TU-BERLIN Erläuterungen zur Vorlesung TWK an der TU-Berlin
Inst. f. Ökologie
LV-TWK-Kehl
PD Dr. H. Kehl ZM07
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Zum sogenannten "Treibhauseffekt"
 
Global Energy Flows Eine Klarstellung vorab
Entdeckung des l’effet de serre (wörtlich Glashauseffekt)
Erste quantitative Bestimmung
Nachweis von CO2 in der Atmosphäre durch Keeling u.a.
Einige Literaturangaben vorab
Kurze Einleitung zum "Treibhauseffekt"
  Anthropogener und natürlicher Treibhausanteil
  Welchen Anteil hat CO2 am Treibhauseffekt?
  Vereinfachte Darstellungen hoch komplexer Vorgänge
  Kritische Kommentare und Erläuterungen
Weiterführende Links zum Thema "Global Warming"
 
 
Eine Klarstellung vorab: Hinweis bitte beachten!
 

In einer "Stellungnahme der Deutschen Meteorologischen Gesellschaft zu den Grundlagen des Treibhauseffektes." PDF-File [4 S.] heisst es noch 1999 - und ist nach wie vor zutreffend: [Link am 05.01.2016 modifiziert, da die Stellungnahme auf den Seiten der DMG offensichtlich nicht mehr zur Verfügung gestellt wird]

"Es ist unstrittig, daß der anthropogene Treibhauseffekt noch nicht unzweifelhaft
nachgewiesen
werden konnte."

 

Hierzu eine bemerkenswerte Erkenntnis von Stephen Hawking (DIE ZEIT, 20.8.1993 Nr. 34): "In der Praxis widerstrebt es Menschen, eine Theorie aufzugeben, in die sie viel Zeit und Mühe investiert haben. Gewöhnlich stellen sie deshalb die Beobachtungen in Frage und versuchen die Theorie so abzuändern, dass sie zu den Beobachtungen passt. Schließlich verwandelt sich die Theorie in ein schiefes und hässliches Gebäude. Dann schlägt jemand eine neue Theorie vor, die für alle störenden Beobachtungen einleuchtende, natürliche Erklärungen findet." [letzte Aktualisierung: 20.02.11]

 
Entdeckung des "Glashaus-Effektes":
 
Jean Baptiste Joseph Fourier (* 21. März 1768 bei Auxerre; † 16. Mai 1830 in Paris) sprach in seiner wohl wichtigsten Publikation "Analytische Theorie der Wärme" (1822), von dem l’effet de serre (wörtlich Glashauseffekt, heutzutage als Treibhauseffekt bekannt). (nach Wikipedia)
 
Erste quantitative Bestimmung:
 

Arrhenius, Svante (1896) On the influence of carbonic acid in the air upon the temperature of the ground.- The London, Edinburgh and Dublin Philosophical Magazine and Journal of Science 5, 237–276 (1896) (deutsch: Über den Einfluß von Kohlensäure in der Luft auf die Bodentemperatur)

"Im Jahre 1896 stellte Arrhenius eine weitere "aberwitzige" Theorie auf: Er behauptete doch glatt, Kohlendioxid könnte eine Wirkung auf die Erdatmosphäre haben (er bezeichnete diese Wirkung als Treibhauseffekt) und warnte vor den Folgen einer unbekümmerten Freisetzung von Kohlendioxid."
(aus Nobelpreis.org)

"Arrhenius forschte aber auch zu Themen der Atmosphäre und Meteorologie wie zum Beispiel über das Polarlicht, Gewitter und Klimaschwankungen. So erkannte er 1895 als Erster die Bedeutung des Kohlendioxids für das Klima der Erde. Er gewann dem Treibhauseffekt eher positive Seiten ab: „Der Anstieg des CO2 wird zukünftigen Menschen erlauben, unter einem wärmeren Himmel zu leben.“
(aus Wikipedia / Svante Arrhenius)

 
Systematische Erforschung (u.a.):
 
"Im Jahre 1957 nahm Charles David Keeling auf dem Mauna Loa auf Hawaii die erste permanente Kohlenstoffdioxid-Messung der Welt auf. Aus dem 48-jährigen Dauerbetrieb dieser Station ergibt sich eine Messreihe, die einen stetigen Anstieg dieses Treibhausgases aufzeigt. Für ihn stand nach Auswertung dieser Daten fest, dass die Verbrennung fossiler Energieträger durch die Menschheit und daraus resultierend die CO2 -Freisetzung zur globalen Erwärmung beitragen. Diese Datensammlung ist auch als Keeling-Kurve bekannt."
(aus Wikipedia / Charles David Keeling)
 
 
Einige Literaturangaben zur Auseinandersetzung vorab:
 

Baier, Alfons (2010 Febr.) Von Wolkenschichten, Wärmespeichern und Vulkanen - (einige Aspekte zur "Klimakatastrophe"), GeoZentrum Nordbayern. [letzte Aktualisierung: 05.01.16]

Textauszug:
"Die Computersimulationen bilden das natürliche, äußerst komplexe Geschehen in der Atmosphäre und den Ozeanen nur in stark vereinfachter Weise ab. Sie können deshalb nicht beweisen, ob und wie die Treibhausgase das zukünftige Klima markant verändern werden. Die Ursachen hierfür liegen u.a. in der noch nicht ausreichenden Kenntnis aller Klima-Unterkomponenten und derer Verknüpfungen sowie in der noch viel zu geringen Auflösung der Modelle."

 

Gerlich, G. (1995) Die physikalischen Grundlagen des Treibhauseffektes und fiktiver Treibhauseffekte. PDF-File - File, 415 KB, 40 S. - Leipzig, 9./10. Nov. 1995.- Vortrag auf dem Herbstkongress der Europäischen Akademie für Umweltfragen (vorliegendes Manuskript vom 16.08.2002. - Prof. Gerlich lehrte am Institut für Mathematische Physik der TU Braunschweig.

Textauszug mit Resumé:
"Der wesentliche Trick der modernen CO2 -Treibhaus-Verteidiger besteht darin, dass man sich immer weiter hinter "Erklärungen" versteckt, die nicht zum Allgemeingut der akademischen Ausbildung oder sogar der Physikausbildung gehören. Deshalb habe ich auch die Strahlungstransportrechnungen aufgeführt. die vermutlich nur wenigen bekannt sind. Ausserdem lehnen die Verteidiger der CO2 -Treibhaushysterie inzwischen jede nachvollziehbare Rechnung als Erklärung ab und ziehen sich nur noch auf nicht nachvollziehbare zurück. Früher hätte man sowas als absichtlichen wissenschaftlichen Betrug eingestuft. Heutzutage ist jede wirre Behauptung eine wissenschaftliche These und, wenn sie oft genug wiederholt wird, eine Theorie oder feststehende Tatsache. Unabhängig von der speziellen Disziplin sollte in den Wissenschaften aber eine minimale Grundregel eingehalten werden, auch wenn die Bereiche methodisch so weit auseinander liegen, wie die Physik und die Meteorologie: Mindestens für den Kreis der Fachkollegen sollten Ergebnisse und Folgerungen nachvollziehbar bzw. reproduzierbar sein. Wenn Folgerungen aus Computersimulationsrechnungen mehr als simple Spekulationen sein sollen, ..."

 

Kramm¹, G., R. Dlugi² and M. Zelger² (2009) Comments on the “Proof of the atmospheric greenhouse effect” by Arthur P. Smith.- arXiv:0801.1870v1 [physics.ao-ph] PDF-File - File, 26S. [letzte Aktualisierung: 09.12.09]

¹ University of Alaska Fairbanks, Geophysical Institute
² Arbeitsgruppe Atmosphärische Prozesse (AGAP), Munich, Germany

Summary and Conclusions:
"It was shown that
Smith’s formulations PDF-File - File [9 S.] of planetary averages are rather inappropriate and inconsistently used. Introducing for different averages to perform the respective calculations makes no sense because such calculations can be realized without them. Only the definition Eq. (2.2) is required to derive formula (4.16).
In research on turbulence it is indispensable and widely recognized that all governing equations for turbulent systems have been derived in an entirely consistent manner. Changing averaging procedures from one quantity to another as can be found in Smith’s paper is neither advantageous nor reasonable in theoretical studies.
Smith’s discussion of the infrared absorption in the atmosphere was scrutinized and evaluated. It was shown that his attempt to refute the criticism of
Gerlich and Tscheuschner (2007, 2009) PDF-File - File [115 S.] on the so-called greenhouse effect is rather fruitless. To study how the absorption of solar and terrestrial (infrared) radiation and the emission of infrared radiation can contribute to the atmospheric budget of internal energy (alternatively enthalpy) it is indispensable to consider the radiative transfer equation along with the first and second laws of thermodynamics as already pointed out by Vilhelm Bjerkness (1904)."
(Lit.-Angaben im Artikel) [letzte Aktualisierung: 09.12.09]

 

Miskolczi, Ferenc M. and Martin G. Mlynczak (2004) The greenhouse effect and the spectral decomposition of the clear-sky terrestrial radiation.- Quarterly Journal of the Hungarian Meteorological Service, Vol. 108, No. 4, October–December 2004, pp. 209–251. PDF-File - File, 43 pp. [letzte Aktualisierung: 05.01.16]

Abstract:
"In this paper the clear-sky infrared radiation field of the Earth-atmosphere system is characterized by the spectral decomposition of the simulated upward and downward flux density components into three distinct wave number regions. The relative contributions of the far infrared, middle infrared, and windows spectral regions to the total longwave flux densities have been established. The approximate qualitative description of the meridional distributions of the zonal averages gave us a detailed insight into the role of the less explored far infrared spectral region. We demonstrate that on a global scale, the far infrared contribution to the clear-sky normalized greenhouse factor is significantly increasing toward the polar regions. Accurate computation of the transmitted and re-emitted part of the outgoing longwave radiation showed that in the far infrared the normalized upward atmospheric emittance increases poleward. This phenomenon is the direct consequence of the downward shift of the peak of the weighting functions in the strongly absorbing opaque spectral regions.
The clear-sky total longwave terrestrial flux transmittance seems to be well correlated with the far infrared flux transmittance, which implies the possibility of inferring total longwave flux densities solely from far infrared observations. The zonal averages of the total normalized atmospheric upward emittances are almost independent of the water vapor column amount, they have no meridional variation, and they are constantly about fifty percent of the surface upward flux density, an indication, that the gray atmosphere in the IR is in radiative equilibrium. The meridional distribution of the greenhouse temperature change and its dependence on the atmospheric water vapor content were also evaluated. Solving the Schwarzschild-Milne equations for the bounded atmosphere the infrared atmospheric transfer and greenhouse functions were derived. The theoretically predicted greenhouse effect in the clear atmosphere is in perfect agreement with simulation results and measurements."

 

Wood, Robert W. (1909) Note on the Theory of the Greenhouse. Philosophical Magazine 17. (R.W. Wood in Wikipedia)

Textauszug:
"Is it therefore necessary to pay attention to trapped radiation in deducing the temperature of a planet as affected by its atmosphere? The solar rays penetrate the atmosphere, warm the ground which in turn warms the atmosphere by contact and by convection currents. The heat received is thus stored up in the atmosphere, remaining there on account of the very low radiating power of a gas. It seems to me very doubtful if the atmosphere is warmed to any great extent by absorbing the radiation from the ground, even under the most favourable conditions.

I do not pretent to have gone very deeply into the matter, and publish this note merely to draw attention to the fact that trapped radiation appears to play but a very small part in the actual cases with which we are familiar."

 
 
 
  Stark vereinfachter und kurzer Abriss zum "Treibhauseffekt":
 

"Der Treibhauseffekt beschreibt die Rolle, die Wasserdampf (Wolken), CO2 etc. im Strahlungs- und Wärmehaushalt der Erde spielen, indem sie einen Teil der kurzwelligen (!) Strahlung durchlassen, die langwellige (!) terrestrische Ausstrahlung aber absorbieren bzw. davon wiederum einen Teil davon zum Erdboden zurückstrahlen und einen anderen Teil in den Weltraum abstrahlen." (Leser et al. 1993: 169).

Anders gesagt: Das sichtbare Sonnenlicht durchdringt die Atmosphäre fast ungehindert und wird erst auf der Erdoberfläche absorbiert, wobei die Lichtenergie überwiegend in Wärmeenergie übergeht. Die längerwellige Wärmestrahlung kann jedoch nicht mehr vollständig ins Weltall abgestrahlt werden, weil sie in der Atmosphäre von v.a. Wasserdampf und CO2 etc. absorbiert wird.

"Der Begriff T. ist nicht ganz glüücklich, da die Erwärmung der Luft in Treibhäusern vorwiegend durch Unterdrückung des konvektiven Wärmeverlusts zustande kommt und nur zum kleineren Teil durch Verminderung der Wärmeabstrahlung erzeugt wird. Es ist eine Eigenschaft der wasserdampf- und kohlendioxidhaltigen Atmosphäre, wegen dieser Tatsache Wärmestrahlung in hohem Mass auf den Erdboden zu reflektieren" (Leser et al. 1993: 169).

Eine dichte Wolkendecke lässt i.d.R. eine starke nächtliche Abkühlung nicht zu. Winterliche wolkenfreie Nächte sind z.B. besonders kalt, dagegen verhindert oder reduziert Bewölkung eine starke Abstrahlung. Ansich also ein ganz normaler Vorgang.

Zum Problem können aber evtl. anthropogen-bedingte hohe CO2 [besonders aber CH4 (Methan) und Fluoroform] - Gehalte werden, wenn diese die normale Variation an atmosphärischen Kohlendioxidgehalten (u.a.) überschreiten und damit unter Umständen (diese Ansicht ist jedoch sehr umstritten) die langjährigen Durchschnittstemperaturen ansteigen. Fluoroform hat z.B. die etwa 10.000 fache Wirkung von CO2. Methan etwa die 20 fache.

Die Bilanz ist jedoch (immer häufiger) mit vielen Unsicherheiten behaftet, da der weitaus grösste Teil an CO2 in den Weltmeeren (rd. 60 Billionen t) absorbiert bzw. gelöst ist (noch höhere Anteile in den Carbonaten der Erdkruste, z.B. Kalkgebirge). In der Atmosphäre beträgt dagegen der Anteil nur 2.5 Billionen t, der Gehalt der Luft an CO2 etwa 0.03 - 0.04 Vol.%, in der ausgeatmeten Luft dagegen schon 4 - 5%.

Im Gartenbau, speziell in Gewächshäusern, dient die CO2 - Begasung der Produktionssteigerung. Konzentrationen von 8-10% können bereits Kopfschmerzen auslösen. Vgl. auch 'Der Kohlenstoffkreislauf' und 'Die Bedeutung des Kohlendioxids'. Auch hier jeweils nur ein Überblick.

Wie der Treibhauseffekt nach Meinung von Sue Ann Bowling zustande kommt, finden Sie unter How Do Greenhouses Work? - This article is provided as a public service by the Geophysical Institute, University of Alaska Fairbanks, in cooperation with the UAF research community. Dr. Sue Ann Bowling is an Associate Professor of Physics at the Institute.

Den "Treibhauseffekt aus chemischer Sicht" beschreibt Prof. Oliver Reiser zusammenfassend und leicht verständlich auf der Website "Chemie im Alltag".

Generell: Die Existenz eines anthropogenen Treibhauseffektes ist eine Hypothese, die auf umstrittenen Prämissen beruht (siehe oben) und konnte bisher NICHT überzeugend verifiziert werden (siehe folgenden Abschnitt!), und alle sogenannten Indizien sind nach wie vor das Resultat von Spekulationen.

 
  Gesamt-"Treibhauseffekt" und menschlicher Treibhausanteil seit 1750:
   

Vorab eine 1999 publizierte"Stellungnahme der Deutschen Meteorologischen Gesellschaft zu den Grundlagen des Treibhauseffektes." PDF-File [4 S.] Der Text wurde verfasst von Herrn Prof. Dr. H. Fischer (Karlsruhe) unter Mitwirkung anderer Strahlungsfachleute (insbesondere Prof. Dr. H. Graßl, Genf; Prof. Dr. H. Quenzel und Dr. P. Köpke, München) der Deutschen Meteorologischen Gesellschaft.

Einleitend heisst es hier:

  • "Es ist unstrittig, daß der anthropogene Treibhauseffekt noch nicht unzweifelhaft nachgewiesen werden konnte. Allerdings liegt bereits eine Reihe von Indizien für eine anthropogene Erwärmung vor. Nach wie vor gibt es jedoch Diskussionen über verschiedene Rückkopplungsprozesse im komplexen Klimasystem."

Und abschliessend:

  • "Es ist wissenschaftlich eindeutig nachgewiesen, daß sich die Strahlungsflüsse im System Erde/Atmosphäre durch die Zunahme der klimarelevanten Spurengase verändern. Ohne Berücksichtigung der Rückkopplung mit dem komplexen Klimasystem würde dies mit Sicherheit zu einer Erwärmung der Erdoberfläche und der Troposphäre führen. Die eigentliche, wissenschaftlich herausfordernde Debatte beschäftigt sich mit der Frage, inwieweit die verschiedenen Rückkopplungsprozesse die strahlungsbedingte Erwärmung verstärken oder dämpfen."

Berner & Streif (2008: 87):

"Insgesamt sind die Kohlendioxid-Emissionen mässig bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs angestiegen. Erst ab den fünfziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts ist ein sehr starker Anstieg der jährlichen Emissionsmengen zu verzeichnen, die heute ihre maximalen Werte erreichen. Während in früherer Zeit Kohle den Hauptanteil der Emissionen ausmachte, sehen wir heute Erdöl an erster Stelle, gefolgt von Kohle und Erdgas.

Speziell in den letzten vierzig Jahren ist der Anteil des Kohlendioxids in der Atmosphäre nicht im gleichen Masse angestiegen wie die anthropogenen Emissionen. Dieser Befund deutet auf die Existenz von Senken, die das Kohlendioxid aus anthropogenen Quellen aufnehmen. Heute werden mehr als 50% des von Menschen produzierten Kohlendioxids in Senken gebunden. Als Reservoire für die Aufnahme von atmosphärischem CO2 gelten neben den Ozeanen auch die Wälder der Nordhemisphäre.

Die Auswirkungen auf den vom Menschen verursachten Treibhauseffekt lassen sich berechnen. Die Zunahme an anthropogenen Emissionen hat seit ca. 1750 einen Anstieg des Kohlendioxid-Treibhauseffektes um 1,56 Watt pro m² bewirkt; die übrigen anthropogenen Gase wie Methan, Stickoxide, FCKW summieren sich zu einem weiteren Treibhauseffekt von 1,14 Watt pro m².

  • Im Vergleich mit dem Gesamt-Treibhauseffekt unserer Erde machen diese anthropogenen Anteile beim Kohlendioxid 1,2% und bei den Nicht-Kohlendioxidgasen 0,9% aus.

Beide Werte liegen noch deutlich im Bereich der Unsicherheiten, die bei der heutigen Bestimmung des Gesamt-Treibhauseffekts zu veranschlagen sind. Im Gesamtsystem ist der Wasserdampf [mit 66 ± ? %] der entscheidende Faktor für die Speicherung von Wärmeenergie, gefolgt von Kohlendioxid [mit 29 ± 2,1%] und den weiteren Treibhausgasen." (nach Berner & Streif 2000: 87)

Die Angaben zur Bedeutung des Wasserdampfes (inkl. Wolken) schwanken in der wissenschaftlichen Literatur sowie diverser Websites von Universitäten weltweit zum "Greenhouse Effect" zwischen 60 und 90%. Der häufigste Wert für Wasserdampf liegt bei 70%. Angaben zur Bedeutung des Kohlendioxids schwanken zwischen 35 und 5%.

Dazu die University of California, San Diego: [letzte Aktualisierung: 12.06.07]

"Unfortunately, the role of clouds in the radiation balance is as yet poorly understood. Different types of clouds have different effects, and this makes the calculations complicated and the results uncertain. Clouds reflect sunlight, reducing the incoming energy that can be converted to heat. (On a hot summer day, when clouds start covering the sky, we feel relief from the shading.) Clouds also intercept heat radiation from the Earth's surface and atmosphere, and radiate heat back down, warming the surface. (A cloudy night in the desert is much warmer than one with a starry sky.) Which of these processes - reflection of sunlight or trapping of outgoing heat - dominates in a given situation depends on circumstances and on cloud properties. The uncertainties surrounding the role of clouds prevent a precise calculation of the effects of the excess Greenhouse Effect (from release of carbon dioxide and other greenhouse gases) on the temperature of the lower atmosphere."

 
 
 

Abb. A2-31/1:

"Wasserdampf ist das wichtigste Treibhausgas der Atmosphäre, da es in einem breiten Wellenlängenbereich langwellige Strahlung aufnehmen kann. Die übrigen Treibhausgase spielen eine geringere Rolle, da der Wasserdampf bereits einen grossen Teil der Strahlungsenergie aufgenommen hat."
(aus Berner & Streif 2000: 25)

 
 

Nach wie vor istWasserdampf ist Treibhausgas Nummer 1 - Die Konzentration des Gases in den höheren Luftschichten hat in den vergangenen 45 Jahren um 75 Prozent zugenommen, aus SZ vom 05.06.2001, 14:15. [letzte Aktualisierung: 05.01.16]

"(ajh) - Entgegen weit verbreiteter Meinung ist nicht Kohlendioxid das Treibhausgas Nummer eins in unserer Atmosphäre, sondern Wasserdampf. Wissenschaftler vom Forschungszentrum Jülich haben herausgefunden, dass die Konzentration dieser Substanz in den oberen Luftschichten in den letzten 45 Jahren um 75 Prozent angestiegen ist. Ihre Studien sind Teil des Weltklimaforschungsprogramms (WCRP), an dem 68 renommierte Wissenschaftler aus sieben Ländern arbeiteten."

 
 

Zuber-Knost, Elisabeth (2010) Treibhausgas Wasser: Relevanz für den Klimawandel.- Pressemitteilung des idw vom 29.03.2010. [letzte Aktualisierung: 31.03.10]

"Forschern des KIT und ihren Kooperationspartnern an den Universitäten in Cambridge, Großbritannien, und Utrecht, Niederlande, ist es gelungen, mittels satellitengestützten Messungen von "schwerem" Wasserdampf in der oberen Atmosphäre neue Hinweise zur vertikalen Luftmassen-Zirkulation zu erhalten. Diese Erkenntnisse dienen dazu, die Wechselwirkungen zwischen dem Klimawandel und der Chemie der stratosphärischen Ozonschicht zu verstehen. Nun wurden die Ergebnisse in der Fachzeitschrift "Nature Geoscience" veröffentlicht."

 
 

Abb. A2-31/2 rechts:

Schema des elektromagnetischen Spektrums mit der Leistung der Sonnenenergie in Beziehung zu den Wellenlängen. Ausserdem Charakteristiken der Strahlungsabsorption für Wasserdampf und Kohlenstoffdioxid. Spektralbereiche von kurzwelliger bis langwelliger Strahlung.

Verändert nach
"A schematic of the electromagnetic spectrum, showing the Sun's energy output in relation to wavelength" -
Geoscience Australia, by Chris Hepplewhite.
" An unexpected discovery could yield a full spectrum solar cell"
by Paul Preuss, Berkeley Lab.
Louis E. Keiner, Coastal Carolina University, Marine Science, Electromagnetic Spectrum

verändert nach "The radiation Absorption characteristics of Water Vapour and Carbon Dioxide" according to Australia 2007, Bureau of Meteorology (BOM) - Geoscience Australia, by Chris Hepplewhite.

 
"Radiative Forcing, oder welchen Anteil hat CO2 am Treibhauseffekt?" *

*
Die folgenden Ausführungen sind Teil eines Berichtes von Prof. Hans-Joachim Lüdecke (HTW-Saarbrücken) mit
dem Titel "Klimawandel und menschgemachtes CO2 - Über den Einfluss von anthropogenem CO2 auf unser Klima.
 

S.24: "Wichtiger noch als die Frage nach dem absoluten Anteil des atmosphärischen CO2 am Treibhauseffekt [hier einige Vergleichszahlen] ist die nach der Änderung des Treibhauseffektes, infolge Änderung der CO2 - Konzentration. Diese Abhängigkeit ist nichtlinear

Für die angesprochene Frage sind die optischen Absorptionseigenschaften von CO2 massgebend. CO2 besitzt drei Absorptionsbanden (siehe oben!) bei 4.26µm, 7.52µm und 14.99µm [Bigg, G.R.,1996, The Ocean and Climate.- Cambridge University Perss, Anm. Verf.], die gesättigt sind, also unabhängig von der CO2 - Konzentration kein Licht dieser Wellenlänge mehr durchlassen. Allerdings trägt nur der Bereich von 14.99µm (dazu) bei, weil die Erde als Schwarzkörper-Strahler zwischen 15µm und 20µm ein massgebendes Maximum besitzt. Diese Verhältnisse würden in erster Näherung bedeuten, dass die atmosphärische CO2 - Konzentration für die Absorptionseigenschaften des CO2 überhaupt keine Rolle mehr spielt. Es gibt aber noch kleinere Einflüsse von der Rändern des 14.99µm Bands, die nicht gesättigt sind. Für das sogenannte Radiative Forcing, vereinfacht gesagt, den Änderungsanteil am Treibhauseffekt (hier Änderung infolge veränderter CO2 - Konzentration), gibt das IPCC die folgende Formel an (C, C0 - Konzentratin an CO2):

 
 

Eine Verdoppelung der CO2 - Konzentration führt wegen des Logarithmus in dieser Formel nur zu einem ΔF = 4.4 W/m², also einem sehr kleinen Wert gegenüber den unter 8.2 [Der Treibhauseffekt, Anm. Verf.] genannten 149-178 W/m² des Treibhauseffektes selber. Betrachtet man dagegen die bisher die beobachtete CO2 - Erhöhung von grob 25% seit etwa Mitte des 19. Jahrhunderts, [*1]so ergibt sich ΔF = 1.4 W/m². Wie sich später [in den Ausführungen von Lüdecke, Anm. Verf.] zeigen wird, verschwinden solch kleine Werte im Rauschen der Modelle und Messdaten und sind daher mit den heutigen Mitteln nicht direkt nachweisbar."

Wie Sie oben gelesen haben, werden von Berner & Streiff (2000: 87) für den Zeitraum 1750 bis etwa 2000 ein CO2 - bedingter anthropogener Treibhauseffekt von 1,56 Watt pro m² angegeben.

*1: Bei einer Ausgangsgrösse von 280ppm um 1750 beträgt die Erhöhung gegenwärtig etwa 35%. Die hier genannte Ausgangsgrösse (Jaworowski 2004, nannte sie einen "Heiligen Gral"), ist jedoch stark umstritten.

 
 
Die folgenden Abbildungen sind stark vereinfachte Darstellungen hoch komplexer Vorgänge
 

... welche in weiten Teilen bisher nur unvollständig verstanden sind, auch wenn oft der Eindruck erweckt wird, dies sei nicht so. Achten Sie auf die unterschiedlichen Angaben! Oder gehen Sie gleich auf die Seite von Junkscience [letzte Aktualisierung: 12.06.07] mit einer detaillierten Darstellung.

Achtung: JunkScience gehört zu den kritischen Stimmen mit wesentlichen "take-home messages", die unbedingt gelesen werden sollten!

Textauszug:
"... water vapor accounts for about 70% and clouds (mostly water droplets) accounts for another 20%, thus water in it's various forms is 90% of the greenhouse effect, leaving 10% for non-water greenhouse effect. Of this remaining 10%, mainly atmospheric carbon, humans might be responsible for 25% of the total accumulated atmospheric carbon, thus 0.25 x 0.1 = 0.025 x 100 = 2.5% of the total greenhouse effect.

Ah, we've added 2.5% to the total greenhouse effect then?

Not exactly, if it were such a simple accumulation, we could easily determine exactly how much Earth would warm from a doubling of atmospheric CO2 (not much) and certainly that would be an improvement on the silly figures bandied about. Theoretically, in a dry atmosphere, carbon dioxide could absorb about three times more energy than it actually does, as could clouds in the absence of all other greenhouse gases -- look at it as there already being "competition" for available suitable longwave radiation (energy these gases can absorb), if you like. Readers should be aware that the temperature effect of atmospheric carbon dioxide is logarithmic (that means there is a diminishing response as you keep adding more, like the additional window shade example, above). If we consider the warming effect of the pre-Industrial Revolution atmospheric carbon dioxide (about 280 parts per million by volume or ppmv) as 1, then the first half of that heating was delivered by about 20ppmv (0.002% of atmosphere) while the second half required an additional 260ppmv (0.026%). To double the pre-Industrial Revolution warming from CO2 alone would require about 90,000ppmv (9%) but we'd never see it - CO2 becomes toxic at around 6,000ppmv (0.6%, although humans have absolutely no prospect of achieving such concentrations)."

 
 
 

Abb. A2-31/3:

(Sicht der Dinge vor 20 Jahren!)
Nach Stephen Schneider (1987) Klimamodelle.- SdW, Sonderdruck 2/1987: 18-25, Grafik leicht verändert.

"Der Treibhauseffekt entsteht, weil die Lufthülle Wärme über der Erdoberfläche festhält. Kohlendioxid, Wasserdampf und andere Gase sind verhältnismässig durchlässig für Strahlung im sichtbaren und im kurzwelligeren Infrarot-Bereich (blau), die die meiste Sonnenenergie transportiert. Hingegen absorbieren diese Gase einen grossen Teil des langwelligen Infrarot (rot), das die Erde ausstrahlt. Diese Energie kehrt fast vollständig als Strahlung zur Erde zurück (dunkelrot). Dadurch wärmen die Treibhausgase die Erdoberfläche auf." (aus Schneider 1987: 24)

 

Textausschnitte aus Schneider (1987: 23-24):

Der heutige Treibhauseffekt

"Zweifellos ist die Kohlendioxid-Konzentration in der Atmosphäre neuerdings angestiegen; sie ist heute etwa 25 Prozent höher als vor einem Jahrhundert. Unstrittig ist auch, dass mit steigender Kohlendioxid-Konzentration die Temperatur am Erdboden steigen muss. Kohlendioxid ist ziemlich durchlässig für sichtbares Sonnenlicht, absorbiert aber die langwelligere Infrarot-Strahlung, die die Erde abgibt, recht wirksam; so hält es die Wärme nahe der Erdoberfläche zurück. Diesen Treibhauseffekt gibt es ohne Zweifel. Er erklärt die sehr hohen Temperaturen auf der Venus ..."

"Aber das genaue Ausmass der Erwärmung ist ebenso unbekannt wie die räumliche Verteilung des Klimawandels, der von einer Anreicherung der Erdatmosphäre mit Kohlendioxid und anderen Gasen mit Treibhauseffekt zu erwarten ist. (Die gemeinsame Wirkung von Chlorfluorkohlenstoffen, Stickoxiden, Ozon und anderen Spurengasen könnte im Lauf des nächsten Jahrhunderts dem Kohlendioxid-Effekt gleichkommen.) Doch gerade die regionalen Unterschiede in der Veränderung von Temperatur, Niederschlag und Bodenfeuchte werden über die Auswirkungen des Treibhauseffekts auf die Ökosysteme, die Landwirtschaft und die Wasserversorgung entscheiden.

Viele Wissenschaftler haben die Auswirkungen des Kohlendioxids auf das Klima zu berechnen versucht. De meisten sind dem gleichen Weg gefolgt: Sie geben dem Modell zu Beginn zu Beginn eine erhöhte (gewöhnlich die doppelte) Kohlendioxid-Konzentration, lassen es laufen, bis es ein neues thermisches Gleichgewicht erreicht hat, und vergleichen das neue Klima mit dem Ausgangsklima. Das am häufigsten zitierte Ergebnis stammt von Syukuro Manabe, Richard T. Wetherald und Ronald Stouffer vom Geophysical Fluid Dynamics Laboratory (GFDL) der Universität von Princeton; demnach würden sowohl die doppelte wie die vierfache Kohlendioxidmenge den nordamerikanischen Weizengürtel in eine sommerliche Trockenzone verwandeln, während in den Monsungürteln die Bodenfeuchtigkeit zunähme (...). Das GFDL-Modell erreichte sein neues Geichgewicht nach mehreren Jahrzehnten simulierter Zeit. In Wirklichkeit würde das neue Gleichgewicht sich wahrscheinlich viel langsamer einstellen."

"Ausserdem würden die sozialen Auswirkungen einer Klimaänderung wahrscheinlich schon ziemlich früh ihren Höhepunkt erreichen, lange vor dem thermischen Gleichgewicht und bevor die Menschen eine Chance hätten, sich anzupassen."

"Erst mit verbesserten Modellen wird man glaubwürdiger vorhersagen können, wie die Wirkung der Treibhausgase sich verteilt. Bis dahin kann man bloss Indizien anführen, die allerdings auf beträchtliche Auswirkungen hinweisen: In den letzten hundert Jahren ist es auf der Erde um mehr als 0,5 Grad wärmer geworden."

Der nukleare Winter (S. 24-25)

"Aus dem Problem des nuklearen Winters lässt sich eine allgemeine Feststellung ableiten, die ich noch einmal unterstreichen will. Klimamodelle liefern keine eindeutige Vorhersage der Zukunft. Sie gleichen eher einer schlecht polierten Kristallkugel, in der sich mehrere mögliche Schicksale ahnen lassen. Damit stehen wir vor einem Dilemma: Wir müssen entscheiden, wie lange wir die Kugel noch polieren wollen, bevor wir angesichts der in ihr undeutlich sichtbaren Bilder zu handeln beginnen."

Anmerkung:
Die hier geäusserten Annahmen und Ergebnisse gehen ausschliesslich auf Untersuchungen bei Erhöhung anthropogener Treibhausgase zurück. Bezüge zur gestiegenen Sonnenaktivität, zur Ab- oder Zunahme von Wolkenbildungen, auch Aerosolen etc. fehlen vollständig. Es handelt sich also um eine ausschliessliche Fokusierung auf die Wirkung des Kohlendioxids.

Vgl. dazu: JunkScience.com: If "global warming" is real, what could be causing it? last [letzte Aktualisierung: 05.01.16]

 
 
 

 
 

Abb. A2-31/4:

Aus Schneider (1989) "Veränderungen des Klimas."- Spektrum der Wissenschaft, Nov. 1989: 72.

"In der Energiebilanz der Erde ist der bedeutendste Posten die Wärmespeicherung in der Atmosphäre. Etwa 30% der einfallenden Sonnenenergie werden von den Wolken und den Partikeln in der Atmosphäre sowie von der Erdoberfläche reflektiert (links). Die verbleibenden 70% werden zunächst absorbiert; der von der Erdoberfläche eingefangene Anteil wird durch Strahlung und atmosphärische Prozesse wie Konvektion und Wolkenbildung in die Atmosphäre transportiert. Letztlich wird die absorbierte Energie im infraroten Bereich in den Weltraum abgestrahlt (Mitte). Da der überwiegende Teil der vom Erdboden kommenden Strahlung zuvor von den Wolken und den Treibhausgasen absorbiert und zum Erdboden zurückgestrahlt wird (rechts), ist die Erdoberfläche um etwa 33 Grad wärmer, als sie ohnen diesen Treibhauseffekt wäre."


 
 

Abb. A2-31/5:

(Sicht der Dinge vor 18 bzw. 7 Jahren und aktuell, aus: 'Umweltplan Baden-Württemberg'!)
"Modifiziert nach Stephen H. Schneider, Global Warming, San Francisco, 1989, entnommen aus Graßl/Klingholz, Wir Klimamacher, S. Fischer Verlag 1990", und grafisch neu bearbeitet für das Internet von H.Kehl, Mai 2007.

 

"Die Strahlungsbilanz.

Von der Sonne erhält jeder Quadratmeter Erdoberfläche eine Leistung von 343 Watt - in der Zeichnung gleich 100 Prozent gesetzt. Die Wolken, die helle Erdoberfläche und die Luftmoleküle streuen insgesamt 30 Prozent davon in das Weltall zurück. Die Erdoberfläche (49 Prozent) und die Atmosphäre (21 Prozent) absorbieren den größten Betrag der Sonnenleistung. Diese Energie erwärmt einerseits die Erde und lässt zum anderen Wasser aus den Ozeanen verdampfen. Der Planet strahlt die Wärme wieder ab, doch nur ein Teil davon kann direkt ins All entweichen. Der überwiegende Rest wird von Wolken und Treibhausgasen zurückgehalten und verzögert abgegeben. Dies ist der Treibhauseffekt. Die Wissenschaft geht inzwischen davon aus, dass dieser natürliche Treibhauseffekt durch vom Menschen verursachte Emissionen verstärkt wird. Seit der Industrialisierung hat die Kohlendioxid-Konzentration in der Atmosphäre von 280 ppmv (Volumenanteile per Million) auf 358 ppmv zugenommen; im gleichen Zeitraum ist die Konzentration von Methan von 0,70 ppmv auf 1,72 ppmv angestiegen. Der Beitrag der einzelnen Gase zum anthropogenen Treibhauseffekt ist unterschiedlich groß."

Anmerkung:

  • Beachten Sie bitte die sehr unterschiedlichen Angaben von Schneider in den Grafiken von 1987 (ganz oben) und jeweils 1989 bzw. 1990 in Grassl / Klingholz (zwei Abbildungen) bzgl. Abstrahlung im langwelligen Infrarot-Bereich, besonders Treibhauseffekt. Dies verwundert um so mehr, da die beiden letzten Schaubilder im gleichen Jahr entwickelt wurden.
 
"Treibhauseffekt- worum geht es

Die natürlicherweise in der Atmosphäre vorhandenen Treibhausgase erhöhen die mittlere Temperatur der Erdoberfläche auf ca. +15 °C. Würde die Erdatmosphäre keine klimarelevanten Spurenstoffe enthalten, hätte die Temperatur an der Erdoberfläche einen mittleren Wert von ca. -18 °C. Die Temperaturdifferenz von +33 °C ist auf die absorbierende Wirkung der Erdatmosphäre für langwellige Wärmestrahlung durch die in der Troposphäre angetroffenen klimarelevanten Spurengase zurückzuführen. Diese Wirkung wird als natürlicher Treibhauseffekt bezeichnet. Dadurch wird das Leben in der heutigen Form erst möglich. Zum natürlichen Treibhauseffekt tragen bei: Wasserdampf, Kohlendioxid, Methan, Ozon, Distickstoffoxid, Aerosole und Wolkenteilchen. Zum natürlichen Treibhauseffekt gesellt sich der anthropogene, also durch Emissionen aufgrund menschlicher Tätigkeiten verursachte zusätzliche Erderwärmung. Diese Zusammenhänge (Treibhauseffekt) veranschaulicht [obenstehende Abbildung]." (aus Umweltplan Baden-Württemberg) [steht nicht mehr zur Verfügung]

 

 
 

Abb. A2-31/6:

UNEP - Introduction to Climate Change [letzte Aktualisierung: 10.05.2007]

 

"The Earth has a natural temperature control system.

Certain atmospheric gases are critical to this system and are known as greenhouse gases. On average, about one third of the solar radiation that hits the earth is reflected back to space. Of the remainder, some is absorbed by the atmosphere but most is absorbed by the land and oceans. The Earth's surface becomes warm and as a result emits infrared radiation. The greenhouse gases trap the infrared radiation, thus warming the atmosphere. Naturally occurring greenhouse gases include water vapour, carbon dioxide, ozone, methane and nitrous oxide, and together create a natural greenhouse effect. However, human activities are causing greenhouse gas levels in the atmosphere to increase. Note: Greenhouse gases are mixed throughout in the atmosphere. For pedagogical reasons they are depicted here as a layer."

Auch wenn diese Vereinfachung aus pädagogischen Gründen eingeführt wurde, ist sie grundfalsch und irreführend!!

 

 
 

Abb. A2-31/7:

"The global radiation balance at the top of the atmosphere and at the earth's surface. Part of the total incoming solar energy 340 W m-2 is absorbed by clouds and atmospheric gases and part is reflected by clouds, atmospheric gases and the ground (land and water surfaces). Approximately half (170 W m-2) is absorbed by the ground. Some of this energy is re-radiated upward and some transferred to the atmosphere as ‘sensible’ and ‘latent’ heat by turbulence and convection. The atmosphere radiates infrared radiation in all directions. When balance is achieved in the atmosphere, the total (short wave and long wave) upward radiation from the top of the atmosphere equals the 340 W m-2 received from the sun." (Aus: Images from “The Greenhouse Effect and Climate Change” - Australien Government, Bureau of Meteorology.


 
 

Abb. A2-31/8:

"The global annual mean Earth’s energy budget for the Mar 2000 to May 2004 period (W m–²). The broad arrows indicate the schematic flow of energy in proportion to their importance (adopted from Trenberth et al., 2009)." (aus Kramm et al. 2009)

 

 

Anmerkung:

  • Die zur Verfügung stehenden Strahlungsbilanzen weichen fast alle - mehr oder weniger - voneinander ab. Die grösste Übereinstimmung findet sich bei Werten der von der Erdoberfläche absorbierten Strahlung, obwohl auch hier - geringe - unterschiedliche Angaben gemacht werden (Absorption zwischen 45 und 49%). Die grössten Unterschiede konnten bei Angaben bzgl. Reflektion und Absorbtion von Strahlung sowie der Höhe des errechneten Treibhauseffektes gefunden werden. Die Höhe des Treibhaus-Effektes schwankt am stärksten (71 bis 96%), von Schneider (1987/1989) über UNEP / WMO bis Kiehl & Trenberth (1997), Trenberth et al., (2009) und andere, leider.
 

Folgendes Zitat aus Treibhauseffekt bei Wikipedia Hinweis

"Der größte Teil des Treibhauseffekts wird mit einem Anteil von ca. 36-70 % (ohne Berücksichtigung der Effekte der Wolken) durch Wasserdampf in der Atmosphäre verursacht. Kohlendioxid trägt ca. 9-26 % zum Treibhauseffekt bei, Methan ca. 4-9 %, und Ozon ca. 3-7 %. Der Ozongehalt spielt insbesondere in der Stratosphäre eine sehr wichtige Rolle für das Klima. Es wird vom Menschen nicht direkt sondern indirekt über fluorierte Treibhausgase beeinflusst. Im Kyoto-Protokoll sind deshalb auch wasserstoffhaltige (HFC bzw. H-FKW), perfluorierte Fluorkohlenwasserstoffe (PFC bzw. FKW) und Schwefelhexafluorid (SF6) in die Liste der Treibhausgase aufgenommen worden.

Ein exakter %-Anteil der Treibhausgase auf den Treibhauseffekt kann nicht angegeben werden, da der Einfluss der einzelnen Gase je nach Breitengrad und Vermischung variiert (die jeweils höheren Prozentwerte geben den ungefähren Anteil des Gases selbst an, die niedrigeren Werte ergeben sich aus den Mischungen der Gase)."

Vgl. oben den Absatz: Gesamt-"Treibhauseffekt" und menschlicher Treibhausanteil seit 1750 (nach Berner & Streif 2000: 87) und "kuriose Blüte der Vereinfachung".


Anmerkungen zum "Treibhauseffekt" und der Bedeutung von Kohlendioxid finden Sie auch in der Publikation "Nature, Not Human Acticity, Rules the Climate", auf der S. 19: "How much do we know about carbon dioxide in the atmosphere" PDF-File 50 S. (2008, edit. by S. Fred Singer), publ. by The Heartland Institute. [letzte Aktualisierung: 05.01.16]

  • Prof. Dr. S. Fred Singer ist starker Kritiker der CO2 - Hypothese. Vgl. Sie dazu drei Beschreibungen bzw. Meinungen zu diesem exzellenten Wissenschaftler:
    • Wikipedia (english)
    • Report München, BR, Günther Ederer deckt auf: Aufklärung statt Panikmache, Experten warnen vor Al Gore und den Klimahysterikern - Sendung vom 09.07.2007.

  • Prof. Dr. Gerhard Gerlich (1995) Die physikalischen Grundlagen des Treibhauseffektes und fiktiver Treibhauseffekte. PDF-File - File, 415 KB, 40 S. - Die Treibhaus-Kontroverse, Leipzig, 9./10. Nov. 1995.- Vortrag auf dem Herbstkongress der Europäischen Akademie für Umweltfragen (vorliegendes Manuskript vom 16.08.2002).
    [Artikel als PDF-File zur Verfügung gestellt von Heinrich Sauer, Stuttgart, Ende März 2007]


 

In der Diskussion zu den Ergebnissen der Befragung von Bray & Storch (2007) PDF-File 132 S., weisen diese auf die - auch von Klimawissenschaftlern - eingestandenen Unsicherheiten bzgl. Verständnis von Treibhausgasen und Möglichkeiten der Klimamodelle hin. (Lit. angabe unter dem Text)

Die Selbsteinschätzung und Beantwortung der von Bray & Storch gestellten Fragen sollte unbedingt gelesen werden. Von besonderem Interesse sind m.E. die Ergebnisse in den Abb. 55 bis 60.

 
 
Textausschnitt aus: Dennis Bray & Hans von Storch (2007) PDF-File 132 S., "The Perspectives of Climate Scientists on Global Climate Change".- wissen schafft nutzen, GKSS 2007, 11,
 
 
  Kritische Kommentare und Erläuterungen
 

Vgl. JunkScience.com:  The Real 'Inconvenient Truth' - "Greenhouse, global warming - and some facts" und "If 'global warming' is real, what could be causing it?" [letzte Aktualisierung: 05.01.16]

Zitat:

"On the matter of Earth's recent climate history, it is implausible that despite variance in solar irradiance Earth has had a stable temperature for the last 1,000-2,000 years. History instructs us this is not so, literature tells us this is not so, and a large spectrum of paleotemperature reconstructions tell us this is not so. USA Today and the "Hockey Stick" representations are obviously wrong, regardless of how politically correct their concept of human culpability might be."

 
 

Eine gute und detaillierte Darstellung des sogenannten "Treibhauseffektes" finden Sie bei JunkScience.com:  "The Real 'Inconvenient Truth' - Greenhouse, global warming - and some facts"

Zitat:

"Who says it is warming catastrophically? Humans have only been trying to measure the temperature fairly consistently since about 1880, during which time we think the world may have warmed by about +0.6 °C ± 0.2 °C. As we've already pointed out, the estimate of warming is less than the error margin on our ability to take the Earth's temperature, generally given as 14 °C ± 0.7 °C for the average 1961-1990 while the National Climatic Data Center (NCDC) suggest 13.9 °C for their average. [im Text heisst es: 1880-2004, der Durchschnittswert bleibt jedoch gleich, Anm. Autor] We are pretty sure it was cold before the 1880 commencement of record and we would probably not handle the situation too well if such conditions returned but there has been no demonstrable catastrophic warming while people have been trying to measure the planet's temperature. If we have really been measuring a warming episode as we think we have, then setting new records for "hottest ever in recorded history" should happen just about every year -- although half a degree over a century is hardly something to write home about -- so there's really nothing exciting about scoring the highest number when looking at such a short history."

"This discussion is on greenhouse effect and possible enhanced greenhouse, but that's a long way from anthropogenic effect in total. Whether or not they really affect global mean temperature, human endeavors have significant local effects. The heat island effect mentioned above or the local effect of increased water vapor from large scale irrigation schemes would be good examples. Then there's land use change which can be variable depending on latitude -- replacing dark forest with wheat fields might significantly affect local albedo and cooling one region while denying shade in a more heavily irradiated region might cause ground heating through increased absorption. There are many effects in a hugely complex system, some will be negative, some positive and all represent change, although that is neither good nor bad in and of itself. That humans affect the region of their activities is true -- that enhanced greenhouse from human activity is known to be a current or imminent catastrophe is not. And this document is only dealing with greenhouse effect and "global warming."

 
 

Argumente (vor allem Stephen H. Schneider, Tom Wigley und John Houghton) und Gegenargumente (vor allem Pat Michaels, Richard Lindzen, Reginald Newell, Robert Balling, Roy Spencer, Sherwood Idso, David Aubrey, Julian Paren, John Mitchell und Peter Jonas) werden in dem YouTube-Video "The Greenhouse Conspiracy" [1990, 51:36 Min. / letzte Aktualisierung: 05.01.16] vorgestellt.

"This documentary is a good companion to the latest documentary,"The Great Global Warming Swindle" recently shown on CH 4 UK and is available on Google video. The hoax of Global Warming / Green House was exposed 17 years ago by CH 4 UK in this documentary entitled Green House Conspiracy. Those who subscribe to the rubbish trotted out by Al Gore and his mindless followers are not new they were the same arse clowns who were telling us we were all going to freeze to death 30 years ago."
unbedingt sehenswert

 

 

Résumé:
Das Wissen um die globale Strahlungsbilanz und die tatsächliche qualitative und quantitative Bedeutung der verschiedenen "Treibhausgase" ist offensichtlich nur sehr unvollständig bekannt. Völlig unzureichend bekannt ist auch der Komplex externer Einflüsse auf die Thermodynamik der irdischen Atmosphäre und die vielfältigen Rückkoppelungsmechanismen. Nur fragmentarisch bekannt ist auch der globale CO2 - Haushalt. Die auf unsichere oder auch falsche Prämissen bezüglich Gesamtstrahlungshaushalt und Wirksamkeit (Klimasensitivität) der verschiedenen Treibhausgase, speziell CO2, gegründeten Aussagen und Handlungsvorschläge sind wissenschaftlich unverantwortlich und politisch höchst fragwürdig.

In der Tat, seit der sogenannten "Kleinen Eiszeit" können minimal steigende Temperaturen vor allem in der nördlichen Hemisphäre nachgewiesen werden. Vor dem Hintergrund der Klimageschichte ist dies nicht ungewöhnlich und auch nicht einmalig, ja sogar zu erwarten. Gleichzeitig nehmen mit dem Beginn des Industriezeitalters und der Nutzung fossiler Energieträger auch die Kohlenstoffdioxidgehalte (und andere sogenannter Treibhausgase) in der Atmosphäre zu. Dies alles bei exponentiell zunehmender Weltbevölkerung und entsprechenden Modifikationen terrestrischer Ökosysteme.

Nach augenblicklichem Wissensstand scheint es vermessen, eine hoch signifikante Kausalität von anthropogen bedingtem CO2 - Anstieg und Temperaturerhöhung zu behaupten. Auch wenn das in dem IPCC AR4 mit Vehemenz geschieht. Daher ist für diesen und jenen sicher kein Nachteil, sich kurz noch einmal mit der Bedeutung von "statistischer Signifikanz" und "signifikanter Korrelation" zu beschäftigen. Eine schöne und leicht verständliche Übersicht finden Sie bei Wikipedia [Hinweis].

Der nachhaltige Umgang mit begrenzten Ressourcen, vor allem fossilen Energieträgern, ist für die Zukunft von elementarer Bedeutung. Die Begründung für das notwendige Handeln steht jedoch auf extrem tönernden Füssen.

 

 
Weiterführende Links zum Thema "Global Warming" etc. innerhalb dieser Website:
 
Das zyklische Auftreten von Kalt- und Warmzeiten im Laufe der Erdgeschichte.
Das zyklische Auftreten Warm- und Kaltzeiten (150 Mio. Zykluszeit / Eis-Zeitalter)
Das zyklische Auftreten Warm- und Kaltzeiten (125.000. Zykluszeit / Eiszeit-Zyklus)
Klimaschwankungen im Jungpleistozän und Holozän und Vegetationsgeschichte
Kurzer Überblick zur Klimageschichte
Literaturangaben zur Klimageschichte, kleine Auswahl
Globalklimatische Grundlagen und Entstehung von Vegetationszonen
Die glaziale und postglaziale Vegetationsgeschichte Afrikas
Postglaziale aride und humide Phasen in der Sahara Afrikas
Meeresspiegel während des LGM (120m unter NN) u. Simulation um +5m ü.NN
Glaziale bis postglaziale Nordseegeschichte
Entwicklung der Insel Sylt
Holozäne Optima und Pessima
2000 Jahre Temperaturentwicklung der nördlichen Hemisphäre, Bemerkungen zum "Hockeystick"
Sargasso Sea Surface Temperature (3000 BP - Present)
Der sogenannte Treibhauseffekt
Hurrikane haben nicht immer Saison
Elektromagnetisches Spektrum, Strahlungsenergie und Absorption
Die Bedeutung von Kohlendioxid
Der Kohlenstoffkreislauf - Ein kleiner Einblick
Das zyklische Auftreten von Sonnenzyklen
 
 
© Harald Kehl - TU-Berlin - Institut für Ökologie



 
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