TU-BERLIN Erläuterungen zur Vorlesung TWK an der TU-Berlin
Inst. f. Ökologie
LV-TWK-Kehl
PD Dr. H. Kehl
StartPage / Startseite Vegetationsökologie Tropischer & Subtropischer Klimate
S.: A2-02
back    
 
   
Klimaschwankungen im Jungpleistozän und Holozän
 
Abb. A2-02/01:

Klimaschwankungen im Jungpleistozän und Holozän.
Die Abbildung oben wurde 1998 aus verschiedenen Quellen entwickelt. Hauptsächlich Publikationen zu Auswertungen von Eisbohrkernuntersuchungen (z.B. NGRIP, Antarctic Ice Core Data - Vostok, NOAA - Paleoclimatology) und Publikationen des Deutschen Klimarechenzentrums (DKRZ) 1998. Die Phasen der Erwärmung oder Abkühlung innerhalb der Weichsel-Eiszeit werden in der Literatur nicht einheitlich angegeben und sollen in der Abb. oben nur als Orientierung verstanden werden.

Sehr detaillierte Angaben finden Sie auf der Website des Instituts für Geowissenschaften, Friedrich-Schiller-Universität Jena, Eisschilde und Eiskernarchive, besonders unter 2. Eiszeiten und Warmzeiten [date of access: 29.08.06]

 
Anmerkungen zum wechselvollen Übergang vom Jungpleistozän zum Holozän:
 

"Der Wechsel von der Würm-II-Kaltzeit zur holozänen (Neo-)Warmzeit vollzog sich nicht gleichmässig, sondern war von starken Schwankungen begleitet. Nach dem Abschmelzen ab 15 ka BP folgte um ca. 14 ka BP ein weiterer Temperaturrückgang.

Zwischen 14 und 10 ka BP weiter Schwankungen, die Erwärmungsperioden der Bölling- (14,5-13,5 ka BP) und der Allerödzeit (12-11 ka BP) mit Jahresdurchschnittstemperaturen deutlich über 0°C, die von den Abkühlungsphasen der Älteren (13-12 ka BP) und Jüngeren Dryas-Zeit (12-11 ka BP) unterbrochen wurden.

Ab 9 ka BP waren die grossen Inlandeise Nordamerikas und Eurasiens verschwunden und damit auch die Instabilität des Klimas der Übergangszeit.

Das Holozän bestand nach dem Ende der Jüngeren Dryas-Zeit aus einer Serie von fünf bis sechs Kaltphasen im Abstand von 1,5-2 ka. Trotz dieser Schwankungen ist das Holozän durch die Wiedererwärmung nach dem Pleistozän geprägt."
Text aus "Klima- und Zirkulationsschwankungen seit dem Tertiär" - Geographie-Diplom.De
[date of access: 29.08.06]

 
Anmerkungen zur Dauer der Eem - Warmzeit zwischen Saale-Eiszeit und Weichsel-Eiszeit:
 

"Der Beginn der Eem-Warmzeit wird auf ca. 140-135 ka BP datiert, das Temperaturmaximum wurde ca. 130-125 ka BP erreicht.

Das Klima während der Eem-Warmzeit muss wesentlich instabiler gewesen sein als heute, v.a. in der Nordhemisphäre. Die Fluktuationen unterteilten die Eem-Warmzeit in drei grössere Wärmephasen mit zwei rel. kurzen Kaltzeiteinschüben.

Diese Kälteeinbrüche sind anhand der 18O-Isotopen in grönländischen Eisbohrkernen nachweisbar, nicht jedoch in mitteleuropäischen Sedimenten (...). Während der ersten Wärmephase lagen die Temperaturen um einiges höher als heute (Sommer- und Wintertemperaturen +3 K). Insgesamt war die Eem-Warmzeit im Mittel um 1K wärmer als das derzeitige (Neo-) Interglazial.

Das Klima in Nord- und Osteuropa war deutlich ozeanischer geprägt als heute, weil ein Anstieg des Meeresspiegels um 5 - 7m über das heutige Niveau zwischen Ostsee und Weissem Meer eine Meeresstrasse bildete und auch in anderen Bereichen Eurasiens Transgressionen auslöste.

Das Ende der Eem-Warmzeit ist schwer festlegbar. Es existieren zwei Alternativen: Die Bezeichnung "Spät-Eem-Zeit" für die Periode bis ca. 75 ka BP, oder ein früherer Übergang zur Würm/Weichsel-Kaltzeit zwischen 115 und 75 ka BP, die dann anfangs noch relativ warm war."
Text aus "Klima- und Zirkulationsschwankungen seit dem Tertiär" - Geographie-Diplom.De
[date of access: 29.08.06]

 
Freundlicher Hinweis:
Wenn Sie Inhalte dieser Website zitieren oder diskutieren, was sehr erwünscht ist, bitte verfälschen Sie nicht die Inhalte durch unvollständige Zitate bzw. reissen Sie die Inhalte nicht aus dem Zusammenhang, und bitte geben Sie die Quellen richtig und vollständig an.
 
 
© Harald Kehl / TU-Berlin - Institut für Ökologie

 
Seite empfehlen      print      Bookmark me
 
 
 
This is the comparison menu with position: fixed.
Hide it