissenschaftler verwandter Disziplinen, die Ungereimtheiten und Widersprüche in der Argumentation jener Kollegen ausmachen, die einen überwiegend anthropogenen Klimawandel für bewiesen halten und horrible Projektionen (z.B. eben auch von Prof. Ulrich Cubasch, 2001, Variabilität der Sonne und Klimaschwankungen”) mit höchst fragwürdigen Daten publizieren (die Fragwürdigkeit hätte Cubasch auch vor MM 2005, und Moberg 2005, auffallen können, vgl. Rekonstruktion der mittleren Temp. ...), in die Nähe der rechten Szene gerückt werden, oder ihnen unterstellt wird, sie seien nicht für den nachhaltigen Schutz der Umwelt. Man könnte dieses Vorgehen als unverantwortlich bezeichnen.

    Es ist absolut falsch zu meinen, dass - sollte sich die Solarhypothese als ebenso wichtig oder sogar wichtiger herausstellen als die CO2-Hypothese - die Menschheit für den Schutz ihrer Umwelt nichts zu unternehmen hätte, wie Cubasch in dem o.g. Beitrag befürchtet.

 
 
 

Hier eine weitere "Experten-Meinung":
In einem Interview mit dem Magazin Stern (26. Januar 2007) sagte Johann Jungclaus (Projektleiter des laufenden Millenniumsexperiments in Hamburg. Seit 1999 ist er am Max-Planck-Institut für Meteorologie tätig), dass die Sonnenaktivität deutlich geringer schwankte als bisher angenommen, denn die Forschungsergebnisse hätten gezeigt, in den letzten 400 Jahre sei die Veränderung der Sonnenstrahlung fast vier mal kleiner gewesen als bisher angenommen. Hier wird eine Grafik von Prof. Solanki gezeigt, wonach Sonnenaktivität und Temperaturverlauf bis 1980 eine hoch signifkante Korrelation zeigen. (vgl. dazu die Publikation von Solanki!)

  • "Insbesondere die Messungen mit Satelliten über die letzten 30 Jahre zeigen keinen Trend in der Sonnenaktivität, mit dem man die Erwärmung der Erde erklären kann. Das gilt auch, wenn man noch ungeklärte Rückkoppelungen beachtet. (...) Einige Forscher geben veränderte Meeresströmungen zum Beispiel als Ursache für den letzten großen Klimawandel an, was allerdings sehr umstritten ist. Dieser letzte Klimawandel wird kleine Eiszeit genannt und dauerte vom 16. bis zum 19. Jahrhundert. (...) Auch die Meeresströmungen können durch äußere Faktoren beeinflusst werden, was ja die zu erwartende Abschwächung des Golfstroms zeigt."

    Der geneigte Leser möge entscheiden, welcher "Expertenmeinung" oder welchem "Expertenglauben" - vgl. Golfstrom-Streit - er mehr Vertrauen schenkt. In jedem Fall drängt sich der Eindruck eines sich schnell drehenden Spekulationskarussells auf.
 
  Anmerkung:
   
 

Die Auswertung von Strahlungsmessungen über Satelliten bzgl. Strahlungsvariabilität und Intensität erbrachte nach Fröhlich (2006) für die letzten Zyklen keinen signifikanten Trend einer Zunahme. Dies wurde wenige Jahre vorher von Willson & Mordinov (2003) noch anders gesehen. Zur Problematik von Strahlungsmessungen und zum Komplex "Sonne und Klima" finden Sie auf der Website des Umweltbundesamtes (UBA) wertvolle Hinweise.

Dort heisst es auch:

UBA: "Die vor allem bis Mitte des 20. Jahrhunderts relativ hohe Korrelation von Sonnenaktivität und Temperatur deutet darauf hin, dass der Einfluss der Sonne durch Rückkopplungsmechanismen indirekt auch grösser sein könnte. Bisher konnte jedoch kein entsprechender Mechanismus identifiziert werden."

Richtig ist, dass diese hohe Korrelation bis in die 80er Jahre nachgewiesen werden konnte. Vgl. Thejll & Lassen (2000) sowie Solar Activity and Climate (Danish Meteorological Institute - DMI)
[date of access: 04.05.07]

Zur Bedeutung der Resultate von Thejll & Lassen (2000) heisst es u.a.
in einem Artikel von BBC News vom 3. Mai 2000:

"The authors recognise the controversial nature of the subject, and say they hope their findings will move climate researchers towards a more balanced view.

Peter Thejll said: "It became political. We're now seeing that the Sun plays a role, and something in addition to the Sun. Maybe that will help people see there is room for both."

   
  Zusammengefasst scheint also die Einschätzung der aussergewöhnlich hohen Sonnenaktivität für die gegenwärtige globale Temperaturzunahme noch mit grossen Unsicherheiten behaftet zu sein, da besonders indirekte Prozesse nur unzureichend bekannt sind.
   
  In Bezug auf zukünftige Klimaänderungen ist die Bemerkung von Ulrich Cubasch sicher richtig, dass " ... man (...) also die Unsicherheiten in der Berücksichtigung der Sonnenintensität nicht als Argument dafür nehmen (kann), (...) keine Maßnahmen zur Stabilisierung der Treibhausgase (zu) ergreif(en)." Variabilität der Sonne und Klimaschwankungen [last date of access: 10.04.07]
   
   
 
 
   
  Weiterführende Links zum Thema "Global Warming" etc. innerhalb dieser Website ( nur kurze Hinweise!):
   
  Das zyklische Auftreten von Kalt- und Warmzeiten im Laufe der Erdgeschichte.
Das zyklische Auftreten Warm- und Kaltzeiten (150 Mio. Zykluszeit / Eis-Zeitalter)
Das zyklische Auftreten Warm- und Kaltzeiten (125.000. Zykluszeit / Eiszeit-Zyklus)
Klimaschwankungen im Jungpleistozän und Holozän und Vegetationsgeschichte
Kurzer Überblick zur Klimageschichte
Literaturangaben zur Klimageschichte, kleine Auswahl
Globalklimatische Grundlagen und Entstehung von Vegetationszonen
Die glaziale und postglaziale Vegetationsgeschichte Afrikas
Postglaziale aride und humide Phasen in der Sahara Afrikas
Meeresspiegel während des LGM (120m unter NN) u. Simulation um +5m ü.NN
Glaziale bis postglaziale Nordseegeschichte
Entwicklung der Insel Sylt
Holozäne Optima und Pessima
2000 Jahre Temperaturentwicklung der nördlichen Hemisphäre, Bemerkungen zum "Hockeystick"
Sargasso Sea Surface Temperature (3000 BP - Present)
Der sogenannte Treibhauseffekt
Hurrikane haben nicht immer Saison
Elektromagnetisches Spektrum, Strahlungsenergie und Absorption
Die Bedeutung von Kohlendioxid
Der Kohlenstoffkreislauf - Ein kleiner Einblick
Das zyklische Auftreten von Sonnenzyklen
   
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