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Abb.
A2-12/01: |
Holozäne Optima und Pessima (nur Temperaturen) im
wesentlichen der nördlichen Hemisphäre. Literaturangaben zur Abbildung vgl. unter
Dansgaard & Johnsen (1969) und
Schönwiese (1995). Weitere Infos: "Klima-
u. Vegetationsgeschichte SO-Europas sowie des östl. Mittelmeerraums".
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Abb.
A2-12/02: |
"Figure ... The combined oxygen isotope
signal from Spannagel covering the past 9,000 years (black) together with the HSG curve from core V29-191
(red, reversed scale). The HSG curve from sediments in the N. Atlantic has been discussed earlier [Bond
et al., 2001]. For better comparison with COMNISPA, the HSG curve was detrended -13%/9,000 yr) and tuned
to the COMNISPA curve applying the program AnalySeries1.1 [Paillard et al., 1996]. Tuning yields a correlation
coefficient of r = 0.71, which is comparably high for geological data. The untuned curves are shown in auxiliary
Figure S11. The tuning of the peaks was performed within the range allowed by the uncertainty of the 14C
ages of the HSG record [Bond et al., 2001] (...)." (Mangini
et al. (2007) Persistent influence of the North Atlantic hydrography on central European winter temperature
during the last 9000 years. - GEOPHYSICAL
RESEARCH LETTERS, VOL. 34.)
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Abb.
A2-12/03: |
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Ausdehnung und Rückzug des Aletsch-Gletschers in
den Alpen, verändert nach Holzhauser
et al. (2005) und Joerin
et al. (2006). Deutlich zu erkennen ist die Phase weit zurückgezogener Gletscher während des
Römischen Optimums
und der Mittelalterlichen
Warmzeit.
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Die
oben vorgestellen Rekonstruktionen der Temperaturentwicklung widersprechen wesentlich jenen unrealistischen
Rekonstruktionen, zutreffender jedoch dreisten Manipulationen, welche als
"Hockeystick-Kurve" eine zweifelhafte Berühmtheit
erlangten.
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Kleine
Auflistung holozäner Klimaschwankungen: 1* |
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Eine ausführlichere
und ergänzte Tabelle finden sie HIER |
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| (zu
Altersangaben "BP" und "BC" vgl. Sie bitte Wikipedia!
und die Anmerkung unten) |
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BP *2 |
BD *2 |
Phasen
/ Perioden |
| ca.
11.500 - ca. 8.500 |
ca.
9.500 - ca. 6.500 |
generell
humide Phase im Bereich der Sahara Afrikas, (White
& Mattingly 2006, SDW, Sept.: 46-53) - Vgl. Sie dazu auch die Abb. mit postglazialen
ariden und humiden Phasen in der Sahara! |
| ca.
9.700 |
ca.
7.700 |
Feuchteperiode
in Afrika, der Tschadsee hat etwa die Grösse des Kaspischen Meeres erreicht (Science, 18.10.2002)
- Vgl. Sie dazu auch die Abb. mit
postglazialen
ariden und humiden Phasen in der Sahara! |
| ca.
9.200 - ca. 5.700 |
ca.
7.200 - ca. 3.700 |
Periode des Atlantikum
als wärmster Abschnitt des Holozän, Temp. in der nördlichen Hemisphäre etwa 1
bis 2 K höher als heute, jedoch ähnlich feucht wie heute (nach Berner
& Streif 2000: 135); nach Schönwiese
(1995) wird das Atlantikum in 3 Maxima (7-6 ka BP, 4-5 ka BP und 3 ka BP) aufgeteilt. |
ca.
8.300 - ca. 7.800 |
ca. 6.300 -
ca. 5.800 |
ca. 500 Jahre Dürreperiode
in Afrika, nachgewiesen im Gletschereis des Kilimandscharo. Der Tschadsee schrumpft und droht
auszutrocknen (vgl. nächste Angabe für die Sahara!); - Vgl. Sie dazu auch die Abb. mit postglazialen
ariden und humiden Phasen in der Sahara! |
ca.
8.200 ca. 7.500 |
ca.
6.200 ca. 5.500 |
starker
Kälteeinbruch (ca. 200 Jahre) begleitet von extrem ariden Phasen zwischen 8 und 7 ka BP
in der nördlichen Hemisphäre (GISP2-Eiskern Grönland und Ammersee, Bayern, nach Berner
& Streif 2000: 135 sowie Klimaentwicklung in der Holozän-Warmzeit,
Website
der GGR) |
zwischen
ca. 8.000 - ca. 7.000 |
zwischen
ca. 6.000 - ca. 5.000 |
unbeständige,
insgesamt aride Phase im Bereich der Sahara
Afrikas, (White
& Mattingly 2006, SDW, Sept.: 46-53) |
| ca.
7.000 - ca. 5.000 |
ca.
5.000 - ca. 3.000 |
Optimum
(1. Temp.-Max. im Atlantikum nach Schönwiese)
mit wesentlich höheren Durchschnittstemperaturen (um 2 bis 4 K in Europa und N-Amerika, Wintertemperaturen
jedoch niedriger als heute), einer weitaus geringeren Vergletscherung als heute und einer Waldgrenze
in den Alpen, die etwa 200 - 300 Meter höher lag, humide Phase an den äquatorseitigen
Rändern der Sahara mit Ausdehnung der Savannenvegetation nach Norden, die humide Phase dauert
hier von etwa 7.000 bis etwa 5.000 BP (vgl. Sie die Abb. mit
postglazialen
ariden und humiden Phasen in der Sahara!) |
| ca.
6.700 - ca. 5.500 |
ca.
4.700 - ca. 3.500 |
Lange
- eher schwach - aride Phase in
N-Afrika, langsamer Vegetationsrückgang im nördlichen Bereich der Sahara (nach Claussen
et al., 1999) |
| ca.
6.100 - ca. 5.400 |
ca. 4.100 - ca.
3.400 |
Klimapessimum
mit sehr niedrigen Temperaturen in der nördlichen Hemisphäre |
ca.
5.440 (± 30 J.) |
ca. 3.940
(± 30 J.) |
Abrupter Beginn
einer sehr ariden Phase in N-Afrika mit
schnellem Vegetationsrückzug in der Sahara. (nach Claussen
et al., 1999) |
ab
ca. 5.000 BP - dato: |
ab ca. 3.000
BD - dato: |
Beginn einer
ariden Phase im Bereich der Sahara Afrikas,
die bis heute anhält, (White
& Mattingly 2006, SDW, Sept.: 46-53) |
| ca.
5.300 - ca. 4.200 |
ca.
3.300 - ca. 2.200 |
Optimum
(2. Temp.-Max. im Atlantikum nach Schönwiese / bzw. Übergang zum Subboreal)
mit wesentlich höheren Durchschnittstemperaturen und geringerer Vergletscherung als heute und
einer Waldgrenze in den Alpen, die etwa 200 - 300 Meter höher lag, im 2. Optimum Entwicklung
der ägyptischen Hochkultur; |
| ca.
5.200 - ca. 5.000 |
ca. 3.200 - ca.
3.000 |
Dürreperiode
und kühle Bedingungen in Afrika, nachgewiesen im Gletschereis des Kilimandscharo; |
| ca.
4.000 - ca. 3.700 |
ca. 2.000 - ca.
1.700 |
Dürreperiode
in Afrika, nachgewiesen im Gletschereis des Kilimandscharo (Science, 18.10.2002, S. 589, zit. in SdW,
Dez. 2002, S. 44); |
| ca.
4.000 - ca. 3.600 |
ca. 2.000 - ca.
1.600 |
Extrem
abrupt einsetzende Dürreperiode in N-Afrika. "The transition to today's arid
climate was not gradual, but occurred in two specific episodes. The first, which was less severe,
occurred between 6,700 and 5,500 years ago. The second, which was brutal, lasted from 4,000
to 3,600 years ago. Summer temperatures increased sharply, and precipitation decreased, according
to carbon-14 dating. This event devastated ancient civilizations and their socio-economic systems."
(Besprechung des Artikels von Claussen
et al., 1999 in ScienceDaily) |
| ca.
3.500 - ca. 3.100 |
ca. 1.500 - ca.
1.100 |
Klimapessimum:
ausgeprägteste Klimaverschlechterung in der Löbben Kaltphase, dokumentiert in der
Schweiz durch Gletschervorstösse. "Insbesondere gelang es, die mehrteilige Löbben-Kaltphase
(mehrfach) nachzuweisen. Um 4475 ± 75 yBP sowie um 3340 ± 80 yBP erreichten
die Gletscher ihre grösste postglaziale Ausdehnung im Bereich der Oberhornalp." Wipf
(2001) |
ab
ca. 3.100 |
ab ca. 1.100 |
Optimum
(3. Temp.-Max. im Atlantikum nach Schönwiese / im Subboreal) relativ
kurze Phase mit höheren Durchschnittstemperaturen und geringerer Vergletscherung als heute, wird
verschiedentlich auch "Klimaoptimum der Bronzezeit" genannt |
| ca.
2.900 - ca. 2.300 |
ca.
950 - ca. 350 |
Klimapessimum
am Ende der Bronzezeit bis in die Eisenzeit (mit den bisher niedrigsten holozänen Temperaturen,
evtl. nur Europa). Häufig wird diese Phase auch "Klimapessimum der Bronzezeit" genannt,
vgl. u.a. Prof. Wolf-Dieter Blümel
(2002) - siehe unten unter "Klimawandel und Kulturgeschichte"! |
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ca.
350 BD - ca. 350 AD |
Römisches
Optimum ( "Globale"
Temperaturerhöhung?) Lokale Erwärmung um ca. 4K (um 2.300-2.000 cal. year
B.P., - siehe dazu Anmerkung
unten! - Angaben modifiziert am 01.10.08), nach Sediment-Untersuchungen eines israelisch-schwedischen
Wissenschaftlerteams in Ost-Afrika (Bergsee auf dem Mt. Kenia, Klimageschichte von 4.550 - 1.250 BP),
vgl. Rietti-Shati et al. (1998) Science, Bd. 281 [Issue 5379], S.980-982; Wesentliche
Erwärmung in der nördlichen Hemisphäre. Bergbau in den Alpen, wo heute Dauerfrost herrscht
- extrem starker Rückgang der Vergletscherung; die Gletscherzungen lagen mindestens
300m höher als heute (vgl.
Schlüchter
& Jörin, 2004); Hannibal gelingt es, die Alpen zu überqueren 217 BC / zweiter
Punischer Krieg 218-201 BC. Von Blümel
(2002) wird auf der Basis umfangreicher Untersuchungen angenommen, dass die Mitteltemperaturen
in Europa während des römerzeitlichen Klimaoptimums etwa 1 - 1,5° C höher waren
als heute. Teilweise höhere Temperaturen als heute für diesen Zeitraum wurden auch von dem
DFG-Projekt
Drama gefunden. Bereits um 250
AD setzte dann jedoch "eine dramatische Verschlechterung" ein. |
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ca.
350 - ca. 550 |
Klimapessimum
der
Völkerwanderungszeit;
Trockenheit in Zentralasien; |
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ca.
750 - (ca. 850) ca. 1250 (ca.1150) |
Mittelalterliches
Wärmeoptimum, Wikinger
(Normannen s.l.) besiedeln Grönland und treiben Ackerbau; sie entdecken lange vor Kolumbus (N-)Amerika.
In England, aber auch im östlichen Mitteleuropa, entstehen zahlreiche Weinanbaugebiete. Die Temperaturen
lagen nach
Loehle (2007)
vermutlich vor allem in der nördlichen Hemisphäre und regional 1 bis 1.5 K über
der langjährigen Mitteltemperatur, oder entsprachen nach Cubasch
et al. (2004) und Moberg
et al. (2005) etwa den heutigen; Glaser
(2001) vermutet dagegen, dass die aktuellen Werte bereits leicht über denen des Mittelalterlichen
Wärmeoptimums liegen könnten.
Auf der Grundlage von Feldforschungen wird von
Blümel
(2002: 22) dagegen angenommen, dass die mittleren Temperaturen im Vergleich zu heute um
1,5 - 2,0 °C gestiegen waren und Vermutungen gerechtfertigt sind, dass dieses Optimum auch in
den Randgebieten der sommerfeuchten Tropen (Namibia) zu höheren Niederschlägen geführt
hatte (ibid, S.25-26).
Übrigens: auch während dieser Zeit kam es immer wieder zu Kälteeinbrüchen
in Mittel- und Nordeuropa, die mit Phasen geringer Niederschläge in Mittelamerika korrelierten
und wohl zum Kollaps der klassischen Mayakultur während einer Superdürre zwischen 1.300
- 1.100 BP führten! (vgl.
Peterson & Haug 2006)
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ca.
1150 - 1850 |
Klimapessimum
(Kleine Eiszeit), in Mittelamerika lange
Periode geringer Niederschläge, Wikinger verlassen im 15. Jahrh. Grönland, Missernten und
Hungersnöte treten in Europa auf (kühl und regenreich), Sturmfluten und Überschwemmungen
sind häufig, die Getreidepreise steigen zum Ende der Kleinen Eiszeit in unermessliche Höhen
- um 1805 herum, gleichzeitig sogenanntes Dalton - Minimum (Maunder - Minimum 400 - 330 BP), die Temperaturen
lagen weltweit vermutlich ca. 2 K unter den heutigen; vgl. Hinweise zur Sonnenfleckenaktivität! |
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1850 - dato
Erwärmung |
Heftige und sehr
kontroverse Diskussion
darüber, ob anthropogen bedingt oder nicht, vor dem Hintergrund einer auf 6.57 Milliarden
angewachsenen Menschheit (2006, Dez.). Hier aktuelle
Zahlen zur Weltbevölkerung. |
| Gegenwart: |
'Modernes
Optimum' mit leichter Abnahme der Permafrostgebiete und Zunahme der Niederschläge an den südlichen
Rändern der Sahara? Satellitenbilder zeigen keine Ausweitung der Sahara (Science
31 July 1998: Vol. 281. no. 5377, pp. 633 - 634), aber gegenwärtig einen Rückgang der
Wüsten Afrikas und eine Zunahme der Vegetation an den nördlichen und südlichen
Rändern der Savannenzonen (New Scientist, 2002, Nr. 2361, S. 4), aber auch einen Rückgang
des arktischen, nicht jedoch des antarktischen Eises. |
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1*
& 2* Anmerkungen:
-
Bei der hier verwendeten Zeitangabe BP (before
present) handelt es sich im Wesentlichen um Kalenderjahre vor Heute. Die Altersangabe BP wird eigentlich
für unkallibrierte 14C - Daten verwendet. "Present" - also die Gegenwart
- ist das Jahr 1950, es ist das Jahr der "Erfindung" dieser Methode. Generell ist in der
populärwissenschaftlichen, aber auch wissenschaftlichen Literatur, nicht immer klar, ob es sich
um kallibrierte 14C - oder unkallibrierte 14C - Daten handelt. Hinzu kommt,
dass die zeitlichen Angaben zum gleichen Ereignis in der Literatur oft sehr weit voneinander abweichen,
eine Diskussion über die Hintergründe dieser Abweichungen gehört jedoch nicht zum Anliegen
dieser Übersicht. Da die o.g. Zeitangaben ausschliesslich der Orientierung dienen und Abweichungen
von ±50 - 80 Jahren BD (before date) bzw. BC (before christ) in diesem Kontext völlig
unerheblich sind, wurde bei Altersangaben BD das Jahr 1950 als Ausgangsjahr nicht mehr berücksichtigt.
|
-
Die markante Temperaturerhöhung bezieht sich
auf einen Hochgebirgssee des Mount Kenya. Rietti-Shatti et al. (1998: 981) schreiben dazu:
"Thus, according to Eq.1, the shift to the more depleted values indicates a warming phase
of up to 4°C on Mount Kenya." Und auf S.982 werden für den gleichen Zeitraum Warmphasen
für den Viktoriasee (Flachland),
für den Mount Satima (Kenya, nach Karlen & Rosqvist
1988), aber auch "in the Northeastern St. Elias Mountains in Southern Yukon Territory and
Alaska and in Swedish Lapland" (nach Denton & Karlen 1973) hervorgehoben, ohne jedoch
Angaben zu den Temperaturen zu machen. (Lit. vgl. in der Originalarbeit) Diesen
Angaben zufolge scheint also kein Zweifel daran zu bestehen, dass es sich hier um Indikatoren einer
wesentlichen globalen, oder wenigstens Erwärmung in der nördlichen Hemisphäre gehandelt
hat, wobei erhebliche regionale Unterschiede auftraten. Gestützt werden diese Befunde durch die
umfangreiche und detaillierte Arbeit von Mayewski et al. (2004) Holocene
Climate Variability.- Quaternary Research 62: 243-255.
13 S. [date
of access: 01.10.08] -
Siehe
auch die
Zusammenfassung sowie
"Summary and Conclusions" in der Veröffentlichung von Mayewski et al., ibid.
Und hier zur angenommenen Bedeutung der Sonnenaktivität und der Treibhausgase. Auch
wenn heute kein Zweifel mehr daran bestehen kann, dass die Klimavariabilität während des
Holozäns sehr stark und regional teilweise sehr unterschiedlich ausgeprägt war und sehr
schnelle signifikante Klimawechsel (rapid climate change / RCC, nach Mayewski et al., ibid) im Zeitrahmen
von wenigen hundert Jahren, oder auch wesentlich kürzer, mit elementarer Bedeutung für Kulturen,
eher zur Normalität gehörten, ist doch allen genaueren Angaben zur globalen
Temperaturerhöhung oder -abnahme in der Geschichte des Holozäns eher mit Skepsis zu
begegnen. Vieles deutet aber nach dem aktuellen Stand des Wissens darauf hin, dass die Temperaturschwankungen
in der nördlichen Hemisphäre weitaus höher waren als in der südlichen Hemisphäre.
|
| |
-
Ausführliche Angaben zur Radiokohlenstoffdatierung,
ihrer Relevanz und Anwendung finden Sie
hier,
hier
und hier.
[date
of access: 22.04.08]
-
Die in der Literatur gefundenen Angaben bzgl. Beginn
und Ende der verschiedenen Phasen (Klimaoszillationen) weichen teilweise sehr stark voneinander
ab, oder sind sogar widersprüchlich. Der Schwerpunkt der Angaben bezieht sich auf die nördliche
Hemisphäre, vor allem auf N-Afrika und Europa. Ab etwa Beginn der Zeitenwende wird berücksichtigt,
dass die "Gegenwart" bei der Angabe BP (before present) auf 1950 festgelegt wurde.
-
Die Auflistung oben soll vermitteln, dass das aktuelle
Interglazial generell von Zeiten mit höheren (sogen. Optima) und niedrigeren (sogen. Pessima)
Temperaturen über mehrere Jahrhunderte (bis Jahrtausende) geprägt war.
-
Mit den Begriffen Pessima und Optima werden keine
Aussagen zu den Niederschlagsverhältnissen verbunden, d.h. humide und aride Phasen korrelieren
nicht unbedingt mit niedrigen und hohen Temperaturen und können ausserdem in den verschiedenen
Klimazonen der nördlichen und südlichen Hemisphäre (aber auch innerhalb der Hemisphären!)
zur gleichen Zeit sehr unterschiedlich sein. Z.B. erlebte die südliche Sahara zwischen 7.000
und 5.500 BP eine humide Phase und die nördliche Sahara war während dieses Zeitabschnitts
eher trocken. Vgl. Sie dazu noch einmal die Abb. mit
postglazialen
ariden und humiden Phasen in der Sahara!
-
Um den neuesten Kenntnisstand bzgl. Temperaturentwicklung
im Holozän zu erfahren, ist das Studium von aktueller (!!) Primärliteratur unabdingbar.
Weitere Angaben siehe unter
"Klimawandel
und Kulturgeschichte".
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| ©
Harald Kehl - TU-Berlin - Institut für Ökologie
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