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Trockene
Mittelbreiten - Verbreitung und regionale Differenzierung |
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Ökozone
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N-Amerika
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Eurasien
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S-
und
Mittelamerika
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Afrika
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Australien
(mit Neuseeland)
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Trockene
Mittelbreiten
bzw.
ZB VII -
semiaride Steppen |
Great
Plains von Saskatchewan und Alberta in Kanada bis Texas in den USA
(etwa westl. von 95 Grad W) sowie Grosses Becken. |
Teilweise
über 2000 km breiter innerkontinentaler Gürtel von der Ukraine
bis zur Wüste Gobi und der Mongolei. |
Südliches
Argentinien (Ostpatagonien). |
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Neuseeland:
kleines Gebiet auf der O-Seite der Südinsel. |
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(aus
Schultz
2000, S. 26/27 - verändert) |
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Nach Schultz
(2000), Ökozonale Gliederung
der Erde, gehört diese Zone zu den Trockenen Mittelbreiten
(Grassteppen, Halbwüsten und Wüsten -
Gesamt-Karte
mit allen Ökozonen und
Gesamt-Tabelle
als Überblick
Sie liegt in der aussertropischen Westwindzone bzw. zyklonalen Westwinddrift.
(nach Carlson 1994, aus Schultz
2000, S. 275).
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Nach Walter
& Breckle
(1983-1994),
Ökologie der Erde, Band 3, gehört diese Klimazone
zum Zono-Biom (ZB) VII der semiariden Steppen
Gesamt-Karte
mit allen Zono-Biomen,
Gesamt-Tabelle
als Überblick,
sowie die
typischen Klimadiagramme,
dieser Zone.
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Die
Ökosysteme dieser Klimazone sind generell hoch fragil
und die Böden durch anthropogen Einfluss
(human impact) stark desertifikationsgefährdet
(lat.: desertus facere) bzw. richtiger degradationsgefährdet.
Vgl. dazu MENSCHING,
H. (1990, S. 53 ff) und IUCN,
speziell auf S-Russland bezogen.
- Es handelt sich
aktuell um nahezu (!) baumlose
Vegetationszonen, deren Grassteppen
- in
N-Amerika Prärien,
- in
S-Amerika Pampa und
- in
Eurasien Steppen (von russisch 'Step') genannt werden.
In ihren Randgebieten zeigen sich Übergänge zu den Waldsteppen,
in ihrer Physiognomie vergleichbar mit den lückigen und mosaikartigen
sommerfeuchten
tropischen Parklandschaften.
- Die temperaten
Euro-asiatischen
semiariden bis ariden Gebiete reichen von der Donau-Mündung
(Schwarzes Meer) bis zum Gelben Meer (Pazifik) und im Süden Zentralasiens
bis an das Himalaya-Gebirge.
- Die
Grassteppen
N-Amerikas (Prärien der Great
Plains [date
of access: 14.05.04] bis Arizona und Texas - vgl. Tallgrass
"savannas"(!) of Texas [date
of access: 14.05.04] - der USA) und tw. Kanadas (Saskatchewan
und Alberta), - vgl. Abb. oben! - sind mit ihrer Nord-Süd-Erstreckung
charakteristisch für den gesamten zentralen kontinentalen Bereich.
Die charakteristische Leelage (Ostseite hoher Gebirgszüge oder
tiefkontinental) führt wegen der adiabatischen Abkühlung der
von Westen anströmenden feuchten Luftmassen auf die Gebirge (Rocky
Mountains, Anden) und damit folgenden orografisch bedingten Steigungsregen,
zu trockenen Luftmassen auf der Ostseite der Gebirge.
- Die
Pampa
S-Amerikas (Argentinien) ist flächenmässig vergleichsweise
klein. Sie ist charakteristisch für Gebiete südlich von Buenos
Aires und zieht sich in unterschiedlichen Ausformungen bis nach S-Patagonien.
- Eine sehr kleine
semiaride Steppe findet sich auch im äussersten Süden Neuseelands
(Südinsel) im Lee einer über 3.000 Meter hohen Gebirgskette.
- Im
Gegensatz zur
Savanne
weisen die Steppen der trockenen Mittelbreiten (Steppen Eurasiens, Prärien
N-Amerikas und Pampas S-Amerikas) keine feuerresistenten und einzelstehenden
Bäume mit Schirm-Kronen auf.
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Hygrothermische
Wachstumsbedingungen der Trockenen Mittelbreiten |
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Veget.-Periode
(Monate mit
p[mm]>2tmon[°C]
und tmon≥5°C)a |
| Monate
a mit |
| tmon≥10°C |
tmon≥18°C |
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Jahres-
niederschlag
in mm |
Bemerkungen |
0-4
(5)
≥1Mon <5°C |
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<400
sommerlich:
<200 (250) |
Im
Süden hochkontinentaler Trockengebiete kann die Zahl der Monate
mit Mitteltemperaturen von > 18° C auf bis zu 5 steigen.
Die winterlichen Monatsmittel liegen meist für 3-5 Monate bei
< 5°C. In den nordamerikanischen Steppen fallen im Sommer
gebietsweise bis zu etwa 300 mm Niederschläge.
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tmon
= Monatsmitteltemperatur, p = mittlerer Monatsniederschlag, Zahlenwerte
in Klammern stehen für regionale Sonderfälle, die sich zumeist
aus kontinentalen oder maritimen oder maritimen Einflüssen oder unterschiedlichen
Breitenlagen (Nord-Süd-Differenzierungen) herleiten.
(Tabelle
und Text aus
Schultz 2000, S. 45, Tab. 2.3) |
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Vgl.
Sie auch Niederschlagsmengen-Verteilung
weltweit ! |
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Die
Trockenen Mittelbreiten bilden in ihren Randgebieten Waldsteppen
(Makromosaik aus Wald- und Steppeninseln) und sind in ihren charakteristischen
Ausprägungen baumlos. Alle Gebiete werden durch geringe und hoch
variable Niederschläge sowie in der Regel kalte Winter (Ostpatagonien
und Neuseeland jedoch wintermild) gekennzeichnet. In den Trockenen Mittelbreiten
der nördlichen Hemisphäre können die Sommer sehr heiss werden.
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Die
Definition sowie die flächenmässige Darstellung der
Trockenen Mittelbreiten und ihre Begrenzung
in der Literatur ist vor allem in den Grenzregionen unterschiedlich.
Auch herrscht keine Einigkeit darüber, wieweit oder ob die
Grasländer dieser Zone ohne menschlichen Einfluss wenigstens
mosaikartig Waldvegetation tragen würden.
Ausserdem
werden Begriffe nicht immer einheitlich gebraucht. Dies hat wesentlich
damit zu tun, dass wir Grasländern in unterschiedlichen Klimazonen
begegnen, deren Status (ob erst durch menschlichen Einfluss entstanden,
oder klimatisch bedingt) nicht immer klar ist.
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GENERELL
GILT FÜR DIESE LV:
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- Grasländer
der Trockenen Mittelbreiten bzw. gemässigten semiariden
Klimazone werden STEPPEN
genannt, explizit jedoch Steppen
in Eurasien, Prärien
in N-Amerika und argentinische
(warmgemässigte) Pampa
in S-Amerika (inkl. kleine
Steppengebiete in S-Patagonien und im Otago-Gebiet Neuseelands).
In dem Übergangsgebiet von den Winterfeuchten
Subtropen zu den ariden Subtropen breiten sich oft Strauchformationen
aus, denen Gräser beigemischt sind. Hier wird von einer
Strauchsteppe gesprochen.
- Grasländer
der Tropen werden SAVANNEN
genannt, die dort eine Übergangszone
zwischen den Immerfeuchten und ariden Tropen charakterisieren.
Eine der Pampa vergleichbare Steppe kann es z.B. dieser Definition
nach in S-Afrika nicht geben.
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| Bzgl.
des sogenannten "natürlichen Pflanzenkleides" z.B.
der Pampa (einer Langgras- oder Feuchtsteppe)
werden von Müller-Hohenstein
(1981, S.
143/144) zwei Ansichten
vorgestellt: die der Waldanhänger und die der Graslandverfechter.
Die Standpunkte dazu werden hier jedoch nicht diskutiert. |
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Ursachen
für die Baumlosigkeit der Steppen bzw. Prärien: (nach
Walter 1968) |
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"Die Frage, weshalb
die Prärie trotzdem - trotz geeigneter Böden - baumlos ist,
wurde experimentell durch Auspflanzen von Baumsämlingen mit und ohne
Wettbewerb der Graswurzeln beantwortet. Das Ergebnis war, dass Baumwuchs
durchaus möglich ist, wenn die Konkurrenz der Gräser ausgeschaltet
wird. Nachdem die Präriebrände aufgehört haben, rückt
bei der Ausschaltung jeglicher Eingriffe der Wald mit einer Gebüschzone
als Vorhut langsam, etwa 1m in 3 - 5 Jahren, gegen die Prärie vor.
Aber eine genaue Statistik ergab für das Jahr 1965, dass im Mittel
pro Jahr ein Blitzschlagfeuer auf je 5.000 ha Präriefläche kommt;
das Feuer ist im Präriegebiet somit ein natürlicher Umweltfaktor
zugunsten der Gräser. Man muss auch berücksichtigen, dass
die Prärievegetation früher durch die weidenden
grossen Bisonherden begünstigt wurden. Dazu kommt
noch als Naturexperiment die katastrophale Dürre 1934 - 41,
deren Auswirkung auf die Prärievegetation noch 1953 zu erkennen war.
Solche periodisch alle Jahrhunderte wiederkehrende Dürreperioden
sind sicher für die Baumlosigkeit der Prärie mit verantwortlich."
Und:
"Der Wald verbraucht
pro Hektar mehr Wasser als die Steppenvegetation. [...] Der Wasserverbrauch
eines Steppenbestandes pro Hektar ist geringer [...] Die Steppe brennt
im August und September aus, und die oberirdischen Teile der Pflanzen
vertrocknen. Das beweist, dass in dieser Jahreszeit selbst durch die Steppenpflanzen
der Wasservorrat des Bodens erschöpft wird."
Aus: Walter,
H. (1968) Vegetation der Erde.- VEB Gustav Fischer Verlag, Jena, S.
594 ff, und Walter,
H. (1989) Vegetation und Klimazonen.- 6., verb. Aufl. - Stuttgart,
Verlag E. Ulmer, 1990. - (UTB ; 14), S. 273.
- Zusammenfassend
lässt sich sagen:
Die Baumfreiheit
ist bedingt durch
- Klimatische
Ursachen (Niederschlagsmenge, -verteilung, periodische Dürre,
Spätfröste, Stürme)
- Feuer
(Blitzschlag)
Herbivorie
(grosse Pflanzenfresser, z.B. Bison, Hirsche, Antilopen, Präriehunde
etc.)
- Geschichte
("Klimazeugen", Steppenklima d. jüngeren Miozän,
Diasporenarmut )
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Charakteristische
Merkmale |
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Allen
(!) Trockengebieten sind folgende "feuchteabhängige
Standortbedingungen" gemeinsam:
(nach Schultz 2000, S. 273)
- Der Pflanzenwuchs
wird durch Dürre auf höchstens 5 Monate des Jahres eingeschränkt.
- Auch während
der Regenzeit kommt es in der Regel zu Wassermangel (extrem hohe Niederschlagsvariabilität
bei gleichzeitig geringen Wasservorräten im Boden).
- Regenfeldbau ist
in der Regel nicht und wenn, dann nur mit ergänzender Bewässerung
und gleichzeitig schnellwüchsigen und trockenresistenten Nutzpflanzenarten
möglich (z.B. Baumwolle).
- Die "natürliche"
Vegetation ist durch xeromorphe Merkmale gekennzeichnet.
Halophyten
- [date
of access: 27.08.04] sind häufig.
- Die oberirdische
Biomassenproduktion (PPn) ist sehr niedrig.
- Flüsse
führen häufig nur episodisch Wasser und enden oft in abflusslosen
Senken. Bei kontinuierlicher Wasserzufuhr können sich Seen
bilden (z. B.
Aralsee
oder
Chadsee
- date
of access: 27.08.04), deren Ausdehnungen jedoch dramatisch abnehmen
können, wenn das Flusswasser wesentlich für Bewässerungsprojekte
verwendet wird.
- Die zu starke
Entnahme von Wasser aus Flusssystemen für Bewässerungszwecke,
aber auch zur Versorgung in den Siedlungsgebieten für den stetig
steigenden sanitären und hygienischen Bedarf, kann zur Wasserknappheit
führen (vgl. aktuelles Beispiel aus den
USA
mit dem Colorado - date
of access: 27.08.04), oder auch zur Unbrauchbarkeit des Wassers
in den Unterläufen, e.g.
- "The threat
of salinity is a major concern in both the United States and the Republic
of Mexico. Salinity affects agricultural, municipal, and industrial
users. Damages in Mexico are unquantified, but damages in the
United States typically range between $500 million and $750 million
per year" -
Colorado
River Basin Salinity Control Program - date
of access: 27.08.04).
- Es kommt zu aszendierenden
(von unten nach oben, weil Niederschlag < Verdunstung) Bodenwasserbewegungen.
Leicht lösliche Salze (z.B. Calciumcarbonat, Calciumsulfat etc.)
werden an die Bodenoberfläche geführt und dort akkumuliert.
Es kann zu Kalk- oder Salzkrustenbildungen kommen.
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| mittlere
Temp. in C° im Juli |
mittl.
jährlicher Niederschlag in mm |
| 18 |
350 |
| 24 |
700 |
| 28 |
900 |
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Die
untere Grenze zur Wüste liegt bei 150 - 300mm Niederschlag/a |
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Tab.
oben:
Vom Wald zur Steppe: Die ungefähre thermo-hygrische Waldgrenze |
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