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In
einer Untersuchung von Petra Pansegrau,
Anita Engels, Peter Weingart (2000) mit dem Titel "Alle
reden vom Klima - Kommunikationen zum Klimawandel zwischen Wissenschaft,
Politik und Massenmedien" (Fakultät für
Soziologie, Institut für Wissenschafts- und Technikforschung
an der Uni Bielefeld), heisst
es:
"Ausgangspunkt
der deutschen Klimadebatte war eine Erklärung
der Deutschen
Physikalischen Gesellschaft (DPG) zum drohenden Klimawandel,
in der vor der Klimakatastrophe
und der drohenden
vollständigen Unbewohnbarkeit der Erde [die Rede
war]. Dieser Aufruf forderte unter anderem einen schnellen Ausbau
der
Kernkraft
und eine sofortige weltweite Regulierung der CO2-Emissionen.
In
einem zweiten zusätzlich auch von der Deutschen
Meteorologischen Gesellschaft unterzeichneten Aufruf 1987,
wurde die Katastrophenwarnung zwar abgeschwächt, die im Text
enthaltenen Handlungsanweisungen an die Politik jedoch beibehalten.
Durch diesen Kassandraruf
der Wissenschaft wurde der Klimaschutz als politisches
Handlungsfeld etabliert.
Bis
dahin war es für die Klimaforschung trotz verschiedener internationaler
Konferenzen nicht möglich gewesen, die öffentliche
Aufmerksamkeit für ihr Forschungsgebiet zu erreichen.
Dies änderte sich nun geradezu schlagartig. Das Klimaproblem
wurde zu einem ständigem Thema sowohl auf der politischen
als auch der medialen Agenda.
Der
von der Wissenschaft zunächst veröffentlichte und später
zurückgenommene Begriff von der "Klimakatastrophe
etablierte sich zu einer festen Metapher zur Beschreibung der
Dringlichkeit des Problems. Die wissenschaftlichen Publikationen
adressierten zunehmend und expliziter politische Entscheidungs-
und Handlungsinstanzen, zum Beispiel:
Mein
Wunsch lautet deshalb: Rasche Verabschiedung einer weltweiten
Klimakonvention mit zugehörigen Protokollen zur Minderung
der Emissionen einzelner Spurengase (...). Gleichzeitig sollten
die Industrienationen, die Hauptverursacher, massiv einsteigen
in eine Politik der effizienteren Energienutzung (...). Aber
auch die Verlangsamung der
Bevölkerungszunahme
ist von zentraler Bedeutung für eine erfolgreiche Emissionsminderung.
(H. Graßl 1989 in: Phys. Bl. 45)
Um
das Klimaänderungssignal nachweisen und um es eindeutig
den Änderungen im CO2 [Gehalt] und anderen Treibhausgasen
zuzuschreiben,
ist es notwendig, diese Probleme zu reduzieren.
Dieses erfordert einen massiven Ausbau der Rechnerkapazitäten,
eine Verbesserung der Modelle und globale kontinuierliche Messkampagnen.
Vgl.: Cubasch, U., Santer, B. D., Hegerl, G. C. (1995) Klimamodelle
wo stehen wir? - Phys. Bl. 4/269.
Die hier von Cubasch et al. vertretende Auffassung
entspricht weitgehend der bereits 1989 geäusserten An-
und Absicht von Stephen Schneider.
Hier kann sich leicht der Eindruck einstellen, als gab es damals
bereits eine vorgefasste Meinung (und eben nicht verfizierte
wissenschaftliche Erkenntnisse) bzgl. der Wirksamkeit von CO2.
Zur
Klärung der Hintergründe für die Dramatisierung
des Klimawandels ist evtl. ein Interview mit dem Klimaforscher
Prof. Hasselmann im SPIEGEL (41/1992: 268) bereits acht
Jahre vor der Pansegrau et al. - Publikation aufschlussreich.
Hier ein Ausschnitt:
"SPIEGEL:
. . . [die Deutsche Physikalische
Gesellschaft, DPG] die im Frühjahr
1986 erstmals vor einer "weltweiten Klimakatastrophe"
als Folge des Treibhauseffekts
warnte.
HASSELMANN:
Ja. Das war die erste dramatische Darstellung in den Medien,
der SPIEGEL brachte damals ein Titelbild mit dem Kölner
Dom im Wasser. Wir Klimaforscher waren seinerzeit dagegen, weil
die DPG mit falschen Zahlen gearbeitet hat. Wir haben gesagt:
So kann man es nicht machen.
SPIEGEL:
Seither lebt die Klimaforschung von der Angst der Leute.
HASSELMANN:
Natürlich versucht jede Wissenschaft darzulegen, dass wichtig
ist, was sie macht. Aber die Unterstellung, dass die Wissenschaftler,
nur damit sie mehr Geld kriegen, auf die Wichtigkeit ihres Problems
hinweisen, ist einfach nicht richtig. Man hat jahrelang nicht
auf uns gehört. Erst als die Deutsche Physikalische Gesellschaft
mit ihren unseriösen Übertreibungen anfing - viele
vermuteten, weil die Energie-Lobby die Kernenergie
hochjubeln wollte -, da plötzlich kam es in die Medien."
Hier
das vollständige SPIEGEL-Interview mit dem Titel "Wieviel
ist der Wald wert?" (41/1992: 268)
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Die
in aller Regel von Wissenschaftlern der nördlichen Hemisphäre
vorgebrachte Sorge um den anthropogen bedingten Klimawandel manifestiert
sich seither teilweise in absurden populärwissenschaftlichen
Apokalypsen - Prognosen. Sie entsprechen mittlerweile dem Mainstream,
sind kommerzialisierbar und besonders nachrichtenfähig, denn
nach wie vor ist für Medien 'Nur eine schlechte Nachricht
auch eine gute Nachricht' (vgl. weiter unten!), aber auch versicherungsrelevant
und wird von einem breiten Publikum begierig aufgenommen.
Das
Bild - nicht nur von dieser Wirklichkeit - wird zunehmend von
den Medien bestimmt. Vgl. Sie dazu "Public Misperceptions
of Human-Caused Climate Change:
The
Role of the Media" -
0,9 MB, 25 S.
[date of access: 29.01.09] Aber
auch Politik, Wirtschaft und leider auch die Wissenschaft agieren
zunehmend nach publizistischen Regeln. Einer seriösen Umweltpolitik
und besonders Wissenschaft wird damit ein schlechter Dienst erwiesen.
Galt
noch in den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts als unumstössliche
Tatsache, dass der damals beobachtete Temperaturabfall in der
nördlichen Hemisphäre in den davor liegenden 25 Jahren
von fast 0,5K eine neue - natürlich anthropogen bedingte
(!) - Kälteperiode einleiten würde (siehe unten Stephen
Schneider!), so ist die aktuelle - anormale (?) - Erwärmung
um 0,4 bis 0,8K selbstredend auch anthropogener Natur. Die - wiederum
- wissenschaftlich abgesicherten Katastrophen - Szenarien (oder
auch - nach Ansicht des Verfassers - der kontraproduktive Alarmismus
von Protagonisten des IPCC)
sind - leider - besonders en
vogue
Dazu
ein Beitrag von Ulli Kulke in WeltOnline-Wissen vom 30. Jan. 2010
mit dem Titel "Haltlose
Prognose - Die selbstgemachte Klimakatastrophe der UN"
sowie "UN
wrongly linked global warming to natural disasters" in
The Sunday Times by Jonathan Leake, Science and Environment Editor,
January 24, 2010, und ein lesenswerter Beitrag eines Bloggers
aus dem Spiegel-Forum
vom 12.02.2010, Beitrag
#33 (rx1).
- Auszug
zum Thema: "Und zur Behauptung des IPCC 2007 der
Klimawandel würde zu häufigeren und heftigeren Naturkatastrophen
führen: Zwar widersprachen dem fast alle dem Rat dafür
vorliegende Studien. Doch der Autor dieses IPCC-Kapitels, (...)
[Robert] Muir-Wood [auf dessen Aussagen übrigens
wesentlich der Stern-Report basierte] (...), zog es
trotz Warnungen von Experten vor, sich auf seine eigene
Studie zu stützen. Die war zu dem Zeitpunkt allerdings
noch gar nicht fertig, und als sie 2008 vorlag, musste er eingestehen:
Wir finden keine hinreichenden Beweise für einen
statistischen Zusammenhang zwischen den globalen Temperaturen
und der Höhe der Katastrophen-Schäden. ("We
find insufficient evidence to claim a statistical relationship
between global temperature increase and catastrophe losses.")
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In
einem Interview mit dem SPIEGEL-Magazin (11/2007 - 12. März,
S. 156) gab Hans
von Storch auf
die
Frage:
"Aber viele glauben, der Weltuntergang stehe unmittelbar
bevor. Nimmt die Klimadebatte allmählich hysterische Züge
an?" -
die
Antwort:
"In der Tat. Die Angst vor der Klimakatastrophe ist uralt
- ähnlich wie die Angst vor Fremden. Schon in früheren
Zeiten glaubten die Menschen, dass sich das Klima fast immer nur
zum Schlechteren verändere, nur ganz selten aber zum Besseren
- das war die Strafe Gottes für sündiges Verhalten.
Und heute sind es eben diese hedonistischen Verschwender, die
die Luft verpesten, um sich in der Südsee schöne Fische
anzuschauen. Besser wäre es, wir würden alle nur noch
Fahrrad fahren. Ach, immer dieser erhobene Zeigefinger!"
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Nebenbei:
Auch DER SPIEGEL
(vgl. Anmerkungen von Hans Magnus Enzensberger, 1957, zur "Sprache
des SPIEGEL") trägt wohl wesentlich mit dazu bei,
diese Angststimmung zu erzeugen, z.B. mit Titeln wie diesen
1986, August, 'Die Klima-Katastrophe! - Das Weltklima gerät
aus den Fugen' mit dem Titelbild eines in den Fluten stehenden
Kölner Doms (hier schien es ganz sicher, dass unwiderruflich
in den nächsten 50 Jahren der
Meeresspiegel
um 10 m steigen würde),
1995, März: 'Vor uns die Sintflut - Weltklimagipfel der Katastrophen'
1995, Heft 39: 'Angst vor der Endzeit - Umwelthysterie und Aktionismus
- die Deutschen im Ökofieber'
1995, November: 'Das grosse Artensterben - Abschied von der Tierwelt'
und 'Wir werden einsam sein'
1997, Heft 51: 'Der Weltuntergang fällt aus'
2006, Heft 45:Achtung, Weltuntergang! - Wie gefährlich
ist die globale Erwärmung wirklich?.
2007, März: 'Abschied vom Weltuntergang' - Dossier
mit diversen Artikeln
2007, April: In
der Todeszone des Klimawandels.
Eine
Titel-Zusammenstellung finden Sie im Anhang der Arbeit von
 Petra
Pansegrau (2000) "Klimaszenarien, die einem apokalyptischen
Bilderbogen gleichen oder Leck im Raumschiff Erde.
Eine Untersuchung der kommunikativen und kognitiven Funktionen
von Metaphorik im Wissenschaftsjournalismus anhand der Spiegelberichterstattung
zum "Anthropogenen Klimawandel", Dissertation, Universität
Bielefeld, Fak. f. Linguistik und Literaturwissenschaft.
Vgl.
Sie auch:
 Prof.
Dr. Peter Weingart (Vortrag am 8. April 2008, Collegium
generale an der Universität Bern, Schweiz) "Alle
reden vom Klima - Kommunikationen zum Klimawandel zwischen Wissenschaft,
Politik und Massenmedien"
[34
S.]
und die Monographie:
Weingart,
P., Engels, A. & Pansegrau, P. (2007) Von
der Hypothese zur Katastrophe. Der anthropogene Klimawandel im
Diskurs zwischen Wissenschaft, Politik und Massenmedien.-
Opladen/Farmington Hills, Verlag Barbara Budrich, 2. Auflage.
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Zur
immer aktuellen Untergangs-Euphorie hier der amüsante Beitrag
von Cora
Stephan "Verliebt in den Untergang?", gesendet in
Deutschlandradio
Kultur am 13.05.2007 um 12:40 Uhr, nachzulesen im Internet.
[date
of access: 25.05.2007]
Aus
der Einleitung:
"Noch vor wenigen Jahrzehnten fürchteten wir uns vor
der drohenden Übervölkerung. Heute erspähen wir
hinter der Trendumkehr das Aussterben der Menschheit. Vor einigen
Jahren noch schien eine neue Eiszeit denkbar. Heute droht die
Versteppung Deutschlands. Was immer auch passiert: wir machen
das schlimmste daraus. Unter Garantie."
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Nach
wie vor ist die Mahnung von Prof. Hartmut Grassl (1989-2005 Direktor
des MPI für Meteorologie) zutreffend: "Man darf nicht
übertreiben. Warum wird immer gleich mit dem Untergang gedroht?
Wenn wir so weiter reden, werden wir die Leute mit Sensationsmeldungen
so müde machen, dass sie überhaupt nichts mehr glauben."
(Frankfurter Rundschau, Herbst 1995, lt. Mitteilungen
der DMG)
In
dem 10 Jahre später publizierten Buch "Wetterkatastrophen
und Klimawandel. Sind wir noch zu retten?" von Hartmut Grassl
et al., im Pg Verlag, lässt der Titel diese eingeforderte Zurückhaltung
jedoch nicht mehr erkennen. Nun argumentiert er auf dem gleichen
Niveau wie der unsägliche Prof. Stephen
Schneider.
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Es
drängt sich der Eindruck auf, dass erst die Katastrophe stark
überspitzt postuliert (jede Umweltveränderung kann aus
irgendeiner Perspektive so interpretiert werden), dann scheinbar
seriös das Menetekel zurück genommen wird mit der Begründung,
man wisse das alles nicht so genau (was der Faktenlage entspricht),
um dann zu fordern, dass mehr Geld notwendig
ist, um die Wahrheit zu finden. (vgl. dazu die Anmerkung von Cubasch
et al.) Denn nur das sei schliesslich verantwortliches Handeln.
Voraussetzung dafür sind aber bessere Rechner mit noch besseren
Simulationsprogrammen, in denen dann "die Simulation von Simulationsprozessen
simuliert" werden kann (SdW, Okt. 2003, S.84, Cartoon). Und
wenn sich Katastrophen-Hypothesen auch dann nicht verifizieren lassen,
sei der prophylaktische Kassandraruf eben auch kein Nachteil.
Abb.
rechts:
"Kassandra [often naked] and Ajax
at statue of Athena. Detail from Athenian red-figure hydria
c. 480/475 BC. Naples. Museo Archeologico Nazionale H2422 ©
Museo Archeologico Naples" ©
Beazley Archive 1997-2008
Dazu Prof.
Hubert Markl (1991, S. 53): "Es ist nicht immer der
der beste Freund, der uns am glaubwürdigsten Schrecken auszumalen
und vorherzusagen weiss. Kassandra ist zwar populär, aber ihr
Ruf ist auf ein scheinheiliges Kalkül begründet: Trifft
das Unglück, das sie vorhergesagt hat, ein, so hat sie recht;
ereignet es sich nicht, so hat sie es eben mit ihrer Warnung erst
verhindert."
(H. Markl war Präsident der DFG von 1986-1991
und von 1996-2002 Präsident der Max Planck Gesellschaft)
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Vergleichen Sie in diesem Zusammenhang
das - m.E. erschreckende und keinesfalls hinzunehmende - Statement
von Prof. Stephen Schneider, (Link No. 1
mit Kommentar im Economist) Editor von 'Climatic Change'
und der Enzyklopädie 'Climate and Weather', ausserdem einer
der führenden Autoren vieler IPCC Artikel sowie (zusammen
mit Dr.
Richard Moss) des 'IPCC
guidance paper on uncertainties'
501KB,
19 S.
Stephen Schneider sagte in einem Interview mit Jonathan
Schell in dem "Discover Magazine" schon im
Okt. 1989:
"On the one hand, as scientists we
are ethically bound to the scientific method, in effect promising
to tell the truth, the whole truth, and nothing but - which
means that we must include all the doubts, the caveats, the
ifs, ands, and buts. On the other hand, we are not just scientists
but human beings as well. And like most people we'd like to
see the world a better place [...] To do that we need to get
some broad-based support, to capture the public's imagination.
That, of course, entails getting loads of media coverage. So
we have to offer up scary scenarios, make simplified, dramatic
statements, and make little mention of any doubts we might have
[...] Each of us has to decide what the right balance is between
being effective and being honest.
Das vollständige Statement finden Sie unter dem Link No.
2. und ein interessanter
Kommentar dazu unter No. 3
[URL
http://www.economist.com/ - [date
of access: 22.02.05]
[URL
http://rpuchalsky.home.att.net/sci_env/sch_quote.html - date
of access: 22.02.05]
[http://www.worldclimatereport.com/index.php/2004/06/17/59/
- date
of access: 01.12.07]
Noch zwei Jahre vor diesem Statement hatte
Stephen Schneider die Glaubwürdigkeit von Klimamodellen mit
der esotherischen Suche
des Schicksals in einer schlecht polierten Kristallkugel verglichen.
Zur Einschätzung der wissenschaftlichen Reputation von Schneider
ist evtl. eine
Buchbesprechung
5
S. (Laboratory
Earth: The Planetary Gamble We Can't Affort To Lose, New York,
Basic Books, 1997, 174 pp.) durch Richard S. Lindzen aufschlussreich.
Es soll in diesem Kontext nicht unerwähnt
bleiben, dass der gleiche Stephen
Schneider (als Co-Autor zusammen mit S. Ichtiaque Rasool)
Anfang der 70er Jahre mit grosser Überzeugung die Meinung
vertrat, die nächste Kaltzeit sei wegen
anthropogen verursachter Aerosole durchaus möglich:
Rasool,
S.I. & S.H. Schneider (1971) Atmospheric
Carbon Dioxid and Aerosols; Effects of Large Increases on Global
Climate.- Science, Vol. 173 (July 9), p. 138-141.
"...
our calculations suggest a decrease in global temperature by
as much as 3.5°C. Such a large decrease in the average temperature
of Earth, sustained over a period of few years, is believed
to be sufficient
to trigger an ice age. However, by that time, nuclear
power
may have largely replaced fossil fuels as a means
of energy production."
Das
National
Science Board der USA stellte 1972 fest: "Judging
from the record of the past interglacial ages, the present time
of high temperatures should be drawing to an end ... leading
into the next glacial age." etc, gefunden bei Wikipedia
"Global cooling". Es wird immer wieder Wert
gelegt darauf, dass das Zitat nicht vollständig sei. In diesem
Kontext ist das jedoch völlig irrelevant.
Aber
natürlich ist unbestritten, dass sich mittlerweile der Kenntnisstand
wesentlich verbessert hat und Klima-Modelle und Statistiken zuverlässiger
sind
... Dazu eine - sicher nicht ganz ernst gemeinte (?) - Bemerkung
von Benjamin Disraeli (populär gemacht von Mark Twain) bzgl.
Statistiken: "There
are three kinds of lies: Lies, Damned Lies, Statistics",
eine
allgemeine Erkenntnis übrigens, die oft im Zusammenhang mit
nie belegten Äusserungen eines gewissen Sir W.C. gern erwähnt
wird.
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Eine
besonders kuriose Blüte der Vereinfachung bei
der Ermittlung der "tatsächlich gemessenen Erderwärmung"
im 20. Jahrh. von 0.6 ±0.2°C (bzw. 0.7°C)
findet sich auf den Seiten des Umweltbundesamtes
(UBA) unter der Überschrift "Skeptiker
fragen, Wissenschaftler antworten".
"Frage
6. Ist nicht der menschliche Beitrag
zum Treibhauseffekt
gegenüber dem natürlichen sehr klein und daher unbedeutend?"
unter Bezugnahme auf das umstrittene Buch Klimafakten
(von Berner und Streif), wobei vermutet werden könnte (oder
sollte?), dass Dr. Ulrich Berner und Dr. Hansjörg Streif
von der Bundesanstalt
für Geowissenschaften und Rohstoffe keine (für diese
Fragestellung relevanten?) Wissenschaftler sind.
Dort
heisst es:
[1. Absatz
ist Zitat aus Berner
& Streif 2000, Seite wird nicht genannt = S.87]
"'Im Vergleich mit dem Gesamt- Treibhauseffekt
unserer Erde machen die anthropogenen Anteile beim Kohlendioxid
1,2% und bei den Nicht-Kohlendioxid-Gasen 0,9% aus. Beide Werte
liegen noch deutlich im Bereich der Unsicherheiten, die bei
der heutigen Bestimmung des Gesamt-Treibhauseffekts zu veranschlagen
sind. (
Den fraglichen
Textabschnitt finden Sie hier!)
[Antwort:]
Diese
Aussage ist Wort für Wort gelesen zwar richtig, kann aber
irreführend sein. Viele Laien verstehen unter dem Gesamttreibhauseffekt
die gegenwärtige Erderwärmung. Sie sind deshalb überrascht,
dass im Gegensatz zur allgemeinen Panikmache der
Treibhauseffekt also nur zum kleinsten Teil (insgesamt 2%) vom
Menschen verursacht sein soll.
Die
Zahl 2% trifft jedoch nur zu, wenn man den menschlichen Treibhauseffekt
(der die derzeitige Erderwärmung überwiegend verursacht)
mit dem natürlichen Treibhauseffekt vergleicht, der seit
Urzeiten die Erde warm hält und etwa 33°C ausmacht.
Schon
eine grobe (weil lineare) Überschlagsrechnung ergibt, dass
2% von 33°C etwa 0,7°C ergibt - was ziemlich genau der
im 20. Jahrhundert tatsächlich gemessenen Erderwärmung
entspricht und daher die Warnungen der Klimaforscher stützt,
nicht etwa relativiert. Dass eine kleine relative Änderung
erhebliche Auswirkungen mit sich bringen kann ...."'
Ob zu diesem hanebüchenen Unsinn wohl Mut gehört?
Vgl. Sie dazu z.B. die Anmerkungen
eines Beitrags im KlimaPortal, auch Solanki
et al. (2003) sowie generell die Seiten Treibhauseffekt,
"Bedeutung
der Sonnenaktivität für die globale Klimaentwicklung"
und noch einmal den Abschnitt "Klimawandel
im 20. und 21. Jahrhundert: Welche Rolle spielen Kohlendioxid,
Wasser und Treibhausgase wirklich?"
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Alarmismus
und Risiko-Religion |
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Wenn
als
Folge des Alarmismus
(in welche Richtung auch immer) ausgewiesene Gegner jeglicher
nachhaltiger Umweltpolitik einigen Klimaforschern, aber auch Politikern
(vgl. z.B. Al
Gore), unterstellen, sie seien geradezu missionarisch besessen
von Weltrettungs-Fantasien,
dann ist dies - leider - durchaus zu verstehen.
In der Tat zeigt sich mittlerweile
ein fast religiöser Eifer (von Klimaforschern, Politikern,
einigen NGOs und vor allem den schrillen Medien), sich in apokalyptischen
Weltuntergangs-Szenarien zu überbieten, besonders vor der
12.
Klimakonferenz in Nairobi (07.11.06) und nach Veröffentlichungsbeginn
des 4th AR des IPCC "Climate Change 2007" sowie besonders
nach Veröffentlichung des letzten und abschliessenden
AR4
"Synthesis Report". Jene aktuelle Meldung, wonach
der Klimawandel Wissenschaft und Religion vereinigt (Climate
change unites science and religion), - in NewScientist Environment
vom 18.01.2007 - durfte geradezu erwartet werden. [date
of access: 18.01.07] Da
passt es dann auch, wenn die IPCC-Reports in einigen Medien als
"Klima-Bibel" (eine Ersatzbibel
sozusagen) bezeichnet wird.
Diese Bewegung
- der Soziologe Ulrich Beck spricht in einem Interview von einer
missionierenden "Risiko-Religion"
als einem Glaubensersatz, zu der immer mehr Menschen konvertieren
- kann teilweise durchaus in der Nähe des fanatisch religiösen
Ökologismus
(sozusagen einer säkularen
Religion "mit ideologisierter Schuld-Sühne-Busse-Semantik")
gesehen werden - wogegen sich z.B. der Heidelberg
Appeal wandte -, deren totalitäre und damit antidemokratische
Tendenzen m.E. nicht unterschätzt werden sollten.
Aber
auch einer grossen westlichen Kirche passt die Diskussion offensichtlich
ins Konzept. Die Spezialisten für den Glauben ans Unbewiesene
lassen nun neuerlich durch Ihren Oberhirten verkünden (Juli
2008, Sidney): Der Mensch ist Schuld am wärmeren Klima! Übrigens
die gleiche Institution, welche die Verbreitung tatsächlicher
Erkenntnisse mit dem Scheiterhaufen bestrafte und Charles Darwin
nach wie vor verteufelt. Nebenbei: erst 400
Jahre später, nämlich "im Jahr 2000 erklärten
der päpstliche Kulturrat und eine theologische Kommission
die Hinrichtung Giordano Brunos für Unrecht." An
dieser Stelle zur Erinnerung noch einmal das obskure
Logo des PIK verbunden mit der freundlichen Bitte, sich über
die Diskussionsstrategien von Obskuranten zu informieren.
Mittlerweile ist sogar
metaphysischer Unsinn wieder en vogue. Vgl. James Lovelock (2007)
"Gaias Rache. Warum die Erde sich wehrt."- Verlag List,
Berlin (256 S.). Besprechung
von Johannes Kaiser im Deutschlandradio Kultur vom 06.02.07.
Lovelock ist übrigens ein heftiger Befürworter der Kernkraft.
Vielleicht
amüsiert Sie ja trotzdem zum Thema die Glosse
des Journalisten Michael Miersch, einem "Nicht-Klimatologen"
und ganz sicher nicht (!) sachlichen Kritiker der Bewegung [date
of access: 07.11.06]
sowie die Bemerkungen von Thomas Hoof (Gründer von "Manufactum"),
der sich gegen die "Hysterisierung der Öffentlichkeit"
- vor allem im März und April 2007 - durch die deutsche
Presse wandte. Vgl. "Noch
mal aufgemacht. Die Klimakiste (Alles wird knut.)"
-
4
S. [date
of access: 13.07.07].
Erkenntnisse
zu und Interpretationen der aktuellen Klimaentwicklung wurden
in einem Abriss zusammengestellt!
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Ein
kritischer Rationalismus der Wissenschaft - inkl. zurückhaltende
Vorsicht und Verantwortung bei der Darstellung von Forschungsergebnissen
- wäre hier sicher angebrachter als das (sit venia verbo) - sich
prostituierende - Schielen auf sprudelnde Geldquellen (z.B. als Forschungsmittel,
aber auch für Öffentlichkeitsarbeit und fundraising) und
Einfluss (bzw. Macht), da dies wesensmässig etwas anderes ist,
als der Wille zur überprüfbaren Wahrheit. (Eduard
Spranger, 1988: 29, übertragen auf die aktuelle Situation)
Denn - alleine dem Zeitgeist gehorchende - "Überzeugungen
sind gefährlichere Feinde der Wahrheit als Lügen."
(noch einmal F.N. aus 'Menschlich, allzu menschlich') |
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Vgl.
Sie dazu auch die Anmerkungen von Prof.
Hubert Markl (1998) in
"Wissenschaft gegen Zukunftsangst"
[date of access: 30.05.04] sowie
die bereits vor 11 Jahren gemachten wichtigen Bemerkungen des
populären Wissenschaftspublizisten Hoimar
v. Ditfurth (1994) Die Sterne leuchten, auch wenn wir sie nicht
sehen - Über Wissenschaft, Politik und Religion,
besonders S. 94: Die Wissenschaft als Hure - Weltbilder sind Handlungsanleitungen.
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Sehr
"kenntnisreich und aktuell" vg.
wissenschaft.de
[date
of access: 07.09.04] sowie pointiert
polemisch hat Josef
Reichholf (2002) in "Die falschen Propheten - Die Lust an
Katastrophen" die masslos übertriebene Ökoprophetie
angeprangert.
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Zweifellos
haben auch spontane (z.B. Vulkanausbrüche)
oder sich über mehrere Jahre hinziehende - und vom Menschen
völlig unabhängige - Umweltveränderungen als Ausdruck
eines dynamischen Planeten, aber mit katastrophalen Auswirkungen
für Menschen, einen festen Platz im Gedächtnis fast aller
Kulturen. Sie waren in der Vergangenheit und sind besonders in einer
hoch technisierten Zivilisation, als sogenannte "Naturkatastrophen",
Bestandteil und Bedrohung zugleich. Z.B.: (die Angaben zu den Opferzahlen
sind bestenfalls Richtwerte und sicher häufig zu hoch!)
- der
gewaltige
Vulkanausbruch
von Santorini vor sehr langer Zeit (1628/1627 BD / v. Chr.)
mit einem alles vernichtenden Tsunami (evtl. Hintergrund der Sintflutsage?),
- bei
Ausbruch des Vesuv die
Auslöschung
von Pompeji und Herculaneum im Jahre 79 AD / n. Chr.,
- 26.12.838
- Grosse Teile der niederländischen Küste werden bei
einer Sturmflut überflutet,
- das
Beben zwischen Syrien und Ägypten am 12. Juli im Jahre 1201,
bei welchem mit 1.000.000 Toten vermutlich die meisten Opfer zu
beklagen waren,
- erste
Marcellusflut am 16.01.1219. Die Sturmflut überschwemmt weite
Küstenbereiche der Niederlande und fordert etwa 36.000 Menschenleben,
- die
zwei "groten Manndränken (1362 und 1634) an der
Nordseeküste (neben vielen anderen) mit wohl mehr als 100.000
Toten,
- das
Shaanxi-Beben (China) am 23. Januar 1556 mit etwa 830.000 Toten
bei relativ geringer Bevölkerungsdichte (!),
- die
Zerstörung
Lissabons am Vormittag des 1. November 1755 (Erdbeben und
Tsunami mit 60 bis 70.000 Toten),
- Ausbruch
des
Vulkans
Tambora in Indonesien im April 1815 mit globalen Auswirkungen.
1816 ist der kälteste Sommer seit 500 Jahren in Europa.
- Ausbruch
des
Krakatau
am 26. August 1883 (der wohl grösste Vulkanausbruch der
Neuzeit) mit globalen Folgen für Witterungsabläufe,
- in
Xining und Kansu (China) sterben 1920 und 1927 jeweils etwa 200.000
Menschen durch schwere Erdbeben,
- das
Tangshan-Beben
(China) vom 27. Juli 1976 mit offiziell 290.000 - jedoch wohl
bis zu 655.000 Toten,
- das
kürzliche Seebeben in Südasien mit verheerenden Folgen
eines Tsunami (wohl über 300.000 Tote).
etc. etc.
- Z.B.
aber auch Dürrekatastrophen:
"... beispielsweise in Indien (1769/70) mit geschätzten
3 bis 10 Millionen Toten, 1876 ff 5 bis 6 Millionen Tote, 1899
ff 1,5 bis 3,5 Millionen Tote, in China (1876 ff) 9 bis 13 Millionen
Tote, 1958 ff 3 bis 10 Millionen Tote und in Russland (1921/22)
1,5 bis 5 Millionen Tote," ... "die grosse Dürre
in den USA von 1932-40 ... 350.000 Menschen verlassen ihre Heimat
..." etc. etc. (Alisch 2007 - Lit. angabe nächster Absatz!)
Vgl. Sie die Chronik
und Statistik zu Erdbeben, die Chronik
und Statistik der Sturmfluten an Ost- und Nordsee,
allgemein eine Chronik
und Statistik zu Naturkatastrophen und zur Klimageschichte,
Bedeutung von Vulkanausbrüchen
in der Vergangenheit und Prognosen zum Supervulkan, zusammengestellt
von der LearnLine (NRW, Landesinstitut für Schule und Weiterbildung),
sowie von Tatjana Alisch (2007) Naturkatastrophen.- Compact Verlag
(128 S.)
[date
of access: 12.03.05]
Und
natürlich wurde schon immer von den heftigsten Kapriolen
des Wetters, aber eben auch Klimas berichtet. Vgl. Sie dazu den
Abschnitt 'Klimaentwicklung
im aktuellen Holozän', besonders die Literaturangaben
zur Klimageschichte.
Vor
diesem Hintergrund entstanden auch düstere
Prophezeiungen (von Johannes bis Nostradamus und bis in die
Moderne) und apokalyptische
Erwartungen, welche - leicht
nachprüfbar - von interessierter
Seite instrumentalisiert wurden und werden.

Abb.
rechts: Die
vier apokalyptischen Reiter,
Albrecht Dürer, 1497-98, Holzschnitt,
399 x 286 mm
Kupferstichkabinett, Staatliche Kunsthalle, Karlsruhe
Wenn
der Öffentlichkeit von den Medien suggeriert wird, dass die
Natur
der "Natur" zum "Feind"
werden kann, oder zum Opfer des Klimas wird (z.B. in
dem absurden Zeitungsartikel einer Berliner Tageszeitung "Natur
beeinflusst das Klima stärker als gedacht"),
oder der "Achtung, Weltuntergang! Wie gefährlich ist die
globale Erwärmung wirklich?", aber auch "Artensterben
- Der Todeskampf der Tierwelt" von "Deutschlands bedeutendstem
und Europas auflagenstärkstem Nachrichten-Magazin" und
wohl auch meinungsbildendem Nachrichtenmagazin in Deutschland beschworen
wird, einem Magazin, das immerhin "schreibt was ist" (Eigenwerbung),
wird der Schwachsinn auf die Spitze getrieben. Zunehmend
negative Konnotationen sonst wertfreier Begriffe für die Beschreibung
normaler bzw. "natürlicher" Vorgänge in unserer
Umwelt gehören mittlerweile zum Repertoire der sogenannten
Fachjournalisten und nahezu jeden Artikels über Umweltveränderungen.
Diese
Tendenz findet sich nicht nur im Boulevard-Journalismus (was DER
SPIEGEL ganz sicher nicht sein möchte), sondern findet sich
zunehmend in sonst seriösen Wissenschafts-Magazinen, wo es
in einem [aus ökologischer Perspektive geradezu unverantwortlichen]
Beitrag von Daniel Grossmann heisst (Spektrum der Wissenschaft,
April 2004, S. 61), "Fest steht vor allem eines, in den
Worten von Alastair Fitter [Biologe von der University of York,
UK, Anm. Verf.]. 'Die Natur merkt, was mit dem Klima geschieht'.
Und er ergänzt: 'Es kommt noch schlimmer'".
Vgl.
Sie dazu Clausen
et al. (2003) "Entsetzliche soziale Prozesse. Theorie und Empirie
der Katastrophen. Konflikte, Krisen und Katastrophen - in sozialer
und kultureller Sicht".
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Der
Philosoph
Sir
Karl Raimund Popper monierte in diesem Kontext sehr zu
Recht, dass das derzeit 'herrschende allgemeine Gejammer über
die böse Welt' der überall lauernden Katastrophen mittlerweile
zur 'herrschenden Religion unserer Zeit' geworden sei, was jedoch
'zu allen Tatsachen im Widerspruch' steht.
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Unter
dem Titel "Wider den Katastrophenkonsens,
Die Welt wird täglich besser, aber die Leute wollen es nicht
hören", wird
von Jochen Steiner im SdW, 08/2009, S.101, das neue Buch von Maxeiner
& Miersch (2008 )
Frohe
Botschaften, wjs, Berlin (208 S.), vorgestellt. Wenn auch
die Wahrnehmung manchmal sehr selektiv zu sein scheint, so gibt
die überaus amüsante Lektüre doch "... Stoff
für deutlich längeres Nachdenken." (zit. Jochen
Steiner).
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Abgesehen
von der trivialen Erkenntnis, dass die Natur per se keine Katastrophen
kennt und derart Zuweisungen ausschliesslich dem anthroprozentrischen
Bewertungssystem entstammen, ist zu fragen, was aber ist dann für
wen und wann eine "Katastrophe"? Sind nicht anderswo z.B.
die Effekte einer globalen Erwärmung "eher willkommene
Vorgänge, weil sie hier in toto weit mehr Nutzen als Schaden
anrichten?" ... "Wir können mit an Sicherheit grenzender
Wahrscheinlichkeit vorhersehen, dass es bei diesem Wandel des Klimas
auch Gewinner geben wird." (aus:
Otmar Seuffert in PGM 144, 2000a-b / 4)
Vgl.
Sie dazu auch Kehl
2003 - den Abschnitt "Stabilität
des Standortes und ökologisches Gleichgewicht, die fatalen
Illusionen".
Abgesehen
von der unterschiedlichen Bewertung von Umweltveränderungen,
ist die zutreffende (und zunehmend aktuelle - siehe folgend!) Bemerkung
von Heinz
Haber (1992)
zu berücksichtigen: "Nicht
jene Katastrophenmeldungen, die wir laufend für die nächsten
20 oder 30 Jahre den Zeitungen entnehmen müssen, haben das
Hauptgewicht, NEIN, es ist die stets wachsende
Zahl der Menschen auf dieser Erde."
Auf
diese Problematik weist auch Lester R. Brown hin in einem Beitrag
im SdW (Spektrum der Wissenschaft) vom Oktober 2009, S. 80: "Globaler
Kollaps durch Hungersnöte? Nichts bedroht den Fortbestand unserer
Zivilisation so sehr wie der Zusammenbruch ganzer Staaten durch
plötzlichen Nahrungsmangel. Ursache solcher Hungerkrisen sind
letztlich verschlechterte Umweltbedingungen." Den Zusammenhang
von Bevölkerungsexplosion und fataler Umweltveränderung
thematisierten im Sept. 2009 zwei Artikel in DIE ZEIT: "Fatales
Wachstum - Die Bevölkerungsexplosion ist auch ein Klimaproblem"
und "Weniger
Menschen, weniger Treibhausgase" mit Verweis auf einen
Artikel in Phil. Trans. R. Soc. B 27 October 2009 vol. 364:
"Human
population growth and the demographic transition", by John
Bongaarts.
Vor
diesem Hintergrund stellen tatsächlich bereits kleine - eben
auch natürliche - Veränderungen in der Umwelt grosse Bedrohungen
für Menschen in dicht besiedelten Gebieten dar. Umso mehr ist
die Warnung von David Pimentel ernst zu nehmen: "If we refuse
to reduce our numbers ourselves, nature will find much less pleasant
ways to control human population: malnourishment, starvation, disease,
stress and violence." ( David
Pimentel 1994, Prof. für
Ökologie und Ökosystembiologie an der Cornell University.
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Anmerkung: |
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Die bereits
1957 von H.M. Enzensberger gemachten Bemerkungen über
Stil und Ziel des Magazins DER SPIEGEL in dem Beitrag "Die
Sprache des SPIEGEL" haben nach wie vor und vermutlich aktuell
sogar noch mehr Gültigkeit. Z.B. hier:
"Unter
allen Mitteilungsformen kommt diejenige am seltensten vor, nach
der das Magazin benannt ist: Die schlichte Nachricht." (S.143)
"Die
Ideologie des SPIEGEL ist nichts weiter als eine skeptische Allwissenheit,
die an allem zweifelt ausser an sich selbst." (S.146)
"Die
Thesen [Enzensbergers] lassen sich zusammenfassen:
- Die Sprache
des SPIEGEL verdunkelt, wovon sie spricht.
- "Das
deutsche Nachrichten-Magazin ist kein Nachrichten-Magazin.
- Der SPIEGEL
übt nicht Kritik, sondern deren Surrogat.
- Der Leser
des SPIEGEL wird nicht orientiert, sondern desorientiert.
Diesen vier
Thesen lässt sich eine fünfte an die Seite stellen: Der
SPIEGEL ist unentbehrlich, solange es kein kritisches Organ gibt,
das ihn ersetzen kann. ..." (S.149)
Auszug
vom 15.01.1997 -
5
S. [date
of access: 17.09.07]
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