| |
|
 |
Zusätzlich
wird hier die VL von Dr. Uwe Starfinger angeboten. Sie liegt als PPT
- Präsentation (1,4 MB) vor! |
 |
|
 |
 |
| |
|
 |
Die
Prärien N-Amerikas |
| |
|
| |
Im Vergleich zu den
weite Flächen einnehmenden Trockenen Mittelbreiten Eurasiens, sind
die in N-Amerika Prärien genannten Landschaften des Zonobioms
VII (nach Heinrich Walter) wesentlich kleiner. Extrem kontinentale
Gebiete wie in Zentralasien fehlen vollständig.
Die Prärien (Great
Plains) erstrecken sich von Osten nach Westen über eine Entfernung
von etwa 1.000 (1.200) km und von Norden nach Süden von 55° bis
30° N über eine Entfernung von etwa 2.700km.
Einen sehr guten Überblick zur Geschichte und Ausdehnung, zur Biodiversität
sowie den verschiedenen ökologischen Einheiten bieten
|
| |
 |
Lassen sich
bei den klimatisch bzw. thermo-hygrisch bestimmten Zonen von Walter
und Schultz noch in weiten Teilen Übereinstimmungen feststellen,
so weichen die amerikanischen Flächenzuweisungen (soweit zugänglich)
vor allem in ihren Randbereichen voneinander ab. Eine flächengleiche
und einheitliche Zuordnung der verschiedenen Prairietypen existiert
nicht.
Dies hat im
Wesentlichen damit zu tun, dass US-Darstellungen die aktuelle und
die europäischen die potentielle Situation beschreiben.
Als Beispiele sollen hier die kartografischen Darstellungen
des INDR
(Indiana Department of Natural Resources - siehe auch Karte unten! [date
of access: 30.09.04]) und des NABSI
(The North American Bird Conservation Initiative - ausgewiesene Regionen entsprechen Landschaftseinheiten [last
date of access: 19.01.12]) genannt werden. Eine Übereinstimmung kann lediglich in der Abfolge der
Vegetationstypen von West nach Ost gefunden werden.
|
|
| |
|
| |
Abb.
oben:
Topografie der westlichen USA als Satellitenbild mit dem 'Great Basin',
den angrenzenden Plateaus und den östlich angrenzenden 'Great Plains'
. |
| |
|
| |
Zonobiom
VII Nordamerikas mit Übergangsgebieten nach
Walter, 1968: |
| |
 |
- VIII -
VII
= Übergangsgebiet kalt-gemässigt (boreal) bis typisch
gemässigt (nemoral), nördliches Makro-Mosaik aus Prärie
und reinen Espenbeständen (Populus tremuloides)
- VII -
VI =
Waldsteppe als Übergangszone (nemoral mit kurzer Frostperiode)
- VII -
V
= Übergang zum warm-temperierten Zonobiom
- VII =
Arid-gemässigtes Klima mit kalten kontinentalen Wintern
- VII a
= Subzonobiom der ariden Halbwüsten
Abweichend zu
den Verhältnissen in Eurasien grenzen alle Präriezonen
im Norden an das ZB VIII der Nadelwälder, stösst
die Langgras-Prärie im Osten (potentiell) in breiter Front
an das ZB VI der Laubwälder und im Süden an den
Golf von Mexiko bzw. an das ZB II der Savannen (tropisches hunido-arides
Sommerregengebiet), im SW tw an das ZB III der Sonorawüste
(subtropisches arides Wüstenklima)
|
|
| |
|
| |
Abb.
oben:
Verbreitung des Zonobioms VII und Übergangszonen (Grenzen stark
vereinfacht) |
| |
|
| |
Trockene
Mittelbreiten Nordamerikas nach
Schultz (2000, S. 298): |
| |
|
| |
 |
Abb. links:
Ursprüngliche Verbreitung winterkalter Steppen
in Nordamerika und Lage der IBP (International Biological Programm)
- Untersuchungsorte.
Nach der Karte von Schultz (2000), stark
modifiziert und Badlands hinzu gefügt.
|
|
| |
|
 |
 |
| |
|
| |
Wesentliches
Merkmal der Prärien Nordamerikas ist die, von den Rocky Mountains
mit ihrer Nord-Süd-Erstreckung gesteuerte, Niederschlagsverteilung.
Die jährliche Niederschlagshöhe variiert von Jahr zu Jahr
sehr stark und ist für charakteristische Trockenperioden
verantwortlich.
(vgl. Abb. rechts,
aus Walter & Breckle 1991, S. 348)
Wie bereits erwähnt,
liegen die Prärien auf der Ostseite der Gebirgskette (Leelage)
der Rocky Mtns, was zur Folge hat, dass die sich ostseitig anschliessenden
Landschaften niederschlagsbenachteiligt sind. Entsprechend zeigt sich
ein ausgeprägter Niederschlagsgradient von West nach Ost,
bei welchem die Niederschläge von West (Ostabhang der Rocky Mountains)
nach Ost kontinuierlich ansteigen (vg. Abb. unten!).
Weiterhin ist zu berücksichtigen,
dass das Gebiet der Prärien in ihrer West-Ost-Erstreckung einer
schiefen Ebene gleicht, bei welcher das Gelände am Fusse des
Gebirgszuges etwa 1.000 bis 2.000m ü.NN liegt und allmählich
(über eine Entfernung von etwa 1.000km) nach Osten auf eine Höhe
von 200 bis 300m ü.NN abfällt.
Die durchschnittlichen Jahres-Temperaturen im Bereich der
Prärien weisen von West nach Ost in Abhängigkeit von der Höhe ü.NN und von Süd nach Nord ein
starkes Gefälle auf. Im Süden reichen die Prärien dicht an die Winterfeuchten Subtropen bzw. Sommerfeuchten
Tropen heran.
|
 |
|
 |
 |
| |
|
| |
 |
| |
|
| |
Abb. oben:
"Schematischer Schnitt durch das nach Westen von 300m
NN ansteigende Präriegebiet (Great Plains) mit Angaben
über die Änderung des Klimas (oben), der Vegetation (Mitte)
und der Böden (unten)" (nach
Walter
1968, S. 636, aus Walter
& Breckle, 1991, S. 347) und Schultz
(2000, S. 303).
|
| |
|
| |
Detaillierte
Angaben zu den oben genannten drei Böden - in der gleichen Reihenfolge
- siehe hier: |
| |
|
| |
|
| |
Die agrare Nutzung
der Kurzgras- und Langgrassteppengebiete in der Ukraine und in N-Amerika
nach Jätzold (1984), aus Schultz (2000, S. 303).
"Die gegenwärtigen
Verbreitungsschwerpunkte des grossbetrieblichen Getreidebaus
lassen sich wie folgt umreissen:
- Nordamerika:
Der mittlere Westen vom nördlichen Texas über die Staaten
Kansas, (Ost-)Colorado, Nebraska, Nord- und Süd-Dakota und Montana
bis weit nach Kanada (Alberta, Saskatchewan) hinein; ausserdem das Columbia
Plateau in den Staaten Washington, Oregon und Idaho.
- Frühere
UdSSR: Die temperaten Steppengebiete östlich der Wolga und
insbesondere im südwestlichen Sibirien; westlich der Wolga ist
der Weizen zwar ebenfalls eine wichtige Verkaufsfrucht, doch erfolgt
sein Anbau dort meist auf gemischten Betrieben [...].
In
diesen Verbreitungsschwerpunkten (inkl. weitaus kleinere Gebiete in
Argentinien und Australien) werden über 50% des Weltweizens produziert
..." (Schultz 2002, S. 303/304)
|
|
|
| |
|
 |
Problemkreis
"US-Agrarpolitik" und "EU-Agrarpolitik": Die Subventionierung
von Agrarprodukten, Armut für die Dritte Welt" |
| |
|
| |
|
| |
Bedacht
werden muss, dass der Anbau sowie der Export von Weizen, vor allem aus
der Europäischen Union (vgl. unten unter Thema "US-Agrarpolitik"
- betr. aber auch die EU-Agrarpolitik) - aber auch aus den USA,
stark subventioniert wird und damit zu einer existenzbedrohenden Belastung
der agrarischen Produktion in Schwellenländern sowie der weniger
entwickelten Länder (sogenannten Entwicklungsländern)
geworden ist.
- Dies betrifft
übrigens nicht nur den Weizen, sondern auch Mais, Baumwolle und
z.B. Zuckerrohr.
Weizen und Mais werden mittlerweile in einigen Ländern Afrikas
als Importgut billiger verkauft als der heimisch angebaute ...
- Dazu heisst
es in einem SPIEGEL - Artikel (19/2007,
S. 122) "Not für die Welt - Die Agrarsubventionen
reicher Länder zerstören die Existenz afrikanischer Bauern"
und unter "Totale Schieflage", dass die Produktions-
und Exportsubventionen für landwirtschaftliche Güter aller
Industrienationen im Jahre 2004 insgesamt 349 Mrd. $ betrugen,
dagegen die Landwirtschaftshilfe der Industrieländer an afrikanische
Staaten nur 1 Mrd. $ betrug (Quelle: OECD).
Dazu
der Bauernpräsident Samba Guèye des Senegal in dem gleichen
Artikel (S.131): "Wenn die reichen Länder jede Entwicklungschance
in unseren Ländern zerstören, dann müssen wir uns
eben in ihren entwickeln (...) Wir haben Erdnüsse exportiert,
das wurde uns kaputtgemacht. Wir exportierten Fisch, der wurde uns
weggefangen. Nun exportieren wir eben Menschen."
- Wegen der aktuellen
Subventionen für den Zuckerrohranbau in den USA, zahlen die Verbraucher
nahezu eine Milliarde Dollar mehr als das Produkt auf dem Weltmarkt
kosten würde (Pimm
& Jenkins 2005).
- Dazu
eine wichtige Bemerkung des Generalsekretärs der UNCTAD
- United
Nations Conference on Trade and Development -
[date
of access: 30.09.04]
"Eigentlich sollte ein solcher Ansatz
[die Subventionierung der Landwirtschaft] unsinnig
erscheinen in einer Zeit, da die wohlhabenden Volkswirtschaften beinahe
eine Milliarde US-Dollar pro Tag (sechsmal mehr, als sie an
Auslandshilfe leisten) ausgeben, um - wie sie sagen - ihre Kleinerzeuger
zu unterstützen."
Aus dem Vortrag von Rubens Ricupero, Generalsekretär der UNCTAD
Genf, am 30. Juni 2003.
- Vgl.
Sie dazu:
Grenzen der Globalisierung - Ökonomie, Ökologie und Politik
in der Weltgesellschaft, von Elmar Altvater und
Birgit Mahnkopf (2002)
- und:
Perverse Subsidies: How Misused Tax Dollars Harm the Environment and
the Economyy,
von Norman Myers und Jennifer Kent (2001), Island Press, USA.
Zum Inhalt
empfohlen für Studenten etc., die sich für den Zusammenhang
von Politikgestaltung und Umweltfragen, besonders in den
Tropen, interessieren:
- Untersuchung
der Rolle von Subventionen für "policymaking" (Politikgestaltung)
- Quantifizierung
direkter Kosten widersinniger Subventionierung
- Untersuchung
der hauptsächlichen Subventionen für die Bereiche Landwirtschaft,
Energiewirtschaft, Transportwesen, Wasserwirtschaft, Fischerei und
Forstwirtschaft
- Darstellung
der Auswirkungen dieser Subventionen auf die Umwelt
- Lösungsvorschläge
für die Politik zur Vermeidung widersinniger Subventionen
|
|
|
| |
|
 |
Problemkreis
"Wasserverbrauch
und Subventionierung in der Landwirtschaft - das virtuelle
Wasser" |
| |
|
| |
|
| |
- Bzgl.
Wasserverbrauch
und Subventionierung in der Landwirtschaft ist folgende Information
von hoher Bedeutung:
"um
1 t Weizen anzubauen, braucht man 1.000 t Wasser. ... Seit Ende der
80er Jahre haben die Länder im Nahen Osten und in Nordafrika jährlich
40 Mio. t Getreide und Mehl importiert. Es fliesst also mehr «virtuelles»
Wasser in
die Region, als ganz Ägypten für die Bewässerung von
Feldern aus dem Nil holt. ...
«Virtuelles» Wasser ist nicht nur in Unmengen vorhanden,
es kostet auch erstaunlich wenig. Die Weizenpreise sind in den letzten
100 Jahren stetig gefallen. Auf dem von den USA und der EU beherrschten
Markt für landwirtschaftliche Produkte wird Weizen gegenwärtig
für etwa die Hälfte der Produktionskosten gehandelt."
Nach Prof. J. A. Allan, Wasserexperte am Institut für Orientalische
und Afrikanische Studien der Londoner Universität, Schweizerische
UNESCO-Kommission.
[date of
access: 07.03.07]
Diese
Vorgänge sollten vor dem Hintergrund gesehen werden, dass
- sich innerhalb
der letzten 70 Jahre der Wasserverbrauch
weltweit versechsfacht hat,
- in den
USA mehr Grundwasser entnommen wird als "die Natur"
nachliefert,
- Hier einige
Bemerkungen zu den Problemfeldern
|
|
|
| |
|
 |
Problemkreis
"sogenannte regenerative Energien - Der
Biokraftstoff vom Feld" |
| |
|
| |
|
| |
|
| |
|
| |
Weitere
Hinweise zur Bedeutung von Agrarsubventionen in den Industrieländern
und der Biopiraterie für LDCs (Low Developed Countries) finden Sie
hier:
attac
Justus
Liebig Universität Giessen, Internationale Ernährungspolitik,
Thema "US-Agrarpolitik"
( - Datei,
406KB)
- Ein
Artikel
in DIE ZEIT von Christian Tenbrock und Wolfgang Uchatius zum Thema:
Gibst du mir, nehm ich dir - Der Krieg behindert eine gerechte
Globalisierung: Im Welthandel sucht der Norden nur noch seinen Vorteil.
- Der Film "Septemberweizen"
(1980) von Peter Krieg wurde nach Erscheinen als linkes Propaganda-Machwerk
diffamiert und später mit dem Adolf-Grimme-Preis als bester
Dokumentarfilm ausgezeichnet. Mittlerweile zeigt sich immer mehr, wie
zutreffend die Aussagen dieser Dokumentation waren. Hinweise und Zusammenfassungen
finden Sie
Hier
und Hier.
- "Der
in sieben Kapitel unterteilte "Septemberweizen" forscht
am Beispiel eines Nahrungsmittels nach den Ursachen des Hungers
- in den reichen Ländern der ersten wie in den armen Ländern
der Dritten Welt - in einer Zeit des Überflusses und fragt,
durch welche Praktiken Weizen zu einer Ware und Waffe werden kann."
ID
Kolchose
- Dazu: Causes
of Poverty -
Structural
Adjustmenta Major Cause of Poverty
- "Many
developing nations are in debt and poverty partly due to the policies
of international institutions such as the International Monetary
Fund (IMF) and the World Bank. - Their programs have been heavily
criticized for many years for resulting in poverty. In addition,
for developing or third world countries, there has been an increased
dependency on the richer nations. This is despite the IMF and World
Banks claim that they will reduce poverty."
Wem
gehört der Reis?
Zur Biopiraterie. Untersuchung gefördert von der
Stadt Münster mit Mitteln des Ministeriums für Umwelt und
Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes NRW.
[aktualisiert am 17.04.08]
|
 |
|
 |
 |
| |
|
| |
|
 |
Kurzgras-,
Mixed- und Langgras-Prärie |
| |
|
| |
Wie
oben bereits angedeutet, wird die Prärie in die Kurzgras-Prairie
(Short Grass Prairie, der Link behandelt die Ökologie mit Schwerpunkt
Vögel) als die trockenste Ausbildung der Steppenlandschaft im Osten
und die Langgras-Prärie (Tall Grass Prairie) im Westen (vgl.
Tallgrass
'savannas!' of Texas - oder Tallgras-Prairie
in Illinois und hier Übergang von der Langgras-Prärie zur
offenen Langgras-Baumsavannen-Landschaft
bzw. Feuchtsavanne) eingeteilt. Dazwischen liegt die sogenannte "Gemischte
Prärie" bzw. Mixed Grass Prairie. Wegen der hohen Variabilität
der Niederschlagshöhe und der Niederschlagsverteilung (vgl. Bemerkungen
oben!), sind die Grenzen zwischen den Prärietypen niemals scharf und
starr, sondern zeigen jährlich ein starkes Hin- und Herwandern innerhalb
der Mischzone zwischen trockener und feuchter Prärie.
Copyright für die Abb. bei IDNR
[Alle Links aktualisiert am 30.09.04] |
| |
|
| |
"Prairies-
these are the grasslands in North America.
Because Rainfall decreases toward the west, the prairies are different.
In the east, which gets as much as 40 inches of rain per year, tall grass
prairie once grew. True prairie areas have tall grass dotted with colorful
wildflowers. Grasses are shorter as you move west toward the central prairies
and the dry Great Plains. In most of the prairies, trees and shrubs grow
along riverbanks and streams. Grass fires are fairly common in the
summer. Prairies once covered the Midwest, but little natural vegetation
is left. It was plowed for agricultural purposes."
Source: http://www.cbhs.org/jharris/WG_CH2_Sect2.doc
Abb. rechts:
Weizenfelder in Saskatchewan, Kanada (Quelle http://www.educeth.ch) |
| |
|
| |
Die thermo-hygrischen
Bedingungen der Prärien spiegeln sich in der Zusammensetzung
der Lebensformen und speziell in der Ausbildung der Wurzelsysteme
zur Sicherung der Wasserversorgung. Intensive Untersuchungen dazu
wurden in der nordamerikanischen Prärie sehr früh von John
Ernest Weaver (weitere Publikationen)
durchgeführt.
[Alle
Links aktualisiert am 30.09.04]
|
| |
|
| |
|
| |
Tab.:
Wurzeltiefe und Halmhöhe bei Weizen in der nordamerikanischen
Prärie bei abnehmenden Niederschlägen (nach
Weaver, aus Walter 1968, Tab. 105, S. 643) |
| |
|
| |
| Vegetationszone |
Niederschlagshöhe |
Wurzeltiefe
Ø |
Halmhöhe
Ø |
| Langgrasprärie |
660-815mm |
160cm |
100cm |
| Gemischte
Prärie |
535-610mm |
130cm |
95cm |
| Kurzgrasprärie |
405-485mm |
75cm |
65cm |
|
| |
|
| |
J.E.
WEAVER "fand, dass von 43 Charakterarten der Prärie 14% nur in
den oberen 60cm wurzeln; bei 21% erreicht das Wurzelsystem 150cm, während
die restlichen 65% noch tiefer (250 - 350cm) gehen [...]; sie dringen sogar
bis 600cm in die Tiefe vor." (Walter
1968, S.642) |
| |
|
| |
|
| |
[Alle Links aktualisiert
am 19.01.12] |
| |
|
| |
Abb.: Wurzelsysteme
der Präriepflanzen (nach J.E. Weaver aus Walter 1968, Abb. 465, S. 642) |
 |
|
 |
 |
| |
|
| |
|
 |
Artenlisten: |
| |
|
| |
[Alle
Links aktualisiert am 19.01.12]
|
 |
|
 |
 |
| |
|
| |
|
 |
Bodenverbreitung
und Bodentypen: |
| |
|
| |
Auf die Böden
N-Amerikas, speziell der Prärien, kann hier nur generell eingegangen
werden. Ist ist geplant, zu einem späteren Zeitpunkt auch hier detaillierte
Informationen zur Verfügung zu stellen. Vorläufig werden die
Hauptbodentypen vorgestellt und auf umfangreiches Material im Internet
hingewiesen.
|
| |
|
| |
Wiederholung
der wichtigsten Bodentypen (nach versch.
Systematiken) - Die
deutschen und FAO-Bezeichnungen für Prärieböden wurden in
der kombinierten Abb. aus Schultz und Walter eingetragen. |
| |
|
| |
Vgl.
auch Umfangreiche
Infos zur Bodengeografie und Bodenkunde sowie Systematik der Böden |
| |
|
| |
| Deutsche
Systematik |
FAO-System |
Soil
Taxonomy (USA) |
Klima/Vegetation |
Buroseme
(russ. - subboreal)
(brauner Halbwüstenboden)
Sierozeme (russ. - subtrop. Halbwüstengebiete)
Grauerden |
Xerosols
oder
(Haplic) Calcisols
|
Mollic
Aridisols
oder
Xeralf |
Wüstenböden
mit arid-moderat, kalter Winter,
heisser Sommer, kontinental,
Wüste bis
Steppe, gemischte Prärie
"Deutliche Bodenzonierung in Phaeozem,
Chernozem und Kastanozem als Leittypen, die in der Sowietunion
von Nord nach Süd, in Nord- und Südamerika von Ost nach
West zu beobachten ist und mit der eine ausgeprägte Vegetationszonierung
einhergeht."
(aus Scheffer
& Schachtschabel 1992, S. 457)
|
| Podsole
(russ.), Bleich- oder Aschenböden |
Podzols
s.l. |
Spodosols
s.l.
Karte
der Spodosols
in den USA |
Schwarzerde
bzw. Tschernosem, ein humusreicher Bodentyp mit einem A-C-Profil,
der
sich aus Löss entwickelt hat
typischer Boden der Langgrassteppe
|
Chernozems
vgl. Sie unten! |
Mollisols
(frigid Borolls and Ustolls)
Karte
der Mollisols
in den USA
Beispiel-Profil
|
Kastanozeme
kastanienfarbener
Steppenboden
(im Mull-A-Hirizont brauner als Tschernozeme)
typischer Boden der Kurzgrassteppe |
Kastanozems
vgl. Sie unten! |
Ustolls
(Mollisols)
bis
Ustalfs
(Karte
der Alfisols) |
Degrad.
(verbraunte, lessivierte) Tschernoseme
Nach Schultz (2000, S. 280) typischer Boden
des Waldes und der Waldsteppe |
Phaeozems
vgl. Sie unten!
calcari-stagnic
Phaeozem |
Udolls
(Mollisols) |
Nach Walter
& Breckle (1991) sowie Scheffer & Schachtschabel (1992)
jedoch Typischer Prärieboden (!) der USA und der argentinischen
Pampa (!)
Nach Wörterbuch
der Bodenkunde, G. Hintermaier-Erhard & W. Zech, Enke Verlag,
p. 269,
typischer Boden der Waldsteppe
|
| Kastanien
- Braunerde |
Cambisols
s.l. |
Inceptisol
s.l.
(arid environment)
Cambic
Inseptisol |
Prärie |
Parabraunerde
|
Luvisols
oder
Acrisols |
Alfisols
s.l.
oder
Ultisols |
Prärie |
|
 |
[Alle
Links aktualisiert am 30.09.04] |
 |
 |
| |
|
| |
|
 |
Drei
wichtige Bodentypen und -profile: |
| |
|
| |
 |
 |
 |
|
Kastanozem
Kurzgrassteppe
N
= 350 - 250 mm/a
T = 5 - 9 °C
|
Chernozem
Langgrassteppe
N
= 600 - 300 mm/a
T = 6 - 10 °C
|
Phaeozem
Waldsteppe
N
= 650 - 500 mm/a
T = 5 - 7 °C
|
|
| |
Abbildungen
oben:
Die zonalen Böden der kühlen und kühl-trockenen Klimate
(
www. source: http://www.geo.unizh.ch/bodenkunde/kapitel/steppen.html,
akt. am 21.03.04, copyright der Abbildungen
bei Uni Zürich - hier sehr ausführliche Beschreibung der o.g.
Böden zur Herkunft ihrer Namen, zur Genese, Verbreitung mit Karten
und Nutzungsmöglichkeiten!) |
 |
|
 |
 |
| |
|
 |
Phaeozem:
(in der Regel degradierte - verbraunte, lessivierte - Chernozeme)
- "Typisch
ist ein humusreicher Horizont, der kalkfrei ist (im
Gegensatz zu den Chernozems), jedoch eine Basensättigung
von über 50 % (oft bis 100 %) aufweist. Die pH-Werte betragen 5-7.5.
Phaeozems weisen eine sehr hohe biologische Aktivität auf. Dies
führt zu einem homogenen, dunklen Horizont mit intensiver Durchwurzelung.
Der humusreiche Horizont ist meist etwas weniger mächtig als bei
einem Chernozem.
Verbreitung in semiariden Klimaten. Phaeozems sind typische Vertreter
der Waldsteppe und finden sich teilweise unter den Prärieböden
Nordamerikas, der Pampa Argentiniens und in der südlichen GUS,
jedoch auch in den Hochländern der Tropen. In Europa finden sich
kleine Gebiete in der ungarischen Donauregion. In der Schweiz existieren
Phaeozeme im Unterengadin bei Susch.
Grundsätzlich finden sich Phaeozems angrenzend an Tschernosems
in den etwas feuchteren Bereichen.
|
 |
 |
| |
|
 |
Chernozem:
(in der Regel Böden mit mächtigem schwarzen Mullhorizont)
- Chernozems zeichnen
sich durch einen mächtigen und humusreichen (bis 16 %) Ah-Horizont
aus. Unter dem Ah-Horizont steigt der pH-Wert bis zur Karbonatgrenze
hin an, so dass es im oberen Teil des C-Horizontes zu konkretionären
Kalkausscheidungen in Form von Schlieren und Flecken aber auch Lösskindeln
kommt. Im Gegensatz zu den Kastanozems existiert kein Horizont mit sekundären
Gipsausscheidungen.
Verbreitung: Chernozems finden sich grossflächig in Steppengebieten,
wo der Niederschlag nicht für eine vollständige Profildurchwaschung
ausreicht. In Zentralasien und Nordamerika grenzen sie oft an Gebiete
mit Phaeozems an, sind jedoch in Südamerika nicht verbreitet.
|
 |
 |
| |
|
| |
Kastanozem:
(in der Regel Böden mit mächtigem braunen Mullhorizont - "kastanienfarben")
- Aufgrund der geringeren
Produktion der Kurzgrassteppe in den warm-trockenen Klimazone und der
weniger intensiven Durchwurzelung weisen Kastanozems im Vergleich mit
Chernozems und Phaeozems einen etwas weniger mächtigen Ah-Horizont
mit geringeren Humusgehalten (2 - 4 %) auf. Die Bodenfarbe ist dadurch
eher grau-braun als schwärzlich wie bei den Chernozems. Durch die
etwas milderen Winter ist die Bioturbation weniger intensiv und reicht
nicht in die extreme Bodentiefe wie bei den Chernosems. Krotovinen sind
dadurch seltener zu finden.
Grundsätzlich grenzen Kastanosems an die trockenen Bereiche der
Chernozems an. Sie bedecken grosse Flächen der eurasischen Kurzgrassteppe
bis in die Zentralmongolei, der nordamerikanische Prärie sowie
der südamerikanischen Pampa.Bei weiter steigenden Temperaturen
setzt der Übergang zu den Halbwüstenböden ein."
|
| |
Beschreibung
der drei Böden aus:
www. source: http://www.geo.unizh.ch/bodenkunde/kapitel/steppen.html
(akt. am 21.03.04) |
| |
|
| |
|
 |
Infos
zur Taxonomie und Verbreitung von Böden in den Trockenen Mittelbreiten: |
| |
|
| |
|
| |
Hier finden Sie umfangreiche
Infos zur Bodengeografie und Bodenkunde sowie Systematik der Böden |
 |
|
 |
 |
| |
|
| |
|
 |
Badlands
und Dust Bowls: |
| |
|
| |
Weite Bereiche der nördlichen Mischgrassteppe der Prärie
gehören zu den Badlands (vgl. Abb. Steppenökosysteme
in N-Amerika). Eine ausführliche Beschreibung zur Geschichte und
Bedeutung dieser Landschaft. [date
of access: 19.01.12]
Die Badlands (nomen est omen)
sind extrem gestörte, besonders erodierte Landschaften, oft als Folge überhöhter Nutzung. Schädigung
und Zerstörung der bodenschützenden Vegetation durch Ackerbau oder übermässigen Viehtritt. Dies
hat hier zu verheerenden Overland Flows mit einerseits tiefen Zerschneidungen der Landschaft und flächenhaften
Bodenabtragungen geführt. Kilometerlange Erosionsschluchten in morphologisch weichen Lockersedimenten (in Steppengebieten
Zentralasiens mehrere hundert Meter tief in den Lössgebieten!) machen die Gebiete für die Landwirtschaft und
teilweise sogar als Weideflächen unbrauchbar.
Besonders betroffen
sind bzw. waren die Great Plains zwischen dem Fuss der Rocky Mountains
und dem Missouri und die Staaten Nord- und Süd-Dakota, Nebraska,
Kansas, Oklahoma und Texas (nach Mensching 1990,
S. 67).
"Die Zerstörung
der Vegetationsdecke bei einem durch Starkregen gekennzeichneten semiariden
Klima und die nicht angepassten Nutzungsmethoden sowohl in der Tierhaltung
als auch beim Weizenanbau, z.T. mit Dry-Farming-Feldern, bringen solche
Badland-Formen verstärkt hervor" (Mensching,
ibid). Der von Mensching verwendete Begriff "Desertifikation"
wird von Schultz (2000, S. 413/414)
und von Müller-Hohenstein (1993, zit. von
Schultz) für derartige Landdegradationen abgelehnt, da
es sich hier nicht um einen Prozess handelt, bei dem tatsächlich
eine Wüste entsteht. Tatsächlich regenerieren solche Landschaften
sehr schnell (wie dies übrigens vom Verfasser dieser Seiten auch
in den Savannenlandschaften Madagaskars beobachtet wurde), wenn in den
betroffenen Gebieten die übermässige Nutzung eingestellt wird.
Zu
den ökologischen Folgen der Weidewirtschaft und grossflächigen Tierhaltung schreibt D.
Pimentel (1997) von der Cornell University:
- Livestock is directly
or indirectly responsible for much of the soil erosion in many countries.
- On U.S. lands where
grain feed is produced, soil loss averages 13 tons per hectare/a.
- Due to the vegetation
cover pasture lands are eroding at a lower space, at an average of 6
tons/a.
- But erosion may
exceed 100 tons on severely overgrazed pastures, and 54% of U.S. pasture
land is being overgrazed
 Zu
den weitreichenden ökonomischen und gesellschaftlichen Folgen
dieser verfehlten Weide- und Landwirtschaft (inkl. Industrialisierung
der Landwirtschaft) nach extremen Dürrejahren und Missernten zu Beginn
der 1930er Jahre finden Sie in John Steinbecks
gesellschaftskritischen Roman "Früchte
des Zorns" (1939) viele Hinweise.
Ursache der ausgeprägten
Dürrejahre waren übrigens Klima-Anomalien im Südpazifik,
heute bekannt als das El Niño - Phänomen, welches
sich auf weite Bereiche des mittleren Westens der USA auswirkte, die Landschaften
austrocknen und zur "Staubschüssel", eben dust bowl, werden
liess.
Abb. rechts:
Badlands [URL:
http://www.auswandern.us/badlands.html
; date
of access: 25.03.04]
Neben Erosionen durch heftige Regelfälle, treten wegen der Vegetationsdegradation
auch Auswehungen des Oberbodens auf, so dass es oft zu grossflächigen Sandstürmen (Dust
Bowls vgl. Abb. links!) mit verheerenden Auswirkungen kommen kann.
Z.B.
sind die 1930er Jahre (1931-1936) als "dust bowl years" in die Geschichte eingegangen. Während
des Sandsturms vom 11. Mai 1934 wehten 11 Mio. Tonnen Staub über Chicago hinweg. Insgesamt sollen 3,6 Mio. ha Ackerland
zerstört worden sein. Etwa "650.000 Farmer mit 400.000km² Landbesitz [wurden] als ruiniert gemeldet."
(nach Schmieder 1963, aus Mensching 1990, S. 69).
Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die schweren Degradationen
die Folge von Missmanagement im Trockengebiet sowohl im Regenfeldbau als auch im Bewässerungsfeldbau waren.
"Als Folge dieser Degradation schätzt man einen Abtrag von 4,8 tons per acre in Nebraska sowie von 14,0 tons
per acre durch Winderosion" (aus Mensching 1990, S. 69).
Abb. links:
Dust
Bowl (Dust storm approaching Stratford, Texas Dust bowl surveying in Texas Image ID: theb1366, Historic C&GS
Collection, Location: Stratford, Texas, Photo date: April 18, 1935, Credit: NOAA George E. Marsh Album) [date
of access: 25.03.04]
Gegenmassnahmen waren:
- Soil Conservation
Act 1935
- Bildung des Soil
Conservation Service 1935
- Gründung des
Civil Conservation Corps
- Entwicklung des
Conservation Reserve Program
sowie
- No Tillage
- Contour Ploughing
- Wind Breaks
- Strip Cropping
|
 |
|
 |
 |
| |
|
| |
|
 |
Aktuelle
& historische Nutzung, Flora, Vegetation, Fauna und Naturschutz: |
| |
|
| |
|
| |
|