TU-BERLIN Ergänzungen zur Vorlesung TWK an der TU-Berlin
Inst. f. Ökologie

Vegetationsökologie Tropischer & Subtropischer Klimate
von PD Dr. H. Kehl
LV-TWK-Kehl
  ZM42
 
Die Klimadebatte:
Oft nur eine "Rede über das Wetter"? S. A2-16
Suchfunktion
Teil 1: I Bemerkungen zur Klimadebatte und neuen globalen "Verantwortung"
    II Das Niveau der Klimadebatte VI Stand der Dinge - nur wenige Aspekte
    III Eine Welt voller Widersprüche VII Katastrophen haben immer Konjunktur
    IV Temperaturzunahme seit der "Kleinen Eiszeit" VIII Unterschätzte Risiken - das eigentliche Problem?
    V Diskussion um u. Anspruch auf den Konsens   Mehr Links zum Thema "Global Warming"
Teil 2: Erkenntnisse zu und Interpretationen der aktuellen Klimaentwicklung
Teil 3: Bedeutung der Sonnenfleckenaktivität - gering oder hoch?
   
Teil
1 - II: Das Niveau der Klimadebatte ... Hinweis bitte beachten!
   
 

"The only thing more dangerous than ignorance is arrogance."
Albert Einstein

II      
 
 

Es stellt sich mittlerweile die Frage, ob das zweifelhafte Niveau der Debatte über das Klima noch zu unterbieten ist, wenn Al Gore (Ex-US-Vizepräsident in seinem Film "An Inconvenient Truth") populistisch den "Kampf" gegen globale Erwärmung mit dem Kampf gegen Nazis oder islamische Terroristen in Verbindung bringt, wenn die Bemerkung von Margaret Beckett (Foreign Secretary, UK) im November 2006 stimmen sollte, wonach sie Vergleiche anstellte zwischen "climate sceptics to advocates of Islamic terror. Neither, she said, should have access to the media" und wenn - wie selbstverständlich - mittlerweile vom "Kampf gegen den Klimawandel" (mit absurden Prognosen) und von CO2 als dem "Killergas" gesprochen wird.

Abb. rechts: Wer derartigen Unsinn propagiert, kann nicht damit rechnen, ernst genommen zu werden: Al Gore exposed, Cover of "the weekly Standard", March 15 2010, Vol. 15, No 25.

Und beängstigend wird es, wenn z.B. lt.
wiwo.de (Wirtschaftswoche) "der Chef des UN-Klimarats, Rajendra Pachauri, (...) sogar den dänischen Statistikprofessor Björn Lomborg, der mit seinem Buch „Apokalypse No“ gegen den Klimastrich bürstete, mit Adolf Hitler verglichen haben (soll)" undextremistische Umweltschützer fordern: "When we’ve finally gotten serious about global warming, when the impacts are really hitting us and we’re in a full worldwide scramble to minimize the damage, we should have war crimes trials for these bastards - some sort of climate Nuremberg ...". Vgl. Sie dazu auch George Monbiot, Environment Correspondent for The London Guardian, in seinem gerade erschienenen Buch " Heat: How to Stop the Planet from Burning". [vgl. Anmerkung]

Vielleicht dann sogar verhandelt vor einer Art "Weltparlament", dem das IPCC, nach Meinung des langjährigen Umweltredakteurs Bernhard Pötter [date of access: 17.05.2007] bei der "tageszeitung" ("taz"), Berlin, schon sehr nahe kommt? Einem "Weltparlament", dem dann AlGore als Polit-Propaganda-Profi, "Erweckungsprediger" und unser "Weltpräsident" vorsteht? Vgl. Sie die deutsche Fan-Seite für AlGore und die Fussnote [*1 ] !

In der Tat, es wird immer absurder und auch kurioser, wenn z.B. einschlägige Politiker (z.B. ohne jedwede fachliche Qualifikation) sich zu der reisserischen und von jeglicher Kenntnis ungetrübten Forderung versteigen: "Es ist zu verhindern, dass in 100 Jahren die Sahara bis Berlin reicht oder London, Hamburg und der Grossteil von Holland vom Meer bedeckt werden." (Reinhard Bütikofer in einem SPIEGEL-Interview mit dem Titel "Wir haben keine zweite Chance" vom 2. Febr, 2007). So verwegen ist es da nicht, eine heilige Klima-Inquisition aufziehen zu sehen.

Und neuerdings werden sogar kleinliche und rechthaberische Wetten angeboten, wonach vorsichtige Prognosen von Klimawissenschaftlern, denen zufolge in den nächsten 10-15 Jahren die globalen Oberflächentemperaturen eher gleich bleiben und in der nördlichen Hemispäre evtl. sogar sinken, nicht zutreffend sind. Die unfassbar lächerliche Begründung von Stefan Rahmstorf, Michael Mann und anderen für die Wette können Sie hier und hier nachlesen.

Leseprobe:
"Natürlich könnten wir mit unserer Einschätzung daneben liegen. Den Kollegen stehen die kompletten Datensätze zur Verfügung, mit denen sie zudem Monate lang gearbeitet haben, während wir uns allein auf ihre Publikation verlassen müssen. Aber das Schöne an ihrer Vorhersage ist ja, dass wir in wenigen Jahren wissen werden, ob sie zutrifft – denn es handelt sich um nachprüfbare Kurzzeitvorhersagen, von denen wir gerne künftig mehr sehen.

Warum haben wir eine Wette über diese Vorhersage vorgeschlagen? Hauptsächlich deshalb, weil wir über die weltweite Berichterstattung in den Medien besorgt sind. ..." (vgl. Sie dazu das Statement von Stephen Schneider! und evtl. Goethes Zauberlehrling, aber ohne rettenden Meister)

Die spöttisch-polemischen Bemerkungen der Journalisten Miersch & Maxeiner liessen da nicht lange auf sich warten. Sarkastisch-ironische Sätze zu den 'Don Quichottischen" Verrenkungen einiger Wissenschaftler bzw. zum pseudowissenschaftlichen Talk einiger Experten finden sich aber bereits in einer Publikation zu den Meeresspiegelschwankungen von Prof. Seyfried und Prof. Leinfelder (beide Uni Stuttgart, Geologie) von 1993 unter der Überschrift "Zauberlehrling gesucht".

Da heisst es am Ende des Abschnitts:
"Es nimmt also nicht Wunder, wenn die Autoren einer kürzlich erschienenen zusammenfassenden Studie weitere Forschungsaktivitäten zum Thema fordern, zumindest 'unless nasty surprises are assigned a zero probability'. Wohlan, Ihr Narren !"

Hoch dramatische Worte, die den Untergang der Welt beschwören, hört man zunehmend auch von führenden Köpfen des IPCC. "Den Klimawandel zu leugnen und nichts zu tun, um ihn zu bremsen, sei „kriminell verantwortungslos“. "Das hat der Exekutivsekretär der Vereinten Nationen Yvo de Boer [ein ausgebildeter Sozialpädagoge und Sozialarbeiter, Anm. Verfasser] auf der Konferenz des Weltklimarats IPCC in Valencia gesagt", lt. FAZ.Net vom 14. November 2007. "Furchterregend wie ein Science-Fiction-Film" - so bewertet Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon den neuen Weltklimabericht", lt. SPIEGEL-ONLINE-WISSENSCHAFT vom 17.Nov. 2007. Wenn aber beschlossene Sache ist, dass der

Umgang mit dem Klimawandel "die Feuertaufe für die im Entstehen begriffene Weltgesellschaft" ist (so Schellnhuber und Rahmstorf vom PIK), und

"The impact of global climate change is not limited to specific areas of our lives. With its social, cultural, economic and psychological implications, climate change represents a shift towards a new era, which concerns all levels of the global community: markets and mindsets, global cooperations and democracy." (The Great Transformation, Climate Change as Cultural Change),

dann heiligt evtl. das Ziel die unsäglichsten Mittel? Handelt es sich bei der Sprache der Protagonisten nicht bereits um Demagogie? [*1a ]

Bereits Anfang 2007 warnte selbst die Münchner Rück vor Hysterie in der Klimadebatte, [date of access: 18.01.2007] (obwohl doch quasi Vereinsmitglied des PIK Potsdam) und titelte DER SPIEGEL am 07.05.2007 "Die grosse Klima-Hysterie - Hilfe ...die Erde schmilzt!"

Der Ex-Kanzler Helmut Schmidt (natürlich als inkompetenter, nicht prädestinierter und gänzlich unwissender Verharmloser?) rief anlässlich des G8-Gipfels zu mehr Gelassenheit in der Klimadebatte auf und nannte in einem Interview die Diskussion um den Klimawandel "hysterisch überhitzt, auch und vor allem durch die Medien". "Aber sich darüber [über den klimatischen Wechsel, Anm. Autor] aufzuregen und zu meinen, diesen Wechsel könnte der Mensch durch gemeinsamen Beschluss in Heiligendamm aufhalten, das ist reine Hysterie, das ist dummes Zeug."

   
 
   
 

Von immer mehr Wissenschaftlern (aber auch Politikern) wird der Alarmismus heftig kritisiert. "According to Prof Hulme [Director of the respected Tyndall Centre for Climate Change Research, University of East Anglia], the climate change debate has become 'negative, depressive and reactionary', with environmentalists vying to find ever more apocalyptic visions of the future. (...) He has simply had enough of eco-fundamentalists hijacking the scientific agenda [Eine besonders unrühmliche Rolle spielt hier die alarmistische "Greenpeace-Industry"]. .... Dr Tim Palmer, one of Britain's leading experts on climate modelling, last week also warned that "hyping can be dangerously counter-productive", zit. aus: The risks of global warning - Scaremongering damages the credibility of real ecological research, says Robert Matthews, The First Post (Nov. 8, 2006). [date of access: 07.05.07]

Ähnlich sieht das auch der Nordirische Umweltminister Sammy Wilson, der aktuell in einem Artikel im News Letter meinte, dass die Sicht der "green campaigners" auf den Klimawandel einer "hysterical pseudo-religion" gleiche und "reasoned debate must replace the scaremongering of the green climate alarmists." BBC News Channel, vom 5 September 2008. [date of access: 05.09.08]

Vgl. Sie dazu auch von Prof. (em) Dr Arthur Rörsch, ehemals Molecular Genetics, Leiden University, The Netherlands, "Good Scientific Practice and the Lomborg Affair in Denmark" PDF-File [3 S.] und "Pseudoscientific elements in climate change research" PDF-File [22 S.]

Bemerkenswert ist dabei die Methode (die mit gutem Recht als erschreckend peinlich, ehrverletzend und damit unwürdig und schäbig bezeichnet werden muss), mit der sich jener junge und ehrgeizige Ozeanograf aus Potsdam anheischt, einen emeritierten Kollegen mit einer veritablen Qualifikation im Hinblick auf die Beurteilung von Klimafragen anzugreifen (hier ein
sachliches Interview des Angegriffenen, welcher weit eher und mit gutem Recht als Klimatologe bezeichnet werden könnte), und anderen kurzerhand die Qualifikation abspricht, die Widersprüchlichkeit in der Klimadebatte aufzuzeigen.

Diese Seite soll ein wenig das - von einigen Wissenschaftlern, Politikern und vielen Medien - ständige und absurde Katastrophengerede und vor allem jene, aus menschlicher Hybris geborene Idee hinterfragen, wonach die Erhaltung eines bestimmten Umwelt- bzw. Klimazustandes ein elementares Ziel zu sein hat und jegliche Veränderung zum Chaos für Gesellschaften führen muss (vgl. "Das soziale Konstrukt des Klimas" PDF-File [8S.] von Nico Stehr und Hans von Storch, 1997, Hans von Storch (2005) Klima inszenierter Angst PDF-File [4S.] sowie die Bemerkungen von Josef H. Reichholf [*2 ] in einem SPIEGEL-Interview vom 7. Mai 2007).

Dies vor dem Hintergrund, dass mittlerweile mit dem Begriff 'Klima' ganz selbstverständlich 'Katastrophe' assoziiert wird und aus besonders berufenem Munde (!?), nämlich dem des anerkannten Astrophysikers (und leider auch Schwätzers) Stephen Hawking bei einem lockeren "Talk mit Beckmann", bereits - ganz in der Tradition eines Nostradamus - der klimabedingte Weltuntergang für das Jahr 3.000 prophezeit wird. Aber wie hiess es doch so schön sarkastisch, ironisch und recht flapsig in der bsz (Bochumer Stadt- und Studierendenzeitung): "Jede Glaubensgemeinschaft, die etwas auf sich hält, seien es Christen, Azteken oder bloß drogenkonsumierende Sektenfuzzis, sollte eine Untergangstheorie zu predigen wissen."

Aber permanent geschürte Angst (z.B. vor islamischen Terroristen und/oder der "Klimakatastrophe", vgl. Heribert Prantl in der SZ vom 9. Juli 2007, S.4 "Der Angstmach-Minister") ist und war wohl schon immer das Herrschaftsinstrument der Politik par excellence.

Thomas Deichmann, Chefredakteur des NOVO-Magazins [date of access: 15.02.07] bemerkt dazu im Vorwort des Jan./Febr. Heftes 2007 unter der Überschrift "Gutes Klima, böser Mensch?" u.a.:

"Wir sind der Auffassung, dass sich derartige Diskussionen [z.B. um den Klimawandel, Superrezession nach Stern Review on the Economics of Climate Change, einem von Umweltökonomen heftig kritisierten politischen Auftragswerks der britischen Regierung, Anm. Verfasser] über die möglichen Auswirkungen einer anhaltenden Erderwärmung nicht primär aus dem eigentlichen Sachverhalt heraus verstehen lassen. Dafür gibt es zu viele Widersprüche, zumal sich auch ganz grundlegend die Frage stellt, warum man sich nicht anders (sachlicher, ruhiger, selbstbewusster) dem Thema nähert. Offenbar liegt es daran, dass das Thema von der Politik kolonisiert worden ist" - und instrumentalisiert wird. (Hervorh. und Ergänzung durch Verfasser)

Und zweifellos passte "in einer Atmosphäre der generellen Sorge um die Umwelt (...) die Warnung vor dem Klimakollaps in die politische Landschaft," so Nico Stehr und Hans von Storch (breits am 04.10.2000). Zur Entstehung dieser 'politischen Landschaft' vgl."Die deformierte Gesellschaft" von Hanna Thiele (2006).

Und es ist zu fragen, ob z.B. auch jene kritischen Wissenschaftler, die den sogenannten 'Heidelberg Appeal' (nicht zu verwechseln mit dem 'Heidelberg Appeal Nederland Foundation (HAN)') kurz nach Rio '92 unterzeichneten (ein sehr allgemeiner Protest gegen irrationale Ideologien, die sich gegen Wissenschaft, Technik und Fortschritt stellen - aber kein direkter Bezug zur Klimaentwicklung und -diskussion -, jedoch gegen "pseudo-scientific arguments or false and non-relevant data" - und die Mystifizierung von Natur ist Pseudowissenschaft, vgl. J.H. Reichholf 2007), immerhin mittlerweile ca. 4.000 Wissenschaftler, darunter 92 Nobelpreisträger, zu den Unbelehrbaren gehören?

Vielleicht sogar vom Typus des "bezahlten Lobbyisten", des "Don Quichotte", oder des emeritierten, ganz sicher aber "exzentrischen Wissenschaftlers" (vgl. pejorativen Duktus in "Die Klimaskeptiker" von Stefan Rahmstorf, PIK) bzw. zu den vernachlässigbaren Kritikern der IPCC-Politik oder sogar korrupten Opportunisten unter den Wissenschaftlern? Aber ganz sicher sind die wenigen aktuellen Kritiker keine Klimatologen, so Prof. Hans Joachim Schellnhuber vom PIK (Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung). Als Entschuldigung (aber keinesfalls Rechtfertigung!) für dieses erschreckende Niveau bietet sich evtl. an, politikberatenden Ozeanografen oder Klimatologen (oder auch selbsternannten Klimafolgenforschern) einen besonders hohen Rechtfertigungsdruck zu attestieren. In jedem Fall ist es ein Verlust von wissenschaftlicher Etikette (vgl. die Forderungen von Stephen Schneider).

In der Zusammenfassung eines Vortrages von Prof. von Storch mit dem Titel "Ist Klimaforschung Physik?", vom 23.03.2010, wird deutlich, wieweit die Klimaforschung sich von der seriösen Wissenschaft entfernt hat. Dort heisst es:

  • "Viele Klimaforscher kommen aus der Physik oder verwandten Gebieten, von Ingenieurswissenschaften bis hin zur Meteorologie. Insofern finden sich Methoden aus der Physik häufig angewandt in der Klimaforschung – aber ist Klimaforschung deshalb eine Art Physik? In dem Vortrag werden einige Aspekte herausgearbeitet, die die Klimaforschung „anders“ machen, insbesondere die Unmöglichkeit echter Experimente (abgesehen von Modellexperimenten), die Abwesenheit einer Falsifikationskultur, und die Nutzung historischer, oft wenn nicht meist inhomogener Daten. Was aber die Klimaforschung „ganz anders“ macht, ist der „postnormale“ Kontext, wonach einerseits die Unsicherheiten aller Aussagen notgedrungen hoch sind, in der andererseits hoch-relevante wirtschaftliche und politische Entscheidungen betroffen sind und zusätzlich kulturelle Werte eine Rolle spielen. Insofern stellt sich heraus, dass, obwohl vordergründig viel Physik in der Klimaforschung enthalten ist, es doch eine Feld mit einer ganz eigenen Aufstellung ist, und von daher auch mit anderen Konzepten betrieben werden muß. Stichworte sind hier transdisziplinäre Selbstreflektion und Klimaservice..."

Und in einem Interview mit 3sat-nano vom 16.02.2010 sagte Hans von Storch u.a.:

  • "Zweifellos ist die Klimaforschung in eine Glaubwürdigkeitskrise gekommen, die sie aber durchaus auch selber verschuldet hat", (...) "Wir haben in den vergangenen Jahren eine Neigung zur Dramatisierung gesehen. ..." (...) Die Wissenschaft habe dabei mitgespielt (...) und bekomme nun die Rechnung für "ein unkluges Verhalten, das darauf ausgerichtet war, eine gewisse politische Klientel zu befriedigen". Man habe übertrieben, um bestimmten ökonomischen und politischen Zielen zu dienen und Angst zu machen. "Es gibt viele Akteure in der Klimawissenschaft, die auch politisch Akteure sind", kritisiert Storch zudem.

Wer aber ist nun wirklich "Klimatologe", wer Ideologe, wer Lobbyist für wen oder was und wer keiner, oder bestenfalls in eigener Sache?

  • Generell ist wohl eine Illusion anzunehmen, es gäbe Wissenschaftler ohne jedwede persönliche Interessen (z.B. direkte oder indirekte ökonomische oder universitätsinterne) bzw. Voreingenommenheiten. Deshalb sollten Veröffentlichungen in Fachzeitschriften - unabhängig von den Präferenzen ihrer Verfasser - nach der Qualität der Inhalte beurteilt werden. Hierfür gibt es i.d.R. qualifizierte Peer Reviews und diverse Prüfverfahren. Damit wird jeglicher "Gesinnungswissenschaft" ein Riegel vorgeschoben.

  • Vorverurteilungen und Ausgrenzungen von Wissenschaftlern, die in irgendeiner Form der Industrie oder sonstigen global operierenden Unternehmen nahe stehen, gleichen einem modernen McCarthyismus, [*3 ] wie ihn Elizabeth M. Whelan (Präsidentin desAmerican Council on Science and Health) kritisiert hat. Vgl. Artikel im NOVO-Magazin, Heft 77, August 2005. - [date of access: 12.02.07]

  • Kann es sein, dass es bereits wieder ein "vorgeschriebenes Denken und eine vorgeschriebene Sprache für bestimmte Vorgänge gibt?" (vgl. Heinrich Böll in seiner Rede am 15. Okt. 1983 PDF-File 140S. , zur Verleihung des Robert-Bosch-Preises ....), nur noch Reflexe (und keine Reflexionen) und nur noch Schwarz-Weiss-Denken bzgl. Klimaentwicklung?

In Bezug auf Prognosen und Szenarien ist sicher aufschlussreich, noch einmal das gewaltige Werk "Global 2000 - Der Bericht an den Präsidenten" (1981) zur Hand zu nehmen und sich dort ab Seite 212 die vorgestellten Klimaszenarien anzuschauen. Übrigens von hervorragenden Klimatologen der Zeit entwickelt. Drei Möglichkeiten standen damals noch zur Auswahl: Keine Veränderung, Erwärmung oder Abkühlung. Alle Szenarien unterscheiden sich wesentlich vom neuesten 4th AR Climate Change 2007 des IPCC. Dem Report zufolge ist jetzt eines nahezu unumstösslich: Die menschengemachte Katastrophe kommt, wenn ...

Und seitdem (vor allem deutsches, wohl eher wirtschafts-) politisches Ziel ist/war, auf dem G8-Gipfel in Heiligendamm im Juni 2007 ein international verbindliches Klimaschutz-Abkommen unter UN-Dach als Nachfolger des Kyoto-Klimaschutzprotokolls zu erreichen, ist AGW, der anthropogen bedingte Klimawandel sakrosankt, jeglicher Zweifel daran schon fast Häresie.

Vgl. Sie dazu aktuell den Beitrag "Propheten der Angst: Wer nicht für uns…" von der Frankfurter Publizistin Cora Stephan aktuell im DeutschlandRadio Kultur - Signale, Gedanken zur Zeit - vom 09.09.2007. [date of access: 09.09.07]

Mit Cora Stephan möchte man bzgl. Katastrophenerwartung ironisch hinzufügen: "Die Welt geht unter und wir sind schuld daran, basta. Das kann uns niemand nehmen. (...) Insbesondere der deutsche Mensch lässt ungern ab von jenem Grössenwahn, dass er zu allem fähig ist, selbst dazu, den Weltuntergang herbeizuführen." Vgl. wiederum Beitrag in DeutschlandRadio Kultur bereits am 13.05.2007. [date of access: 25.05.07]

Und um die Welt (diesmal vor der herbei geredeten "Klimakatastrophe") zu retten, sind besonders die Tugenden, oder besser wohl "Eigenheiten des preussischen Idealismus" (auch Selbstdefinitionen eines Nachkriegsdeutschland) geradezu prädestiniert. So schrieb Andrzej Szczypiorski 1993 in einem Geo-Artikel "Unser paradoxer Nachbar" (Nr.4/April: 62) u.a.: "Viele Polen vermuten hinter diesem Streben [nach untadeligem Auftreten] die preussische Sucht, andere zu übertreffen, dieses etwas unreife Begehren des Preussen, immer der Klassenprimus zu sein. Besonders dann, wenn in dieser Klasse ganz Europa, oder die Welt sitzt." Dem Optimismus des ehemaligen Deutschland-Korrespondenten der NZZ (13. Juni 2008), Eric Gujer, möchte man da gerne zustimmen, der eine Abnahme dieses "Strebersyndroms" erkannt haben will.

Vor dem Hintergrund des Menetekels einer menschengemachten (Klima-)Katastrophe lohnt es sich, das Interview mit Hans von Storch im SPIEGEL - Magazin vom 12.03.2007, S. 156, zu lesen.

  • "Wir haben noch genug Zeit - Der Klimaforscher Hans von Storch über unbegründete Ängste vor dem Weltuntergang, die Folgen der Erderwärmung für Deutschland und die Anpassungsfähigkeit des Menschen". Abdruck bei IB-Rauch und als PDF-Datei bei GKSS-Forschungszentrum PDF-File 5 S. (Spiegel-Version nicht mehr zugänglich) [date of access: 29.07.08]

    Der Klimaforscher Prof. Dr. Hans von Storch ist Leiter des Bereiches 'Systemanalyse und Modellierung' am Institut für Küstenforschung des GKSS-Forschungszentrums in Geesthacht.

Nicht zuletzt:
Vor dem Hintergrund der
Brisanz der globalen Bevölkerungsentwicklung mit all ihren unausweichlichen Folgen (z.B. konkrete Ressourcenverknappung, besonders Wasserver- und -gebrauch, Ausweitung von Anbauflächen und Produktionskapazitäten zur Befriedigung des Nahrungsmittelbedarfs, siehe hier! - was von den Medien und damit der Öffentlichkeit überhaupt nicht ausreichend wahrgenommen wird) verblassen alle Probleme, die sich evtl. aus der Zunahme der globalen Temperaturen mit ihren spekulativen Folgen ergeben, entgegen den übertrieben pessimistischen, alarmistischen und inkompetenten - so der Klimaökonom Prof. Richard S.J. Tol im Interview - ausschliesslich klimabezogenen Annahmen im Stern-Report (Stern Review on the Economics of Climate Change).

Siehe weitere Publikationen von Richard Tol und Goklany, Indur M. (2008) What to Do about Climate Change.- Policy Analysis Nr. 609 (Febr.), publ. by CATO - Institute. PDF-File 28 S. mit besonderem Bezug zum "FTA" (fast track assessment) sponsored by the U.K. Department of Environment, Forests and Rural Affairs sowie zum o.g. "Stern-Review".

Meldung in SPON, am 26. März 2014, von Axel Bojanowski, unter dem Titel "Angebliche Panikmache - Führender Forscher verlässt Spitze des Welt-Klimarats: Der renommierte Umweltökonom Richard Tol von der University of Sussex in Großbritannien scheidet aus der Gruppe aus, die den Klimareport zusammenfassen soll, unter Protest: Er trete als Autor der Zusammenfassung des Klimaberichts zurück, bestätigt Tol gegenüber SPIEGEL ONLINE. Das Resümee des Uno-Berichts "driftet Richtung Alarmismus", meint der Forscher."

   
 
 
  Anmerkung:
 

Am 23. März 2008 machte ein aufmerksamer Besucher dieser Website, Herr Michael Limburg (Pressesprecher von EIKE Europäisches Institut für Klima und Energie), darauf aufmerksam, dass das von mir bis heute fälschlicherweise George Monbiot zugeschriebene Zitat von David Roberts, "staff writer" der Gristmill-Website, stammt. Auf diesen Umstand wurde Herr Limburg von Christopher Monckton hingewiesen. Hier bestätigt sich auf eindrucksvolle Weise, dass die "erleuchteten" oder "bekehrten" Jünger einer Bewegung immer am gefährlichsten sind.

Dass George Monbiot in seiner Einstellung jedoch gar nicht so weit weg ist von unverantwortlichem Gerede, zeigt das folgende Zitat: "Every time someone dies as a result of floods in Bangladesh [hier Infos zu den Ursachen der Überschwmmungen, Anm. Verfasser], an airline executive should be dragged out of his office and drowned." The Guardian, 5 December 2006.

 
  *1:
 

Bernhard Pötters Beiträge zur Klimaproblematik in der Zeitung "taz", Berlin - in ihren Anfängen eine Art linkes "Projekt Gegenöffentlichkeit" und oft Sprachrohr von Minderheiten - sind verblüffend kritiklose und teilweise unfreiwillig komische und lächerliche Reflektionen der Mainstream-Klimatologie, wenn z.B. das IPCC in die Nähe eines dann absolutistischen Weltparlaments gerückt wird. Eventuell mit dem "Erweckungsprediger" Al Gore (NZZ-Online) an der Spitze? Aber vielleicht war das ja eher als Glosse gemeint? Es ist erschreckend, wie dieser sogenannte "Umweltredakteur" kritische Wissenschaftler diffamiert, z.B. als "Betonköpfe" bezeichnet und aus wissenschaftlicher Perspektive unverzeihlichen Unsinn behauptet, oder Halbwissen verbreitet, z.B. "Die globale Erwärmung ist ohne Beispiel in den letzten 10.000 Jahren".

Oder ist ein (fachlich inkompetenter) Journalist immer auf der sicheren Seite, wenn er sogenannte offizielle Verlautbarungen zitiert, besonders solche des IPCC oder sogenannter seriöser Klimaforscher?

In dem Artikel "Amtliche Lüge vom prima Klima" wird das Niveau jener "Vierbuchstaben-Zeitung" mit Leichtigkeit unterboten und mit dem wohlwollenden Hinweis in diesem Artikel auf eine "vertrauliche" Schwarze Liste (tatsächlich von Rahmstorf in einem ZEIT-Interview vom 10.02.2005 geäussert), erstellt von "seriösen Klimaforschern", mit 31 Namen von "Klimaskeptikern", "in der Regel (handelt es sich) um Laien (...), die nicht selten mit den einfachsten fachlichen Grundtatsachen in Konflikt stehen" (eine Formulierung übrigens, wie sie gebetsmühlenhaft von AGW-Enthusiasten wiederholt wird), bereits eine bestürzende Nähe zur Diskreditierungsmethode - mit Verlaub - des "Stürmer" erreicht. Vgl. Sie dazu auch "Die rabiaten Methoden des Klimaforschers Rahmstorf" in SPIEGEL-Online vom 12.09.2007.

Näheres zu Bernhard Pötter

 
  *1a:
  Demagogie betreibt, wer bei günstiger Gelegenheit öffentlich für ein politisches Ziel wirbt, indem er der Masse schmeichelt, an ihre Gefühle, Instinkte und Vorurteile appelliert, ferner sich der Hetze und Lüge schuldig macht, Wahres übertrieben oder grob vereinfacht darstellt, die Sache, die er durchsetzen will, für die Sache aller Gutgesinnten ausgibt, und die Art und Weise, wie er sie durchsetzt oder durchzusetzen vorschlägt, als die einzig mögliche hinstellt.“ Martin Morlock 1977, gefunden in Wikipedia zum Thema "Demagogie". (Hervorh. durch den Autor)
 
  *2:
 

SPIEGEL: Wieso ist eigentlich zum Dogma geworden, dass wir uns vor wärmeren Zeiten fürchten müssen?

Reichholf: Das ist mir auch ein Rätsel. Noch in den sechziger Jahren fürchteten sich die Menschen eher vor einer neuen Eiszeit - und das wäre auch eine grosse Gefahr für uns. Denn Zeiten mit Wetterverschlechterung waren die Katastrophenzeiten, nicht Phasen wärmeren Klimas. Gerade um eine wachsende Bevölkerung auf diesem Planeten zu ernähren, müssten wir uns ein wärmeres Klima wünschen. Denn in den wärmeren Regionen ist der Aufwand viel geringer, das Überleben zu sichern."

Vor dem Hintergrund dieser zutreffenden Bemerkungen und der nachgewiesenen wesentlich grösseren Ausdehnung der Immergrünen Tropischen Regenwälder während des wesentlich wärmeren Atlantikums, überrascht die Meldung doch sehr, wonach "Flora und Fauna in den feucht-warmen Regenwäldern keinen starken Temperaturanstieg vertragen" Vgl. "Forscher fürchten Verlust kompletter Klimazonen".

Näheres zu Prof. Josef H. Reichholf

 
*3:
  Wenn Wissenschaftler in ihren Publikationen mittlerweile beteuern, "Neither Spencer nor Christy receives any research support or funding from oil, coal or industrial companies or organizations, or from any private or special interest groups. All of their climate research funding comes from state and federal grants or contracts" (vgl."Global Temperature Report 1978 - 2003"), oder andere Wissenschaftler ihren Publikationen, welche evtl. dem Mainstream widersprechen, erklärende Worte an den Anfang stellen, sie seien durchaus für den Umweltschutz und für das Sparen von Energie (viele Beispiele!), oder das Einverständnis mit dem anthropogenen Klimawandel vorab bestätigen, obwohl doch ihr Beitrag ganz andere Schlüsse zulässt, dann ist eine Atmosphäre entstanden, die an unselige Zeiten erinnert.
   
 
   
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Weiterführende Links zum Thema "Global Warming" etc. innerhalb dieser Website ( nur kurze Hinweise!):
   
  Das zyklische Auftreten von Kalt- und Warmzeiten im Laufe der Erdgeschichte.
Das zyklische Auftreten Warm- und Kaltzeiten (150 Mio. Zykluszeit / Eis-Zeitalter)
Das zyklische Auftreten Warm- und Kaltzeiten (125.000. Zykluszeit / Eiszeit-Zyklus)
Klimaschwankungen im Jungpleistozän und Holozän und Vegetationsgeschichte
Kurzer Überblick zur Klimageschichte
Literaturangaben zur Klimageschichte, kleine Auswahl
Globalklimatische Grundlagen und Entstehung von Vegetationszonen
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Postglaziale aride und humide Phasen in der Sahara Afrikas
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Glaziale bis postglaziale Nordseegeschichte
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Holozäne Optima und Pessima
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Der Kohlenstoffkreislauf - Ein kleiner Einblick
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