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Verbreitung
der subtropisch - tropischen Trockengebiete (heisse Wüsten) |
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| Ökozone |
N-Amerika |
Eurasien |
S-
und Mittelamerika |
Afrika |
Australien
(mit Neuseeland) |
Tropisch
- subtropische Trockengebiete |
SIEHE
S- und Mittelamerika! |
Naher
Osten, Pakistan und NW-Indien. |
Mittelamerika: Sonora und
Chihuahua Wüste (von N-Mexiko bis in den SW der USA); S-Amerika: Caatinga in NO-Brasilien, Gran Chaco
und Monte in Paraguay und N-Argentinien; Atacama in Chile und Peru. |
N-Afrika: Sahara, Sahel;
E-Afrika: von Somalia bis nach N-Tansania; S-Afrika: Namib, Kalahari und Karoo; SW-Madagaskar (Toliara). |
Australien ausser den mehr
oder weniger breiten Küstenregionen im Norden, Osten, Süden und Südwesten. |
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(aus Schultz
2000, S. 26/27) |
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Nach Schultz
(2000), Ökozonale Gliederung der Erde, gehört diese
Zone zu den Tropisch - Subtropischen Trockengebieten
Gesamt-Karte
mit allen Ökozonen und Gesamt-Tabelle
als Überblick Diese Zone liegt hauptsächlich
zwischen den Subtropischen Winterregengebieten und den Tropischen Sommerregengebieten. Tropische (monsunale) Regen können
sporadisch und lokal von Süden her weit in den Wüstengürtel hinein reichen.
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Nach Walter
& Breckle (1983-1994),
Ökologie der Erde, Band 3, gehört diese Klimazone zum Zono-Biom (ZB) III
als Subtropisch-arides Zonobiom (Wüstenklima), d.h. der gesamte Wüstengürtel der Sahara (über
die Wendekreise hinaus bis in die ariden Gebiete mit sporadischen Sommerregen) wird hier zu den Subtropen gezählt.
Gesamt-Karte
mit allen Zono-Biomen, Gesamt-Tabelle
als Überblick, sowie die typischen Klimadiagramme,
dieser Zone.
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Weitere
Angaben zur Wüste in Wikipedia, der Freien
Enzyklopädie Hinweis
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Hygrotherm.
Wachstumsbeding. in den Wüsten der Subtropen und Tropen |
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Veget.-Periode
(Monate mit p[mm]>2tmon[°C] und tmon≥5°C)a |
| Monate
a mit |
| tmon≥10°C |
tmon≥18°C |
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Jahres-
niederschlag in mm |
Bemerkungen |
0
- 4 (5) alle tmon≥5°C |
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polwärts:
<300 äquatorwärts: <500 |
Monatsmittel von < 18 °C finden
sich in einigen subtropischen Trockenräumen und dort insbesondere an Küsten mit kalten Meeresströmungen.
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tmon
= Monatsmitteltemperatur, p = mittlerer Monatsniederschlag, Zahlenwerte in Klammern stehen für regionale Sonderfälle,
die sich zumeist aus kontinentalen oder maritimen Einflüssen, oder unterschiedlichen Breitenlagen (Nord-Süd-Differenzierungen)
herleiten. (Tabelle
und Text aus Schultz 2000, S. 45, Tab.
2.3) |
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Vgl. Sie auch Niederschlagsmengen-Verteilung
weltweit ! |
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Was
sind Wüsten allgemein? |
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Wüsten unterschiedlichster Ausprägung sind generell
klimatisch bedingt und können nicht durch den Menschen geschaffen werden. Dagegen ist der Mensch durch Bewirtschaftung
von fragilen Landschaften bzw. Ökosystemen in der Lage, diese zu degradieren bzw. zu "verwüsten",
was allgemein auch als anthropogene "Desertifikation" bezeichnet wird, was begrifflich
jedoch
nicht korrekt ist. Die Vegetation dieser degradierten Landschaften (durch Übernutzung bzw. Nichtbeachtung
der ökologischen Tragfähigkeit der Landschaften) kann sich i.d.R. nach Aufgabe der Übernutzung über
unterschiedliche Sukzessionsstadien regenerieren, wobei allgemein die notwendige Regenerationszeit mit der Zunahme der
Aridität zunimmt.
-
Mit anderen Worten:
Degradierte
Kurzgras-
und Dornstrauchsavannen sowie Steppengebiete
mit geringen Niederschlägen brauchen nach Aufgabe der wirtschaftlichen Nutzung besonders lange, um einer nachhaltigen
Nutzung wieder zugeführt werden zu können.
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Alle
Wüsten sind Gebiete, in denen entweder durch Wasser- oder Wärmemangel nicht und nur sehr eingeschränkt
Pflanzenwachstum möglich ist. |
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Generell werden zwei Wüstentypen unterschieden: |
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Kältewüsten
(sogenannte physiologische Wüsten) d.h. polare Wüsten wie Arktis und Antartis (die Antarktis ist die grösste
Wüste) und [Hoch-]Gebirgs-Kältewüsten, da hier das Wasser nur gefroren vorliegt und damit nicht pflanzenverfügbar
ist und auch die Temperaturen zu niedrig sind, um Pflanzenwachstum zu ermöglichen. Kältewüsten werden
selbstredend in der VL nicht behandelt.
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Trockenwüsten
(sogenannte wahre Wüsten), d.h. kühl-temperierte Wüsten der trockenen
Mittelbreiten und warme bis heisse Wüsten der Subtropen und Tropen.
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Bei den Trockenwüsten
handelt es sich immer um aride
Gebiete, in denen
-
der jährliche mittlere Niederschlag geringer ist als die mittlere
jährliche Gesamtverdunstung. In den Subtropen beginnt die Halbwüste etwa dort, wo der Niederschlag < 250mm/a
ist.
-
die potentielle Evaporation wenigstens doppelt so hoch ist wie der
Niederschlag.
-
Die
Trockengrenze
spielt als quasi "dynamische" Trennlinie zwischen semihumiden (Niederschlagsüberschuss im Jahresmittel)
und semiariden (Niederschlagsdefizit im Jahresmittel) Klimaten bzw. Vegetationszonen, bezogen auf die jährliche
Gesamtverdunstung (Evapotranspiration), eine entscheidende Rolle. Pflanzenwachstum kommt in den Trockenwüsten immer
vor, auch wenn die Abstände zwischen den Individuen manchmal 'zig Kilometer betragen können.
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Winterkalte Wüsten sind - wie oben bereits angedeutet - extreme Trockengebiete
der Mittelbreiten, speziell der kontinentalen innerasiatischen Lagen innerhalb des ZB
VII bzw. ZB
VIII (rIII) nördlich und südlich des 50. Breitengrades. Die sich südlich anschliessenden Halbwüsten
(< 250mm/a) und Steppengebiete (200-300mm/a) reichen an die westöstlichen Gebirgszüge, vom Kaukasus bis
zum Himalaja. Zu den innerasiatischen Vollwüsten (< 150-100mm/a und kontrahierter
Vegetation) gehören die Takla
Makan des Tarimbeckens, Karakum
zusammen mit der Kysylkum
im Tiefland von Turan und die sehr wenigen (max. 3%), fast vegetationslosen Sand- und Steinwüsten der Gobi.
Die "Wüste Gobi" ist tatsächlich eher eine semi-aride Steppenlandschaft
mit Übergängen zur Halbwüste. Winterkalte Vollwüsten im eigentlichen Sinne fehlen vollständig
auf dem nord- und südamerikanischen Kontinent. |
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Heisse Wüsten, d.h. Subtropisch/
Tropische heisse Wüsten (z.B. die Sahara
N-Afrikas und weniger extrem die Kalahari S-Afrikas). Auch
die heissen Wüsten weisen - trotz ihres scheinbar gleichen Aussehens - sehr unterschiedliche Bedingungen auf. Vgl.
unter Niederschlagsverteilung!
Abb. rechts:
Vegetationslose Dünenlandschaft (Erg - aus dem Arabischen für Dünenmeer) und
eine Fels- und Steinwüste (Hammada - aus dem Arabischen für leblos, abgestorben) in der SO-Sahara (SW-Ägypten).
Die Niederschläge liegen hier bei etwa 1mm/a, d.h. es ist durchaus möglich, dass die absolut niederschlagsfreien
Zeiten 30 Jahre und mehr umfassen.
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Küstenwüsten fast
ohne Regen, aber häufig mit viel Nebel (z.B. S-Amerika in Chile mit Atacama, Peru mit Fortsetzung der Atacama,
am kalten Humboldtstrom gelegen, und S-Afrika mit Namib, am kalten Benguelastrom gelegen), auch kühlere Wüsten
als Folge kalter Meeresströmungen.
Abb. rechts:
Nahezu vegetationslose Küste Namibias mit weiten Dünenfeldern. Die sich westlich
anschliessenden Dünen im Sossusvlei im Namib Naukluft Park gehören mit bis zu 300m (und mehr) Kammhöhe
zu den weltweit höchsten. Trotz der geringen Niederschläge, beherbergt die Namib eine reichhaltige Flora und
Fauna.
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Edaphische Wüsten (nach Logan 1968). Stark durchlässige, d.h. poröse
Böden, führen zum schnellen Versickern des Niederschlagswassers, welches für Pflanzen dann nicht ausreichend
zur Verfügung steht |
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Des
weiteren werden "Morphologische Wüstentypen" (vgl. nächsten
Abschnitt!) und "Ökologische Wüstentypen" unterschieden.
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Morphologische
Wüstentypen |
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Vollwüsten
und extreme Wüsten werden ausschliesslich in abflusslosen (ariden) Landschaften angetroffen, in denen jegliche
Verdunstungsvorgänge zu einer Salzakkumulation an der Bodenoberfläche führen.
Grundwassernahe
Standorte (die es durchaus in der Wüste gibt) werden oft durch starke Salzverkrustungen des Oberbodens charakterisiert.
Übrigens auch Salze, die auch heute noch z.B. im nördlichen Sudan "geerntet" und auf weit entlegenen
Märkten verkauft werden. Im Bereich dieser Standorte finden sich häufig verschiedene Oasentypen.
Die
Wüsten können auch in Abhängigkeit von ihren Verwitterungsakkumulationen charakterisiert werden (nach
Walter & Breckle 1984, S. 214/215):
-
"Die
Steinwüste
oder Hammada (Hamada, von arab. hammada = abgestorben, leblos) mit
an der Oberfläche liegenden Gesteinsbrocken, während die feinen Verwitterungsprodukte ausgeblasen werden.
Sie ist vor allem auf den Tafelbergflächen verbreitet.
-
Die
Kieswüste
oder Serir (oft wird auch das Mosaik von Kies- und Sandwüste als Reg
bezeichnet). Es handelt sich um ausgewehte verwitterte Konglomerate mit eckigen Steinen oder um ausgewehte, meist
fossile Flussalluvionen mit abgerundeten Steinen, die den grössten Teil der Bodenoberfläche bedecken.
-
Die
Sandwüste
oder Erg (Areg), die entweder aus weitständig bewachsenen Sandflächen oder vom Wind aufgehäuften,
vegetationslosen Dünen besteht.
-
Die Tonwüste mit
Tonpfannen
oder Sebkhas (Schotts, Playas, Plajas), mit höheren Salzgehalten im Boden,
die mehr oder weniger Krusten bilden können. In der Regel ist eine Etablierung von Vegetation im Zentrum der Plajas
(vgl. Beispiel
mit Vegetationsverteilung!) nicht möglich.
-
Die Böden der
Erosionstäler
oder Wadis (Queds) mit vom Wasser abgelagerten alluvialen Lockergesteinen, die nach Korngrösse sortiert
oft bis in Takyrflächen auslaufen." (vgl. Beispiel
mit Vegetationsverteilung aus dem Halbwüsten-Bereich NW-Ägyptens mit typischer Abflussrinnen-Vegetation).
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Die
Wüsten der Subtropen und Tropen - Ursachen: |
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Die Tropisch - Subtropischen Wüsten zeichnen sich durch ihre
Regenarmut aus, welche auf globalklimatische Mechanismen, speziell die tropisch-subtropischen Luftströmungen
(vgl. Abb. unten!), zurückzuführen sind. Charakteristisch
sind extrem schwankende Jahresniederschläge bei einer gleichbleibend hohen Globalstrahlung sowie potentiellen Evaporation
Zu den zweifellos trockendsten
heissen Wüsten der Erde gehört die Sahara (von
arab. Es-Sahra = die Wüste) mit
ihren hyperariden Bedingungen (verschiedentlich wird auch die o.g. nordchilenische, eher temperiert-kühle, Küstenwüste
Atacama genannt). Die jährlichen Niederschläge der Sahara in ihrem östlichen Teil (südliche
Libysche Wüste) erreichen in einigen Teilen wohl kaum 1mm/a (vgl. Bornkamm
& Kehl 1990 )
Hintergrund:
Die über dem äquatorialen Kalmengürtel bzw. der Innertropischen Konvergenzzone
(ITC) als Tiefdruckrinne (T) aufgestiegenen
feuchten Luftmassen verlieren durch Ausregnen ihre hohen Wassergehalte und fliessen in grosser Höhe zu den Polen
hin ab.
Die Luftmassen werden zunehmend trockener, kälter und dichter
und sinken im Bereich der Wendekreise ab, wobei sich die Luft trocken-adiabatisch um jweils 1°C je 100 Höhenmeter
erwärmt. Dieser Vorgang führt zur Entwicklung der randtropisch-subtropischen Hochdruckzellen
(H) = Antizyklone, welche während der Sommermonate in der Nordhemisphäre
die sommerheissen und trockenen mediterranen Klimabedingungen charakterisieren.
-
Abb.
rechts
oben: Idealisiertes Schema mit Tiefdruckrinne (T) mit Innertropischer Konvergenzzone
(ITC) sowie etwa ab Wendekreis randtropisch-subtropische Hochdruckgebiete (H) und dazwischen die tropische Hadley-Zelle.
Die Sonne scheint über der ITC eher senkrecht. Zenitalregen sind besonders häufig. Die Luftmassenbewegungen
über Afrika erschliessen sich eindrucksvoll auf der von der NASA (The
Spherical Shape of the Earth: Climatic Zones) zur Verfügung gestellten Grafik [access 10.05.04] sowie auf dem
Satellitenbild
der östlichen Sahara.
Wolkenbildungen kommen im Kernbereich der Hadley-Zelle nun fast
nicht mehr vor, so dass es während des Tages zu extremen Sonneneinstrahlungen und während der Nacht über
Land zu hohen Strahlungs- bzw. Wärmeverlusten kommt, die sich über den Meeren weniger stark auswirken als
kontinental (z.B. Sahara). Nachtfröste sind hier keine Seltenheit.
Die extrem trockene Luft fliesst (in der Hauptsache) nun oberflächennah
- und durch die Corioliskraft
abgelenkt - zum Äquator zurück (NO- bzw. SO-Passat - engl. NE- and SE Trade Winds) Vgl. Sie noch einmal
das Satellitenbild
der östlichen Sahara.
Die Luftmassen beschreiben damit einen Kreis, die sogenannte Hadley-Zirkulationszelle.
Polwärts grenzt die Hadley-Zelle an die Ferrel-Zirkulationszelle
(engl. Mid-Latitude Cell) der Mittleren Breiten, die mit ihren Nordwest-Winden winterliche zyklonale
Niederschläge über die generell winterfeuchten Subtropen hinaus in die Randbereiche der subtropischen
Wüsten tragen. Dagegen werden vom Äquator nach den Polen hin abnehmend mit der Verlagerung der ITC jeweils
sommerliche Niederschläge in die Savannengebiete getragen (
Feuchtsavanne, > Trockensavanne,
> Dornstrauchsavanne).
Es kann durchaus vorkommen, dass die nordafrikanischen Länder
Ägypten, Libyen und Algerien über die subtropischen winterlichen Niederschläge hinaus, auch sehr geringfügig
und sporadisch monsunale sommerliche Niederschläge in ihren südlichen Landesteilen - welche unter dem nördlichen
Wendekreise liegen - erhalten.
-
Im Gegensatz zu Schultz
(2000) - vgl. Tabelle oben! -, beginnt nach Walter
(1968) bzw. Walter & Breckle (1983) die Wüste
im Bereich der
-
Subtropen (äquatorwärts) bei Niederschlägen ab
< 200mm
-
(nach Bornkamm & Kehl 1989 / 1990 ab <
250 mm Niederschlag, vgl. Tab. unten!)
-
und im Bereich der Tropen (polwärts) bei
< 300mm.
Abhängig von anderen Klimaparametern unterschiedlicher
geografischer Lage ist wohl von einem Korridor auszugehen, der zwischen 200 und 300mm Niederschlag im Jahr
liegt.
Als Resultat langjähriger Forschungen
in der Libyschen Wüste (östliche
Sahara, "Western Desert" von Ägypten), von der Mittelmeerküste bis zur Sahelzone
[date of access: 04.04.05] (ein ca.
1.600km langes Transekt), wurden im Rahmen des Sonderforschungsbereichs 69, Geowissenschaftliche Probleme arider Gebiete,
von Reinhard Bornkamm und Mitarbeitern (vgl. Bornkamm
& Kehl (1989), Bornkamm
& Kehl (1990), Kehl
& Bornkamm (1993), Kehl (1987)
u.a. differenzierende Subzonen in Abhängigkeit von Niederschlag und Entwicklung der Ökosysteme (vor allem
bzgl. Stoffkreisläufe) ermittelt.
-
Danach reicht die Subtropische Halbwüste (semi desert) von (250)
150 - 100 (80) mm Niederschlag. Erst ab < 100 (80) mm jährlichem Niederschlag beginnt die Vollwüste und
ab 50 (20) mm die Extremwüste oder auch hyeraride Wüste mit Niederschlägen unter einem Millimeter (full
desert - extreme desert).
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Ökologische
Wüstentypen |
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| Groundwater-dependent |
Precipitation-dependent |
Desert
type + Ecosystem |
Life form |
Spatial |
Temporal |
Life form |
Spatial |
Temporal |
Rainfall in mm/year + occurrence
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| I. |
semi
desert |
P (perennial)
|
contracted
e.g. wadis |
permanent |
P |
diffuse
+ contracted |
permanent |
250
- 100 (80) |
| Autochthonous1
ecosystem |
A
(annual) |
contracted
e.g. at wadi mouth |
seasonal |
A |
diffuse
+ contracted |
seasonal |
seasonal |
| II. |
full
desert |
P
|
contracted
e.g. oases |
permanent |
P+pP |
contracted,
e.g. in runnels + playas |
mostly
permanent and rarely |
100
(80) - 50 (20) |
Autochthonous
and rarely Allochthonous2 ecosystem |
A |
-- |
-- |
A |
contracted,
e.g. in runnels + playas |
seasonal
and accidental |
mostly
seasonal but spotty |
| III. |
extreme
desert subtype 1 |
P
|
contracted
only in oases |
permanent |
P+pP |
contracted,
e.g. in wadis + playas |
accidental
and rarely permanent |
50
(20) - 5 |
Autochthonous
+ Allochthonous ecosystem |
A |
-- |
-- |
A |
contracted,
e.g. in wadis + playas |
accidental |
episodical
spotty |
| III. |
extreme
desert subtype 2 |
P
|
contracted
only in oases |
permanent |
pP |
contracted,
e.g. in wadis + playas |
accidental |
5
- 1 |
Autochthonous
+ frequently Allochthonous ecosystem |
A |
-- |
-- |
A |
contracted,
e.g. in wadis + playas |
-- |
mostly
seasonal but spotty |
| III. |
extreme
desert subtype 3 |
P
|
contracted
e.g. oases |
permanent |
-- |
-- |
-- |
<
1 |
Autochthonous
in oases, otherwise Allochthonous ecosystem |
A |
-- |
-- |
-- |
-- |
-- |
extremely
episodical and spotty |
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Tab. oben: "Distribution
pattern of vegetation" (aus Bornkamm
& Kehl 1989, und Bornkamm & Kehl 1990,
leicht verändert) |
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1:
Dabei handelt es sich um Ökosysteme mit "gebietseigener" Primärproduktion, d.h. hier wachsen / wuchsen
Pflanzen am Standort. Entweder leben sie oder sie stehen als 'dead standing crop' der Tierwelt zur Verfügung.
-
2:
In diesen Ökosystemen fehlen lebende oder tote Pflanzen als Primärproduzenten am Standort. Organische Substanz
wird "gebietsfremd" aus entfernten Landschaften mit dem Wind heran transportiert. Vgl.
Bornkamm, R. (1987)
Allochthonous Ecosystems.- Landscape
Ecology, Vol. 1, No. 2: 119-122. ( 85Kb)
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Niederschlagsverteilung
in den Wüsten der Subtropen und Tropen |
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Wichtiges
Charakteristikum der Wüsten ist die extreme Variabilität der Niederschläge
in ihrer Höhe und der zeitlichen Verteilung.
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Bei jährlichen Niederschlagsraten von z.B. 200mm an einem bestimmten
Ort kann es vorkommen, dass mehrere Jahre hintereinander die Regenmengen 50 bis 80% unter den Durchschnittswerten liegen.
Dagegen können - lokal begrenzte - starke Einzel-Niederschlagsereignisse innerhalb kurzer Zeit die Gesamtniederschlagsmenge
eines Durchschnittsjahres erreichen.
-
Häufig wird deshalb auch von "Spotiness of Rainfall"
gesprochen (Sharon 1972).
Daraus
folgt: Die
Aussagekraft von Durchschnittswerten (einer bestimmten Messstation) ist besonders in diesen Landschaften nur
sehr gering (und generell immer zu hinterfragen!). Erst verlässliche Angaben zur Variabilität
der Niederschläge in ihrer Höhe und zu möglichen Trockenperioden über einen langen Zeitraum vermitteln
eine seriöse Basis für jegliche Nutzung.
-
So beträgt z.B. die mittlere (!) jährliche Abweichung
vom Durchschnittswert des Niederschlages in NW-Ägypten (z.B. Mersa Matruh) 25 bis 30% bei 134mm/a, im Bereich
Alexandria an der Nilmündung 30 bis 40% bei 194mm/a (in Berlin übrigens bei 3 bis 4% bei 581mm/a) und in Kairo
bereits weit über 40% bei 29mm/a. Treffen geringe Niederschlagsmenge und hohe Niederschlagsvariabilität zusammen,
so ist immer mit langanhaltenden Dürreperioden zu rechnen (Angaben aus Glantz
1996, S. 100).
Daraus
folgt: Die
extreme Variabilität der Niederschläge gehört somit zu den entscheidenden Begrenzungen für jegliche
Landwirtschaft in den semi-ariden und ariden Gebieten.
-
Dies trifft sowohl für die Randgebiete der Subtropischen wie
Tropischen Wüsten zu.
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 In
Abhängigkeit von der geografischen Lage, können Subtropisch / Tropische Wüsten verschiedene, oder
sogar mehrere "Regenzeiten" aufweisen.
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Z.B. haben Sonora und Karoo zwei
Regenzeiten,
-
die nördliche Sahara, Mohavewüste und die
Vorderasiatischen Wüsten haben nur eine winterliche Regenzeit,
-
die südliche Sahara und die Namib (siehe jedoch
unten!) haben dagegen eine sommerliche Regenzeit,
-
die zentrale Sahara ist dagegen nahezu regenlos, d.h. Niederschläge
können dort viele Jahrzehnte ausbleiben, wobei es vorkommen kann, dass sporadisch winterliche subtropische oder
sommerliche tropische Niederschläge dieses extrem trockene Gebiet erreichen können,
-
die Halbwüsten (und seltenen wirklichen Wüsten)
Zentralaustraliens
erhalten sporadisch unabhängig von der Jahreszeit geringe Niederschläge,
-
einige Küstenwüsten, als Folge kalter Meeresströmungen
(Peru, Chile, Namib), erhalten kaum Regen, dagegen Niederschlag in Form von Nebel.
Vgl.
Beispiel S-Amerika! [date of access:
18.09.04] Abb. rechts:
Niederschlagsgradient in Afrika (N-Ägypten) mit abnehmenden Subtropischen Winterregen von Norden nach Süden.
(nach Bornkamm & Kehl 1990, aus Kehl & Bornkamm 1993) In
SW-Ägypten werden kaum noch 1mm Niederschlag pro Jahr erreicht. D.h., es ist wahrscheinlich, dass über
sehr lange Zeiträume überhaupt kein Tropfen Regen fällt. Aber auch hier kann es dann punktuell zu Starkregenereignissen
kommen.
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Aktuelle
populärwissenschaftliche Literatur
zum Thema: [last
date of access: 10.09.2007] |
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"Die Wüste - An den Grenzen des Lebens"
(September 2007) GEOkompakt Nr. 12. |
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