Vegetationsökologie Tropischer & Subtropischer Klimate / LV-TWK (B.8)
 
PD Dr. H. Kehl
TU-Berlin > Fakultät VI > Institut für Ökologie > Fachgebiet Ökosystemkunde - Pflanzenökologie
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Kurzer Überblick zur Klimageschichte ...
Eiszeiten und andere Ursachen
Auftreten von Kalt- und Warmzeiten mit ca. 150 Mio. Zykluszeit
Mittelfristige globale Klimaveränderungen - Zykluszeit 125.000 Jahre
Vielfältige kosmische Ursachen für Vereisungen
Das Holozän - ein sehr klimadynamisches Interglazial
  Wärme- und Kälteperioden
  Bedeutung der Sonnenfleckenaktivität für das globale Klima
  Kleine Auflistung globaler Klimaschwankungen im Holozän
  Klimaschwankungen während der letzten 2000 Jahre
Meeresspiegelschwankungen - Verlust und Gewinn von Landschaften
  Einige Bemerkungen zur isostatischen Dynamik
  Dynamik des Meeresspiegels - Dynamik der Küstenverläufe © Paleontology Science Center
Weiterführende Literatur und Infos aus dem Internet [date of access: 03.02.05] 
   
Bemerkungen zur aktuellen Klimadebatte (eigene Seite)  
   
 
Eiszeiten und andere Ursachen:
  (Angaben teilweise aus: Chorlton, W. (1985) Der Planet Erde: Eiszeiten.- Time-Life-Bücher)
 

"Der kontinuierliche Wechsel zwischen warm und kalt

  • Der Mensch hat das normale Klima unserer Erde nie kennengelernt. Während des grössten Teils seiner 4,6 Milliarden dauernden Existenz war unser Planet entweder unwirtlich heiss oder trocken und völlig eisfrei.
    Nur siebenmal brachten Eiszeitalter, die durchschnittlich 50 Millionen Jahre dauerten,
    niedrigere Temperaturen mit sich; das Aufkommen der Menschheit fällt in das
    jüngste dieser Eiszeitalter"
    (Chorlton 1985: 20)
 

Insgesamt wurden bisher 7 Eiszeitalter innerhalb von 4,6 Milliarden Jahren nachgewiesen (davon 6 im letzten Viertel dieses Zeitraumes), gegenwärtig wird die Vermutung geäussert, dass der Durchgang unseres Sonnensystems durch die Spiralarme unserer Galaxie im Abstand von jeweils ca. 150 Millionen Jahren Eis-Zeitalter auslösen könnte ( Siehe Abb. unten "Auftreten von Kalt- und Warmzeiten ..." und vgl.LinkHIER: ) [date of access: 04.10.04]

Bzgl. Ursachen des 150 Mio. - Jahre - Zyklus handelt es sich jedoch weitgehend um Spekulationen, da bisher ein verlässliches Gesamtbild unserer Galaxie gar nicht vorliegt. Vgl. Astrophysical Journal Letters, 10.9.2005, S. L149 (besprochen in SdW, Okt. 2005, S. 10)

Zeitalter - Epochen - Zyklen:

  • Eis - Zeitalter treten im Abstand von etwa 150 Mio. Jahren auf und dauern etwa 50-65 Mio. Jahre,
  • Eis - Epoche dauert etwa 2,4 Mio. Jahre.
    Mit Alt-, Mittel- und Jungpleistozän sowie eingelagerten Kalt- und Warmzeiten
    , wobei nach heutigen Erkenntnissen die Temperaturen während der jeweiligen Kaltzeiten ca. 4 - 6 °C tiefer und während der Warmzeiten ca. 2 - 3 °C höher als heute waren. Eis-Epochen setzen sich aus vielen Eiszeit-Zyklen zusammen.
  • Eiszeit - Zyklus dauert etwa 100 bis 125.000 Jahre - Interglaziale bzw. Warmzeiten dauern etwa 11 bis 12.000 Jahre. Der letzte Eiszeit-Zyklus entspricht etwa dem Jungpleistozän.
    Auch innerhalb von Eiszeit-Zyklen wechseln sich kältere (mit Gletschervorstössen) und wärmere Phasen (mit Gletscher- bzw. Eisschild-Rückzügen) ab. Dies trifft übrigens auch zu auf das aktuelle Holozän, in welchem Gletschervorstösse und -rückgänge durchaus normal sind.

    Abb. rechts: (zum Vergrössern anklicken!)
    "Der kontinuierliche Wechsel zwischen warm und kalt in der Erdgeschichte. Abbildung verändert nach Chorlton (1985, S. 21
    ).

  • Ursachen für globale Klimaveränderungen sind ausserdem:
Infos zu kosmischen Ursachen für globale Vereisungen finden Sie weiter unten!
 
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Auftreten von Kalt- und Warmzeiten mit ca. 150 Mio. Zykluszeit:
 
 

EiszeitenAbb. rechts: (zum Vergrössern anklicken!)
Zyklisches Auftreten von Kalt- und Warmzeiten mit
ca. 150 Millionen Jahren Zykluszeit.

Die mittlere globale Temperatur von ~22°C bestimmte die überwiegende Zeit der Erdgeschichte. Paläoklimatologen vermuten, dass wir uns gerade am Ende eines Eiszeitalters befinden, jedoch innerhalb einer Eis-Epoche, von der wir nicht wissen, wann sie zu Ende ist. (verändert nach: Link© Paleontology Science Center Paleoclimatology - The Study of Ancient Climates)
[date of access: 03.02.05] 

Zur Orientierung: Die aktuelle Durchschnittstemperatur auf der Erde beträgt zurzeit ±15°C, wie in der Abb. unten "Klimaentwicklung und -schwankungen" zu erkennen ist.

   
Einen sehr guten Überblick zur Klimageschichte seit dem Tertiär bietet die Website Link "Geographie-Diplom"
   
 
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Mittelfristige globale Klimaveränderungen - Zykluszeit von ca. 125.000 Jahren:
   
 

Kalt- und WarmzeitenAbb. rechts: (zum Vergrössern anklicken!)
Zyklisches Auftreten von Kalt- und Warmzeiten
mit ca. 100 bis 125.000 Jahren Zykluszeit
.

"The medium term climate changes includes the semi-regular advances and retreats of the glaciers during an individual Ice Age. The last 2.8 Ma have been marked by large global climate oscillations that have been recurring at approximately a 100,000 yr. periodicity at least for the past 800,000 years. The warm periods, called interglacial periods, appear to last approximately 15,000 to 20,000 years before regressing back to a cold ice age climate."
(verändert nach:
Link© Paleontology Science Center
Paleoclimatology - The Study of Ancient Climates)
[date of access: 11.08.06] 

 
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Vielfältige kosmische Ursachen für Vereisungen:
   
 

Die Ursache für die verschiedenen Vereisungen liegen nach heutigem Wissensstand im Zusammenwirken sich verändernder kosmischer Bedingungen, die der serbische Mathematiker, Geophysiker und Astronom Milutin Milankovic (geb. am 28. Mai 1879 in Dali bei Osijek, Kroatien, damals zu Österreich-Ungarn gehörend und gestorben am 12. Dez. 1958 in Belgrad, nun Jugoslawien bzw. aktuell Serbien) zwischen 1912 und 1941 durch umfassende Berechnungen nachwies (aber bereits teilweise schon vor 2.000 Jahren von dem Astronom Hipparchos von Nikäa erkannt wurde) und die hier nur kurz angedeutet werden können.

Milankovic' Berechnungen in seinem Werk "Théorie mathématique des phénomènes thermiques produits par la radiation solaire" (1920, erarbeitet in Budapest an der Akademie der Wissenschaften), basierten auf Ideen (1842) des französischen Mathematikers LinkJoseph Alphonse Adhémar sowie des Schotten LinkJames Croll (1875) und wurden - obwohl von Wladimir Köppen und seinem Schwiegersohn Alfred Wegener in den 20er Jahren unterstützt (vgl. Köppen & Wegener 1924, Klimate der geologischen Vorzeit) - lange angezweifelt, bis sie durch geologische bzw. sedimentologische Untersuchungen in den 60er und 70er Jahren des 20. Jahrhunderts endgültig bewiesen wurden.

Eine Zusammenstellung aller Erkenntnisse und Theorien können Sie bei LinkWikipedia Hinweis bzw. bei LinkScott Rutherford von der Roger Williams University, Dept. of Environmental Sciences, Bristol, Rhode Island, oder auf den Seiten der LinkNASA, nachlesen! Hier nur ein kurzer Überblick.
[date of access: 07.09.04]

(1 ka = 1.000 Jahre)

  • Die Exzentrizität (100 ka) - Änderung des Ellipsenradius der Erdumlaufbahn: Die jährliche Umlaufbahn der Erde verändert sich im Laufe einer Periode von rund 100.000 Jahren von einem fast vollkommenen Kreis zu einer länglichen Ellipse und wieder zurück zum Kreis. Dabei schwankt die Entfernung der Erde zur Sonne um 18,5 Millionen Kilometer (aktuell nur 4,9 Mio km).

  • Die Schiefe der Ekliptik bzw. Neigungswinkel der Erdrotationsachse, gen. Obliquität (41 ka): Die Rotationsachse der Erde verläuft nie lotrecht zur Ebene ihrer Umlaufbahn um die Sonne, sondern in einem Winkel, der im Verlauf einer Periode von 41 ka zwischen 21°55' und 24°18'° schwankt. Zurzeit beträgt der Neigungswinkel 23°26'25". Wegen dieser Neigung der Erdachse ändert sich die Intensität der auf jeden Punkt der Erde treffenden Sonnenstrahlung während der einjährigen Umlaufzeit, die die Jahreszeiten verursacht. Wenn der Neigungswinkel am grössten ist, kommt es auf der Nord- wie auf der Südhalbkugel zu den heissesten Sommern und kältesten Wintern. Vor 25 ka (LGM, vgl. oben!) erhielt die Erde auf 65° nördlicher Breite nur soviel Sonne wie heute auf 71° nördlicher Breite, rund 450km weiter nördlich.

  • Die Präzession (25.780 Jahre - [nach anderen Angaben 19 bis 23 ka]): Während sich die Form der Umlaufbahn (Exzentrizität) und der Neigungswinkel der Rotationsachse (Schiefe der Ekliptik) ändern, vollführt die Erde gleichzeitig eine langsame Kreiselbewegung im Raum - ihre Achse beschreibt einen Kreis (Wanderung des Himmelsnordpols), den sie alle 25.780 Jahre vollendet und der als Umlauf des Perihels bezeichnet wird. Überlagert wird die Präzession von der LinkNutation.

    Diese Kreiselbewegung, die sogen. LinkPräzession, hat zur Folge, dass sich der Abstand zwischen Erde und Sonne (aktuell mittl. Abstand 149.597.870 km) in einer bestimmten Jahreszeit langsam verändert. So erreicht auf der Nordhalbkugel die Erde auf ihrer Umlaufbahn gegenwärtig den sonnennächsten Stand (das Perihel) im Winter (Januar mit 147.099.600 km in Sonnennähe) und den sonnenfernsten Stand (das Aphel mit 152.096.200 km in Sonnenferne) Anfang Juli.
    (www. source
    LinkZeiss Planetarium Jena)

    [date of access: 05.05.04]


    Diese Kombination begünstigt milde Winter und kühle Sommer - und damit das Anwachsen von Eisdecken. Vor rund 11 ka jedoch waren die Verhältnisse genau umgekehrt und damit nach Ansicht vieler Wissenschaftler die Voraussetzungen für das Abschmelzen des Eises auf der Nordhalbkugel gegeben.
 
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Das Holozän - ein klimadynamisches Interglazial:
   
  Aber offensichtlich extrem stabil verglichen mit anderen Interglazialen!
   
 

holozäne Optima und PessimaDas aktuelle Holozän als Interglazial (d.h. die heutige Warmzeit) umfasst bisher etwa 10.500 (11.500) Jahre und ist ganz sicher endlich - Die so genannte Eem-Warmzeit als Interglazial zwischen dem vorletzten Eiszeit-Zyklus, der Saale-Eiszeit, und der letzten langen Vereisung, der Weichsel-Vereisung, dauerte z.B. "nur" etwa 10.000 - 12.000 Jahre. Dieses Interglazial war allem Anschein nach durchschnittlich wärmer und zeichnete sich durch extrem kalte Zwischenstadien von einigen Jahrzehnten bis Jahrhunderten aus (Greenland Ice Core Program - GRIP).

Abb. rechts oben: (zum Vergrössern anklicken!)
Holozäne Optima und Pessima (nur Temperaturen) im wesentlichen der nördlichen Hemisphäre.

Nach:
Dansgaard & Johnsen (1969) und Schönwiese (1995) - Weitere Literaturangaben zur Abbildung vgl. dort!

   
 

KlimaentwicklungAbb. rechts: (zum Vergrössern anklicken!)
Klimaentwicklung und -schwankungen mit den Temp.-Kurven des letztgenannten Eiszeit-Zyklus von etwa 125 ka (125.000 Jahre), wobei das gegenwärtige Holozän detaillierter dargestellt wird.

Ausbreitungsdynamik der Flora: Neben der o.g., erdgeschichtlich weit zurückliegenden Ausbreitungsdynamik der Flora (bedingt durch Verlagerung der Landmassen als Folge der o.g. Plattentektonik, oder Ereignisse mit Massensterben als Folge externer Einflüsse, vgl. oben!), führen die pleistozänen Klimaentwicklungen mit sich abwechselnden LinkGlazialen (Vereisungen) und Interglazialen (Warmzeiten) zu ständigen Wanderungsbewegungen der Flora.
[date of access: 07.09.04]

Von George H. Michaels and Brian M. Fagan (2003), The University of California, wurden maximale Eisausdehungen, Meeresspiegelschwankungen und Vegetationsverbreitungen während der letzten 130.000 Jahre dargestellt, speziell während der maximalen Vereisung (LGM = late glacial maximum) vor 30.000 - 20.000 Jahren (Würm / Weichsel / Wisconsin).

Besonders die Verbreitung von Vegetationsformationen während dieses Zeitraums von Michaels & Fagan ist jedoch umstritten und für Europa und Afrika während der letzten Hochvereisung wohl nicht richtig.
vgl.
Link"The Ice Age".
[date of access: 28.11.05]

Sicher scheint dagegen, dass die tropischen Regenwälder Afrikas und S-Amerikas während des LGM auf nur wenige, mosaikartige Reste geschrumpft waren. Vgl. Flora & Vegetation der Immerfeuchten Tropen - Teil 2

Vegetationsgeschichte AfrikasAbb. links:
(zum Vergrössern anklicken!)
Vegetationsverbreitung auf dem afrikanischen Kontinent während des LGM bis zur Gegenwart. Postglazial setzte auch in anderen Teilen unserer Erde eine Vegetationsdynamik in Abhängigkeit von sich verändernden Niederschlags- und Temperaturbedingungen ein.

Nach: Adams J.M. & Faure H. (1997) Palaeovegetation maps of the Earth during the Last Glacial Maximum, and the early and mid Holocene: an aid to archaeological research.- Journal of Archaeological Science. v.24 p.623-647. (verändert und ergänzt).



aride und feuchte Klimaphasen Afrikas im HolozänAbb. links:
(zum Vergrössern anklicken!)
Aride und feuchte Phasen in der Sahara Afrikas während des Holozäns.

Nach: Kevin White & David J. Mattingly (2006) Versunkene Seen in der Sahara.- SdW, September 2006, S. 51. (verändert und ergänzt)

Während der Hochphase des letzten Eiszeit-Zyklus' traten in Gruppen sogenannte Dansgaard-Oeschger-Zyklen mit einer Periode von 1.500 bis 3.000 Jahren auf. Kennzeichnend sind rasche Erwärmung (Flora und Fauna aus Randgebieten wandert ein) und danach kontinuierlicher Rückgang der Temperaturen (eingewanderte Flora und Fauna weicht wieder zurück). Eine Sequenz dieser Zyklen wird Bond-Zyklus genannt und von einem sogenannten Heinrich-Ereignis abgeschlossen.

Nähere Informationen dazu aus dem PIK-Potsdam, zu raschen Klimaschwankungen im letzten Glazial, 818K, 4 S., von Prof. Martin Claussen.
[date of access: 04.10.04]

 
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Wärme- und Kälteperioden
   
 

Meeresspiegel Abb. rechts: (zum Vergrössern anklicken!) Holozäne und glaziale Temperaturänderungen sowie Vegetationsentwicklungen SE-Europas und des östlichen Mittelmeerraums.

Innerhalb des aktuellen Holozäns können Wärme- und Kälteperioden unterschiedlicher Dauer nachgewiesen werden, welche einen erheblichen Einfluss auf die Vegetationsdynamik hatten.

  • Hocherwärmung im Atlantikum: Besonders hervorzuheben sind nach Claussen [date of access: 05.05.04] Ausdehnungen der Savannenvegetation (Sahelgürtel mit spärlicher Vegetation und monsunalen Niederschlägen von 50 bis 200mm/a) nach Norden während der Hocherwärmung des Atlantikums, den sogenannten holozänen Optima vor ca. 7.000 und ca. 4.500 Jahren (vgl. in Abb. Klimaschwankungen im Jungpleistozän und Holozän, den Zeitabschnitt 'Holozäne Optima'). Diese Savannenvegetation zog sich wegen ausbleibender sommermonsunaler Niederschläge um etwa 5.500 BP jedoch relativ abrupt zurück und führte wiederum zu einer Ausdehnung der Wüstengebiete, wie wir sie heute kennen.

  • Kälteperiode gerade vorbei: Die letzte bedeutende begann Anfang 16. Jahrh. und endete Mitte 19. Jahrh. als sogenannte "Kleine Eiszeit" (LIA) mit dem sogen. Maunderminimum um etwa 1645 - 1715 mit geringerem solarem Magnetismus und dem Dalton-Minimum zum Ende der Kleinen Eiszeit. Die Alpengletscher hatten während dieses relativ langen Zeitraums ihre grösste Ausdehnung seit mehreren tausend Jahren erreicht (vgl. Abbildung links mit einem Beispiel des Aletschgletschers). Siehe dazu auch Klimanotizen.de. [date of access: 22.02.05]

  • Wärmeperiode seit ca. 1860: Sie begann etwa 1860 und hält weiterhin an. Verantwortlich dafür sind wesentlich solare Einflüsse (Literatur dazu). Einige Indizien könnten jedoch darauf hindeuten, dass sie durch direkte oder indirekte anthropogene Einflüsse (z.B. Treibhausgase, Ausweitung landwirtschaftlicher Flächen) - marginal - verstärkt wird.
   
  Weitere detaillierte Angaben zu holozänen Klimaschwankungen weiter Info unten
 
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Bedeutung der Sonnenfleckenaktivität für die globale Klimaentwicklung
   
 
NEU!    Ausführliche und aktuelle Infos zu diesem Themenkomplex finden Sie seit dem 18.01.2007 unter details
   
 
NEU!    Infos zur aktuellen Klimaentwicklung, auch zum Stand der Diskussionen, finden Sie unter details
 
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Kleine Auflistung holozäner Klimaschwankungen: 1*
   
  (zu Altersangaben "BP" und "BC" vgl. Sie bitte Wikipedia! und die Anmerkung unten)
 
BP *2
BD *2 Phasen / Perioden
ca. 11.500 - ca. 8.500 ca. 9.500 - ca. 6.500 generell humide Phase im Bereich der Sahara Afrikas, (White & Mattingly 2006, SDW, Sept.: 46-53) - Vgl. Sie dazu auch die Abb. mit postglazialen ariden und humiden Phasen in der Sahara!
ca. 9.700 ca. 7.700 Feuchteperiode in Afrika, der Tschadsee hat etwa die Grösse des Kaspischen Meeres erreicht (Science, 18.10.2002) - Vgl. Sie dazu auch die Abb. mit postglazialen ariden und humiden Phasen in der Sahara!
ca. 9.200 - ca. 5.700 ca. 7.200 - ca. 3.700 Periode des Atlantikum als wärmster Abschnitt des Holozän, Temp. in der nördlichen Hemisphäre etwa 1 bis 2 K höher als heute, jedoch ähnlich feucht wie heute (nach Berner & Streif 2000: 135); nach Schönwiese (1995) wird das Atlantikum in 3 Maxima (7-6 ka BP, 4-5 ka BP und 3 ka BP) aufgeteilt.
ca. 8.300 -
ca. 7.800
ca. 6.300 -
ca. 5.800
ca. 500 Jahre Dürreperiode in Afrika, nachgewiesen im Gletschereis des Kilimandscharo. Der Tschadsee schrumpft und droht auszutrocknen (vgl. nächste Angabe für die Sahara!); - Vgl. Sie dazu auch die Abb. mit postglazialen ariden und humiden Phasen in der Sahara!
ca. 8.200
ca. 7.500
ca. 6.200
ca. 5.500
starker Kälteeinbruch (ca. 200 Jahre) begleitet von extrem ariden Phasen zwischen 8 und 7 ka BP in der nördlichen Hemisphäre (GISP2-Eiskern Grönland und Ammersee, Bayern, nach Berner & Streif 2000: 135 sowie Klimaentwicklung in der Holozän-Warmzeit, Website der GGR)
zwischen
ca. 8.000 - ca. 7.000
zwischen
ca. 6.000 - ca. 5.000
unbeständige, insgesamt aride Phase im Bereich der Sahara Afrikas, (White & Mattingly 2006, SDW, Sept.: 46-53)
ca. 7.000 - ca. 5.000 ca. 5.000 - ca. 3.000 Optimum (1. Temp.-Max. im Atlantikum nach Schönwiese) mit wesentlich höheren Durchschnittstemperaturen (um 2 bis 4 K in Europa und N-Amerika, Wintertemperaturen jedoch niedriger als heute), einer weitaus geringeren Vergletscherung als heute und einer Waldgrenze in den Alpen, die etwa 200 - 300 Meter höher lag, humide Phase an den äquatorseitigen Rändern der Sahara mit Ausdehnung der Savannenvegetation nach Norden, die humide Phase dauert hier von etwa 7.000 bis etwa 5.000 BP (vgl. Sie die Abb. mit postglazialen ariden und humiden Phasen in der Sahara!)
ca. 6.700 - ca. 5.500 ca. 4.700 - ca. 3.500 Lange - eher schwach - aride Phase in N-Afrika, langsamer Vegetationsrückgang im nördlichen Bereich der Sahara (nach Claussen et al., 1999)
ca. 6.100 - ca. 5.400 ca. 4.100 - ca. 3.400 Klimapessimum mit sehr niedrigen Temperaturen in der nördlichen Hemisphäre
ca. 5.440
(± 30 J.)
ca. 3.940
(± 30 J.)
Abrupter Beginn einer sehr ariden Phase in N-Afrika mit schnellem Vegetationsrückzug in der Sahara. (nach Claussen et al., 1999)
ab ca.
5.000 BP - dato:
ab ca.
3.000 BD - dato:
Beginn einer ariden Phase im Bereich der Sahara Afrikas, die bis heute anhält, (White & Mattingly 2006, SDW, Sept.: 46-53)
ca. 5.300 - ca. 4.200 ca. 3.300 - ca. 2.200 Optimum (2. Temp.-Max. im Atlantikum nach Schönwiese / bzw. Übergang zum Subboreal) mit wesentlich höheren Durchschnittstemperaturen und geringerer Vergletscherung als heute und einer Waldgrenze in den Alpen, die etwa 200 - 300 Meter höher lag, im 2. Optimum Entwicklung der ägyptischen Hochkultur;
ca. 5.200 - ca. 5.000 ca. 3.200 - ca. 3.000 Dürreperiode und kühle Bedingungen in Afrika, nachgewiesen im Gletschereis des Kilimandscharo;
ca. 4.000 - ca. 3.700 ca. 2.000 - ca. 1.700 Dürreperiode in Afrika, nachgewiesen im Gletschereis des Kilimandscharo (Science, 18.10.2002, S. 589, zit. in SdW, Dez. 2002, S. 44);
ca. 4.000 - ca. 3.600 ca. 2.000 - ca. 1.600 Extrem abrupt einsetzende Dürreperiode in N-Afrika. "The transition to today's arid climate was not gradual, but occurred in two specific episodes. The first, which was less severe, occurred between 6,700 and 5,500 years ago. The second, which was brutal, lasted from 4,000 to 3,600 years ago. Summer temperatures increased sharply, and precipitation decreased, according to carbon-14 dating. This event devastated ancient civilizations and their socio-economic systems." (Besprechung des Artikels von Claussen et al., 1999 in ScienceDaily)
ca. 3.500 - ca. 3.100 ca. 1.500 - ca. 1.100 Klimapessimum: ausgeprägteste Klimaverschlechterung in der Löbben Kaltphase, dokumentiert in der Schweiz durch Gletschervorstösse. "Insbesondere gelang es, die mehrteilige Löbben-Kaltphase (mehrfach) nachzuweisen. Um 4’475 ± 75 yBP sowie um 3’340 ± 80 yBP erreichten die Gletscher ihre grösste postglaziale Ausdehnung im Bereich der Oberhornalp." Wipf (2001)
ab
ca. 3.100
ab
ca. 1.100
Optimum (3. Temp.-Max. im Atlantikum nach Schönwiese / im Subboreal) relativ kurze Phase mit höheren Durchschnittstemperaturen und geringerer Vergletscherung als heute, wird verschiedentlich auch "Klimaoptimum der Bronzezeit" genannt
ca. 2.900 - ca. 2.300 ca. 950 -
ca. 350
Klimapessimum am Ende der Bronzezeit bis in die Eisenzeit (mit den bisher niedrigsten holozänen Temperaturen, evtl. nur Europa). Häufig wird diese Phase auch "Klimapessimum der Bronzezeit" genannt, vgl. u.a. Wolf-Dieter Blümel (2002) - siehe auch unter Publikationen!
  ca. 350 BD -
ca. (250)
ca. 350 AD
Römisches Optimum ("Globale" Temperaturerhöhung?) Lokale Erwärmung um ca. 4K (um 2.300-2.000 cal. year B.P., - siehe dazu Anmerkung unten! - Angaben modifiziert am 01.10.08), nach Sediment-Untersuchungen eines israelisch-schwedischen Wissenschaftlerteams in Ost-Afrika (Bergsee auf dem Mt. Kenia, Klimageschichte von 4.550 - 1.250 BP), vgl. Rietti-Shati et al. (1998).

Wesentliche Erwärmung in der nördlichen Hemisphäre. Bergbau in den Alpen, wo heute Dauerfrost herrscht - extrem starker Rückgang der Vergletscherung; die Gletscherzungen lagen mindestens 300m höher als heute (vgl.
Schlüchter & Joerin, 2004), Holzhauser et al. (2005), Joerin et al. (2006) und die Abbildung; Hannibal gelingt es, die Alpen zu überqueren 217 BC / zweiter Punischer Krieg 218-201 BC. VonBlümel (2002) wird auf der Basis umfangreicher Feldforschungen angenommen, dass die Mitteltemperaturen in Europa während des römerzeitlichen Klimaoptimums etwa 1 - 1,5° C höher waren als heute. Teilweise höhere Temperaturen als heute für diesen Zeitraum wurden auch von dem DFG-Projekt Drama gefunden. Bereits um 250 AD setzte dann "eine dramatische Verschlechterung" ein.
  ca. 350 -
ca. 550
Klimapessimum der Völkerwanderungszeit; Trockenheit in Zentralasien, Aridisierung und Abkühlung auch in Italien und Arabien, starke Ausdehnung der Gletscher im Alpenraum, verbunden mit einem Sinken der Baumgrenze. Heftige Sturmfluten an europäischen Küsten.
  ca. 750 -
(ca. 850)
ca. 1250
(ca.1150)

Mittelalterliches Wärmeoptimum, Wikinger (Normannen s.l.) besiedeln Grönland und treiben Ackerbau; sie entdecken lange vor Kolumbus (N-)Amerika. In England, aber auch im östlichen Mitteleuropa (Ostpreussen, Pommern), entstehen zahlreiche Weinanbaugebiete. Die landwirtschaftlichen Anbaugrenzen in den Mittelgebirgen reichen etwa 200 m höher als heute. Stärkster Rückgang des Waldes (Bork et al. 1998) und intensive Ausweitung der Ackerflächen. Die Alpengletscher haben sich fast wieder so weit zurück gezogen, wie zur Zeit des wesentlich länger andauernden "Römischen Optimums" und die Geschwindigkeit des Eisrückzuges nach dem davor liegenden Pessimum entspricht der Dynamik nach dem Ende der "Kleinen Eiszeit". Vgl.Joerin et al. (2006).

Die Temperaturen lagen nach Loehle (2007) vermutlich vor allem in der nördlichen Hemisphäre und regional 1 bis 1.5 K über der langjährigen Mitteltemperatur, oder entsprachen nach Cubasch et al. (2004) und Moberg et al. (2005) etwa den heutigen. Glaser (2001) vermutet jedoch, dass die aktuellen Werte bereits leicht über denen des Mittelalterlichen Wärmeoptimums liegen.

Auf der Grundlage von Feldforschungen wird von Blümel (2002: 22) dagegen angenommen, dass die mittleren Temperaturen im Vergleich zu heute um 1,5 - 2,0 °C gestiegen waren und Vermutungen gerechtfertigt sind, dass dieses Optimum auch in den Randgebieten der sommerfeuchten Tropen (Namibia) zu höheren Niederschlägen geführt hatte (ibid, S.25-26).

Übrigens:
auch während dieser Zeit kam es immer wieder zu Kälteeinbrüchen in Mittel- und Nordeuropa, die mit Phasen geringer Niederschläge in Mittelamerika korrelierten und wohl zum Kollaps der klassischen Mayakultur während einer Superdürre zwischen 1.300 - 1.100 BP führten! (vgl.
Peterson & Haug 2006)

  ca.
1150 - 1850
Klimapessimum (Kleine Eiszeit), in Mittelamerika lange Periode geringer Niederschläge, Wikinger verlassen im 15. Jahrh. Grönland, Missernten und Hungersnöte treten in Europa auf (kühl und regenreich), Sturmfluten und Überschwemmungen sind häufig, die Getreidepreise steigen zum Ende der Kleinen Eiszeit in unermessliche Höhen - um 1805 herum, gleichzeitig sogenanntes Dalton - Minimum (Maunder - Minimum 400 - 330 BP), die Temperaturen lagen weltweit vermutlich ca. 2 K unter den heutigen; vgl. Hinweise zur Sonnenfleckenaktivität!
  1850 - dato
Erwärmung
Heftige und sehr kontroverse Diskussion darüber, ob anthropogen bedingt oder nicht, vor dem Hintergrund einer auf 6.57 Milliarden angewachsenen Menschheit (2006, Dez.).
Hier
aktuelle Zahlen zur Weltbevölkerung.
Gegenwart: 'Modernes Optimum' mit leichter Abnahme der Permafrostgebiete und Zunahme der Niederschläge an den südlichen Rändern der Sahara? Satellitenbilder zeigen keine Ausweitung der Sahara (Science 31 July 1998: Vol. 281. no. 5377, pp. 633 - 634), aber gegenwärtig einen Rückgang der Wüsten Afrikas und eine Zunahme der Vegetation an den nördlichen und südlichen Rändern der Savannenzonen (New Scientist, 2002, Nr. 2361, S. 4), aber auch einen Rückgang des arktischen, nicht jedoch des antarktischen Eises.
 
 

1* & 2* Anmerkungen:

  • Bei der hier verwendeten Zeitangabe BP (before present) handelt es sich im Wesentlichen um Kalenderjahre vor Heute. Die Altersangabe BP wird eigentlich für unkallibrierte 14C - Daten verwendet. "Present" - also die Gegenwart - ist das Jahr 1950, es ist das Jahr der "Erfindung" dieser Methode. Generell ist in der populärwissenschaftlichen, aber auch wissenschaftlichen Literatur, nicht immer klar, ob es sich um kallibrierte 14C - oder unkallibrierte 14C - Daten handelt. Hinzu kommt, dass die zeitlichen Angaben zum gleichen Ereignis in der Literatur oft sehr weit voneinander abweichen, eine Diskussion über die Hintergründe dieser Abweichungen gehört jedoch nicht zum Anliegen dieser Übersicht. Da die o.g. Zeitangaben ausschliesslich der Orientierung dienen und Abweichungen von ±50 - 80 Jahren BD (before date) bzw. BC (before christ) in diesem Kontext völlig unerheblich sind, wurde bei Altersangaben BD das Jahr 1950 als Ausgangsjahr nicht mehr berücksichtigt.
 
 
  • Die markante Temperaturerhöhung bezieht sich auf einen Hochgebirgssee des Mount Kenya. Rietti-Shatti et al. (1998: 981) schreiben dazu: "Thus, according to Eq.1, the shift to the more depleted values indicates a warming phase of up to 4°C on Mount Kenya." Und auf S.982 werden für den gleichen Zeitraum Warmphasen für den Viktoriasee (Flachland),
    für den Mount Satima (Kenya, nach Karlen & Rosqvist 1988), aber auch "in the Northeastern St. Elias Mountains in Southern Yukon Territory and Alaska and in Swedish Lapland" (nach Denton & Karlen 1973) hervorgehoben, ohne jedoch Angaben zu den Temperaturen zu machen. (Lit. vgl. in der Originalarbeit)

    Diesen Angaben zufolge scheint also kein Zweifel daran zu bestehen, dass es sich hier um Indikatoren einer wesentlichen
    globalen, oder wenigstens Erwärmung in der nördlichen Hemisphäre gehandelt hat, wobei erhebliche regionale Unterschiede auftraten. Gestützt werden diese Befunde durch die umfangreiche und detaillierte Arbeit von Mayewski et al. (2004) Holocene Climate Variability.- Quaternary Research 62: 243-255. 13 S. [date of access: 01.10.08] -

    Siehe auch die Zusammenfassung unten sowie "Summary and Conclusions" in der Veröffentlichung von Mayewski et al., ibid. Und hier zur angenommenen Bedeutung der Sonnenaktivität und der Treibhausgase.

    Auch wenn heute kein Zweifel mehr daran bestehen kann, dass die Klimavariabilität während des Holozäns sehr stark und regional teilweise sehr unterschiedlich ausgeprägt war und sehr schnelle signifikante Klimawechsel (rapid climate change / RCC, nach Mayewski et al., ibid) im Zeitrahmen von wenigen hundert Jahren, oder auch wesentlich kürzer, mit elementarer Bedeutung für Kulturen, eher zur Normalität gehörten, ist doch allen genaueren Angaben zur
    globalen Temperaturerhöhung oder -abnahme in der Geschichte des Holozäns eher mit Skepsis zu begegnen. Vieles deutet aber nach dem aktuellen Stand des Wissens darauf hin, dass die Temperaturschwankungen in der nördlichen Hemisphäre weitaus höher waren als in der südlichen Hemisphäre.

 
  • Ausführliche Angaben zur Radiokohlenstoffdatierung, ihrer Relevanz und Anwendung finden Sie hier, hier und hier. [date of access: 22.04.08]

  • Die in der Literatur gefundenen Angaben bzgl. Beginn und Ende der verschiedenen Phasen (Klimaoszillationen) weichen teilweise sehr stark voneinander ab, oder sind sogar widersprüchlich. Der Schwerpunkt der Angaben bezieht sich auf die nördliche Hemisphäre, vor allem auf N-Afrika und Europa. Ab etwa Beginn der Zeitenwende wird berücksichtigt, dass die "Gegenwart" bei der Angabe BP (before present) auf 1950 festgelegt wurde.
  • Die Auflistung oben soll vermitteln, dass das aktuelle Interglazial generell von Zeiten mit höheren (sogen. Optima) und niedrigeren (sogen. Pessima) Temperaturen über mehrere Jahrhunderte (bis Jahrtausende) geprägt war.
  • Mit den Begriffen Pessima und Optima werden keine Aussagen zu den Niederschlagsverhältnissen verbunden, d.h. humide und aride Phasen korrelieren nicht unbedingt mit niedrigen und hohen Temperaturen und können ausserdem in den verschiedenen Klimazonen der nördlichen und südlichen Hemisphäre (aber auch innerhalb der Hemisphären!) zur gleichen Zeit sehr unterschiedlich sein. Z.B. erlebte die südliche Sahara zwischen 7.000 und 5.500 BP eine humide Phase und die nördliche Sahara war während dieses Zeitabschnitts eher trocken. Vgl. Sie dazu noch einmal die Abb. mit postglazialen ariden und humiden Phasen in der Sahara!

  • Um den neuesten Kenntnisstand bzgl. Temperaturentwicklung im Holozän zu erfahren, ist das Studium von aktueller (!!) Primärliteratur unabdingbar. Weitere Angaben in der Literatur unten und unter "Klimawandel und Kulturgeschichte".
 
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Klimaschwankungen während der letzten 2.000 bis 3.000 Jahre:
   
 

Vor dem Hintergrund der heftig und kontrovers geführten Diskussion um die Ursachen des gegenwärtigen globalen Temperaturanstiegs, wird an dieser Stelle die aktuellste Rekonstruktion der Temperaturentwicklung der vergangenen 2.000 Jahre auf der Nordhalbkugel (!) unserer Erde dargestellt. Diese weicht ab von der als "Hockey-Schläger-Kurve" (Hockeystick) bekannt gewordenen (wissenschaftlich unhaltbaren) Rekonstruktion nach Mann et al. (1998, 1999). Selbstredend müssen die starken Temperaturschwankungen vor dem Industrie-Zeitalter natürliche Ursachen haben.

Abb. rechts: (zum Vergrössern anklicken!) Temperaturentwicklung der letzten 2.000 Jahre nach Moberg et al. in Nature, Bd. 433, S. 613.

Die Schwankungsbreite liegt bei etwa einem Grad. Demnach scheinen die Schwankungen etwa doppelt so stark gewesen zu sein wie bislang angenommen wurde (Moberg et al. in: Nature, Bd. 433, S.613). Hinzu kommt, dass "der Einfluss natürlicher Vorgänge auf kurzfristige Klimaschwankungen [...] sogar mit noch grösseren Unsicherheiten behaftet [ist] als das Ausmass der Temperaturfluktuationen selbst." (Kommentar von Sven Titz zu dem o.g. Beitrag von Moberg et al., in: Spektrum der Wissenschaft, April 2005, 24)

Abb. rechts: Temperaturentwicklung der letzten 3.000 Jahre im Bereich der Sargassosee, nach Keigwin, L. D., 1996, The Little Ice Age and Medieval Warm Period in the Sargasso Sea: Science, v. 274, p. 1504-1508. "The entirety of Holocene climatic history can be characterized as a sequence of 10 or more global-scale "little ice ages," fairly irregularly spaced, each lasting a few centuries, and separated by global warming events."

Weitere Infos unter World Climate Report mit einer kritischen Zusammenfassung der neuesten Ergebnisse. "WCR is sponsored by the Greening Earth Society, a Western Fuels Association project (!!) founded to spread the "good news" that global warming is benficial for the planet." (nach ExxonSecrets.org). Trotzdem, es lohnt sich sehr, dort mal vobei zu schauen.
[date of access: 31.07.06]

Die Argumente aller Seiten sollten ernsthaft geprüft und nicht von vornherein diffamiert werden, wie dies leider von einigen extremen Vetretern beider Seiten, hauptsächlich leider jedoch von Vertretern der CO2 - Hypothese, immer wieder geschieht. Vgl. Sie dazu "Rahmstorf contra Singer: Gedanken zum Klima der Debatte".

Ganz generell lehrt uns die Klimageschichte, dass das Klima immer dynamisch war, mal mehr und mal weniger. Und es entspricht ganz sicher menschlicher Hybris, Stabilität und Kontinuität, Gleichgewicht und Harmonie, als den sogenannten "natürlichen Zustand" zu propagieren. Es ist nichts als ein Wunsch, eine gefährliche Chimäre, eine höchst gefährliche Illusion.

Eine ausführliche und - mehr oder weniger - ausgewogene Diskussion zur Temperaturentwicklung in den letzten 2.000 Jahren (inkl. Problematik der "Hockey-Schläger-Kurve") sowie zu den politischen Implikationen des "Killerarguments" Hockeystick, findet sich in den KlimaNotizen, m.E. für eine eigene Meinungsbildung unbedingt zu empfehlen.
[date of access: 04.08.06]

   
 
Zur Rekonstruktion der letzten 2000 Jahre Temperaturentwicklung: details
 
Einige Bemerkungen zur Klimadebatte und den überall 'lauernden' Katastrophen: details
 
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Meeresspiegelschwankungen - Verlust und Gewinn von Landschaften:
   
  Wichtige Vorbemerkung: Vor dem Hintergrund geologischer Zeiträume befindet sich "Unsere Erde (...) augenblicklich in einer Kühlhaus-Episode, der Meeresspiegelstand ist enorm niedrig, die Eiskappen sind groß, das Nordmeer ist vereist, die Geschwindigkeit der Ozeanspreizung ist mäßig. Entweder stehen wir am Ende der känozoischen Kühlhaus-Episode oder wir leben in einer Zwischeneiszeit (...)." Vgl. Meeresspiegelschwankungen - Ursachen, Folgen, Wechselwirkungen - von Hartmut Seyfried und Reinhold Leinfelder, Uni-Stuttgart (vgl. unter Schlussfolgerungen). [date of access: 11.03.07] Meeresspiegelschwankungen

Abb. rechts: (zum Vergrössern anklicken!)
Darstellung der "Zeitlichen Veränderung der Höhe des Weltmeeresspiegels in den letzten 70 Mio. Jahren"  ( PDF-File - Datei),  nach Haq et al. 1987, Grafik bearbeitet von Christian Röhr 2005, wo auch das Copyright liegt, aus: Infos zum Oberrheingraben. [date of access: 11.03.07] Der Meeresspiegel war bis vor 40 Millionen Jahren 170 bis 220 Meter höher als heute. Gleichzeitig lagen die Durchschnittstemperaturen mit ca. ~22°C weit über den heutigen. Nach neueren Untersuchungen ist langfristig mit einem weiteren Absinken des Meeresspiegels zu rechnen. Vgl. Müller, R.D. et al. 2008.

Die postglaziale Dynamik der Vegetationsausbreitung oder auch ihr Rückzug im Bereich von Küsten s.l. werden begleitet und beeinflusst von extremen Meeresspiegelschwankungen, bei welchen grosse Teile der Schelfgebiete entweder frei gelegt oder auch wieder überflutet werden.

Ursache für Transgressionen (Meeresvorstösse) und Regressionen (Meeresrückzüge) sowie allgemein Meeresspiegelschwankungen können Landabsenkungen oder -hebungen (isostatische Dynamik) oder das Abschmelzen oder Entstehen von Eismassen (eustatische Dynamik).

 
   
Einige Bemerkungen zur isostatischen Dynamik
   
  Durch die Mächtigkeit der Eisschilde von ca. 2.000 bis 4.000 m wurde die Lithosphäre tief in die viskose Asthenosphäre hinabgedrückt (in Skandinavien 700- 800 m).

Mit dem Beginn der Warmzeit und dem Abschmelzen der Eisschilde stiegen diese Landschaften - nahezu - kontinuierlich auf. Übrigens ein Prozess, der auch gegenwärtig mit etwa 1cm pro Jahr die skandinavischen Gebirge aufsteigen und ausgleichend Teile der Nordseeküste sinken lässt. So wird z.B. angenommen, dass im Mündungsbereich der Weser bis Mitte dieses Jahrhunderts eine Landabsenkung von etwa 15cm erreicht wird und das mit einem sich verstärkenden Trend, bei einem zusätzlich vermuteten Meeresspiegelanstieg von ca. 40cm (als Folge einer erwarteten weiteren globalen Erwärmung). Vergleichen Sie dazu das soeben erschienene Fachbuch "Klimawandel und Küste - Die Zukunft der Unterweserregion" (2005) von Schuchardt,B. & M.Schirmer (Hrsg.) sowie die Vorabpublikation von Storch et al. (Januar 2005) im Internet "Projektionen für Meere und Küsten", 352 KB, 9 S.
 [date of access: 17.02.05]

Zur Erinnerung:

Die feste Erdkruste (im wesentlichen die Lithosphäre) hat unter den Kontinentalplatten eine Mächtigkeit von 30 bis 70 Kilometern (max. 120 km unter hohen Gebirgen) und ausserhalb der Kontinente nur maximal 10 km (sogenannte ozeanische Kruste, die teilweise nur 5 km stark ist).

Die Lithosphäre bildet eine extrem dünne, fest-spröde Schale (ozeanisch ~0,2% und kontinental ~0,8% des Erdradius) einer immer noch glühend heissen Kugel, deren Stärke proportional noch nicht einmal die Schalendicke eines durchschnittlichen Hühner-Eies erreicht (~1,8% - bei einer Schalendicke von durchschnittlich 0,35 mm und einem horizontalen Durchmesser des Beispiel-Eies von 40 mm). Wir leben also auf einem höchst fragilen Planeten.

   
 
details Näheres erhalten Sie sehr anschaulich und ausführlich von der Uni Münster!   [date of access: 03.02.05]
 
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Dynamik des Meeresspiegels - Dynamik der Küstenverläufe
   
 

Die oben genannte früh- bis mittel-holozäne Dynamik von Flora und Vegetation (und zwar weltweit) wurde begleitet von einem permanenten Wandel der Küstenlinien. Übrigens ein Prozess, der auch heute noch anhält. Z.B. veränderten sich sowohl die Küstenvegetation als auch Flora und Fauna der Nordsee-Marschen durch Verlagerung der interglazialen Küstenlinien.

"Dabei sind verschiedene, massgeblich durch eustatische Meeresspiegelschwankungen geprägte Phasen von Meeresvorstössen und -rückzügen zu unterscheiden. Z.B.:

Die Flandrische Transgression (Meeresvorstoss) im Atlantikum mit der ihr folgenden Regression (Meeresrückzug) um 4.000 v. Chr. In der Zeit der Transgression bildete sich das Wattenmeer im Küstenbereich von 450 km der Nordsee aus. Während der Stillstands- und Regressionsphase kommt es zur Bildung des Watts.

Die Dünkirchen-Transgression ab 600 n.Chr. In dieser Zeit geht ein Teil der Marschen wieder verloren."
(Geschichte der Nordsee, Uni Kiel)
[date of access: 09.12.04]


Nordseeentwicklung Entstehung von Sylt Meeresspiegelschwankungen Icon für interne HTML-Hyperlinks (seit der letzten Hochvereisung Anstieg des Meeresspiegels um ca. 120 bis 130 Meter) haben weltweit weite Teile niedriger Landmassen (Schelfgebiete der Kontinente) im Meer versinken lassen. Dies trifft selbstredend auch zu für Landschaften, welche gegenwärtig z.B. von dem Wasser der Nordsee (einem sehr flachen Schelfmeer mit durchschnittlich 94 Metern Wassertiefe, [3D-View - JPEG 80Kb] bedeckt werden.

Der Anstieg des Meeresspiegels erfolgte nicht kontinuierlich, sondern wurde durch Wärmeperioden beschleunigt, oder war in Kälteperioden sogar rückläufig.

Die Nordseeküste (Vgl. Abb. Icon für interne HTML-Hyperlinkslinks oben) hat in den letzten Jahrtausenden und Jahrhunderten durch Landabsenkungen und den Meeresspiegelanstieg (Transgression durch eustatische und isostatische Dynamik) ständig Land verloren. Informationen zur Geschichte der Nordseeentwicklung, Marschenbildung und Küstenschutz finden Sie in dem Form Erdkunde an der Uni Lüneburg.

Die kleine Karte unten Icon für interne HTML-Hyperlinksmit der Küste Schleswig-Holsteins führt auf eine Serie von Bildern * mit der Entstehung der Insel Sylt. Noch vor etwa 1.200 Jahren gab es die Insel auch nicht ansatzweise. Die heutige Westseite der Insel war die Westküste (des damals noch nicht existierenden) Schleswig-Holsteins.

[* Die Herkunft der hier vorgestellten Bildserie ist unklar. Sie war Teil eines Zeitungs-Inserates und wurde dem Verfasser zur Verfügung gestellt. Das verwendete Satellitenbild stammt von der Uni Kiel, Geographie, Einführung in die Fernerkundung, und wurde von Carsten Stech im Rahmen des Projektes ENGL/EMIR entwickelt, vgl. Link unten!]

Ebenso wie die nordfriesische Insel Sylt bildeten sich im Laufe der Zeit auch alle anderen Nordsee-Inseln Frieslands heraus.

   
 
externer Link Eindrucksvoll animiert auf der Website "Geschichte Schleswig-Holsteins"  [date of access: 07.09.04]
 
externer Link Infos zum Satellitenbild der Insel Sylt von Carsten Stech an der "Uni Kiel"  [date of access: 07.04.05]
 
externer Link Entwicklung des Wattenmeeres (Nordsee) Nationalpark-Atlas Hamb. Wattenmeer  [date of access: 02.08.06]
 
externer Link Entstehung der schleswig-holsteinischen Nordseeküste (Daniel Kulle / Uni Kiel / Geographie)  [date of access: 25.08.06]
   
 
Wie oben am Beispiel der Nordsee gezeigt wurde, führte der Anstieg des Meeresspiegels seit dem LGM (Late Glacial Maximum) um 120 bis 130m auch in anderen Erdteilen dazu, dass weite Teile der Schelfgebiete überflutet wurden, welche vorher mit Vegetation bedeckt waren und von Tieren und Menschen besiedelt waren. Die postglazial überfluteten Gebiete erreichten eine Fläche, die etwa der Europas entspricht.
 
Diese Feststellung zu den Meeresspiegelschwankungen trifft natürlich auch für die Mittelmeer- sowie Schwarzmeer-Region zu. "Frühholozän stieg der Meeresspiegel als Folge des schmelzenden und sich zurückziehenden Eises wieder an und erreichte etwa um 6.000 BP die heutige Höhe (VAN ZEIST et al. 1975). Vergleichsweise leichte Schwankungen bis zu 2 m (d.h. 5-10 mm/a !) traten zwischen 4-3.500 BP an der kleinasiatischen Mittelmeerküste auf. (KAYAN 1990). In der kühleren Phase 6.000 BP während des Klimapessimums im Atlantikum (vgl. Klimaschwankungen im Jungpleistozän und Holozän) lagen jedoch die Temperaturen im Mittelmeerraum weit unter und die Niederschläge weit über den aktuellen Werten (CHEDDADI et al. 1996)."
(aus Kehl 1998, Seite 15, Lit.-Angaben vgl. dort!)
 

Abb. Icon für interne HTML-Hyperlinkslinks (aus Schneider 1997) zeigt für weite Teile der nördlichen Hemisphäre die wasserfreien Schelfgebiete während des LMG: Beispielhaft von SO-Asien und dem Küstenbereich Floridas. Zum Vergleich wurde in den beiden Abbildungen unten ein Anstieg des Meeresspiegels um fünf Meter über den aktuellen Stand eingezeichnet.

Das natürliche Vordringen des Meeres als Folge des Abschmelzens der mächtigen Eisschilde ging folglich mit den oben erwähnten grossen "Landverlusten" einher (inkl. "Verlust" von Flora und Fauna).

Für die in den Küstenregionen siedelnden Menschen nahmen diese Vorgänge besonders bei schweren Stürmen (auch Sturmfluten) dramatische Ausmasse an. Nur wenig ist bekannt von einer Sturmflut 115 BD (v.Chr.), die Jütland verwüstete. Bekannt sind z.B. die Julianenflut an der Nordseeküste vom 17. Febr. 1164 mit ca. 20.000 Toten (Entstehung des Jadebusens), Überflutungen im Jahre 1212 in den Niederlanden mit etwa 300.000 Toten, am 16. Januar 1219 (bekannt als erste Marcellusflut) mit etwa 36.000 Toten, am 14. Dez. im Jahr 1287 (bekannt als Luciaflut) mit ca. 50.000 Toten und die sogenannten zwei "Groten Manndränken” (Grote Mandränke). 1372 ist mit ca. 100.000 Toten und am 11. Okt. 1634 mit ca. 9.000 Toten (50.000 Stück Vieh, 1.300 Häuser). Die 2. Grote Mandränke wird auch Buchardiflut genannt. Zu nennen sind auch die Weihnachtsflut von 1717 mit 12.000 Toten, die Hollandflut von 1953 sowie auch die Hamburgsturmflut von 1962.

Wenn Zahlen der Opfer bis zu Beginn des 18. Jahrh. genannt werden, dann ist die vergleichsweise geringe Bevölkerungsdichte zu berücksichtigen und gleichzeitig die Tatsache, dass vergleichbare Vorgänge in anderen Teilen der Welt mit einer vermutlich sehr hohen Anzahl von Toten in Europa nicht bekannt wurden.

 
Mehr Infos anschaulich und ausführlich von der Uni Stuttgart (Geologie): Meeresspiegelschwankungen
- Ursachen, Folgen, Wechselwirkungen
- von Hartmut Seyfried und Reinhold Leinfelder
!   [
date of access: 05.09.08]
 
Zum aktuellen Stand der Diskussion über den zukünftigen Ansieg des Meeresspiegels finden Sie HIER
 
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Weiterführende Literatur:
   
 
  • Alverson, K.D., R.S. Bradley, T. F. Pedersen (2003) Paleoclimate, Global Change and the Future.- Springer Verlag, Berlin. (235 S.)

  • Behringer, W. (1988) Hexen und Hexenprozesse.- dtv, München. (Klima, Kleine Eiszeit, Klimawandel, Mittelalter)

  • Berner, U. & H. Streif, Hrsg. (2000) Klimafakten - Ein Schlüssel für die Zukunft, 2. Aufl.- BGR, Hannover.
    Sehr zu empfehlen!!


  • Blümel, Wolf Dieter (2006) Klimafluktuationen - Determinanten für die Kultur- und Siedlungsgeschichte - PDF-File 3,3 MB, 29 S. - erschienen in: Nova Acta Leopoldina NF 94, Nr. 346 (W.D. Blümel, Institut für Geographie der Universität Stuttgart)
    [ URL: http://www.geographie.uni-stuttgart.de/dokumente/aktuelles/LEOPOLDINA_bluemel_2006.pdf; date of access: 16.12.07]
    Sehr zu empfehlen!!

  • Blümel, Wolf Dieter (2002) 20.000 Jahre Klimawandel und Kulturgeschichte - Von der Eiszeit in die Gegenwart - PDF-File 4,8 MB, 35 S. (erschienen in: Wechselwirkungen - Jahrbuch aus Lehre und Forschung der Universität Stuttgart)
    [ URL: http://hehl-rhoen.de/pdf/Klimawandel2002.pdf; date of access: 16.12.07]
    Sehr zu empfehlen!!


  • Bork, H.-R., H. Bork, C. Dalchow, B. Faust, H.-P. Piorr, T. Schatz (1998) Landschaftentwicklung in Mitteleuropa.- Klett-Perthes Verlag, Gotha - Stuttgart.

  • Briffa, K.R., Osborn, T.J. and Schweingruber, F.H. (2004) Large-scale Temperature inferences from tree rings: a review.- Global & Planetary Change 40: 11-26. - PDF-File 16 S.
    (vgl. das Abstract)

  • Broecker, Wallace S. (2001) Was the Medieval Warm Period Global? - Science Vol. 291. no. 5508, pp. 1497 - 1499
    DOI: 10.1126/science.291.5508.1497
    • "During the Medieval Warm Period (800 to 1200 A.D.), the Vikings colonized Greenland. In his Perspective, Broecker discusses whether this warm period was global or regional in extent. He argues that it is the last in a long series of climate fluctuations in the North Atlantic, that it was likely global, and that the present warming should be attributed in part to such an oscillation, upon which the warming due to greenhouse gases is superimposed."

  • Brohan, P., J.J. Kennedy, I. Harris, S.F.B. Tett and P.D. Jones (2006) Uncertainty estimates in regional and global observed temperature changes: a new dataset from 1850.- J. Geophysical Research 111, D12106, doi:10.1029/2005JD006548

  • Chen, J., L. King, T. Jiang & D. Wollesen (1998) Klimageschichtliche Forschung in China: Quellenlage und Ergebnisse im Überblick.- Erdkunde 52: 163-176.
    (
    danach treten Überschwemmungen und Dürren nicht häufiger auf als früher)

  • Chiessi, C. M., St. Mulitza, A. Paul, J. Pätzold, J. Groeneveld & G. Wefer (2008) South Atlantic interocean exchange as the trigger for the Bølling warm event.- Geology, Vol. 36, No. 12, pp. 919-922.
  • Cubasch, U., E. Zorita, J. F. Gonzalez-Rouco, H.v. Storch & I. Fast (2004) Simulating the last 1000 years with a 3d coupled model.- PDF-File 17 S. - [date of access: 22.03.07]

    "Abstract:
    A simulation of the climate of the last millennium with a state-of-the art ocean-atmosphere climate model, which has been forced with solar variability, volcanism and the change in anthropogenic greenhouse gases, shows global temperatures during the Little Ice Age of the order of 1 K colder than present. This is markedly colder than some accepted empirical reconstructions from proxy data. In this simulation temperature minima are reached in the Late Maunder Minimum, (around 1700 A.D.) and the Dalton Minimum (1820 A.D.), with global temperature about 1.2 K colder than today. The model also produces a Medieval Warm Period around 1100 A.D., with global temperatures approximately equal to present values. A combination of model and tree-ring data leads to an improved temperature estimate for Northern Europe, but not for Southern Europe."

    Sehr zu empfehlen!!

  • Demezhko, D. Yu. & I. V. Golovanova (2007) Climatic changes in the Urals over the past millennium. An analysis of geothermal and meteorological data.- Clim. Past 3: 237-242. - PDF-File 6 S.
  • Abstract [partly]:
    " .... Joint analysis of GSTH and meteorological data bring us to the following conclusions. First, ground surface temperatures in the Medieval maximum during 1100–1200 was 0.38 K higher than the 20th century mean temperature (1900–1960). The Little Ice Age cooling was culminated in 1720 when surface mean temperature was 1.58 K below than the 20th century mean temperature. Secondly, contemporary warming began approximately one century prior to the first instrumental measurements in the Urals. The rate of warming was +0.25K/100years in the 18th century, +1.15 K/100years in the 19th and +0.75 K/100years in the first 80 years of the 20th. Finally, the mean rate of temperature warming increased in final decades of 20th century. An analysis of linear regression coefficients in running intervals of 11, 21 and 31 years, shows that there were periods of warming with almost the same rates in the past, including the 19th century."

  • deMenocal, Peter, Joseph Ortiz, Tom Guilderson, Michael Sarnthein (2000) Coherent High- and Low-Latitude Climate Variability During the Holocene Warm Period.- Science, Vol. 288. no. 5474, pp. 2198 - 2202, DOI: 10.1126/science.288.5474.2198.
  • Textauszug:
    "The warm climate of the Holocene epoch [the last 11,700 thousand years (11.7 ky B.P.)] conventionally has been viewed as climatically stable (...) with little evidence of the abrupt millennial-scale climatic shifts that characterize glacial periods (...). Oxygen isotopic records from central Greenland ice cores indicate essentially no Holocene variability, with the notable exception of the Preboreal and early Holocene cooling events near 10 and 8.2 thousand years ago (ka) (...). However, recently developed Holocene paleoclimate records from ice cores and high-latitude marine sediments show that Holocene climate was also unstable, having been punctuated by several significant, millennial-scale cooling events, which recurred roughly every 1500 ± 500 years (...). The most recent of these Holocene cooling events was the Little Ice Age between ca. 1300 to 1870 A.D. (...), when Scandinavian glaciers attained their furthest expansion since 9 ka (...)."

  • Glaser, R. (2001) Klimageschichte Mitteleuropas. 1000 Jahre Wetter, Klima, Katastrophen.
    Sehr zu empfehlen!! - auch im Internet unter: Historische Klimaforschung und Historische Klimadatenbank Deutschland (HISKLID)
    Anmerkung:
    Glaser vermutet - im Gegensatz z.B. zu Cubasch et al. (2004) - dass die gegenwärtigen Mittel-Temperaturen in der nördlichen Hemisphäre bereits leicht über denen der Mittelalterlichen Warmzeit (MWZ bzw. MWP) liegen.

    Global Climate Change Student Guide - Contemporary Climate Change: References. Umfangreiche Zusammenstellung von Literatur zur Klimageschichte.

  • Glaser, R., Ch. Beck & H. Stangl (2003) Zur Temperatur- und Hochwasserentwicklung der letzten 1000 Jahre in Deutschland.- DWD-Klimastatusbericht. 13 S. [date of access: 02.10.08]
    Sehr zu empfehlen!!


  • Haq, B.U., Hardenbol, J. & P.R. Vail (1987) Chronology of fluctuating sea levels since the Triassic.- Science, 235, pp. 1156-1167.
  • Hare, F.K. (1979) Climatic variation and variability: empirical evidence from meteorological and other sources. In: Proceedings of the World Climate Conference, World Meteorological Organisation Publication No. 537. WMO, Geneva, pp. 51-87.

  • Holzhauser, H., Magny, M. & Zumbühl, H.J. (2005) Glacier and lake-level variations in west-central Europe over the last 3300 years.- The Holocene 15, 789 –801.

  • Hunt, B.G. (2006) The Medieval Warm Period, the Little Ice Age and simulated climatic variability.- Climate Dynamics, Volume 27, Numbers 7-8: 677-694, Dezember 2006.
    • Abstract:
      "The CSIRO Mark 2 coupled global climatic model has been used to generate a 10,000-year simulation for ‘present’ climatic conditions. The model output has been analysed to identify sustained climatic fluctuations, such as those attributed to the Medieval Warm Period (MWP) and the Little Ice Age (LIA). Since no external forcing was permitted during the model run all such fluctuations are attributed to naturally occurring climatic variability associated with the nonlinear processes inherent in the climatic system. Comparison of simulated climatic time series for different geographical locations highlighted the lack of synchronicity between these series. The model was found to be able to simulate climatic extremes for selected observations for century timescales, as well as identifying the associated spatial characteristics. Other examples of time series simulated by the model for the USA and eastern Russia had similar characteristics to those attributed to the MWP and the LIA, but smaller amplitudes, and clearly defined spatial patterns. A search for the frequency of occurrence of specified surface temperature anomalies, defined via duration and mean value, revealed that these were primarily confined to polar regions and northern latitudes of Europe, Asia and North America. Over the majority of the oceans and southern hemisphere such climatic fluctuations could not be sustained, for reasons explained in the paper. Similarly, sustained sea–ice anomalies were mainly confined to the northern hemisphere. An examination of mechanisms associated with the sustained climatic fluctuations failed to identify a role for the North Atlantic Oscillation, the El Niño-Southern Oscillation or the Pacific Decadal Oscillation. It was therefore concluded that these fluctuations were generated by stochastic processes intrinsic to the nonlinear climatic system. While a number of characteristics of the MWP and the LIA could have been partially caused by natural processes within the climatic system, the inability of the model to reproduce the observed hemispheric mean temperature anomalies associated with these events indicates that external forcing must have been involved. Essentially the unforced climatic system is unable to sustain the generation of long-term climatic anomalies.
      "

  • Joerin, U.E., T.F. Stocker & Ch. Schlüchter (2006) Multicentuary glacier fluctuations in the Swiss Alps during the Holocene.- The Holocene 16/5: 687-704. 8 S. [date of access: 04.10.08]

  • Kaser, G. & P.W. Motte (2008) Gletscherschwund am Kilimandscharo.- SdW Januar 2008, S. 62-69.
    • "Ernest Hemingway machte ihn einst berühmt: den Schnee auf dem Kilimandscharo. Inzwischen wird die schrumpfende Eiskappe des Tropenvulkans gern als Kronzeuge für den Klimawandel bemüht. Zu Unrecht, wie eine sorgfältige Analyse offenbart."

  • Keigwin, L. D. (1996) The Little Ice Age and Medieval Warm Period in the Sargasso Sea.- Science, v. 274, p. 1504-1508
    Vgl. Extraseite mit Text und Abbildung!

  • Knapp & Mallet, Refuting Refugia? - Science, Vol 300, Issue 5616, 71-72 , 4 April 2003.
    Sehr zu empfehlen!!

  • Lambeck, Kurt & John Chappell (2001) "Sea Level Change Through the Last Glacial Cycle", Science 27 April 2001:
    Vol. 292. no. 5517, pp. 679 - 686
    .
    [date of access: 28.11.05]


  • Lamp, H.H. (1972/1977) Food shortage, climatic variability, and epidemic disease in preindustrial Europe - the mortality peak in the early 1740s.

  • LeRoy Ladurie, E. (1988) Times of Feast, Times of Famine. A History of Climate since the Year 1000.

  • Loehle, C. (2007) A 2000-year global temperature reconstruction based on non-treering proxies.- Energy & Environment 18(7-8): 1049-1058.

    Abstract:
    Historical data provide a baseline for judging how anomalous recent temperature changes are and for assessing the degree to which organisms are likely to be adversely affected by current or future warming. Climate histories are commonly reconstructed from a variety of sources, including ice cores, tree rings, and sediment. Tree-ring data, being the most abundant for recent centuries, tend to dominate reconstructions. There are reasons to believe that tree ring data may not properly capture long-term climate changes. In this study, eighteen 2000-year-long series were obtained that were not based on tree ring data. Data in each series were smoothed with a 30-year running mean. All data were then converted to anomalies by subtracting the mean of each series from that series. The overall mean series was then computed by simple averaging. The mean time series shows quite coherent structure. The mean series shows the Medieval Warm Period (MWP) and Little Ice Age (LIA) quite clearly, with the MWP being approximately 0.3°C warmer than 20th century values at these eighteen sites."
    Diskussion der Publikation bei ClimateAudit und hier
    --- vgl. Grafik!

  • Mayewski, P.A., E. Rohling, C. Stager , W. Karlén, K. Maasch, L.D. Meeker, E. Meyerson , F. Gasse, S. van Kreveld, K. Holmgren, J. Lee-Thorp, G. Rosqvist, F. Rack, M. Staubwasser and R. Schneider (2004) Holocene Climate Variability.- Quaternary Research 62: 243-255. 13 S. [date of access: 01.10.08]
  • Abstract:
    "Although the dramatic climate disruptions of the last glacial period have received considerable attention, relatively little has been directed toward climate variability in the Holocene (11,500 cal yr B.P. to the present). Examination of ~50 globally distributed paleoclimate records reveals as many as six periods of significant rapid climate change during the time periods 9000–8000, 6000–5000, 4200–3800, 3500–2500, 1200–1000, and 600–150 cal yr B.P. Most of the climate change events in these globally distributed records are characterized by polar cooling, tropical aridity, and major atmospheric circulation changes, although in the most recent interval (600–150 cal yr B.P.), polar cooling was accompanied by increased moisture in some parts of the tropics. Several intervals coincide with major disruptions of civilization, illustrating the human significance of Holocene climate variability."

    Keywords: Climate; Rapid climate change; Holocene; Solar variability
    Siehe dazu auch Joerin et al. (2006)

    Mudelsee M, Börngen M, Tetzlaff G, Grünewald U (2003) No upward trends in the occurrence of extreme floods in central Europe. 4 Seiten - Nature 425:166–169.

    Zusammenfassung der Ergebnisse in InnovationsReport vom 17. Sept. 2003.
    ( danach treten Überschwemmungen nicht häufiger auf als früher)
  • Müller, R.D., M. Sdrolias, C. Gaina, B. Steinberger & Ch. Heine (2008) Long-Term Sea-Level Fluctuations Driven by Ocean Basin Dynamics.- Science 7 March 2008: Vol. 319. no. 5868, pp. 1357 - 1362.
  • Abstract

  • Münch, P. (1992) Lebensformen in der frühen Neuzeit - 1500 - 1800.- Propyläen, Frankf./Main-Berlin. (604 S.)
    • betr. Kleine Eiszeit, Klima, Mittelalter, Klimaoptimum im 11. und 12. Jh., Missernten, Überschwemmungen, Verschwinden von Kulturpflanzen, Artensterben, Verteilungskämpfe, Hexenverbrennungen als Folge sozialer Unsicherheit, Weil das Klima jeweils sehr rasch umschlug, suchte man nach Schuldigen, vgl. auch Wolfgang Behringer (1988)

  • Muscheler, R., B. Kromer, S. Björck, A. Svensson, M. Friedrich, K. F. Kaiser & J. Southon (2008) Tree rings and ice cores reveal 14C calibration uncertainties during the Younger Dryas.- Nature Geoscience 1, 263 - 267 (2008)
  • Abstract:
    "The Younger Dryas interval during the Last Glacial Termination was an abrupt return to glacial-like conditions punctuating the transition to a warmer, interglacial climate. Despite recent advances in the layer counting of ice-core records of the termination, the timing and length of the Younger Dryas remain controversial. Also, a steep rise in the concentration of atmospheric radiocarbon at the onset of the interval, recorded primarily in the Cariaco Basin, has been difficult to reconcile with simulations of the Younger Dryas carbon cycle. Here we discuss a radiocarbon chronology from a tree-ring record covering the Late Glacial period that has not been absolutely dated. We correlate the chronology to ice-core timescales using the common cosmic production signal in tree-ring 14C and ice-core 10Be concentrations. The results of this correlation suggest that the Cariaco record may be biased by changes in the concentration of radiocarbon in the upper ocean during the early phase of the Younger Dryas climate reversal in the Cariaco basin. This bias in the marine record may also affect the accuracy of a widely used radiocarbon calibration curve over this interval. Our tree-ring-based radiocarbon record is easily reconciled with simulated production rates and carbon-cycle changes associated with reduced ocean ventilation during the Younger Dryas."

  • Oppo, D. (1997) Millennial Climate Oscillations.- Science 278 (14 Nov. 1997).

  • Overpeck, J. et al. (1997) Arctic Environmental Change of the Last Four Centuries.- Science, v. 278, n. 5341 p. 1251-1256.
  • Pfister, Chr. (1999) Wetternachhersage - 500 Jahre Klimavariationen und Naturkatastrophen (1496-1995).
    Sehr zu empfehlen!!

  • Post, J.D. (1985) Climate: present, past and future. Vol. 1, Fundamentals and climate now, Vol. 2 Climatic history and the future.

  • Pott, R. (1997) Von der Urlandschaft zur Kulturlandschaft - Entwicklung und Gestaltung mitteleuropäischer Kulturlandschaften durch den Menschen.- Verh. Ges. Ökologie 27: 5-26.

  • Reichholf, J. H. (2007) Eine kurze Naturgeschichte des letzten Jahrtausends.- S. Fischer, Frankfurt/M. (4.Aufl., 03.2007)

  • Rietti-Shati, M., A. Shemesh, W. Karlen (1998) A 3000-Year Climatic Record from Biogenic Silica Oxygen Isotopes in an Equatorial High-Altitude Lake.- Science, Vol. 281. no. 5379, pp. 980 - 982, DOI: 10.1126/science.281.5379.980.

  • Schlüchter, Ch. & U. Jörin (2004) Holz- und Torffunde als Klimaindikatoren - Alpen ohne?- Die Alpen 6.
  • Textauszug:
    "Die Kleine Eiszeit vom 17. bis Mitte des 19. Jahrhunderts hat die grösste Gletscherausdehnung in den letzten 10.000 Jahren gebracht. Demgegenüber waren die Alpengletscher etwas über 50% der letzten 10.000 Jahre von geringerer Ausdehnung als heute. Die Phasen kleiner Alpengletscher fallen dabei mit den Anfangszeiten erhöhter Sonnenaktivität zusammen, was den Schluss zulässt, dass der Einfluss der Sonnenaktivität auf die Gletscherentwicklung bisher unterschätzt wurde."

    Siehe dazu auch Joerin et al. (2006)

  • Sheng Hu, Feng, Darrell Kaufman, Sumiko Yoneji, David Nelson, Aldo Shemesh, Yongsong Huang, Jian Tian, Gerard Bond, Benjamin Clegg, Thomas Brown (2003) Cyclic Variation and Solar Forcing of Holocene Climate in the Alaskan Subarctic.- Science, Vol. 301. no. 5641, pp. 1890 - 1893, DOI: 10.1126/science.1088568.

    Abstract:
    "High-resolution analyses of lake sediment from southwestern Alaska reveal cyclic variations in climate and ecosystems during the Holocene. These variations occurred with periodicities similar to those of solar activity and appear to be coherent with time series of the cosmogenic nuclides 14C and 10Be as well as North Atlantic drift ice. Our results imply that small variations in solar irradiance induced pronounced cyclic changes in northern high-latitude environments. They also provide evidence that centennial-scale shifts in the Holocene climate were similar between the subpolar regions of the North Atlantic and North Pacific, possibly because of Sun-ocean-climate linkages."

  • Schönwiese, C. (1995) Klimaänderungen. Daten, Analysen, Prognosen. - Heidelberg.

  • Soon, W, S. Baliunas, C. Idso, S., Idso, and D.R. Legates (2003) Reconstructing climatic and environmental changes of the past 1000 years: A reappraisal. Energy & Environment 14: 233-296.

  • Stauffer, B. (1993) Ist ein über mehrere Jahrtausende stabiles Klima die Ausnahme?- Spektrum der Wissenschaft, November 1993: 16-18.

  • von Storch, H., E. Zorita, J. M. Jones, Y. Dimitriev, F. González-Rouco & S. F. B. Tett (2004) Reconstructing Past Climate from Noisy Data.- Science, Vol. 306. no. 5696, pp. 679 - 682 (22 October 2004) -
    Zusammenfassung vom GKSS:
    Temperaturschwankungen des letzten Millenniums wahrscheinlich größer als bisher angenommen hier die neu berechnete Kurve

    "Abstract:
    Übliche Methoden zur Rekonstruktion vergangener Klimaveränderungen, die auf der Analyse von sogen. Proxydaten für das Paläoklima (u. a. von Baumringen, Korallen und Eiskernen) beruhen, unterschätzen wahrscheinlich die tatsächlichen Temperaturschwankungen um einen Faktor bis zu 2, möglicherweise sogar noch mehr. (...) Die vorgestellte Studie stellt eine Neuabschätzung der vergangenen Temperatur Schwankungen dar. Sie stellt weder Behauptungen in Frage hinsichtlich der Identifizierung von Signalen der von Menschen gemachten Klimaänderungen in den letzten Jahrzehnten, die auf der Geschwindigkeit der Veränderungen beruhen, noch hinsichtlich wahrscheinlicher oder möglicher zukünftiger Klimaänderungen."
    Sehr zu empfehlen!!

    Interviews by and with Hans von Storch - These are interviews with eminent scientists, which have been part of the development of the 20th century science in one or the other way; they are "Zeitzeugen". At the time of the interview, they were typically 75 years old - so that they can look back on career extending over 50 and more years - and somewhat detached from the daily practice and responsibility of leading scientists.

    Themenbereiche: Sturmfluten, Klimawandel: Anpassung und Vermeidung, Kyoto, "Hockeystick"
    [URL: http://w3g.gkss.de/staff/storch/interview.htm- date of access: 02.04.07]
    Sehr zu empfehlen!!

  • Stulc P., Golovanova I.V., Selezniova G.V. (1997) Climate Change in the Urals, Russia, Inferred from Borehole Temperature Data.- Studia Geophysica et Geodaetica, Volume 41, Number 3, July 1997 , pp. 225-246(22).

  • Tsoar, H. (1995) Desertification in Northern Sinai in the Eighteenth Century.- Climatic Change 29: 429- 438.

  • Von Rudloff, H. (1967) Die Schwankungen und die Pendelungen des Klimas in Europa seit dem Beginn der regelmässigen Instrumenten-Beobachtungen (1670) mit einem Beitrag über die Klimaschwankungen in historischer Zeit
    Sehr zu empfehlen!!

  • Vrielynck, B. & P. Bouysse (2003) The Changing Face of the Earth.

  • Wallen, C.C. (1977) Climates of Central and Southern Europe.- In: LANDSBERG, H. E. (ed.) World Survey of Climatology, Volume 6.- Elsevier Science Publ., Amsterdam - Oxford - New York.

  • Wipf A. (2001) Gletschergeschichtliche Untersuchungen im spät- und postglazialen Bereich des Hinteren Lauterbrunnentals (Berner Oberland, Schweiz).- Geographica Helvetica, Heft 2: 133 - 144.

    • "Mit der Datierung der Basis eines Moores, das nur etwa 200 m ausserhalb der grössten postglazialen Gletscherausdehnung, aber innerhalb eines spätglazialen Moränenwalles liegt, konnte der Übergang vom Spät- zum Postglazial mit dem bis anhin ältesten Hinweis in den Alpen auf 10’390 ± 150 yBP mindestdatiert werden. Die für den Schweizer Alpenraum einzigartige Abfolge von Moränenwallen im Hinteren Lauterbrunnental ermöglichte es, mittels 14C-Datierungen exemplarisch eine Chronologie von postglazialen Hochstandsphasen aufzustellen. Insbesondere gelang es, die mehrteilige Löbben-Kaltphase (mehrfach) nachzuweisen. Um 4’475 ± 75 yBP sowie um 3’340 ± 80 yBP erreichten die Gletscher ihre grösste postglaziale Ausdehnung im Bereich der Oberhornalp. Weitere Hochstandsphasen zeichnen sich um 3’800 yBP (?), um 3’500 yBP, um 3’200 yBP, um 2’550 yBP, um 2’300 yBP, um 1’750 yBP, um 1’300 yBP, um 1’000 yBP, um 750 yBP, um 300 yBP sowie um 1774/76, um 1822 und um 1850 ab. Der allgemeine Gletscherschwund seit 1850 wurde von drei kurzen Vorstoss- bzw. Stillstandsphasen (1880/90, 1920/30 und 1970/80er Jahre) unterbrochen."

  • White, K. & D.J. Mattingly (2006) Versunkene Seen in der Sahara.- Spektrum der Wissenschaft, Sept. 2006: 46-53.

  • Yancheva, Gergana, Norbert R. Nowaczyk, Jens Mingram, Peter Dulski, Georg Schettler, Jörg F. W. Negendank, Jiaqi Liu, Daniel M. Sigman, Larry C. Peterson& Gerald H. Haug (2007) Influence of the intertropical convergence zone on the East Asian monsoon.- Nature 445, 74-77 (4 January 2007).

    Abstract:
    "The Asian–Australian monsoon is an important component of the Earth's climate system that influences the societal and economic activity of roughly half the world's population. The past strength of the rain-bearing East Asian summer monsoon can be reconstructed with archives such as cave deposits (...) but the winter monsoon has no such signature in the hydrological cycle and has thus proved difficult to reconstruct. Here we present high-resolution records of the magnetic properties and the titanium content of the sediments of Lake Huguang Maar in coastal southeast China over the past 16,000 years, which we use as proxies for the strength of the winter monsoon winds. We find evidence for stronger winter monsoon winds before the Bølling–Allerød warming, during the Younger Dryas episode and during the middle and late Holocene, when cave stalagmites suggest weaker summer monsoons (...). We conclude that this anticorrelation is best explained by migrations in the intertropical convergence zone. Similar migrations of the intertropical convergence zone have been observed in Central America for the period ad 700 to 900 (...), suggesting global climatic changes at that time. From the coincidence in timing, we suggest that these migrations in the tropical rain belt could have contributed to the declines of both the Tang dynasty in China and the Classic Maya in Central America."

   
   
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1* Nach neueren Untersuchungen von Meerespiegelschwankungen wird der Zeitraum für das LGM auf den Zeitraum 30.000 - 20.000 Jahren BP ermittelt. Vgl. "Colder and drier for longer? Implications of the "new" Late Glacial Maximum (30-20,000 BP) for humans in Australia and the region", by

   
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