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Die
Pampa S-Amerikas |
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Die Ausprägung
der gemässigten Klimazone in der südlichen Hemisphäre
des Zonobioms VII nach Walter (1968) bzw. Trockenen Mittelbreiten
nach Schultz (2000) ist nur in S-Amerika (Argentinien) von
Bedeutung. Auch diese liegen in der aussertropischen Westwindzone.
Verglichen mit den euroasiatischen Steppenlandschaften und den Prärien
N-Amerikas treten sie jedoch flächenmässig weit zurück.
Schultz (2000,
S. 356) gibt ausserdem zu bedenken, dass wenigstens die heutige
(nord-)östliche Pampa (von Walter als "Baumlose Gras-Pampa"
sowie "Trockene Prosopis caldenia - Gehölzzone" bezeichnet)
klimatisch zu den Immerfeuchten Subtropen gehört und wohl erst
durch anthropogenen Einfluss ihre Waldvegetation verloren hat. Sich
auf Henning (1988) berufend, betont Schultz: "Es ist ungeklärt,
ob dieses Gebiet, das heute überwiegend landwirtschaftlich
genutzt wird, ursprünglich Waldland oder Grassteppe war."
Lediglich
die, in der
Abb. links
(von Walter, 1968) als Larrea -
Strauchwüste ausgewiesene Fläche, wird von Schultz (2002,
S. 162), als "Wüste und Halbwüste" und die "Patagonische
Zwergstrauch-Halbwüste" als zu den "Grassteppen"
gehörend beschrieben.
Die heutige
(baumlose) Gras-Pampa Argentiniens kann wenigstens potentiell
zu den Langgrassteppen gezählt werden. Walter & Breckle
(1991, S. 394) erwähnen die Reise von Charles Darwin 1833,
bei welcher er auch die Pampa bei Buenos Aires kennen lernte. Darwin
erwähnte damals, dass in der Umgebung von Buenos Aires, wegen
der starken Beweidung, die hohen Pampasgräser bereits verschwunden
waren.
"Die heutige
Pampa wird von Grossgrundbesitzern (Estancieros) vorwiegend als
Weideland, aber auch zunehmend als Ackerland genutzt. [...] Die
ursprüngliche Grasvegetation aus sehr harten Gräsern war
für die europäischen Viehsorten kein geeignetes Futter.
Deshalb hat man mit der Zeit die gesamte Pampa fast restlos umgepflügt
und zunächst als Ackerland genutzt ..." (Walter
& Breckle, ibid)
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Abb. oben:
Vegetationskarte von Argentinien Es
wurden nicht alle Formationen genannt bzw. farblich hervorgehoben.
(Nach Cabrera, aus Walter 1968 bzw. Walter
& Breckle 1991, S. 394, stark verändert)
Rechts unten auf der Abb. oben sehen Sie das bis zu drei
Meter hoch werdende Pampasgras. Das Gras wird von USDA-NRCS
als hoch invasiv charakterisiert.
[date
of access: 13.12.05]
Cortaderia
selloana (Pampasgras) externe
Abb. [date
of access: 13.10.04]
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Heinrich
Walter, der das Gebiet besucht hat, schreibt: "Insgesamt muss
man also festhalten, dass die Rekonstruktion der ursprünglichen
natürlichen Pampavegetation nicht leicht ist.
Über 80% des Ackerlandes und die Weideflächen mit 60%
des Viehbestandes von ganz Argentinien entfallen auf das Pampagebiet.
Es ist heute der landwirtschaftlich wichtigste Teil dieses Landes,
in dem 2/3 der Bevölkerung wohnen. Von der ursprünglichen
Vegetation sind nur kleinste Reste geblieben."
(Walter
& Breckle, 1991, S. 397) |
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Weide-
und Getreidewirtschaft der Trockenen Mittelbreiten |
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(Aus:
Schultz 2002, S. 176-178, hier tw wörtlich übernommen) |
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Grossbetriebliche
Getreidewirtschaft: |
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Wichtigste Marktfrucht
ist der Weizen. Der Anbau erfolgt durch Grossbetriebe auf sehr
grossen Schlägen (Grossflächenbewirtschaftung), unter Einsatz
von Maschinen-Grösstaggregaten mit minimalem Arbeitseinsatz (kapitalintensive,
arbeitsextensive Bewirtschaftung). Mit dieser Organisationsform einer
hochgradig kommerzialisierten und mechanisierten grossflächigen Produktion
konnten die Erzeugungskosten des Weizens so weit gesenkt werden, dass
sich der Getreideanbau im Wettbewerb mit der früher in den Steppen
und Prärien viel häufigeren extensiven Weidewirtschaft weithin
durchsetzen konnte.
Der heutzutage in
den Steppengebieten (teilweise auch der Subtropen) erzeugte Weizen leistet
einen beträchtlichen Beitrag zur Ernährung der Menschheit
(auch weit abgelegener Erdteile). [vgl. Sie dazu
jedoch auch die Folgen dieser Anbaumethoden
und ihre Begleiterscheinungen! - Anm. Autor der Website]
Möglich wurde
dies durch einige natürliche Vorteile, nämlich die hohe Bodenfruchtbarkeit,
die hohe Sonneneinstrahlung und das weithin flache Gelände, das den
Grossmaschineneinsatz und damit die grossbetriebliche Bewirtschaftung
begünstigt.
In den Grenzgebieten
des Regenfeldbaus muss allerdings, sofern nicht auf trockenresistente
Nutzpflanzen wie
Panicum
milliaceum (Hirse) | externe Abb.:
[date
of access: 13.10.04]
Arachis
hypogaea (Erdnuss) | externe Abb.:
[date
of access: 13.10.04]
Cicer
arietum (Kichererbsen) | externe Abb.:
[date
of access: 13.10.04] oder
Sesamum
indicum (Sesam) | externe Abb.:
[date
of access: 13.10.04]
ausgewichen wird,
das Dry-Farming-System (Trockenfarmsystem) angewendet oder künstlich
bewässert werden. Beim Dry-Farming schalten die Betriebe für
einzelne Jahre Schwarzbrachen (Bracheflächen ohne Pflanzenbewuchs)
ein, was die Verdunstung reduziert und somit Wasserreserven im Boden entstehen
lässt. Hiervon profitieren die Kulturen des nachfolgenden Jahres.
Je nach Niederschlagsdefiziten
sind solche Brachen für jedes zweite, dritte oder vierte Jahr nötig.
Entsprechend verändern sich die Flächenanteile der Brachen an
den Anbauflächen von 50% über 33% auf 25%. (....).
Anstelle von Schwarzbrachen
können bedeckte Brachen, beispielsweise Viehweiden aus flach wurzelndem
Klee, angelegt werden. Nach mehreren Jahren erhöht sich auch unter
ihnen der Wasservorrat im Boden.
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Extensive
stationäre Weidewirtschaft und Wildbewirtschaftung: |
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Abb. rechts:
Gras-Pampa Argentiniens
Extensive
Weidewirtschaften werden in den Trockengebieten der Erde in Form einer
(halb-)nomadischen Viehhaltung oder eines stationären Ranching
betrieben. Die Erstere ist die Nutzungsform Altweltlicher Trockengebiete
von den Wüsten bis zu den Steppen bzw. Savannen.
Ihre Hauptverbreitung
liegt heute in den Tropisch/subtropischen Trockengebieten (...). Das Ranching
ist hingegen die moderne, vollständig kommerziell ausgerichtete Form
einer extensiven Weidewirtschaft, die von europäischen Siedlern in
Amerika und Australien entwickelt und von dort in einige Gebiete der Alten
Welt (z.B. südliches Afrika) übertragen wurde.
Die Verbreitungsschwerpunkte
liegen in den Kurzgrassteppen der mittleren Breiten und der Subtropen
(...).
Das Ranching
steht, wie der Nomadismus, in Konkurrenz mit dem Ackerbau und ist dabei,
ähnlich wie jener, meist unterlegen gewesen. Demzufolge ist es nach
und nach in immer trockenere Räume abgedrängt worden: Der Ackerbau
wird im Allgemeinen wettbewerbsfähiger, sobald die jährlichen
Niederschläge eine Produktion an Grünmasse pro Flächeneinheit
und Jahr ( = Weideertrag, pasture yield) ermöglichen, die
eine mittlere Besatzdichte (Viehbesatz, mean stocking density)
von bis 40 GVE (Grossvieheinheiten) pro 100 ha Weidefläche zulassen
würde.
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Typische
Merkmale des Ranching: |
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- Extrem grosse Betriebsflächen
von 500 bis 100.000 ha. Die Einheiten sind umso grösser, je weniger
die Flächen hergeben. Die grössten Betriebe liegen dementsprechend
in den trockensten Gebieten.
- Meist Rinderhaltung.
In den trockensten Gebieten auch Schafhaltung (z.B. Karakul-Schafe in
Namibia); gelegentlich in Verbindung mit Wildbewirtschaftung (z.B. Bisons
in Nordamerika ..).
- Häufigstes
Verkaufsprodukt sind Schlachttiere (in der Regel von einer einzigen
Tierart oder -rasse).
- Dem Vieh stehen
ausschliesslich oder überwiegend Naturweiden zur Verfügung.
Ergänzend mögen besser geeignete Futtergräser ausgesät
werden.
- Die Beweidung erfolgt
kontrolliert auf grossen eingezäunten Koppeln. Die scheinbar endlosen,
schnurgerade gezogenen Stacheldrahtzäune sind oftmals das einzige
oder zumindest das auffälligste Zeichen dafür, dass in den
durchweg weitläufigen, relativ naturbelassenen Gebieten überhaupt
eine Nutzung in Form des Ranching erfolgt.
[in diesem Zusammenhang soll auf die "Politische
Geschichte des Stacheldraht - Prärie, Schützengraben, Lager"
von Olivier
Razac (2003) z.B. für die Prärie-Indianer, oder die Aborigines
in Australien aufmerksam gemacht werden]
- Hohes Risiko durch
dürrebedingten Futtermangel.
- Viehbesatz, Arbeits-
und Kapitaleinsatz sowie Betriebsertrag sind, bezogen auf die Fläche,
extrem niedrig (nur beim Nomadismus ist die Flächenproduktivität
noch geringer). Sehr hoch ist demgegenüber die Arbeitsproduktivität.
- Hoher Kapitaleinsatz
(Investitionsaufwand) für die Einrichtung einer Ranch."
Folgende
Aspekte sind zu berücksichtigen:
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| bei
Jahresniederschlägen von |
beträgt
die Anzahl der Rinder pro 100ha |
| <
250 mm |
3
bis 5 |
| 250
bis 500 mm |
5
bis 16 |
| 500
bis 750 mm |
16
bis 50 |
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Tab.
oben:
Rinder - Besatzdichten in den westlichen USA, in Abhängigkeit
von Jahresniederschlägen. |
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(aus
Schultz 2002, Tab. 11.1, S. 179) |
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